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	<title>Journalismus &#38; Recherche</title>
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	<description>Tipps, Tricks und Fundsachen zu journalistischer Recherche und computer-assisted reporting</description>
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		<title>Unpopul&#228;re Zwangsumz&#252;ge und die Schw&#228;chen der Informationsfreiheit</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Feb 2010 17:41:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Heiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Informationsfreiheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Bundesregierung h&#228;lt ihre Hartz-IV-Politik f&#252;r so unpopul&#228;r, dass sie beim Bekanntwerden interner Dokumente mit neuen Protesten rechnet. Weil die Mitglieder der Bundesregierung, des Berliner Senates sowie die Richter am Bundessozialgericht dann &#8222;einem erheblichen &#246;ffentlichen Druck ausgesetzt w&#228;ren, dem sie in dieser Form &#252;blicherweise (&#8230;) nicht ausgesetzt sind&#8220;, sollen die Dokumente unter Verschluss bleiben, hei&#223;t [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Bundesregierung h&#228;lt ihre Hartz-IV-Politik f&#252;r so unpopul&#228;r, dass sie beim Bekanntwerden interner Dokumente mit neuen Protesten rechnet. Weil die Mitglieder der Bundesregierung, des Berliner Senates sowie die Richter am Bundessozialgericht dann &#8222;einem erheblichen &#246;ffentlichen Druck ausgesetzt w&#228;ren, dem sie in dieser Form &#252;blicherweise (&#8230;) nicht ausgesetzt sind&#8220;, sollen die Dokumente unter Verschluss bleiben, hei&#223;t es in einem Schreiben des Bundesarbeitsministeriums. Mit dieser Begr&#252;ndung lehnte das Ministerium einen Antrag gem&#228;&#223; Informationsfreiheitsgesetz ab, mit dem ich Einblick in eine Klageschrift der Bundesregierung zu einem Prozess gegen das Land Berlin vor dem Bundessozialgericht haben wollte.</p>
<p>Es geht dabei um Zwangsumz&#252;ge f&#252;r Hartz-IV-Empf&#228;nger: Wie schnell muss jemand, der arbeitslos geworden ist, in eine billigere Wohnung umziehen? In <a href="http://dejure.org/gesetze/SGB_II/22.html">§ 22 des Sozialgesetzbuches II</a> hei&#223;t es, die Kosten f&#252;r die bisherige Wohnung werden vom Jobcenter so lange bezahlt, wie es &#8222;nicht m&#246;glich oder nicht zuzumuten ist, durch einen Wohnungswechsel, durch Vermieten oder auf andere Weise die Aufwendungen zu senken&#8220;. Dabei gibt das Gesetz auch einen Anhaltspunkt f&#252;r den Zeitraum vor: Die h&#246;heren Kosten f&#252;r die bisherige Wohnung sollen &#8222;in der Regel jedoch l&#228;ngstens f&#252;r sechs Monate&#8220; &#252;bernommen werden. </p>
<p>Die rot-rote Landeskoalition in Berlin lehnt Zwangsumz&#252;ge politisch ab und versucht, sie im Rahmen der Umsetzung des Bundesrechts m&#246;glichst zu vermeiden. Dabei argumentiert der Senat auch finanziell: Schnelle Zwangsumz&#252;ge w&#252;rden sich f&#252;r das Jobcenter oft &#252;berhaupt lohnen. Schlie&#223;lich muss das Jobcenter auch das Umzugsunternehmen bezahlen und die doppelte Miete f&#252;r den Umzugsmonat. Die dadurch entstehenden einmaligen Kosten amortisieren sich zwar langfristig durch die Einparungen bei der Miete - aber das gilt nur, wenn die Hartz-IV-Bezieher auch langfristig auf Hartz IV bleiben. </p>
<p>Der Senat argumentiert aber: Wenn ein Hartz-IV-Bezieher kurz nach seinem Umzug einen Job findet, dann hat sich der Umzug finanziell f&#252;r den Staat nicht gelohnt. Denn das Jobcenter hat zwar alle Kosten f&#252;r den Umzug zu tragen, profitiert aber nur kurze Zeit von der niedrigeren Miete in der neuen Wohnung. Au&#223;erdem habe der Hartz-IV-Bezieher mehr Zeit f&#252;r die Jobsuche, wenn er nicht parallel noch seinen Umzug in eine billigere Wohnung organisieren m&#252;sse. In den <a href="http://tinyurl.com/yhldebo">Ausf&#252;hrungsvorschriften</a> hatte Berlin daher festgelegt: Die Wohnkosten &#8222;werden zun&#228;chst f&#252;r die Dauer eines Jahres ab Beginn des Leistungsbezuges in tats&#228;chlicher H&#246;he &#252;bernommen&#8220;.</p>
<p>Der Bund aber rechnete anders. Seiner Ansicht nach h&#228;tte es Geld gespart, wenn das Land Berlin die Hartz-IV-Empf&#228;nger zu schnelleren Umz&#252;gen gezwungen h&#228;tte. Und weil die Kosten der Miete zwischen Bund und Kommune aufgeteilt werden (der Bund zahlt etwa zwei Drittel), verklagte der Bund das Land Berlin vor dem Bundessozialgericht auf Erstattung seines Anteils der angeblich zu viel gezahlten Mietkosten - gut 47 Millionen Euro.</p>
<p>Mich h&#228;tte nun interessiert, wie die Berechnungen des Bundes aussehen, mit denen er die Berechnungen des Landes Berlin angreift. Wer hat recht? Welches ist der wirtschaftlichste Zeitpunkt f&#252;r Zwangsumz&#252;ge? Daher stellte ich im Februar 2009 beim Bundesarbeitsministerium einen Antrag nach Informationsfreiheitsgesetz, um die Klageschrift einzusehen.<span id="more-833"></span></p>
<p>Das Arbeitsministerium - damals noch unter Olaf Scholz (SPD) - wies den Antrag ab. Es berief sich damit auf einen der vielen Ausnahmetatbest&#228;nde im Informationsfreiheitsgesetz. Dort hei&#223;t: &#8222;Der Anspruch auf Informationszugang besteht nicht, wenn das Bekanntwerden der Information nachteilige Auswirkungen haben kann auf (&#8230;) die Durchf&#252;hrung eines laufenden Gerichtsverfahrens&#8220;. Nachdem ich den <a href="http://bfdi.de/">Bundesbeauftragten f&#252;r Datenschutz und Informationsfreiheit</a> einschaltete, pr&#252;fte das Ministerium meinen Antrag noch einmal seeeeeehr intensiv (so lange, bis sogar die Bundestagswahl vorbei war) und schickte dann eine <a href="http://www.sebastian-heiser.de/download/recherche-info/zwangsumzuege.pdf">ausf&#252;hrliche Begr&#252;ndung</a> (PDF, 8 Seiten, 2,5&#160;MB). </p>
<p>Das Ministerium bittet den Bundesdatenschutzbeauftragten zun&#228;chst um &#8222;vertrauliche Behandlung&#8220; des Schreibens und f&#252;hrt dann aus, das Gerichtsverfahren betreffe ein &#8222;politisch sehr sensibles Thema&#8220;:</p>
<blockquote><p>Dieses Thema war schon vor einigen Jahren Gegenstand einer heftigen politischen Kontroverse um die sog. Hartz-IV-Gesetze. In zahlreichen, nicht zuletzt von der Partei Die Linke organisierten Demonstrationen wurde versucht, au&#223;erparlamentarischen Druck auf die politischen Entscheidungstr&#228;ger aufzubauen. Die ausgesprochen emotionalisiert gef&#252;hrte &#246;ffentliche Debatte d&#252;rfte einen nicht unerheblichen Einfluss auf das Scheitern der damaligen rot-gr&#252;nen Koalition und die Durchf&#252;hrung vorzeitiger Neuwahlen gehabt haben. (&#8230;)</p>
