Archive for January, 2007

Ein Bild lügt mehr als 1000 Worte

Tuesday, January 30th, 2007

Bilder als Gegenstand des kritischen Blickes und der Recherche. Fragen nach scheinbarer Objektivität und augenscheinlicher Manipulation. Das ist der Inhalt der Ausstellung X für U – Bilder, die lügen, die bis zum 15. April sie im Bremer Focke-Museum gezeigt wird.

Die rund 300 Objekte umfassende Wanderausstellung wurde von der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung erstellt.

[AUde]

Nationallizenzen

Sunday, January 28th, 2007

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat (durch einige Sondersammelgebiete, betrieben durch den GBV) für mehr als 21 Mio. Euro Lizenzen erworben. Deutschlandweit sind dadurch 30 große Datenbanken, elektronische Textsammlungen und Zeitschriften zugänglich. Text- und Werkausgaben internationaler Wissenschaftsverlage (ca. 210 Millionen Pages) sind freigeschaltet. Das umfasst 4 Bibliographische Datenbanken, 14 Elektronische Zeitschriften, 27 Volltextdatenbanken / Faktendatenbanken / E-Books und 3 Nachschlagewerke / Wörterbücher. (more…)

Glossar englischer Wirtschafts- und Finanzausdrücke

Tuesday, January 23rd, 2007

Was ein „bull market“ ist, gehört fast schon zum Allgemeinwissen. Was aber ist eine „J-curve“, was ist „kiretsu“ was eine „Pac-Man strategy“? Dererlei Ausdrücke aus der Wirtschaft und dem Finanzwesen erklärt das „Glossary of Financial and Business Terms“. Es enthält mehr als 2.500 Einträge.

Zusammengestellt wurde das Glossar von Campbell R. Harvey (J. Paul Sticht Professor of International Business, Fuqua School of Business, Duke University) für The New York Times.

Glossary of Financial and Business Terms:
www.nytimes.com/library/financial/glossary/bfglosa.htm

[AUde]

Freitagabendeintrag: Warum wir diese Woche den Stern empfehlen …

Friday, January 19th, 2007

Ausgerechnet die Seminarteilnehmerin, die einen Tag zu spät zum Seminar kam, weil sie tags zuvor noch einen Penis operieren mußte, schreibt diese Woche über „Wartung & Pflege“ eben jenes Organs im Stern, aber das gehört hier nicht hin. Als V.i.S.d.P. die spannende Frage stellte, wer denn eigentlich den Stern lese, war die Antwort wohl nicht so auf den Punkt, dass ich sie hier in einem Nebensatz unterbringen kann.
Warum es sich diese Woche aber auf jeden Fall lohnt, den Stern zu lesen: Auf den Seiten 46 und 47 schreibt Hans-Martin Tillack (ja, der mit dem Olaf-Ärger in Brüssel), wie käuflich deutsche Ministerien sind (Online Fassung). Das unterscheidet deutsche Beamte noch von untreuen Wirtschaftskriminellen wie Peter H. aus dem Saarland: Sie machen es auch für Peanuts. Ist ja ungeheuerlich, was der Tillack da schreibt, so präzise, detaillreich. Wie hat er das bloß rausgekriegt?!
Den Artikel werde ich fortan allen Seminarteilnehmern (auch denen, die zu spät kommen) in die Hand drücken, damit ja keiner mehr fragt, wofür das Informationsfreiheitsgesetz denn eigentlich gut sein ;-) Die tollen Infos hat Tillack alle über das IFG eingefordert, wenn auch wie so oft bei der Recherche nicht so einfach wie man sich das vorstellt. Aber wir hier ahnten ja schon immer das Fleiß die oberste Tugend des Rechercheurs ist.
Wie er es genau gemacht hat, verrät der Kollege uns in seinem Blog.

Achso: und ich habe den Stern eigentlich nur gelesen, weil ich wissen wollte, was ich dieses Wochenende im Weinglas haben werde, wenn ich meine wöchentliche Lektion in der Weinschule von Stern und Rindchen absolviere ;-)

Neues rund um das IFG (Presseschau)

Tuesday, January 16th, 2007

Über die Neuigkeiten rund um das Informationsfreiheitsgesetz schreiben jetzt so viele, dass wir das im Moment nicht machen müssen. Gerne stellen wir hier aber eine Übersicht zusammen und tragen neue Linklisten nach.

Hier die bisherigen Meldungen des jahres 2007:

Statistische Bilanz zum Informationsfreiheitsgesetz veröffentlicht
Heise Newsticker – Germany
Die meisten Anträge nach dem Informationsfreiheitsgesetz wurden von Privatpersonen gestellt, nur 92 von recherchierenden Journalisten und vier von …

Ein Jahr Informationsfreiheitsgesetz des Bundes
Businessportal24 (Pressemitteilung) – Bad Lausick,Germany
Das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) ist seit 1. Januar 2006 in Kraft. Es gibt Jedem einen Anspruch auf Zugang zu amtlichen Informationen bei …

Bund verdient gut an Gebühren
taz – Germany
Als „Treibsatz“ habe sich das Informationsfreiheitsgesetz erwiesen, bei dem Bürger gegen eine Gebühr von bis zu 500 Euro Amtsakten einsehen können. …

Bundesministerien verzeichnen explodierendes Gebührenaufkommen
Spiegel Online – national,Germany
Zudem sorge das Informationsfreiheitsgesetz für eine große Nachfrage nach Akteneinsicht, wofür die Bürger jeweils 500 Euro Gebühren bezahlen müssen.

