Archive for the ‘Reihen’ Category

Besser online recherchieren: Gezielt in einzelnen Branchen recherchieren

Monday, October 20th, 2014

Fragen wie diese tauchen bei Recherchen schnell auf:

-  Wie kriege ich raus, welche Unternehmen es in einer Branche gibt? Wer sind die Wettbewerber?

oder aber auch:

-  Wie kann ich innerhalb einer Branche gezielt recherchieren?

Hier meine Antworten und Ideen.

I.  Mit der Hilfe von Google
Dort gibt es den Operator [related:] der ähnliche Websites findet. Ähnlich bezieht sich hier, auf Websites, die in einem Internet-Katalog (hier dem nicht mehr öffentlich einsehbaren von Google; verfügbarer Katalog: dmoz.org) in der gleichen Rubrik abgelegt sind, sie die genannte Website. Die folgende Suchanfrage

[related:volkswagen.de]

liefert z.B. eine ziemlich vollständige Liste von Automarken (aber auch andere
Websites, die zu VW gehören. Während das wohl eher für Marsmenschen interessant ist, liefert

[related:immobilienscout24.de]

eine gute Liste von anderen Immobilienportalen, auf denen sich auch Schnäppchen finden lassen. Die Ergebnisse sind aber immer nur so gut, wie der dafür genutzte Katalog. Gerade in Nischen-Märkten lässt sich damit nicht recherchieren.
II.  Mit der Hilfe von Datenbanken

Die Datenbank-Plattform genios.de bietet eine ganze Reihe von Firmen-Datenbanken, die sich in ihren Suchkriterien (strukturierte Daten!) voneinander unterscheiden. Auch hier lässt sich die an sich kostenpflichtige Datenbank, kostenlos zum Sortieren nutzen. Hat man erst die kostenlose Ergebnisliste erzeugt, lassen sich die aufgelisteten Unternehmen in der Regel problemlos im Internet oder in anderen Datenbanken finden, zumal die Trefferlisten bereits Ort und Postleitzahl enthalten.
So enthält „bedirect Firmenprofile Deutschland“ nach eigenen Angaben „schwerpunktmäßig“ (d.h. vermutlich weder vollständig noch ausschließlich) Unternehmen mit mehr als 5 Millionen Euro Umsatz. Die Daten stammen zum Teil aus Interviews/Befragungen und sind daher mit Vorsicht zu genießen. Es gilt wie immer: Jede Datenbank ist nur so gut wie die ihr zugrundeliegenden Daten.

a) Darunter bieten u.a. Bedirect (wichtig: „Deutschland Firmenprofile“ nicht die
Datenbank „Kurzprofile“ auswählen) und bismode auch eine Suche nach Branchen, anhand des sogenannte WZ-Codes (2003 oder 2008) des Statistischen Bundesamtes  oder des amerikanische US-Sic an. Der WZ-Code sortiert die ganze Wirtschaftswelt in 99 Über-Branchen ein. So erhält alles, was mit Landwirtschaft hat die Ziffer 01, es folgen Unterbranchen etwa der Anbau einjähriger Pflanzen dann unter 01.1, die sich dann wieder aufgliedert in den Anbau von Getreide (01.11) oder Reis (01.12) oder unter 01.13 dem „Anbau von Gemüse und Melonen sowie Wurzeln und Kartoffeln“etc. der sich wiederum in die Gruppen „Gemüse und Melonen“ (01.13.1) und „Wurzeln und Kartoffeln“ (01.13.2) untergliedert.

Kurzum: Jeder wirtschaftlichen Tätigkeit ist ein maximal 5stelliger WZ-Code
zugeordnet.

Hier ein weiteres Beispiel
10.3 Obst- und Gemüseverarbeitung
10.31   Kartoffelverarbeitung
10.31.0    Kartoffelverarbeitung
10.32    Herstellung von Frucht- und Gemüsesäften
10.32.0    Herstellung von Frucht- und Gemüsesäften
10.39    Sonstige Verarbeitung von Obst und Gemüse
10.39.0  Sonstige Verarbeitung von Obst und Gemüse

b) Die einzige Schwierigkeit hier ist, dass man wissen muss, in welchem Format der WZ-Code eingegeben werden muss. Die fünfstelligen Codes sind am einfachsten: Sie werden vollständig eigegeben. Es können aber auch zwei-, drei oder vierstellige Codes eingegeben werden, diese sollten immer mit einem [*] ergänzt werden, damit Sie auch die Unternehmen in den Unterrubriken mifinden, also z.B.:

[103*]  oder   [1032*]

Offensichtlich sind einige Unternehmen nur in der Oberkategorie eingetragen (hier z.B. 10.31) auch wenn es eine gleichnamige Unterkategorie (hier: 10.31.0) gibt.

c) Sobald Sie bei einer Recherche sicher sind, den richtigen Branchenschlüssel
gefunden zu haben, können Sie nun die Suche verfeinern. Bei bedirct etwa nach den Kriterien:
Ort, Postleitzahl (von .. bis), Rechtsform, Person, Eigentümer, Beteiligungen, HRNummer, Amtsgericht, Umsatz (von .. bis), Anzahl der Beschäftigten (von .. bis) und Gründungsjahr (von .. bis)

Darüber hinaus ist auch nach wie vor eine Suche nach Begriffen in der Volltextsuche möglich!
Tipp: Führt die Suche zu keinem Erfolg, suchen Sie zunächst mit einem Kriterium allein. (Bei der Postleitzahl führt z.B. die Suche mit [*] zu falschen Ergebnissen, das Auffüllen mit Nullen aber scheint sinnvolle Ergebnisse zu liefern. D.h. Sie können z.B. alle Unternehmen im Postleitzahlbereich 10000 bis 19999 finden.

© Marcus Lindemann 2014

Besser online recherchieren: Kann man eigentlich Google-Ergebnisse nach Datum sortieren?

Tuesday, September 16th, 2014

Ja.

Und das geht so:

Google sortiert prinzipiell nach seinen eigenen Relevanz-Kriterien.
(Nebenbei: Der genau Alogrythmus hierzu ist so geheim wie die Coca-Cola-Formel, aber die Hauptkritierien sind genauso bekannt wie die Zutaten von Coca-Cola.)

Aber: Die Suchoption „Zeitraum festlegen“ erlaubt, die Treffer auf beliebige Zeiträume einzuschränken. Und jetzt kommt der Trick: Ein solcher Zeitraum kann auch lauten „vor 31.12.2014“ (oder bis zum heutigen Datum), also alle aktuell bekannten Treffer enthalten. Sobald diese Suchoption eingestellt wurde, lässt sich dann auch die Sortierung ändern (siehe screenshot) und man erhält die Treffer in absteigener Sortierung. Durch eine Veränderung des festgelegten Zeitraums kann man dann auch gezielt zu älteren Treffern springen, ohne sich durch die Trefferlisten klicken zu müssen.

Datumsortierung mit Google

Das Ganze funktioniert (natürlich) nur so gut wie die Datumssortierung bei Google funktioniert - und die hat ihre Macken. Schwierigkeiten bereiten oftmals Inhalte auf Nachrichtenseiten, den neben älteren Inhalten auch akutelle Schlagzeilen enthalten (und umgekehrt).

Randnotiz zur Quellenprüfung

Monday, January 6th, 2014

Der Postillion hat mit der vermeintlichen Exklusivmeldung, „Ex-Kanzleramtsminister Ronald Pofalla wechselt in den Vorstand der Deutschen Bahn“ einen netten Hoax in die Welt gesetzt, der diesmal nicht die Medien, sondern deren Nutzer foppte. Mehr beim Postillion selbst und im Abendblatt.

Eine Randnotiz in Sachen Quellenprüfung dazu: So sieht die Meldung des Postillion im Web aus (mit vordatiertem Timestamp):
Timestamp des Postillion im Web

Und so sieht der RSS-Feed via Feedburner aus:
Timestamp im RSS-Feed

An den Timestamp „Publiziert:Thu, 02 Jan 2014 10:27:42 PST“ kam der Postillion halt nicht ran.

Ist erlaubt: Nicht autorisierte Interviews drucken

Thursday, November 28th, 2013

Der Freitag schreibt auf seiner Webseite:

Eigentlich sollte hier ein Interview mit der MDR-Redakteurin Meike Götz stehen. Das Gespräch fand am Dienstag vor acht Tagen in Berlin statt. Es dauerte 75 Minuten bei laufendem Aufnahmegerät (…) Eine Autorisierung hat der MDR, trotz anders lautender Ansagen, bis Redaktionsschluss hinausgezögert. Rechtlich besteht diese Möglichkeit; den Text trotzdem abzudrucken, obwohl er den Wortlaut der Unterhaltung wiedergibt, könnte indes Kosten verursachen, die für den Freitag zu hoch sind.