<p>Damit ist offensichtlich, dass der Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens in hohem Ma&#223;e die Gefahr mit sich bringt, dass das Verfahren vor dem Hintergrund der damaligen Kontroversen &#252;ber die Hartz-IV-Gesetze politisiert gef&#252;hrt wird. Umso notwendiger ist es, das Gerichtsverfahren von den Gefahren einer Einflussnahme durch eine hoch emotionalisierte Debatte freizuhalten und nach den sachlichen Kriterien eines allein Recht und Gesetz verpflichteten Gerichtsverfahrens zu orientieren. (&#8230;).</p>
<p>Vor diesem Hintergrund ist es nach meiner Einsch&#228;tzung naheliegend, dass im Falle einer Ver&#246;ffentlichung der Argumente des Bundes aus der Klageschrift (ebenso wie der Gegenargumente des Landes) durch die TAZ und den f&#252;r diese arbeitenden Herrn Heiser Gefahren f&#252;r die Unabh&#228;ngigkeit und Entscheidungsfreiheit der mit der Sache befassten Mitglieder des Bundessozialgerichts entstehen.</p>
<p>Das Verfahren und die in seinem Rahmen vorgetragenen Argumente w&#252;rden nicht nur gleichsam zum Gegenstand einer Bewertung durch die &#246;ffentliche Debatte gemacht, was einen der Direkt&#252;bertragung aus dem Gerichtssaal nahe kommenden Effekt erzielen k&#246;nnte - einen Effekt, den der Gesetzgeber aus gutem Grund im Interesse der Unabh&#228;ngigkeit und Unbefangenheit der richterlichen Entscheidungstr&#228;ger ausgeschlossen hat.</p>
<p>Vor allem best&#252;nde die naheliegende Gefahr, dass das Verfahren zum Anlass genommen w&#252;rde, um den Versuch zu unternehmen, an einzelnen Aussagen aus den gewechselten Schrifts&#228;tzen eine erneute &#246;ffentliche Debatte &#252;ber die Hartz-IV-Gesetze zu entz&#252;nden und so die Auseinandersetzung gleichsam aus dem Gerichtssaal auf die Stra&#223;e zu verlagern. K&#228;me es hierzu, so w&#228;re die Folge, dass alle Beteiligten des Verfahrens - insbesondere auch die hiermit befassten Richter - einem erheblichen &#246;ffentlichen Druck ausgesetzt w&#228;ren, dem sie in dieser Form &#252;blicherweise auch als Richter eines obersten Bundesgerichts nicht ausgesetzt sind.</p></blockquote>
<p>Auch der Bundesbeauftragte f&#252;r Datenschutz und Informationsfreiheit sah im Ergebnis, dass sich die Gefahr einer Beeinflussung des Gerichts nicht ausschlie&#223;en l&#228;sst (und schon die Gefahr reicht aus, es muss nicht z.B. &#252;berwiegend wahrscheinlich sein, dass die Gefahr auch eintritt). Auch er sieht daher nicht, dass ich einen Anspruch darauf h&#228;tte, eine Kopie der Klageschrift zu bekommen.</p>
<p><strong>Die Schw&#228;chen der Informationsfreiheit</strong></p>
<p>Meines Erachtens zeigt der Vorgang einmal mehr die Schw&#228;che des Informationsfreiheitsgesetzes im Vergleich zum presserechtlichen Auskunftsanspruch nach § 4 der Landespressegesetze. Der Auskunftsanspruch nach dem Informationsfreiheitsgesetz ist durch eine Reihe von Generalklauseln beschr&#228;nkt, die recht gro&#223;z&#252;gig formuliert sind. Und sobald eine dieser Klauseln greift, ist eine Auskunft nicht mehr m&#246;glich. Eine Abw&#228;gung findet nicht statt - weil die Informationsfreiheit keine Auspr&#228;gung eines Grundrechts ist, sondern ein quasi gnadenhalber vom Gesetzgeber gew&#228;hrtes Recht, das nach Belieben eingegrenzt oder ausgeweitet werden kann. Beim Presserecht haben Journalisten hingegen immer noch einen Joker in der Hand: Sie k&#246;nnen sich auf die Meinungs- und Pressefreiheit berufen - also auf ein Grundrecht, das nach st&#228;ndiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes geradezu konstituierend f&#252;r die freiheitlich-demokratische Grundordnung ist. </p>
<p>Beim Presserecht w&#252;rde das Informationsinteresse der &#214;ffentlichkeit abgewogen werden mit dem Interesse des Bundesarbeitsministeriums an einer Geheimhaltung seiner Argumentation. Die Auswirkungen zeigen sich besonders gut in diesem Fall, in dem die Bundesregierung anf&#252;hrt, ein Bekanntwerden ihrer Position k&#246;nnte zu hohem &#246;ffentlichen Unmut und zu Protesten f&#252;hren. Beim Informationsfreiheitsrecht ist das ein Argument gegen die Ver&#246;ffentlichung. Beim Presseauskunftsrecht w&#228;re dies ein Argument f&#252;r das hohe Informationsinteresse der &#214;ffentlichkeit - und damit ein Argument f&#252;r die Ver&#246;ffentlichung.</p>
<p><strong>Das Gerichtsurteil</strong></p>
<p>Am 15. Dezember 2009 f&#228;llte das Bundessozialgericht <a href="http://juris.bundessozialgericht.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bsg&amp;Art=en&amp;sid=1823e509067be522a73439b5d6c26e2d&amp;nr=11346&amp;pos=0&amp;anz=1">sein Urteil</a>: Es konnte die Berechnung des Bundes, der gut 47 Millionen Euro wollte, nicht nachvollziehen. Das Gericht r&#252;gte den Bund, er habe zwar eine &#8222;statistische Auswertung &#252;bersandt&#8220;, aber &#8222;weiteres f&#252;r die Schadensermittlung relevantes Material haben die Beteiligten trotz gerichtlicher Aufforderung nicht vorgelegt&#8220;. Das Gericht kam jedenfalls bei seiner Berechnung nur auf einen Schaden von 13,1 Millionen Euro f&#252;r den Bund: Es ging davon aus, dass die Mietkosten in der Realit&#228;t durch Zwangsumz&#252;ge lediglich um diesen Betrag gesunken w&#228;ren. Die Argumentation des Landes Berlin, wonach durch Zwangsumz&#252;ge auch zus&#228;tzliche Kosten entstehen und ein Abwarten sich amortisiert, spielte f&#252;r das Verfahren keine Rolle. Die Frage, ob schnelle Zwangsumz&#252;ge sich eigentlich lohnen, ist also nach wie vor ungekl&#228;rt. Zumindest, wenn man die Frage unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet. Unter politischen Gesichtspunkten dagegen ist auch dem Bundesarbeitsministerium klar, wie unpopul&#228;r seine Position ist.</p>
<p><em>Wie Journalisten ihre Auskunftsrechte nach Pressegesetz, Informationsfreiheitsgesetz, Umweltinformationsgesetz oder Grundbuchordnung nutzen k&#246;nnen, ist mit einer Reihe von Beispielen in dem Reader <a href="http://www.sebastian-heiser.de/auskunft/">Auskunftsrechte kennen und nutzen - So kommt man an Aktensch&#228;tze</a> erl&#228;utert.</em></p>
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		<title>UNESCO-Neuerscheinung: Story-Based Inquiry von Mark Lee Hunter et al.</title>
		<link>http://recherche-info.de/2010/02/09/unesco-neuerscheinung-story-based-inquiry-von-mark-lee-hunter-et-al/</link>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 23:34:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>aude</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher & Publikationen]]></category>
		<category><![CDATA[Anleitung]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Publikation]]></category>
		<category><![CDATA[UNESCO]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Neuerscheinung der UNESCO (von der bereits &#8222;The Net for Journalists&#8220; publiziert wurde):
Story-Based Inquiry: A manual for investigative journalists
by Mark Lee Hunter with (in alphabetical order) Nils Hanson&#160;; Rana Sabbagh&#160;; Luuk Sengers&#160;; Drew Sullivan&#160;; Pia Thordsen. Preface by Yosri Fouda.
Das Buch gibts als PDF auf Englisch (PDF-Datei, 81&#160;S., 508&#160;KB), Franz&#246;sisch und Arabisch.