BREMEN: Ziel: Einbindung der Bürger
Verlagsgruppe Kreiszeitung – Germany
Gestern ging es ua um das Informationsfreiheitsgesetz, das in Schweden bereits seit vielen Jahren die Veröffentlichung aller öffentlichen Dokumente …

Informationsfreiheitsgesetz: Der BfDI konnte in rund zwei Dritteln
Compliance-Magazin.de – München,Germany
Januar 2006, ist das Informationsfreiheitsgesetz des Bundes (IFG – BGBl. 2005 I S. 2722) in Kraft getreten, das jedem ein Akteneinsichts- bzw. …

Ämter blockieren Informationsfreiheit
Handelsblatt – Düsseldorf,Germany
Weil eine Bundesbehörde in einem Gerichtsprozess eine Niederlage fürchtete, hat sie einem Bürger Akteneinsicht nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) …

Beauftragter für Informationsfreiheit fordert mehr Transparenz
Heise Newsticker – Germany
Die bisherigen Erfahrungen haben seiner Ansicht nach gezeigt, „wie wichtig das Informationsfreiheitsgesetz für eine offene und demokratische Gesellschaft ist …

Mehrwertsteuer stieg um drei Prozent? In Deutschland jedenfalls nicht

Tuesday, January 16th, 2007

… merkwürdig nur, dass das dennoch soviele Journalisten schrieben – von der taz bis hin zur FAZ.

Wir meinen: ein klarer Fall für Taschenrechner assisted reporting …

Hätten die Kollegen recht, so müsste jetzt auf den Kassenbons und Rechnungen überall eine Mehrwertsteuer von 16,48 Prozent ausgewiesen werden. Habe ich aber noch nicht gesehen. Vielleicht in der Taz-Kantine?

Quizfrage: Um wievel Prozent ist denn die Mehrwertsteuer tatsächlich gestiegen?

Wenn einer der Kollegen, die es zum Jahreswechsel falsch schrieben, die Lösung weiß, spendiere ich dem ersten ein Exemplar von „Zwei Nullen sind keine Acht. Falsche Zahlen in der Tagespresse“ (gibt es nicht mehr neu, was wohl nicht auf den großen Erfolg sondern auf das Desinteresse an Zahlen hindeutet.)

Ein paar Beispiele, unzählige weitere sind leicht zu finden. Wobei nicht jedes Ergebnis einer Suche mit Mehrwertsteuer "um 3 Prozent" site:zudurchsuchendesmedium.de auch ein Treffer ist. Da gibt es auch Löhne, die um drei Prozent steigen dürfen im gleichen Artikel mit der Mehrwertsteuer …

02.01.07 Wirtschaft Die Wirtschaftstermine des Jahres 2007

1. Januar – Berlin. Die Mehrwertsteuer steigt um 3 Prozent, der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung sinkt von 6,5 auf 4,2 Prozent. …

F.A.Z.

Udo Vetter: Sie haben das Recht zu schweigen

Friday, January 12th, 2007

Ist zwar schon eine Weile her, aber besser spät als nie. Beim Chaos Communication Congress hat Udo Vetter, Fachanwalt für Strafrecht aus Düsseldorf, einen Vortrag mit dem Titel „Sie haben das Recht zu schweigen: Durchsuchung, Beschlagnahme, Vernehmung – Strategien für den Umgang mit Polizei und Staatsanwalt“ gehalten. Ist ein langer Riemen, daher hat es auch so lange gedauert, bis er hier erscheint, aber absolut lesens- bzw. wissenswert.

Vetter, Autor des sehr viel gelesenen Lawblogs, erläuterte, wie Situationen zu meistern sind, mit denen die meisten von uns wohl eher keine Erfahrung haben und daher auch nicht wüssten, wie man sich im Zweifel „richtig“ verhält. Meiner Ansicht nach ist das ein Thema für Journalismus & Recherche, weil die Ermittlungsbehörden bekanntlich inzwischen auch bei Journalisten eine beunruhigende Aktivität entfalten. Der „Fall Cicero“ wird vielleicht ein wenig strapaziert, aber er ist nicht das einzige Beispiel. Betroffen sind auch nicht nur „investigative“ Journalisten.

„Nehmen Sie das Recht zu schweigen in Anspruch. Damit ist der Vortrag beendet“ – so begann Vetter seinen Vortrag, doch es war mehr als nur ein amüsante Einstieg zu verstehen, denn der Ratschlag bildete auch gleich das Motiv des Vortrags, das Vetter in einigen Variationen durchspielte.

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