Dieser Glaube ist im Journalismus weit verbreitet. Aber er ist falsch. Man darf Interviews drucken, die nicht autorisiert wurden. Es drohen dann keinerlei Kosten.

Es gibt zwar keinen Paragrafen, in dem man das nachlesen kann. Aber den braucht es ja auch nicht: In Deutschland ist alles erlaubt, was nicht verboten ist. Wenn ein Interviewpartner vor Gericht gegen das abgedruckte Interview vorgehen wollte, müsste er eine juristische Grundlage dafür nennen. Doch die wird er nicht finden. Es gibt keinen Paragrafen, der Journalisten verbietet, die Wahrheit zu berichten.

Welche Szenarien sind denkbar? Wie könnte der Interviewpartner versuchen, ein Verbot des Abdrucks und/oder eine Schadensersatzzahlung durchzusetzen?

Er könnte natürlich behaupten, die Zitate wären falsch und er hätte das nie gesagt. Die Zeitung muss dann beweisen, dass die Zitate wirklich gefallen sind. Dank des Tonbands wird das problemlos gelingen. Natürlich darf die Zeitung dann nur Zitate drucken, die im Gespräch ganz genau so gesagt wurden. Das übliche Redigieren eines Interviews ist dann nicht möglich. Ein Wort für Wort wiedergegebenes Gespräch liest sich aber nicht so gut. Daher bietet es sich an, einen normalen Fließtext zu schreiben, in dem man dann die Aussagen des Interviewten wiedergibt. So, wie sie auf Tonband sind.

Der Interviewte könnte alternativ versuchen, darauf zu verweisen, dass die Autorisierung aber versprochen wurde. Auch damit hätte er aber vor Gericht keinen Erfolg. Es gibt keinen Paragrafen, der es verbietet, Versprechen zu brechen. Manche juristisch besonders bewanderte Interviewpartner schließen daher einen schriftlichen Vertrag, in dem die Autorisierung vereinbart wird, und vereinbaren darin eine Strafzahlung bei Vertragsbruch. Wenn der Journalist vor einem Interview solch einen Vertrag unterschreibt, dann - und nur dann - muss er hinterher den vereinbarten Betrag zahlen. Sonst nicht.

In der taz haben wir zum Beispiel mal bei einem Interview mit der Fußball-Nationalspielerin Lira Bajramaj das Gespräch in der autorisierten Fassung abgedruckt - und unten drunter zusätzlich einige ausdrücklich nicht autorisierte Zitate. So erfuhren die Leser, was Bajramaj über Uli Hoeneß gesagt hatte: „Der weiß doch noch nicht einmal, dass dieses Jahr Frauen-WM ist.“ Wir druckten zusätzlich auch die Begründung ihres Managements ab, warum dieses Zitat nicht gedruckt werden darf: „Über den FC Bayern darf man nichts sagen.“ Bei einem anderen nicht autorisierten Zitat sprach Bajramaj über Zinedine Zidanes Kopfstoß beim WM-Finale: „Wenn man schon Rot kriegt, dann würde ich ihm auch gleich richtig die Nase brechen.“ Die von uns mit abgedruckte Begründung des Managements, warum diese Aussage nicht hätte erscheinen dürfen: Das würde eine Lady nie sagen.

Eine Klage von Bajramaj gegen den Abdruck der Zitate wäre juristisch aussichtslos gewesen. Sie hat es auch gar nicht erst versucht. Beim Medium Magazin gibt es weitere Beispiele für Redaktionen, die so gehandelt haben.

Soweit die reine Betrachtung der Rechtslage. Das ist aber noch keine Empfehlung für die Praxis. Man muss ja nicht immer alles machen, was auch erlaubt ist.