Da im PDF kein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Neuerscheinung der UNESCO (von der bereits &#8222;<a href="http://recherche-info.de/2006/02/09/the-net-for-journalists-a-practical-guide-to-the-internet-for-journalists-in-developing-countries/" title="recherche-info.de: The Net for Journalists">The Net for Journalists</a>&#8220; publiziert wurde):</p>
<p><a href="http://portal.unesco.org/ci/en/ev.php-URL_ID=29032&#038;URL_DO=DO_TOPIC&#038;URL_SECTION=201.html" title="Story-Based Inquiry: A manual for investigative journalists">Story-Based Inquiry: A manual for investigative journalists</a><br />
by Mark Lee Hunter with (in alphabetical order) Nils Hanson&#160;; Rana Sabbagh&#160;; Luuk Sengers&#160;; Drew Sullivan&#160;; Pia Thordsen. Preface by Yosri Fouda.</p>
<p>Das Buch gibts als PDF auf <a href="http://portal.unesco.org/ci/en/files/29032/12494586523story_based_inquiry_en.pdf/story_based_inquiry_en.pdf" title="Story Based Inquiry (PDF, English)">Englisch</a> (PDF-Datei, 81&#160;S., 508&#160;KB), <a href="http://portal.unesco.org/ci/en/files/29032/12613924145story_based_inquiry_fr.pdf/story_based_inquiry_fr.pdf" title="Story Based Inquiry (PDF, French)">Franz&#246;sisch</a> und <a href="http://portal.unesco.org/ci/en/files/29032/125017734811story_based_inquiry_ar.pdf/story_based_inquiry_ar.pdf" title="Story Based Inquiry (PDF, Arab)">Arabisch</a>.<br />
<span id="more-828"></span><br />
Da im PDF kein Inhaltsverzeichnis ist, habe ich mir mal die M&#252;he gemacht:</p>
<p><strong>Preface&#160;: Investing In Investigative Journalism (p. 4)<br />
</strong>by Yosri Fouda, Al Jazeera Chief Investigative Correspondent </p>
<p><strong>Subject - Chapter 1  (p. 6)<br />
</strong>What is investigative journalism? Investigative journalism is not reporting as usual<br />
<em>by Mark Lee Hunter and Nils Hanson<br />
</em>
<ul>
<li>Investigative journalism is not reporting as usual</li>
<li>Choosing a story for investigation</li>
<li>Is the story worth it?</li>
</ul>
<p><strong>Hypothesis - Chapter 2 (p. 12)<br />
</strong>Using hypotheses: The core of investigative method<br />
<em>by Mark Lee Hunter&#160;; Luuk Sengers&#160;; Pia Thordsen</em></p>
<ul>
<li>A hypothesis is a story and a method for testing it</li>
<li>The advantages of hypothesis driven investigation</li>
<li>Hypotheses can be dangerous</li>
<li>How hypotheses work</li>
<li>Using the official version as a hypothesis</li>
<li>Start with a strategy!</li>
<li>A case study in hypothesis-driven inquiry: The Tragedy of Baby Doe</li>
<li>Using hypotheses to manage an investigation</li>
<li>Stay focused on the story</li>
</ul>
<p><strong>Verification - Chapter 3 (p. 25)</strong><br />
Using the Open Doors: Backgrounding and deduction<br />
<em>by Mark Lee Hunter</em></p>
<ul>
<li>Introduction: Take the open door</li>
<li>What kinds of sources are &#8222;open&#8220;?</li>
<li>An open source strategy for investigation</li>
<li>Open sources are a source of power</li>
<li>Finding open sources</li>
<li>Using experts to exploit your sources</li>
<li>Start fast&#8230; but easy!</li>
</ul>
<p><strong>Human Sources - Chapter 4 (p. 34)<br />
</strong>Using Human sources<br />
<em>by Nils Hanson and Mark Lee Hunter<br />
</em>
<ul>
<li>Source mapping</li>
<li>Give sources a reason to speak</li>
<li>First contacts: Preparation and invitation</li>
<li>Beginning the relationship: Goals and roles</li>
<li>Interview tactics</li>
<li>On, off or anonymous?</li>
<li>Using Emotions (instead of being used by them)</li>
</ul>
<p><strong>Organization - Chapter 5 (p. 49)<br />
</strong>How to Set Yourself Up to Succeed<br />
<em>by Mark Lee Hunter and Flemming Svith</em></p>
<ul>
<li>Organize your documents</li>
<li>Structuring the Data: Creating a master file</li>
<li>Making connections across files</li>
</ul>
<p><strong>Writing - Chapter 6 (p. 56)<br />
</strong>Writing investigations<br />
<em>by Mark Lee Hunter</em></p>
<ul>
<li>Elements of style</li>
<li>Backgrounding your style: Using models</li>
<li>Defining the narrative structure: Chronology or odyssey?</li>
<li>Building and bending the chronology</li>
<li>Using the master file</li>
<li>Specific compositional techniques</li>
</ul>
<p><strong>Control - Chapter 7 (p. 69)<br />
</strong>Quality Control: Techniques and Ethics<br />
<em>by Nils Hanson&#160;; Mark Lee Hunter&#160;; Pia Thordsen and Drew Sullivan<br />
</em>
<ul>
<li>What is fact-checking?</li>
<li>Checking your ethics</li>
<li>Using the Master File in fact-checking</li>
<li>Predictable psychological effects of fact-checking</li>
</ul>
<p><strong>Publishing - Chapter 8 (p. 77)<br />
</strong>Publish it!<br />
<em>by Mark Lee Hunter<br />
</em>
<ul>
<li>Publication</li>
<li>Defense in the public zone</li>
<li>Promotion</li>
<li>In closing</li>
</ul>
<p><strong>Selected Bibliography (p. 81)<br />
</strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Organisationen investigativer Journalisten</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Feb 2010 22:36:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>aude</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurz mitgeteilt]]></category>
		<category><![CDATA[GIJN]]></category>
		<category><![CDATA[Global Investigative Journalism Network]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Organisationen]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Global Investigative Journalism Network hat seine Website &#252;berarbeitet. Sehr sch&#246;n: Bereits auf der Startseite findet man jetzt eine Karte der Organisationen investigativer Journalisten. Als Liste gibts das selbstverst&#228;ndlich auch.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das <a href="http://globalinvestigativejournalism.org/" title="Global Investigative Journalism Network">Global Investigative Journalism Network</a> hat seine Website &#252;berarbeitet. Sehr sch&#246;n: Bereits auf der Startseite findet man jetzt eine Karte der Organisationen investigativer Journalisten. Als <a href="http://globalinvestigativejournalism.org/networklist" title="GIJN Network List">Liste</a> gibts das selbstverst&#228;ndlich auch.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>&#8222;Immer den unbequemen Weg gehen!&#8220; - Quellenpr&#252;fung bei dpa</title>
		<link>http://recherche-info.de/2010/01/26/immer-den-unbequemen-weg-gehen-quellenpruefung-bei-dpa/</link>
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		<pubDate>Tue, 26 Jan 2010 00:40:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>aude</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurz mitgeteilt]]></category>
		<category><![CDATA[dpa]]></category>
		<category><![CDATA[Quellenprüfung]]></category>

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		<description><![CDATA[Stefan Niggemeier, der augenscheinlich gut verdrahtet ist, zitiert aus einer dpa-internen Mitteilung, in der sich dpa-CR Wolfgang B&#252;chner mit der Quellenpr&#252;fung auseinandersetzt. Sehr lesenswert sind die Checklisten 6.) welche Mitteilungen gepr&#252;ft werden m&#252;ssen und 7.) Check-Verfahren.
Klare Ansage bei dpa: Lieber sp&#228;t als falsch
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Stefan Niggemeier, der augenscheinlich gut verdrahtet ist, zitiert aus einer dpa-internen Mitteilung, in der sich dpa-CR Wolfgang B&#252;chner mit der Quellenpr&#252;fung auseinandersetzt. Sehr lesenswert sind die Checklisten 6.) welche Mitteilungen gepr&#252;ft werden m&#252;ssen und 7.) Check-Verfahren.</p>
<p><a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/klare-ansage-bei-dpa-lieber-spaet-als-falsch/" title="Stefan Niggemeier: Klare Ansage bei dpa: Lieber sp&#228;t als falsch">Klare Ansage bei dpa: Lieber sp&#228;t als falsch</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Zensur in China</title>
		<link>http://recherche-info.de/2010/01/20/zensur-in-china/</link>
		<comments>http://recherche-info.de/2010/01/20/zensur-in-china/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 20 Jan 2010 16:04:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>aude</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tricks, Tools, Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Golden Shield]]></category>
		<category><![CDATA[Great Firewall of China]]></category>
		<category><![CDATA[Tools]]></category>
		<category><![CDATA[VR China]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>

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		<description><![CDATA[Durch Googles Androhungdeutung, sich m&#246;glicherweise aus der VR China zur&#252;ckzuziehen, ist die Internet-Zensur der VR wieder in die Diskussion gekommen. Die chinesische Regierung nennt ihre Ma&#223;nahmen euphemistisch den &#8222;Great Firewall of China&#8220;, eine Formulierung, die nachgerade nationale Hochgef&#252;hle wecken soll. 
