FAZ: Buße tun für Internet-Pilgerschaft

Standesdünkel oder Printkomplex? Die FAZ bedauert jedenfalls in ihrem heutigen Feuilleton auf Seite 35, im Internet recherchiert zu haben. Internetrecherche, tss, na sowas, bäh, Schweinkram, das …

Das Eröffnungskonzert des Kunstfestes Weimar steht seit 2004 unter der Überschrift „Gedächtnis Buchenwald“ und nicht, wie es an zwei Stellen unseres gestrigen Artikels „Gute deutsche Sätze“ irrtümlich hieß, „Gedenken Buchenwald“. Das gesamte Festival trägt auch in diesem Jahr wieder das Motto „pèlerinages“, dessen Schreibweise beim Redigat des gestrigen Berichts unserer Musikredakteurin leider in „pélérinages“ geändert wurde. Wir bedauern die Internetrecherche. [Hervorhebung von mir.] F.A.Z.

Liebe FAZ, vielleicht üben wir das einfach mit der Internetrecherche noch mal, statt gleich das gesamte doofe Internet auf euren Rechnern deinstallieren zu müssen. Das geht nämlich auch anders, bei Fragen zur französischen Rechtschreibung z.B. hier, hier, hier, hier und hier. Dann landet ihr auch nicht mehr auf Schweinkram- so komischen Web-2.0-Seiten bei der Suche nach der korrekten Schreibe von „pèlerinage“.

Tags: , , , , ,

One Response to “FAZ: Buße tun für Internet-Pilgerschaft”

  1. Matthias Spielkamp Says:

    Was für eine krasse Ausrede; ich fasse es nicht! Wie kann man nur so peinlich sein? Das ist so wie zu sagen: „Wir bedauern, Frau Merkel beim Wort genommen zu haben, statt unsere Hausaufgaben zu machen. Wir sind schlechte Journalisten, aber schieben es auf die Technik.“

    Ganz passend dazu mein Leserbrief (jawohl, ich schreibe ein- bis zweimal im Jahr Leserbriefe, wenn ich gar nicht anders kann) heute an SpOn, zum Artikel Alles Markenprodukte, alles erfunden:

    Posdorf (BU), Postorf (Fließtext) - ja wie denn nun? Porsdorf, wie man auf der Website schein-berlin.de sehr einfach nachlesen kann.

    Leute, Leute, im Radio merkt’s ja keiner, aber dann zu meinen, man kann das dermaßen schlampig ins eigene Angebot heben - auch die Zitate hätte man ruhig nochmal überarbeiten können, von den Rechtschreibfehlern fange ich gar nicht erst an -, das lässt schon tief blicken. Content syndication ist ja ‘ne tolle Sache. Offenbar aber nur für die Verlage, nicht für Leser und die Subjekte der Berichterstattung.

    Gruß,
    Matthias Spielkamp