Archive for May, 2009

Reader: Auskunftsrechte kennen und nutzen

Monday, May 25th, 2009

In der taz-internen Ausbildungseinrichtung für Praktikanten und Volontäre mache ich einen Workshop über die Auskunftsrechte, die Journalisten bei der Recherche nutzen können. Den Reader gibt es jetzt bei der taz zum Download. Zwei Aspekte daraus werden auch Anfang Juni auf dem Jahrestreffen des Netzwerk Recherche Thema sein: In dem Workshop „Computer Assisted Reporting in Deutschland“ geht es gut zehn Minuten lang darum, wie man aus einer Excel-Datei mit den Rohdaten für den Berliner Waldzustandsbericht einen Artikel machen kann. Der Workshop beginnt am Freitag um 12:15 Uhr im Raum R3 und wird moderiert von Christina Elmer (dpa Regiodata). Um 14:45 Uhr startet schließlich in dem gleichen Raum mein Workshop über Europaweite Ausschreibungen als Recherchequelle.

(Online-) Recherche hätte geholfen (1 + 2)

Wednesday, May 20th, 2009

Kennen Sie das Gefühl, wenn Sie beim Lesen stutzen und sich fragen, ob der Autor irrt oder Sie selbst daneben liegen?

Journalisten, die beim sich beim Schreiben nicht wundern, ob das, was sie da gerade schreiben, stimmt, leiden an einer Immunkrankheit, die schnell ihrem Ansehen schaden kann.

Umso ärgerlicher, wenn die Fakten binnen weniger Minuten zu recherchieren sind.

Zwei Beispiele aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (an der mich ansonsten ärgert, dass man bei zahlreichen Überschriften keinerlei Hinweis darauf bekommt, um was es geht).

1.) In dem Artikel „Der Berliner Butter Index“ (leider nur Intro, Rest ist paid content) schreibt der Autor, das Unternehmen habe auch im Ostteil der Stadt eine Filiale, nämlich am Potsdamer Platz.

Das ist schlicht unwahr, wie sich mit drei Quellen schnell zeigen lässt:
a) Die Filliale von Butter Lindner liegt laut Homepage des Unternehmens in der Alten Potsdamer Str. 7
b) Die Adresse lässt sich schnell lokalisieren, etwa mit Google Maps.
c) Wer unsicher über den Mauerverlauf ist, kann zum Potsdamer Platz fahren und nachsehen, oder aber online hier gucken.

2.) In einem Artikel über den Rechtsstreit über die Erlöse des Berliner Zoos durch Eisbär Knut heißt es:

„17 Wort- und Bildmarken in verschiedenen Kombinationen und Variationen sind in der Klageschrift aufgeführt“, sagt Gerichtssprecherin Katrin-Elena Schönberg, darunter „Knut der Eisbär“, „Eisbär Baby Knut“, „Knut der Bär“, „KNUT“ und „Respect Habitats. Knut“. Sie alle hat sich der Zoo Berlin schützen lassen. Ob es noch mehr sind, sagt dessen Sprecherin Bienek nicht.

Wenn der Zoosprecher es nicht sagt, könnte man es ja recherchieren. Auch das geht in Minutenschnelle - beim Deutschen Patent- und Markenamt. Dort finden sich interessanterweise 15 Marken, die der Zoo rund um Knut angemeldet hat - die fehlenden zwei wären eine interessante Frage für eine weiterführende Recherche. Darüber hinaus lässt sich schnell recherchieren, wer noch alles Marken mit Bezug auf den Eisbär Knut angemeldet hat, u.a. die Steiff GmbH sowie mehrere Einzelpersonen. Bei einigen Marken läuft ein Widerspruchsverfahren. Auch das könnte zu weiterführenden Recherchen führen. Könnte.