Wie es darum bestellt ist, kamm man mit verschiedenen Websites pr&#252;fen:

greatfirewallofchina.org, eine ehemals sehr gute [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Durch Googles An<strike>drohung</strike>deutung, sich m&#246;glicherweise aus der VR China zur&#252;ckzuziehen, ist die Internet-Zensur der VR wieder in die Diskussion gekommen. Die chinesische Regierung nennt ihre Ma&#223;nahmen euphemistisch den &#8222;Great Firewall of China&#8220;, eine Formulierung, die nachgerade nationale Hochgef&#252;hle wecken soll. </p>
<p>Wie es darum bestellt ist, kamm man mit verschiedenen Websites pr&#252;fen:<br />
<span id="more-816"></span><br />
<a href="http://www.greatfirewallofchina.org/">greatfirewallofchina.org</a>, eine ehemals sehr gute Site, ist leider offline - lesenswert sind aber immer noch deren <a href="http://www.greatfirewallofchina.org/faq/">FAQ</a>.<br />
Die <a href="http://opennet.net/">OpenNet Initiative</a> bietet eine <a href="http://opennet.net/google_china/">Google China Search Comparison</a> an. Dort kann man Suchergebnisse von Google.com und Google.cn vergleichen. Es gibt einige Beispielsuchen.<br />
Ob eine Site in der VR China geblockt ist, kann man in Echtzeit mit einem <a href="http://www.websitepulse.com/help/testtools.china-test.html">Tool von Websitepulse</a> pr&#252;fen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Europaweite Ausschreibung offenbart, dass Merkel Klimakillerstrom bezieht</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Dec 2009 11:28:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Heiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tricks, Tools, Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[Auskunftsrechte]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Kanzleramt und viele weitere Ministerien beziehen Strom, der besonders billig ist und &#252;berdurchschnittlich viel CO2 verursacht. Diese Nachricht, die heute in der taz steht, zeigt wieder einmal, was f&#252;r ein gro&#223;artiges Instrument europaweite Ausschreibungen sind, um damit auf Themen aufmerksam zu werden und sie recherchieren zu k&#246;nnen. Beh&#246;rden sind ja verpflichtet, gr&#246;&#223;ere Eink&#228;ufe von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://recherche-info.de/blog/wp-content/src/2009/12/merkel-titel.png" alt="merkel-titel" width="250" height="370" class="alignright size-full wp-image-806" />Das Kanzleramt und viele weitere Ministerien beziehen Strom, der besonders billig ist und &#252;berdurchschnittlich viel CO2 verursacht. Diese Nachricht, die heute in der taz steht, zeigt wieder einmal, was f&#252;r ein gro&#223;artiges Instrument europaweite Ausschreibungen sind, um damit auf Themen aufmerksam zu werden und sie recherchieren zu k&#246;nnen. Beh&#246;rden sind ja verpflichtet, gr&#246;&#223;ere Eink&#228;ufe von Waren oder Dienstleistungen europaweit auszuschreiben. Auf der Webseite der Europ&#228;ischen Union, wo all diese Ausschreibungen ver&#246;ffentlicht werden, kann man sich eine automatische Suche mit individuellen Kriterien einrichten und wird bei jedem Treffer per Mail benachrichtigt (zur Nutzung der Webseite siehe auch <a href="http://recherche-info.de/2009/06/07/workshop-recherchieren-in-europaweiten-ausschreibungen/">diese Dokumentation meines Workshops auf der Jahreskonferenz des Netzwerk Recherche</a>). </p>
<p>So war ich &#252;ber eine Ausschreibung der <a href="http://www.bundesimmobilien.de/">Bundesanstalt f&#252;r Immobilienaufgaben</a> gestolpert, die auf diesem Wege Stromlieferanten suchte. Es ging dabei <a href="http://www.sebastian-heiser.de/download/recherche-info/stromausschreibung.pdf">laut Auftragsbeschreibung</a> (PDF) um die &#8222;Lieferung elektrischer Energie f&#252;r ca. 160 Abnahmestellen – Liegenschaften der Bundesanstalt f&#252;r Immobilienaufgaben, verschiedene Bundesbeh&#246;rden und Zuwendungsempf&#228;nger – in den Landesgrenzen der Stadt Berlin&#8220;. Insgesamt sollten 178 Millionen kWh pro Jahr geliefert werden - aufgeteilt auf mehrere Lose, also Unterausschreibungen. 3 Millionen kWh sollten aus Erneuerbaren Energien kommen. F&#252;r die restlichen 175 Millionen kWh suchte die Anstalt Lieferanten f&#252;r Strom &#8222;ohne vorgegebene Herkunft&#8220;. </p>
<p><strong>22. Mai 2009:</strong> Ich frage erstmals bei der Bundesanstalt an: F&#252;r welche Beh&#246;rden wird der Strom eingekauft, was kostet er und wie viel CO2-Aussto&#223; verursacht er? </p>
<p><strong>27. Mai:</strong> Die Bundesanstalt antwortet und listet auf, f&#252;r wen sie &#214;kostrom und f&#252;r wen sie den Strom ohne besondere Herkunft einkauft. Der &#214;kostrom geht an das Bundesverkehrsministerium. Der Egalstrom gehe an das Bundeskanzleramt, das Ausw&#228;rtige Amt, die Bundesministerien f&#252;r Justiz, Bildung, Ern&#228;hrung, Arbeit, Gesundheit, Wirtschaft, an das Presse- und Informationsamt, an die Bundespolizei, die Bundesnetzagentur, an viele Landesvertretungen und weitere Beh&#246;rden. Die Bundesanstalt weigert sich allerdings, den Preis f&#252;r den Strom zu nennen: &#8222;Aus vergaberechtlichen Gr&#252;nden ist mir leider nicht m&#246;glich, Ihnen die nachgefragten Auftragswerte bekannt zu geben.&#8220; Au&#223;erdem behauptete die Bundesanstalt, ihr sei nicht bekannt, aus welchen Energiequellen wie der Egalstrom erzeugt wurde: Weil &#8222;Strom ohne vorgegebene Herkunft nachgefragt wurde, verf&#252;gt die Bundesanstalt naturgem&#228;&#223; &#252;ber keine diesbez&#252;glichen Informationen; dies gilt auch in Bezug auf die Angabe bestimmter Erzeugungsarten und der CO2-Emissionen&#8220;.</p>
<p><strong>8. Juni:</strong> In einem Brief an die Bundesanstalt erl&#228;utere ich den Umfang der Auskunftspflicht nach dem Pressegesetz und bitte um erneute &#220;berpr&#252;fung.</p>
<p><strong>18. Juni:</strong> Die Bundesanstalt beharrt darauf, dass sie die Strompreise nicht nennen k&#246;nne. Die EU-rechtlichen Vergabevorschriften w&#252;rden einem presserechtlichen Auskunftsanspruch entgegenstehen. Der Inhalt der Angebote und insbesondere die Preisgestaltung unterliege gem&#228;&#223; der Artikel 6, 35 Abs. 4 und 41 Abs. 3 der Richtlinie 2004/18/EG zur Vergabe &#246;ffentlicher Auftr&#228;ge dem Gebot der vertraulichen Behandlung. Au&#223;erdem m&#252;ssten die Stromlieferanten darauf vertrauen k&#246;nnen, dass die Bundesanstalt Informationen, die &#252;blicherweise vertraulich behandelt werden, nicht an die Presse gibt.<span id="more-805"></span></p>
<p><strong>21. Juni:</strong> Ich antworte, die Vertraulichkeitsklausel in der EU-Richtlinie w&#252;rde bereits dem Wortlaut nach nur &#8222;nach Ma&#223;gabe des innerstaatlichen Rechts&#8220; gelten. Die EU habe mit dieser Richtlinie also nicht die Auskunftspflicht von deutschen Beh&#246;rden gegen&#252;ber der Presse einschr&#228;nken wollen. Es m&#252;sse auch das Grundrecht der Pressefreiheit nach Artikel 5 des Grundgesetzes ber&#252;cksichtigt werden. Es gebe auch keinen Vertrauensschutz f&#252;r die Stromlieferanten. Denn die w&#252;ssten doch, dass die Bundesanstalt eine Beh&#246;rde ist. Die Stromlieferanten k&#246;nnten nicht ernsthaft davon ausgehen, dass die Bundesanstalt ihrer gesetzlichen Auskunftspflicht nicht nachk&#228;me. Und falls sie doch davon ausgehen, so sei dieser Irrtum jedenfalls nicht sch&#252;tzenswert. Die Bundesanstalt solle daher innerhalb der n&#228;chsten zwei Wochen die Auskunft erteilen.</p>
<p><strong>13. Juli:</strong> Die Bundesanstalt teilt mit, &#8222;dass Vertragsinhalte grunds&#228;tzlich als Gesch&#228;ftsgeheimnis der hiesigen Vertragspartner zu werten sind&#8220;. Bei Gesch&#228;ftsgeheimnissen handele es sich um ein &#8222;schutzw&#252;rdiges privates Interesse&#8220; (und dies ist im Pressegesetz ausdr&#252;cklich als Ausnahme von der Auskunftspflicht genannt). Die Bundesanstalt: &#8222;Ein presserechtlicher Auskunftsanspruch ist damit zu verneinen.&#8220;</p>