Grundsätzlich gilt: Es sollte für jeden Journalisten eine selbstverständliche Ehrensache sein, sich an seine Versprechen zu halten. Die Autorisierung ist sinnvoll für beide Seiten. Sie ermöglicht es Journalisten, ein Interview umfangreich zu bearbeiten, es also zum Beispiel stark zu kürzen und es verständlich zu machen. Das geht natürlich nur, wenn der Gesprächspartner am Ende nochmal die Möglichkeit hat, draufzuschauen und sicherzustellen, dass er richtig wiedergegeben wird und dass nichts aus dem Zusammenhang gerissen wird. Deshalb vereinbare auch ich Autorisierungen. Ich schicke die Texte vorab an meine Gesprächspartner und verhandele regelmäßig und reibungslos über die Formulierungen mit jenen, die dabei das gleiche Anliegen haben wie ich: Das Gespräch verständlich und fachlich korrekt wiederzugeben.

Es gibt aber auch Interviewpartner, die sich an diesen Sinn der Autorisierung nicht halten. Sie missbrauchen sie, um das Gespräch völlig neu zu schreiben, um eindeutig gefallene Aussagen zu streichen oder um sogar das gesamte Interview zurückzuziehen. Wenn ein Gesprächspartner in solch gravierender Weise die Regeln bricht, dann frage ich mich, warum ich mich an die Vereinbarung eigentlich noch gebunden fühlen sollte.

Um den Gesprächspartner nicht zu verärgern!, würden jetzt viele Journalisten sagen. Sie fürchten, dass die Person ihnen nie wieder ein Interview geben könnte.

Hä?? Warum sollte ich in Zukunft nochmal ein Interview mit jemandem führen wollen, der nicht dazu steht, was er sagt? Warum sollte ich mit jemandem reden, der mich als Instrument seiner PR-Strategie verwendet? Der will, dass ich mich mit ihm gegen meine Leser verbünde, indem ich denen verschweige, was ich erfahren habe? So jemand soll sich für seine „Interviews“ in Zukunft bitte andere Journalisten suchen, ich stehe als sein Fußabtreter nicht zur Verfügung.

Aber was ist mit Leuten, die partout nicht mit einer bestimmten Aussage zitiert werden möchten?

Ganz einfach: Sie sollten diese Aussage gar nicht erst machen. Es ist auch niemand gezwungen, in einem Interview auf alle Fragen zu antworten. Wer nichts sagen will, der sollte einfach sagen: „Dazu möchte ich nichts sagen.“ So ist sichergestellt, dass keine andere Aussage abgedruckt wird. Aber ein Gesprächspartner sollte nicht erst etwas zu mir sagen und dann verlangen, dass ich das alles verheimliche. Ich bin nicht der Komplize der Interviewten, sondern der Komplize meiner Leser.

Sebastian Heiser arbeitet als taz-Redakteur

Verification Handbook angekündigt

Saturday, November 16th, 2013

Fact Checking und digitale Quellenprüfung sind journalistisches Alltagsgeschäft. Man muss nicht nur was finden, sei es im Netz oder offline, man braucht auch Massstäbe und Methoden, um beurteilen zu können, ob das Gefundene verwendbar ist, ob man es besser nur mit spitzen Fingern anfasst, oder ob man besser ganz die Finger davon lässt.

(more…)

Bundesverwaltungsgericht stärkt Auskunftsanspruch

Wednesday, February 20th, 2013

Von Sebastian Heiser, Redakteur bei der taz

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes, Michael Konken, kommentiert das heutige Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes wie folgt: „Mit dem Richterspruch können Bundesbehörden Informationen zurückhalten und kritische Recherchen blockieren.“ Das Urteil lade „alle Bundesbehörden geradezu ein, bei unbequemen Fragen künftig zu mauern“.

Um es kurz zu machen: Das Gegenteil ist richtig.

Der Auskunftsanspruch für Journalisten ergab sich bisher aus den 16 Landespressegesetzen. Die Formulierung ist bundesweit meist ähnlich, als Beispiel sei hier auf § 4 des Berliner Pressegesetzes verlinkt. Für Bundesbehörden galt nach Ansicht der bisherigen Rechtsprechung das Pressegesetz des Landes, in dem die Behörde ihren Hauptsitz hat.

Die Frage, ob sich die Auskunftspflicht für Behörden auch direkt aus dem Grundrecht der Pressefreiheit gemäß Artikel 5 Absatz 2 Grundgesetz ergibt, wurde bisher in der Rechtsprechung verneint. So auch ausdrücklich in den Achtzigerjahren vom Bundesverwaltungsgericht und dem Bundesverfassungsgericht und auch 1990 vom Bundesverwaltungsgericht noch einmal: (more…)

Material zur nr-Fachkonferenz Lokaljournalismus

Wednesday, November 14th, 2012

Am Wochenende fand in München bei der Süddeutschen Zeitung eine Fachkonferenz des netzwerk recherche statt: Dicht dran – oder mittendrin? Lokaljournalismus zwischen Recherche und Regionalstolz.

