Archive for the ‘Enten, Scoops & Lehrstücke’ Category

Und seitdem ist es die Wahrheit…

Tuesday, March 29th, 2011

Andreas Kopietz bezichtigt sich selbst und bekennt in der Berliner Zeitung, in der Wikipedia Schmu gemacht zu haben: Seine Behauptung, die Karl-Marx-Allee in Berlin-Friedrichshain habe in DDR-Zeiten den Kosenamen „Stalins Badezimmer“ gehabt, überstand gar einen Löschversuch durch ihn selbst, nachdem sie vorher munter verbreitet wurde.

Hal Faber bringt die Geschichte auf den Punkt: „Hoffentlich ermuntert sie Journalisten, beim „Fact-Checking“ niemals Wikipedia allein zu vertrauen.“

PR in der Wikipedia

Tuesday, February 22nd, 2011

Bei der nr-Fachkonferenz PR und Journalismus – zwischen Konfrontation und Kooperation an der Universität Hamburg habe ich zum Thema Wikipedia, Blogs, Foren : die PR-Profis schreiben mit. Quellenkritik im Internet vorgetragen.

Die um Links ergänzten Folien habe ich gerade auf meinem Server publiziert [PDF, 28 S., 175 KB]. Sie sind eine Ergänzung zu meinen früheren Ausführungen über Quellenkritik im Netz.
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Die New York Times über Google und SEO: Die schmutzigen kleinen Suchtricks

Sunday, February 13th, 2011

In dem fantastischen Artikel The Dirty Little Secrets of Search beschreibt David Segal, wie die Firma für Suchmaschinen-Optimierung (SEO) SearchDex, offenbar im Auftrag der US-Kaufhauskette J.C. Penny, erfolgreich Googles Relevanz-Algorithmus hereingelegt hat. Die Geschichte ist ein Recherche-Lehrstück und zugleich spannende Aufklärung darüber, wie Googles Suche funktioniert.

Falschmeldung aufgrund mangelnder Quellenprüfung

Saturday, September 12th, 2009

Über eine Falschmeldung der dpa berichten BildBlog und Meedia. Angeblich hatte es am 10.09.09 um 08:00 MESZ in Bluewater, Kalifornien, einen Selbstmordanschlag gegeben. Einige Online-Medien übernahmen den Hoax. Bemerkenswert ist, dass die via Netz verfügbaren „Quellen“ (im Web, auf Youtube und Twitter) augenscheinlich nicht auf Echtheit geprüft wurden.
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Ein Merksatz

Thursday, July 30th, 2009

Der Fehler liegt nicht bei der Quelle, sondern bei dem, der nicht richtig recherchiert. Und das ist keine Frage des Internets. Das ist eine Frage der journalistischen Sorgfalt

Gefunden habe ich das bei DWDL.de, wo unter dem Titel Recherche? „FAZ“ fällt auf falschen Schmidt rein die jüngste Online-Ente beschrieben wird.

Die FAZ hat ernsthaft über eine vorgebliche Pressekonferenz berichtet, die angeblich Harald Schmidt auf Twitter gegeben hat. In dem entsprechenden Twitter-Account bedankt man sich auch artig für deren Berichterstattung: Lese gerade die FAZ und bin auf Seite 33. Vielen Dank für die Berichterstattung zur gestrigen Twitter-PK. Grüße !

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LAPD’s public database omits nearly 40% of this year’s crimes

Thursday, July 9th, 2009

Für die, die gut Englisch können, ein schönes Beispiel für Computer Assisted Reporting.

David Schraven, Hannelore Kraft und archive.org

Wednesday, July 1st, 2009

Der Wächterpreisträger David Schraven hat im Blog Ruhrbarone, das er mit KollegInnen betreibt, einen Artikel darüber geschrieben, wie Hannelore Kraft, SPD-Vorsitzende in Nordrhein-Westfalen, ihren Lebenslauf geändert hat. Ein schönes Beispiel für den Einsatz der Wayback Machine von archive.org. Schraven hatte eine ältere Version der Kraftschen Website dort angeschaut und festgestellt, dass Informationen verändert worden waren. Wie wichtig das ist, darüber gibt es nun Streit. Aber das ist eine andere Geschichte.

Erich Möchel über Kommunikationsnetze im Iran

Monday, June 29th, 2009

Der preisgekrönte Journalist Erich Möchel beschreibt in einem hervorragenden Artikel bei futurezone.at, wie die iranische Regierung es - offenbar erfolgreich - geschafft hat, die Kommunikationsherrschaft im Land zurück zu erobern.

Mangelhafte Recherche: die Winnenden-Ermittlungspanne

Saturday, March 14th, 2009

Der Innenminister von Baden-Württemberg päsentierte ein angeblich vor der Tat im Internet veröffentlichtes ‘Bekennerschreiben’ des Mörders von Winnenden. Das offenbart mangelhafte Online-Recherche der Ermittlungsbehörden. Dabei hatten diese mindestens zwei mal exklusiven Zugriff auf Quellen.

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Medienente an Wilhelm in Wikisauce

Thursday, February 12th, 2009

Ein anonymer Scherzbold, der nach eigener Auskunft im Interview auf ZEIT online „gerade eine Journalistenschule abgeschlossen“ hat und noch studiert, hat dem neuen Wirtschaftsminister Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg einen weiteren Vornamen verpasst: Wilhelm, platziert zwischen Philipp und Franz und überdies in der Wikipedia.

Er wollte sehen, ob Medien dies übernähmen. Und er zeigte damit nicht nur mangelnde Recherchequalitäten, sondern auch Selbstrefenrenzialität im kleinen: Denn die Bearbeiter der Wikipedia waren zwar skeptisch und verlangten für den neuen Vornamen einen Einzelnachweis, akzeptierten aber einen Bericht auf Spiegel online - dessen (ungenannte!) Quelle eben die Wikipedia war. Graphisch schön dargestellt hat das Titanic (die selbst betroffen ist), anzuschauen bei netzpolitik.org „So funktioniert die Informationsgesellschaft“. Spiegel online hat mittlerweile ein wünschenswert klares Postskriptum angefügt und eine Meldung in eigener Sache publiziert, die etwas weniger klar ist.

Schön zubereitet ist die Ente im Bildblog, wo der Anonymus als Gastautor selber schreibt, und dort findet man auch einen Überblick über die anderen Medien und ihre Reaktionen - die bezeichnenderweise mit „usw. usf.“ endet.