<p><strong>Am gleichen Tag</strong> schicke ich die Klage auf Auskunft an das Verwaltungsgericht K&#246;ln (das ist f&#252;r die in Bonn sitzende Bundesanstalt zust&#228;ndig). Ich argumentiere: Es gebe ein erhebliches &#246;ffentliches Interesse an der Auskunft, wie teuer der von der Bundesanstalt eingekaufte Strom sei. Die Bundeskanzlerin habe in ihren Reden im Bundestag und in Gastbeitr&#228;gen f&#252;r Zeitungen wiederholt betont, dass der Klimaschutz eines der wichtigsten Themen f&#252;r ihr Kabinett sei. Die &#214;ffentlichkeit habe ein gro&#223;es Interesse daran, zu erfahren, warum die Bundeskanzlerin und Teile ihrer Regierung trotz der nach au&#223;en postulierten Anspr&#252;che f&#252;r die eigenen Liegenschaften keinen &#214;kostrom einkaufen. In der Regel werde dies damit begr&#252;ndet, dass &#214;kostrom zu teuer sei. Damit jeder B&#252;rger sich dazu eine eigene Meinung bilden k&#246;nne, m&#252;sse der genaue Preisunterschied bekannt sein. Auch ganz allgemein gebe es immer ein hohes Informationsinteresse der &#214;ffentlichkeit an allen staatlichen Aufgaben. Es handele sich schlie&#223;lich um Steuergeld, das die Allgemeinheit aufgebracht habe. Bei der Frage, ob die Auskunft ein schutzw&#252;rdiges privates Interesse verletzt, komme es auf eine Abw&#228;gung zwischen dem Informationsinteresse der &#214;ffentlichkeit und dem Interesse der Unternehmen auf Geheimhaltung an. Die Auskunft greife nicht sonderlich tief in die Interessen der Stromlieferanten ein. Aus dem Preis sei weder die interne Preiskalkulation ersichtlich noch der Fakt, ob ein Unternehmen Gewinne oder Verluste macht. Man k&#246;nne daran h&#246;chstens sehen, welche Preise f&#252;r Gro&#223;verbraucher auf dem Markt gelten. Es gebe zwar ein gewisses Interesse, diese Preise f&#252;r Gro&#223;verbraucher gegen&#252;ber dem Privatverbraucher geheim zu halten (weil der h&#246;here Preise zahlen muss). Im Vergleich zum hohen &#246;ffentlichen Informationsinteresse sei dieses Geheimhaltungsinteresse der Stromlieferanten aber nicht sch&#252;tzenswert. Das Gericht solle die Bundesanstalt daher verurteilen, die Auskunft zu geben.</p>
<p>Das Gericht setzt der Bundesanstalt eine <strong>Frist bis zum 27. August</strong>, um auf die Klage zu antworten.</p>
<p><strong>14. August:</strong> Die Bundesanstalt hat die Gro&#223;kanzlei <a href="http://www.redeker.de/">Redeker Sellner Dahs &amp; Widmaier</a> eingeschaltet, die nun eine Fristverl&#228;ngerung beantragt. Der Anwalt, der den Fall bearbeitet, sei gerade erst aus dem Urlaub zur&#252;ckgekehrt, betreue auch zahlreiche andere Verfahren. Man wolle daher erst bis zum 24. September antworten - drei Tage vor der Bundestagswahl. Das Gericht gew&#228;hrt die Fristverl&#228;ngerung.</p>
<p><strong>23. September:</strong> Ein Tag vor Ablauf der Frist bittet die Rechtsanwaltskanzlei um eine weitere Fristverl&#228;ngerung um vier Wochen bis zum 22. Oktober 2009. Bei der Bearbeitung der Klage habe sich herausgestellt, dass &#8222;eine R&#252;cksprache mit verschiedenen weiteren Beteiligten erforderlich ist&#8220;. Man werde sich bem&#252;hen, die Fristverl&#228;ngerung &#8222;nicht auszusch&#246;pfen, sondern so z&#252;gig wie m&#246;glich die Klageerwiederung vorzulegen&#8220;. Das Gericht gew&#228;hrt die erneute Fristverl&#228;ngerung.</p>
<p><strong>19. Oktober:</strong> Drei Tage vor Ablauf der Frist schickt die Kanzlei ihren n&#228;chten Brief - und teilt die Preise mit, die der Strom in den einzelnen Teilen der Ausschreibung kostet. Anstatt vor Gericht gegenzuhalten, ist die Bundesanstalt also eingeknickt und gibt nun doch die Informationen.</p>
<p><strong>27. Oktober:</strong> Ich schreibe, dass ich mich &#252;ber die Auskunft freue und damit die Klage nahezu erledigt ist. Jetzt habe ich noch ein paar Nachfragen, mit denen es erm&#246;glicht werden soll, den Durchschnittspreis f&#252;r den Billigstrom zu berechnen. Au&#223;erdem frage ich nochmal nach, ob die Bundesanstalt wirklich nicht wei&#223;, wie viel CO2 der Billigstrom verursacht. Schlie&#223;lich sind Stromlieferanten gem&#228;&#223; § 42 Abs. 1 des Energiewirtschaftsgesetzes verpflichtet, in ihren Rechnungen und in ihrem Werbematerial den Anteil der einzelnen Energietr&#228;ger und den CO2-Aussto&#223; pro Kilowattstunde bekannt zu geben. </p>
<p><strong>25. November:</strong> Die Bundesanstalt beantwortet alle Fragen. Auch die Informationen &#252;ber den CO2-Aussto&#223;, die zuvor der Beh&#246;rde angeblich &#252;berhaupt nicht vorlagen, erhalte ich jetzt. Der Billigstrom verursacht 674 Gramm CO2 pro Kilowattstunde (der Bundesdurchschnitt liegt bei 541 Gramm). Der &#214;kostrom, der keinen CO2-Aussto&#223; verursacht, ist daf&#252;r im Schnitt 14 Prozent teurer. Nach gut sechs Monaten sind damit alle Fragen beantwortet, die ich am 22. Mai gestellt hatte. Jetzt geht es darum, die einzelnen Bundesministerien anzufragen, warum sie &#214;kostrom bzw. keinen &#214;kostrom eingekauft haben.</p>
<p><strong>16. Dezember:</strong> Der <a href="http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/merkel-beziehlt-klimaschaedlichen-strom/">Text erscheint in der taz</a> und wird dort auch zum Titelthema auf Seite 1.</p>
<p>Den Schriftverkehr von der ersten Anfrage &#252;ber die Klage bis zur ersten Auskunft gibt es auch <a href="http://30jahre.taz.de/blog/wp-content/uploads/2009/12/bundesstromklage.pdf">zum Download als PDF</a> (dabei sind die Namen der Beh&#246;rdenmitarbeiter und Rechtsanw&#228;lte geschw&#228;rzt; meine Mailadresse ist zum Spamschutz ver&#228;ndert).</p>
<p><strong>Siehe auch</strong></p>
<p><a href="http://recherche-info.de/2009/06/07/workshop-recherchieren-in-europaweiten-ausschreibungen/">So kann man in europaweiten Ausschreibungen recherchieren</a></p>
<p><a href="http://hausblog.taz.de/2009/01/post-von-mckinsey/">Auskunftsklage gegen die Freie Universit&#228;t Berlin</a>: Die wollte zun&#228;chst nicht mitteilen, wie viel Geld sie damit verdient, dass sie besonders leistungsstarke Studierende ausw&#228;hlt und denen Werbebriefe von McKinsey und BostonConsulting schickt.</p>
<p>Reader: <a href="http://www.sebastian-heiser.de/download/auskunftsrechte/auskunftsrechte-aktuell.pdf">Auskunftsrechte kennen und nutzen</a> (PDF) mit Beispielen, wie Journalisten bei der Recherche das Pressegesetz, das Informationsfreiheitsgesetz, das Umweltinformationsgesetz oder die Grundbuchauskunft benutzen k&#246;nnen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Bundesdatenschutzgesetz als Instrument bei der Recherche</title>
		<link>http://recherche-info.de/2009/12/09/bundesdatenschutzgesetz-als-instrument-bei-der-recherche/</link>
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		<pubDate>Wed, 09 Dec 2009 14:40:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Heiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Auskunftsrechte]]></category>

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		<description><![CDATA[Jedermann darf von einem Unternehmen Auskunft dar&#252;ber verlangen, welche Daten dort &#252;ber ihn gespeichert sind - so ist es in § 34 des Bundesdatenschutzgesetzes festgelegt. Dieses Jedermann-Auskunftsrecht kann auch bei journalistischen Recherchen helfen. Im September war ich kurz vor der Anti-&#220;berwachungs-Demonstration &#8222;Freiheit statt Angst&#8220; die Demoroute abgelaufen, hatte nach sichtbaren &#220;berwachungskameras gesucht und 116 St&#252;ck [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://recherche-info.de/blog/wp-content/src/2009/09/116-print.jpg"><img align="right" src="http://recherche-info.de/blog/wp-content/src/2009/09/116-print-233x300.jpg" alt="116-print" width="233" height="300" class="alignright size-medium wp-image-727" /></a>Jedermann darf von einem Unternehmen Auskunft dar&#252;ber verlangen, welche Daten dort &#252;ber ihn gespeichert sind - so ist es in <a href="http://dejure.org/gesetze/BDSG/34.html">§ 34 des Bundesdatenschutzgesetzes</a> festgelegt. Dieses Jedermann-Auskunftsrecht kann auch bei journalistischen Recherchen helfen. Im September war ich kurz vor der Anti-&#220;berwachungs-Demonstration &#8222;Freiheit statt Angst&#8220; die Demoroute abgelaufen, hatte nach sichtbaren &#220;berwachungskameras gesucht und 116 St&#252;ck gez&#228;hlt. Im Lokalteil Berlin der taz druckten wir dann eine Karte mit den Kamerastandpunkten, diese haben wir auch in einer <a href="http://maps.google.com/maps/ms?ie=UTF8&amp;hl=de&amp;msa=0&amp;msid=102211194797576864111.0004733ac65c811def6fd&amp;ll=52.513453,13.389201&amp;spn=0.020267,0.038581&amp;z=15">Karte auf Google Maps</a> eingetragen und <a href="http://www.panoramio.com/map/?user=3641589#lt=52.512512&amp;ln=13.390145&amp;z=2&amp;k=1&amp;a=1&amp;tab=5">die Fotos von allen Kameras auf Panoramio</a> (siehe auch <a href="http://recherche-info.de/2009/09/14/beispielhafte-ueberwachung/">fr&#252;herer Beitrag auf recherche-info.de</a>).</p>