Dort hatte ich am 10. November ca. 15 Minuten die Gelegenheit, über die lokale Nutzung von Diensten des Internet zu sprechen, Hier jetzt meine Präsentation: Lokalisierung des Internet - RSS, Wikipedia, Twitter (PDF-Datei, 12 S., 28 KB).

Nachfragen gern.

(Nachtrag, Marcus Lindemann)

Mein Material ist auch online - Tipps wie man gezielt regional suchen kann: http://recherche-info.de/blog/wp-content/src/lokal-suchen-nr-09-11-20121.pdf

Verwaltungsgericht Berlin stärkt Auskunftsanspruch

Tuesday, August 7th, 2012

Wenn ein Unternehmen zu mehr als 50 Prozent in Besitz der öffentlichen Hand ist, dann hat es gegenüber Journalisten die gleichen Auskunftspflichten wie eine Behörde. Das entschied das Verwaltungsgericht Berlin nach meiner Klage gegen die Berlin Partner GmbH. Bisher gab es nur Urteile, die solche Auskunftspflichten bei einer Beteiligung der öffentlichen Hand von 70 oder 80 Prozent vorsahen (jedenfalls habe ich nur solche Urteile in Urteilsdatenbanken gefunden). Das bedeutet: Der Auskunftsanspruch von Journalisten wird durch die Entscheidung nun auch ausgeweitet auf alle Public-Private-Partnerships, bei denen der Staat eine knappe Mehrheit hält.

Das Verwaltungsgericht Berlin beruft sich in seiner Entscheidung auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das erst im vergangenen Jahr ergangen war. Das höchste deutsche Gericht entschied damals über die Frage, ob im Empfangsgebäude des Frankfurter Flughafens Demonstrationen von Fluglärmgegnern grundsätzlich erlaubt werden müssen (wie auf öffentlichem Gelände) oder nicht (wie auf Privatgelände). Das Verfassungsgericht erlaubte die Demonstrationen, weil dem Land Hessen und der Stadt Frankfurt zusammen knapp mehr als die Hälfte der Anteile an der Flughafengesellschaft „Fraport AG“ gehören. Diese Entscheidung über die Reichweite der Versammlungsfreiheit wandte das Verwaltungsgericht Berlin jetzt auch auf die Reichweite der Pressefreiheit und damit auf das Presseauskunftsrecht an. (more…)

E-Mail Schnüffelei und was dagegen

Sunday, August 5th, 2012

E-Mails kann man tracken, also nachvollziehen, ob, wann und wo die E-Mail geöffnet (und also vermutlich auch gelesen) wurde. Das geht durch das Einfügen eines „Webbugs“ (auch „Fly“, Fliege genannt) in die Mail, einer transparenten Graphik, die beim Öffnen der Mail von einem Server nachgeladen wird. Dadurch entsteht ein Eintrag im Server-Logfile, der Timestamp (Datum, Uhrzeit, Zeitzone) sowie die IP-Adresse des Empfängers enthält.

(more…)

Fehlerhafte IP-Auslösung bei Flagfox

Saturday, June 9th, 2012

Angeregt durch einen Vortrag auf dem jüngst vergangenen Jahrestreffen des netzwerk recherche überlegte ich, das Firefox-Addon Flagfox zu installieren. Die Beschreibung im Addons-Verzeichnis lautet:

Zeigt mit einer Landesflagge den Standort des Servers der geöffneten Website an und bietet eine Vielzahl an Werkzeugen, wie Website-Sicherheitsprüfungen, Whois, Übersetzung, ähnliche Seiten, Validierung, URL-Kürzung und mehr…

Aber wie üblich habe ich erst mal geschaut, ob es negative Einschätzungen dazu gibt. Und siehe da: Bei Startpage nach +flagfox +mist geschaut, findet sich ein Eintrag aus Will’s Blog vom August 2009 mit einem aussagekräftigen Screencast (09:47 min).
Flagfox liefert tw. falsche Daten, weil Whois-Daten ausgewertet werden. Die taugen zur Lokalisierung der Domaininhaber, aber nicht der Serverstandorte. Empfehenswerter ist World IP.