Die Browser-Adresszeile als neue Kommandozeile

Wednesday, May 13th, 2009

Über das Blog Daring Fireball bin ich gerade auf diesen Beitrag von Jeff Atwood gestoßen darüber, wie es in vielen modernen Browsern die Adresszeile ähnlich flexibel wie die Kommandozeile erlaubt, mittels Kurzbefehlen schnelle Suchanfragen zu stellen.

Atwood beschäftigt sich in seinem Beitrag nur mit den entsprechenden Funktionen von Googles Browser Chrome, aber es funktioniert auch mit anderen Browsern. Für mich ist diese Praxis schon lange im Apple-Browser Safari selbstverständlich: Wikipedia-Beiträge etwa rufe ich dank eines Hacks für den Safari-Browser, dem Input-Manager Safari-Stand (nur für Safari am Mac), mittels des Kurzbefehls w Suchwort auf, für Aufrufe in der englischsprachigen Wikipedia habe ich wen als Kürzel definiert. Safari-Stand übergibt dabei mein Suchwort einfach an die Google-Suche, beschränkt auf die Wikipedia-Site und per „I’m Feeling Lucky“-Funktion mit direkter Weiterleitung zum erstbesten Treffer. So sieht der von mir definierte Befehl in den Safari-Stand-Einstellungen aus (@key ist der Variablenname):

http://www.google.com/search?btnI=I'm+Feeling+Lucky&q=@key+site:de.wikipedia.org.

Im Alltag spart mir das viel Zeit – und führt dazu, dass ich eigentlich ständig „mal eben“ in Wikipedia nachschlage; viel eher, als ich es über den Umweg Startseite-Sucheingabe-Artikel tun würde. Ähnliche Such-Kürzel habe ich mir für die Amazon-Katalogsuche und die diversen Google-Suchen nach Bildern, Nachrichten und Karten definiert. Mit dem Kürzel bln etwa reicht es, Straßennamen (und Hausnummer) in die Adresszeile einzugeben, und ich erhalte von Google Maps den passenden Kartenausschnitt von Berlin mit Markierung.

In den Kommentaren zu Atwoods Beitrag finden sich zahlreiche weitere Tipps zu ähnlichen Funktionen, auch im populäreren Mozilla-Browser Firefox.

Nachtrag: Gerade bin ich auf diesen Webservice gestoßen: Yubnub – a social command line for the web – unbedingt mal ausprobieren.

Geburtsdaten kostenlos recherchieren (Kostenloses aus kostenpflichtigen Datenbanken (2))

Monday, May 4th, 2009

Kostenpflichtige Datenbanken haben ihre Berechtigung, ich gebe selbst auch jeden Monat Geld dafür aus … ABER: Oft braucht man die Infos, für die man bezahlen soll, gar nicht, sondern hat schon mit der Trefferliste und/oder der Trefferumgebung genug. Ein paar Beispiele hatte ich schon vor Jahren hier veröffentlicht.

Nachtragen möchte ich heute, dass sich mit dieser Methode auch kostenlos Geburtsdaten von Prominenten rechercheiren lassen, die nämlich gehören zur Trefferumgebung der Personensuche bei gbi.de - dahinter steht u.a. der Munzinger. (Auf dessen Website es keine Trefferumgebung gibt.)

Zur Erinnerung: Das Geburtsdatum ist die Information, die man benötigt, um das Alter einer Person anzugeben - mit einer nicht tagesaktuellen Angabe des Alters muss man ansonsten eine Abweichung um ein Jahr in Kauf nehmen.

Das Thema hat sicherlich noch zahlreiche Variationen - her mit den Beispielen!

Danny Sullivan testet Wolfram Alpha

Monday, May 4th, 2009

Danny „Suchmaschine“ Sullivan, Oberauskenner bei Suchmaschinen seit 15 Jahren, hat Wolfram Alpha getestet (soll im Mai online gehen):

Will it be as important as Google has become? Perhaps! A new search paradigm? Yes! Or at least a new way of gathering information. A Google-killer? Nope! But when the service launches, it should become an essential in anyone’s search tool kit.