<p><img align="right" src="http://recherche-info.de/blog/wp-content/src/2009/12/guggencam-256x300.jpg" alt="Kamera der Deutschen Bank" width="180" height="194" class="size-medium wp-image-790" />Drei der Kameras zeigten wir mit halbspaltigem Foto in der taz und wollten wissen: Welchen Zweck hat die Kamera&#252;berwachung? Wer sieht die Aufnahmen? Werden die auch gespeichert - und wie lange? Bei einer Verkehrs&#252;berwachungskamera am Potsdamer Platz und den Kameras vor dem Ausw&#228;rtigen Amt war es kein Problem, diese Informationen zu erhalten. Anders bei der Deutschen Bank, die das Museum <a href="http://www.deutsche-guggenheim.de/">Deutsche Guggenheim</a> (Unter den Linden 13/15) mitbetreibt und dort die Hausfassade und den B&#252;rgersteig filmt (siehe Foto von der Kamera rechts). Die Pressesprecherin des Museums verwies mich an einen Sicherheitsbeauftragten, der reichte mich an einen Banksprecher weiter und der teilte mir mit, dazu k&#246;nne er aus Sicherheitsgr&#252;nden keine Angaben machen. </p>
<p>Am 14. September wandte ich mich also per Post an den Datenschutzbeauftragten der Deutschen Bank (jedes Unternehmen, das personenbezogene Daten automatisiert verarbeitet, muss gem&#228;&#223; <a href="http://dejure.org/gesetze/BDSG/4f.html">§ 4f des Bundesdatenschutzgesetzes</a> einen solchen Beauftragten benennen) und verwies dabei ausdr&#252;cklich auf die Auskunftspflicht gem&#228;&#223; Bundesdatenschutz hin. Die Anfrage wurde intern offenbar an die Presseabteilung weitergeleitet, die sich nun wieder bei mir meldete - mit der Information, die Daten seien inzwischen gel&#246;scht worden. Nach mehreren Nachfragen kam dann am 9. November (knapp zwei Monate nach Beginn des Schriftwechsels) die Antwort: Die Aufzeichnung wurde eine Woche lang gespeichert. </p>
<p><img src="http://recherche-info.de/blog/wp-content/src/2009/12/kamera-gesucht1.jpg" alt="kamera-gesucht" width="250" height="367" class="alignright size-full wp-image-795" />Im Lokalteil Berlin haben wir dar&#252;ber in der Samstagsausgabe eine Seite 3 gemacht: Wie werden wir in der &#214;ffentlichkeit, in Gesch&#228;ften und Arztpraxen mit Kameras &#252;berwacht? Unter welchen Voraussetzungen ist Kamera&#252;berwachung erlaubt? Was kann der Landesdatenschutzbeauftragte unternehmen, wenn zu Unrecht gefilmt wird? Und welche Hinweis- und Auskunftspflichten haben Kamerabetreiber? In einem Kasten haben wir dann die Erfahrungen mit der Deutschen Bank als Beispiel daf&#252;r genannt, wie Unternehmen ihre Auskunftspflichten zu ignorieren versuchen. <a href="http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/kamera-gesucht/">Der Text steht auch hier online.</a></p>
<p><em>Hier nun der Schriftwechsel mit der Deutschen Bank. Die Namen der Bankmitarbeiter habe ich anonymisiert. Meine Mailadresse habe ich zum Schutz vor Spam ver&#228;ndert.</em><span id="more-788"></span></p>
<p>+++ +++ +++ +++ +++ +++ +++ +++ </p>
<p>Deutsche Bank AG<br />
Datenschutzbeauftragter gem&#228;&#223; § 4f BDSG<br />
Theodor-Heuss-Allee 70<br />
60262 Frankfurt am Main</p>
<p>Berlin, den 14. September 2009</p>
<p>Auskunft &#252;ber die Speicherung personenbezogener Daten</p>
<p>Sehr geehrter Datenschutzbeauftragter, sehr geehrte Datenschutzbeauftragte!</p>
<p>Hiermit bitte ich gem&#228;&#223; § 34 des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) um Auskunft, wie lange die Aufnahmen gespeichert werden, die eine &#220;berwachungskamera der Deutschen Bank vor dem Deutsche Guggenheim, Unter den Linden 13/15 in Berlin am Donnerstag, den 10. September 2009, um 14:46 Uhr von mir angefertigt hat.</p>
<p>Ich arbeite als Journaliste f&#252;r die Tageszeitung &#8222;die tageszeitung&#8220;. F&#252;r unserer Ausgabe vom 12. September 2009 planten wir, &#252;ber die Demonstration &#8222;Freiheit statt Angst&#8220; zu berichten, die sich gegen den &#220;berwachung wendet (siehe Anlage). Um das Thema journalistisch aufzubereiten, wollten wir den Umfang der &#220;berwachung durch Kameras im &#246;ffentlichen Raum dokumentieren. Am 10. September 2009 ging ich daher vorab die Route der Demonstration ab und dokumentierte, an welchen Orten sich sichtbare &#220;berwachungskameras befinden.</p>
<p>An drei Beispielen wollten wir darstellen, welchen Zweck diese &#220;berwachung hat und was mit den Aufnahmen geschieht. Diese Beispiele waren eine Verkehrs&#252;berwachungskamera am Potsdamer Platz, die Kamera vor dem Deutsche Guggenheim und eine der Kameras vor dem Ausw&#228;rtigen Amt. Auf meine Anfragen erl&#228;uterten die Senatsverwaltung f&#252;r Verkehr sowie das Ausw&#228;rtige Amt, dass die Aufnahmen nicht gespeichert werden. Von der Deutschen Bank erhielt ich dagegen auf meine Anfrage keine Auskunft. *** ***, die f&#252;r die Pressearbeit der Deutsche Guggenheim zust&#228;ndig ist, verwies mich an *** ***, der f&#252;r die Sicherheit zust&#228;ndig ist, dieser verwies mich an einen Sprecher der Deutschen Bank, der mir mitteilte, zu sicherheitstechnischen Fragen k&#246;nne er generell keine Angaben machen.</p>
<p>Ich beantrage daher nun auf Grundlage des Bundesdatenschutzgesetzes Auskunft dar&#252;ber, ob und wie lange die Aufnahmen gespeichert werden. Zu dem anfangs genannten Zeitpunkt habe ich mich vor der Fassade des Hauses aufgehalten. W&#228;hrend ich die Kamera fotografierte, bin ich auch selbst in deren Blickfeld geraten. Bei der Aufnahme mit Hilfe einer &#220;berwachungskamera handelt es sich um eine Erhebung personenbezogener Daten im &#246;ffentlichen Raum (§ 3 Absatz 3 BDSG). Lediglich die beil&#228;ufige zuf&#228;llige Wahrnehmung w&#228;re keine Erhebung  (Weichert in D&#228;ubler/Klebe/Wedde/Weichert, Bundesdatenschutzgesetz, 2. Aufl. 2007, § 3 Rz. 23). Hier erfolgt jedoch eine gezielte Aufnahme eine bestimmten Ortes zu dem Zweck, die Personen aufzunehmen, die sich dem Geb&#228;ude n&#228;hern. Es handelt sich um personenbezogene Daten &#252;ber Betroffene, da festgestellt wird, dass die Personen mit einem spezifischen &#228;u&#223;eren Erscheinungsbild sich an diesem Ort befunden hat. Gem&#228;&#223; § 34 BDSG haben Sie daher die gew&#252;nschte Auskunft zu erteilen.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</p>
<p>Sebastian Heiser</p>
<p>Anlage</p>
<p>+++ +++ +++ +++ +++ +++ +++ +++ </p>
<p>Von: ***.***@db.com<br />
Datum: 1. Oktober 2009&#160;17:42<br />
Betreff: Ihre Anfrage vom 14. September 2009<br />
An: sebastian-heiser@taz.de</p>
<p>Sehr geehrter Herr Heiser,</p>
<p>vielen Dank f&#252;r Ihre Anfrage vom 14. September 2009 bez&#252;glich der Speicherung personenbezogener Daten.</p>
<p>Bei der Kamera&#252;berwachung f&#252;r das Geb&#228;ude Unter den Linden 13/15 in Berlin handelt es sich um eine Beobachtung eines &#246;ffentlich zug&#228;nglichen Raumes mit Hilfe optisch-elektronischer Einrichtungen gem&#228;&#223; § 6b BDSG. Die kameragest&#252;tzte &#220;berwachung ist im Hinblick auf die Sicherheitslage und die Exponiertheit des Geb&#228;udes zur Wahrnehmung des Hausrechts  und Beweissicherung im Falle von Besch&#228;digungen und anderen Straftaten notwendig.</p>
<p>Die Aufzeichnung erfolgt in Zeitscheiben, die revolvierend &#252;berschrieben werden. Die Kamera&#252;berwachung wird f&#252;r keinen anderen Zweck genutzt.</p>
<p>Da wir folglich aus der Kamera&#252;berwachung keine personenbezogenen Daten &#252;ber Sie erhoben haben, k&#246;nnen wir Ihre Anfrage dahingehend beantworten, dass die Deutsche Bank AG aus der Kamera&#252;berwachung keine Daten zu Ihrer Person gespeichert hat.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</p>
<p>*** ***<br />
Deutsche Bank AG<br />
Presseabteilung<br />
Theodor-Heuss-Allee 70<br />
60486 Frankfurt am Main</p>
<p>+++ +++ +++ +++ +++ +++ +++ +++ </p>
<p>Von: Sebastian Heiser<br />
Datum: 1. Oktober 2009&#160;17:48<br />
Betreff: Re: Ihre Anfrage vom 14. September 2009<br />
An: ***.***@db.com</p>
<p>Sehr geehrter Herr ***,</p>
