Archive for November, 2008

complete privacy does not exist

Friday, November 28th, 2008

complete privacy does not exist“, so ein Google-Anwalt laut einer Meldung auf The Smoking Gun. Wie wahr das ist, darauf weist Kai Biermann in „Fotografieren verboten“ auf ZEIT online hin. Mitarbeiter des US-amerikanischen National Legal and Policy Centers (NLPC) haben, nur durch Nutzung von Google-Diensten, einen ungenannten „top Google executive“ in weniger als 30 Minuten eingekreist. Abzurufen ist das PDF-Dokument unter
www.nlpc.org/pdfs/googleexecutive.pdf (PDF-Datei, 7 S., 498 KB)

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Journalisten unter Druck: die Fälle Petra Reski und Jens Weinreich

Monday, November 24th, 2008

Felix Zimmermann ist Vorstandsmitglied des neuen Vereins Freischreiber, dem es darum geht, die Arbeitssituation freier Journalisten zu verbessern (Disclosure: ich war beim Gründungskongress dabei und werde dem Verein auch beitreten, sobald das möglich ist). Nun hat Zimmermann im Freischreiber-Forum darüber berichtet, wie auf Petra Reski und Jens Weinreich Druck ausgeübt wird. Es geht ihm darum deutlich zu machen, dass freie Journalisten eine besondere Solidarität brauchen, da sie „ungeschützt“ arbeiten. Das sehe ich genauso, aber die Fälle sind natürlich auch für alle anderen Journalisten / Rechercheure interessant. Daher veröffentlichen wir hier Zimmermanns Text als Gastbeitrag.

Zwei Fälle, auf die Freischreiber aufmerksam machen will

Zu den Zielen dieses neuen Verbandes gehört auch, jedem einzelnen freien Journalisten den Rücken zu stärken. Deshalb wollen wir an dieser Stelle auf die Situation zweier Kollegen aufmerksam machen, die durch ihre Arbeit in Schwierigkeiten geraten sind. Zum einen geht es um Petra Reski, freie Journalistin in Venedig und Mitglied im „Autoren-Reporter“-Netzwerk: Anfang September ist ihr Buch Mafia. Von Paten, Pizzerien und falschen Priestern (Verlag Droemer) erschienen. Sie berichtet darin auch über die Verstrickung der Mafia in Deutschland – die ihrer Schilderung nach viel enger geknüpft ist, als sich das die Öffentlichkeit hierzulande vorzustellen vermag.

Petra Reski und die Mafia

Dem deutschen Gastwirt Rolf Milser aus Duisburg und seinem aus dem kalabrischen San Luca stammenden Geschäftspartner Antonio Pelle missfällt es, was Reski über die Präsenz der kalabrischen ’Ndrangheta in Deutschland schreibt.   (more…)

World Leaders

Sunday, November 9th, 2008

The World Fact Book der CIA ist zu bekannt, um es breit zu thematisieren. Jeder Rechercheur sollte diesen Länderalmanach kennen, es gibt schon einen Wikipedia-Eintrag dazu.

Weniger bekannt ist eine andere offene Quelle der CIA, die World Leaders. Das Verzeichnis listet für alle Staaten den Staatschef, den Regierungschef, die Kabinettsmitglieder, den Chef der Zentralbank sowie die Botschafter in den USA und bei der UNO auf. In der Selbstbeschreibung heißt es „The CIA publishes and updates the online directory of Chiefs of State and Cabinet Members of Foreign Governments regularly“.

Horst Seehofers Abgang nach Bayern bot gerade mal Gelegenheit nachzuschauen, wie schnell man jenseits des Teichs aktualisiert: Ilse Aigner wurde am 31. Oktober in ihr Ministeramt eingeführt. Auf der Deutschlandseite der World Leaders tauchte das am 3. November auf.

Googlen spart Geld

Sunday, November 2nd, 2008

Kleine Alltagsfreuden: Da suchte ich gerade mal einen Artikel, der ursprünglich in der FAS erschienen ist. Eine Rezension über Nick Davies „Flat Earth News“, betitelt „Was haben wir bloß falsch gemacht?“ von Henning Hoff (10. Februar 2008). Wenn online, dann finde ich das Stück unter faz.net.

Nun halte ich faz.net als Webauftritt für so schlecht, wie ich die FAZ für reaktionär halte. Aber das Folgende hat mich dann doch überrascht:

Gesucht nach Henning Hoff und Flat in der Suche faz.net, ist der Artikel sofort gefunden - seine Lektüre soll aber 2 Euro kosten. Daraufhin habe ich mal nach „Was haben wir bloß falsch gemacht“ gegoogelt. Und siehe da, da ist das Stück umsonst - bei faz.net!

Ich bin schon länger überzeugt, dass die Probleme des Online-Journalismus in weiten Teilen zu Lasten des Verlagsmanagements und der technischen Umsetzung gehen - die sind nämlich bestenfalls mangelhaft.

Meine zwei Cents Euro.