<p>vielen Dank f&#252;r Ihre Antwort. Nach welchem Zeitraum werden die<br />
Aufzeichnungen denn &#252;berschrieben? Wie lange wurde die Aufzeichnung<br />
von meinem Bild gespeichert?</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en<br />
Sebastian Heiser</p>
<p>+++ +++ +++ +++ +++ +++ +++ +++ </p>
<p>Von: Sebastian Heiser<br />
Datum: 29. Oktober 2009&#160;09:20<br />
Betreff: Re: Ihre Anfrage vom 14. September 2009<br />
An: ***.***@db.com</p>
<p>Sehr geehrter Herr ***,</p>
<p>wie ist denn der aktuelle Stand der Dinge bei der Bearbeitung meiner<br />
Nachfrage von vor vier Wochen?</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en<br />
Sebastian Heiser</p>
<p>+++ +++ +++ +++ +++ +++ +++ +++ </p>
<p>Von: Sebastian Heiser<br />
Datum: 3. November 2009&#160;13:06<br />
Betreff: Re: Ihre Anfrage vom 14. September 2009<br />
An: ***.***@db.com</p>
<p>Sehr geehrter Herr ***,</p>
<p>ist meine Nachfrage von vor f&#252;nf Tagen bei Ihnen angekommen?</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en<br />
Sebastian Heiser</p>
<p>+++ +++ +++ +++ +++ +++ +++ +++ </p>
<p>Von: ***.***@db.com<br />
Datum: 4. November 2009&#160;11:30<br />
Betreff: Antwort: Re: Ihre Anfrage vom 14. September 2009<br />
An: sebastian-heiser@taz.de</p>
<p>Sehr geehrter Herr Heiser,</p>
<p>Entschuldigung, dass wir Ihnen noch nicht geantwortet haben. Ihre Nachfragen vom 1. und 29. Oktober sind eingegangen. Leider gab es eine Verz&#246;gerung auf unserer Seite. Sie werden aber sp&#228;testens am kommenden Montag von mir eine Antwort erhalten.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</p>
<p>*** ***<br />
Presseabteilung<br />
Deutsche Bank AG</p>
<p>+++ +++ +++ +++ +++ +++ +++ +++ </p>
<p>Von: ***.***@db.com<br />
Datum: 9. November 2009&#160;19:00<br />
Betreff: Antwort: Re: Ihre Anfrage vom 14. September 2009<br />
An: sebastian-heiser@taz.de</p>
<p>Sehr geehrter Herr Heiser,</p>
<p>Entschuldigen Sie bitte die sp&#228;te Beantwortung Ihrer Nachfrage.<br />
Aufzeichnungen werden innerhalb von einer Woche gel&#246;scht/&#252;berschrieben. Wie Ihnen in unserem Schreiben vom 1. Oktober 2009 bereits mitgeteilt, haben wir aus der Kamera&#252;berwachung keine personenbezogenen Daten zu Ihrer Person gespeichert. Insofern k&#246;nnen wir zu einer etwaigen Aufnahme Ihrer Person auch keine Aussage treffen. Im Hinblick auf das von Ihnen genannte Datum 10.9.2009, 14:46 Uhr k&#246;nnen wir best&#228;tigen, da&#223; die Kameraufzeichnung dieses Tages innerhalb der o.g. Zeitspanne gel&#246;scht wurde.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</p>
<p>*** ***<br />
Presseabteilung<br />
Deutsche Bank AG</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Visualisiert: Ausbreitung der Uni-Proteste</title>
		<link>http://recherche-info.de/2009/11/29/visualisiert-ausbreitung-der-uni-proteste/</link>
		<comments>http://recherche-info.de/2009/11/29/visualisiert-ausbreitung-der-uni-proteste/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 29 Nov 2009 00:42:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Heiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Visualisierung]]></category>

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		<description><![CDATA[Tolles St&#252;ck von Max Kossatz: Er hat seit dem 23. Oktober alle Tweets mit dem Hashtag #unibrennt”, “#unsereuni” und “#audimax” ausgewertet - unter Ber&#252;cksichtigung der Location, die beim Twitter-Account eingetragen ist. Ein Video zeigt, wie sich die Tweets &#252;ber die Proteste ausbreiten. Mehr dazu in seinem Blog.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tolles St&#252;ck von <a href="http://wissenbelastet.com/">Max Kossatz</a>: Er hat seit dem 23. Oktober alle Tweets mit dem Hashtag #unibrennt”, “#unsereuni” und “#audimax” ausgewertet - unter Ber&#252;cksichtigung der Location, die beim Twitter-Account eingetragen ist. Ein <a href="http://www.youtube.com/watch?v=oWDSdvEE4a8">Video zeigt, wie sich die Tweets &#252;ber die Proteste ausbreiten</a>. Mehr dazu <a href="http://wissenbelastet.com/2009/11/27/unibrennt-auf-twitter-eine-analyse/">in seinem Blog.</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Digitale Zeitungsarchive</title>
		<link>http://recherche-info.de/2009/11/01/digitale-zeitungsarchive/</link>
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		<pubDate>Sun, 01 Nov 2009 15:42:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Spielkamp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Google-Basics]]></category>
		<category><![CDATA[Suchmaschinen]]></category>
		<category><![CDATA[Tricks, Tools, Tipps]]></category>

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		<description><![CDATA[Die FAZ hat eine Linkliste zu digitalen Zeitungsarchiven ver&#246;ffentlicht, denn:
Alte Zeitungen sind das beste Archiv des Alltags, das wir haben. In vielen Bl&#228;ttern, die zum Teil mehr als 200 Jahre alt sind, kann man online st&#246;bern. Unsere Linksammlung zeigt die besten Adressen im Netz.
Eine dankenswerte Aufgabe. Erg&#228;nzen m&#246;chte ich zwei Informationen, weil ich oft genug [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die FAZ hat eine <a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E7FFA71C3FEC24C4785BB916CDD445BDB~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Linkliste zu digitalen Zeitungsarchiven</a> ver&#246;ffentlicht, denn:</p>
<blockquote><p>Alte Zeitungen sind das beste Archiv des Alltags, das wir haben. In vielen Bl&#228;ttern, die zum Teil mehr als 200 Jahre alt sind, kann man online st&#246;bern. Unsere Linksammlung zeigt die besten Adressen im Netz.</p></blockquote>
<p>Eine dankenswerte Aufgabe. Erg&#228;nzen m&#246;chte ich zwei Informationen, weil ich oft genug in Seminaren erfahre, dass sie nicht bekannt sind: Das <a href="http://wissen.spiegel.de/wissen/start/home.html">Archiv des Spiegels</a> ist inzwischen im Volltext bis zur&#252;ck zur ersten Ausgabe durchsuchbar - kostenlos. Und wenn man mal auf einen Artikel in der FAZ st&#246;&#223;t, der <a href="http://fazarchiv.faz.net/FAZ.ein">angeblich nur im kostenpflichtigen Archiv vorhanden ist</a> (man suche z.B. nach &#8222;Reto Hilty&#8220;), sollte man erstmal mit Googles Site-Funktion <a href="http://www.google.de/search?hl=de&amp;q=site%3Afaz.net+%22reto+hilty%22&amp;btnG=Google-Suche&amp;sourceid=Mozilla-search&amp;start=0">suchen</a>, bevor man&#8217;s glaubt (geht auch bei Yahoo &#252;ber die <a href="http://de.search.yahoo.com/web/advanced?ei=UTF-8&amp;fr=yfp-t-501&amp;p=">erweiterte Suche</a> oder <a href="http://www.bing.com/search?q=%22reto+hilty%22+site%3Afaz.net&amp;go=&amp;form=QBLH&amp;scope=web&amp;filt=all">bei Bing mit der Site-Funktion</a>).</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wie aus einem journalistischen Selbstversuch eine wissenschaftliche EU-Studie wurde</title>
		<link>http://recherche-info.de/2009/10/26/wie-aus-einem-journalistischen-selbstversuch-eine-wissenschaftliche-eu-studie-wurde/</link>
		<comments>http://recherche-info.de/2009/10/26/wie-aus-einem-journalistischen-selbstversuch-eine-wissenschaftliche-eu-studie-wurde/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 26 Oct 2009 13:20:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus Lindemann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blattkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Einmaleins]]></category>
		<category><![CDATA[Reihen]]></category>
		<category><![CDATA[watchdog]]></category>

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		<description><![CDATA[Bislang habe ich mich nur gewundert, gestern habe ich das mal (an)recherchiert. Seit Anfang September geistert eine &#8222;EU-Studie&#8220; zur Bankenberatung durch die Medien, gestern bin ich in der aktuellen Wirtschaftswoche (Artikel ist nicht online) dr&#252;ber gestoplpert und habe mal nachgeschlagen, wer da was gemacht hat – denn das Ergebnis 24 von 25 Beratungen seien  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bislang habe ich mich nur gewundert, gestern habe ich das mal (an)recherchiert. Seit Anfang September geistert eine &#8222;EU-Studie&#8220; zur Bankenberatung durch die Medien, gestern bin ich in der aktuellen Wirtschaftswoche (Artikel ist nicht online) dr&#252;ber gestoplpert und habe mal nachgeschlagen, wer da was gemacht hat – denn das Ergebnis 24 von 25 Beratungen seien  schlecht, kam mir bekannt vor…</p>
<p>Mit wenig Aufwand konnte ich dann sehr schnell recherchieren, wie aus einem, wenn auch sehr aufw&#228;ndigem journalistischem Test (an dem ich am Rande beteiligt war), eine (vermeintlich) &#8222;wissenschaftliche Studie&#8220; von &#8222;EU-Experten&#8220; wurde.</p>
<p>Ausgangspunkt:F&#252;r eine WISO-Doku hat die freie Journalistin Maja Helmer &#252;ber die autoren(werk) GmbH &#038; Co.KG (disclaimer: deren Gesch&#228;ftsf&#252;hrer ich bin) einen Banktest bei 25 Banken sowie vier Finanzdienstleister gemacht - in enger Kooperation mit dem Verbrauchzentrale Bundesverband. Und mit einigem Aufwand: In 5 St&#228;dten wurden jeweils 5 Bankfilialen besucht, nach vorheriger Terminvereinbarung und immer mit der gleichen fiktiven pers&#246;nlichen Situation einer Kundin konfrontiert, die eine Anlageempfehlung suchte.</p>
<p>In der <a href="http://www.sueddeutsche.de/finanzen/365/476872/text/">S&#252;ddeutschen</a> ist das zum Beispiel richtig und ausf&#252;hrlich dargestellt - offenbar, weil die Pressemitteilung Anlass f&#252;r zumindest ein Telefonat mit dem VZBV bzw. dessen Experten war:</p>
<blockquote><p>Die Verbrauchersch&#252;tzer simulierten bei ihrem Test immer die selbe Kundin: Eine 55j&#228;hrige Sekret&#228;rin mit einem Nettoeinkommen von 1700 Euro, die bisher nur ein Sparbuch hat, gerade knapp 100.000 Euro erbte und dieses Geld anlegen will.<br />
Eine Besonderheit: Die vermeintliche Kundin muss einen Kredit f&#252;r ihre Eigentumswohnung abzahlen und k&#246;nnte das Erbe verwenden, um diese Schulden schneller zu begleichen. Doch auf diese f&#252;r sie g&#252;nstige M&#246;glichkeit wies die Kundin von 25 Bankberatern nur jener von der Volksbank Stuttgart hin, kritisiert Manfred Westphal, Finanzexperte beim Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV). Generell habe sich kaum einer der Banker um den finanziellen Hintergrund der Dame gek&#252;mmert - aus seiner Sicht die Voraussetzung f&#252;r eine Beratung, die dem Kunden n&#252;tzt.</p></blockquote>
<p>Das war im Juni, Sendetermin der Doku 29.6. (<a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/782526?inPopup=true">Video online hier</a>); Sendetermin des Beitrags &#252;ber das Abschneiden der vier Finanzdienstleister im gleichen Testsetting war der 22.6. (<a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/781218?inPopup=true">Video hier online</a>)</p>
<p>Soweit so gut. Schon die Pressemitteilung von VZBV und WISO hat einiges an Presseecho gehabt, unter anderem schaffte er es auf <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0629/seite1/0043/index.html">Seite 1 der Berliner Zeitung</a> </p>
<p>Schon hier zeigt sich, das journalisten Pressemitteilungen nicht nur gerne &#252;bernehmen, sondern auch noch um Fehler und Missverst&#228;ndliches anreichern (Das mit dem Abschreiben hatten wir <a href="http://recherche-info.de/2007/04/17/eine-quelle-ist-keine-quelle-ist-keine-quelle-ist-keine-1/">beim gleichen Autor schon mal</a>.):</p>
<blockquote><p>So sei es bei einer Stichprobe nur einem von 25 Bankberatern gelungen, den finanziellen Hintergrund eines Kunden auszuleuchten und dann richtig zu beraten, teilte der VZBV der ZDF-Wiso-Redaktion mit.</p></blockquote>
<p>(Nebenbei, bevor ich das so formulieren w&#252;rde, w&#252;rde ich mir das vom VZBV best&#228;tigen lassen und k&#246;nnte dann auf die hier irritierende Nennung der WISO-Redaktion verzichten.)</p>
<p>Schon hier wird das Entstehen dieses Tests falsch dargestellt. Dabei hei&#223;t es in der <a href="http://www.vzbv.de/start/index.php?page=presse&#038;bereichs_id=&#038;themen_id=&#038;mit_id=1172&#038;task=mit">Pressemitteilung des Verrbaucherzentrale Bundesverbandes</a> eindeutig:</p>
<blockquote><p>Die Qualit&#228;t der Bankberatung in Deutschland ist trotz Finanzkrise katastrophal. Zu diesem Ergebnis kommt eine umfangreiche Stichprobe des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) in Zusammenarbeit mit der ZDF-Redaktion WISO. Demnach gelingt es nur einem von 25 Bankberatern, den finanziellen Hintergrund eines m&#246;glichen Kunden auszuleuchten und dann auch richtig zu beraten.</p></blockquote>
<p>Das wird von zahlreichen anderen Medien dann auch richtig gemeldet, so zum Beispiel (in <del datetime="2009-10-26T10:29:12+00:00">wahlloser</del> Reihenfolge der Google-Trefferliste) von der <a href="http://www.bild.de/BILD/ratgeber/geld-karriere/2009/06/30/bankberater-test/fallen-schon-wieder-durch.html">Bild</a>, der <a href="http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:verbraucherschutz-bankberatung-so-schlecht-wie-vor-der-krise/533556.html">Financial Times Deutschland</a>, vom <a href="http://www.swr.de/landesschau-bw/ratgeber/-/id=2254282/vv=print/pv=print/nid=2254282/did=4993416/1ny5n/index.html">SWR</a> und <a href="http://www.rp-online.de/public/article/wirtschaft/news/725395/Qualitaet-der-Bankberatung-katastrophal.html">rp-online</a>.  </p>
<p>Ein sch&#246;ner Erfolg f&#252;r den WISO Test. Doch jetzt nimmt die Geschichte einen obskuren Verlauf:</p>
<p>Die EU-Kommission besch&#228;ftigt sich mit dem Thema Bankdienstleistungen und gibt ein <a href="http://ec.europa.eu/consumers/rights/docs/swd_retail_fin_services_en.pdf">&#8222;working document&#8220; </a> heraus. In diesem hei&#223;t es - vollkommen zutreffend:</p>
<blockquote><p>
In one survey where 25 German bank advisors<br />
were approached in a mystery shopping exercise, 24 of these provided unsuitable advice.</p></blockquote>
<p>Die Fu&#223;note verweist auf die Pressemitteilung des VZBV.</p>
<p>Aus diesem &#8222;working document&#8220; wird dann schnell eine EU-Studie, die keiner mehr gelesen hat.<br />
In der <a href="http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=SPEECH/09/403&#038;format=HTML&#038;aged=0&#038;language=EN&#038;guiLanguage=en">Rede der EU-Kommissarin</a> Meglena Kuneva hei&#223;t es noch:</p>
<blockquote><p>In Germany , researchers posing as consumers approached 25 German bank advisors and received unsuitable advice in 24 out of the 25 cases.</p></blockquote>
<p>Die <a href="http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/09/1341&#038;format=HTML&#038;aged=0&#038;language=DE&#038;guiLanguage=en">Pressemitteilung</a> verweist auf die Studie als Ganzes und verweist nicht auf das Bankberatungsexperiment.<br />
Aus den &#8222;researchers&#8220; werden nun von den (ab)schreibenden Kollegen &#8222;EU-Experten&#8220; gemacht.</p>
<p>Und so schreiben die Zeitungen:</p>
<blockquote><p>In Deutschland h&#228;tten als Kunden getarnte EU-Experten (sic! mal) in 24 von 25&#160;F&#228;llen &#8222;unzureichende Beratung&#8220; bekommen. (<a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0923/wirtschaft/0040/index.html">Berliner Zeitung</a></p></blockquote>
<blockquote><p>Deren (sic! mal) Experten gaben sich zum Test als Sekret&#228;rin aus, die 100&#160;000 Euro geerbt hatte und nun nach optimalen Anlageformen suchte. In 24 von 25 Gespr&#228;chen sei die Beratung &#8222;inad&#228;quat&#8220; ausgefallen. (<a href="http://www.saarbruecker-zeitung.de/sz-berichte/wirtschaft/Miserables-Zeugnis-fuer-deutsche-Banken;art2819,3041304">Saarbr&#252;cker Zeitung</a>)
</p></blockquote>
<p>Aus den &#8222;researchers&#8220;, die Frau Kuneva noch zurecht so nannte, da es im Englsichen ja abseits der wissenschaftlichen Researcher auch noch journalistische gibt oder solche, die Firmeninformationen zusammentragen macht dann der <a href="(http://www.vzbv.de/mediapics/eu_newsletter_09_09_08.pdf)">VZBV in seinem EU-Newsletter</a> &#8222;Wissenschaftler&#8220; - vermutlich<br />
ohne zu wissen, dass es die eigene Stichprobe ist: „So habe eine Untersuchung von als Kunden getarnten Wissenschaftlern in Deutschland ergeben, dass die Berater in 24 von 25 Banken ungeeigneten Rat gaben. “ </p>
<p><strong>Das ist kurios. Schlimm ist, das viele Kollegen diesen journalistischen Test nun als EU-Studie bezeichnen und der nun &#252;berall auftaucht.<br />
</strong>(Viele Belege hierf&#252;r sind leider nicht mehr online.)</p>
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