Archive for the ‘Tricks, Tools, Tipps’ Category

US Airways 1549: Wie zu einem Flugzeugabsturz recherchieren?

Friday, January 16th, 2009

Ein Flugzeug stürzt in den Hudson River. Alarm in allen Nachrichtenredaktionen. Woher Informationen nehmen, die über das hinaus gehen, was Augenzeugen und Rettungskräfte zu sagen haben?

Investigative Reporters & Editors hat auf einer Webseite die Ressourcen zusammen gefasst, die in den USA dafür zur Verfügung stehen. Vorbildlich.

Was tun, wenn der Staatsanwalt klingelt?

Saturday, October 18th, 2008

Die neue Message - Internationale Zeitschrift für Journalismus ist frisch am Kiosk. In jeder Message gibt es eine Beilage namens „Werkstatt“, die auf besonders praxisnahe Weise journalistisches Handwerk vermitteln soll. Die aktuelle Ausgabe steht unter der Überschrift

KEINE SPUREN HINTERLASSEN!
Wie Sie als Journalist Ihre Recherche und Ihre Informanten online wie offline vor dem Zugriff des Staates oder privater Detektive schützen können, zeigt Ihnen unsere aktuelle Message-Werkstatt.

Die Texte sind gekürzte Fassungen der Beiträge des Buches “Unerkannt im Netz - Sicher kommunizieren und recherchieren im Internet“ von Peter Berger, in dem auch ein Beitrag von mir erschienen ist - zum Thema „Was tun, wenn der Staatsanwalt klingelt?“ Der Verlag, UVK, hat mir erlaubt, den Text im Blog zu veröffentlichen. Was ich hiermit mache. Das soll natürlich niemanden daran hindern, die neue Message und/oder das Buch zu kaufen. Denn da steht ja noch viel mehr Interessantes drin.

Na dann: Was tun, wenn der Staatsanwalt klingelt? (more…)

Neue Desktop-Suche für Windows: Viel besser als Google Desktop?

Monday, October 6th, 2008

Ich benutze Google Desktop nicht. Zum einen, weil ich mit Googles Umgang mit Nutzerdaten nicht einverstanden bin. Zum anderen, weil es seit Ewigkeiten Copernic gibt, das (so lange ich Windows genutzt habe und das beurteilen konnte) ohnehin viel besser war als Google Desktop. Aber das glaubt leider niemand in der Googlewelt, in der wir leben. Vielleicht schafft es jetzt ein kleines Programm, die Vormachtstellung zu brechen: Everything. Wenn man einem Bericht im Downlaod-Blog von CNet glauben darf, hat es das Zeug dazu. Wäre schön, wenn Sie / Ihr uns sagt, ob’s funktioniert.

Baumdaten: UIG trifft CAR

Friday, September 5th, 2008

Erstmals sind für Berlin die Rohdaten öffentlich, aus denen der Waldzustandsbericht erstellt wird. Um an die Daten zu gelangen half das Umweltinformationsgesetzes (UIG), mit Hilfe von Computer-assisted Reporting (CAR) entstand ein Artikel daraus. Kernaussage: Den Bäumen im Osten Berlins geht es etwas schlechter als denen im Westen der Stadt. Das war vorher noch nicht bekannt, denn der offizielle Bericht, der aus den Rohdaten erstellt wird, enthält nur Angaben über den Zustand der Bäume in Berlin insgesamt und differenziert nicht nach einzelnen Regionen. Anhand der Rohdaten – eine Datei im Excel-Format mit Angaben über alle 984 einzelnen Bäumen, die die Förster untersucht haben - war erstmals eine Differenzierung zwischen den Bäumen im Westen und Osten der Stadt möglich. Da die Rohdaten auch in anderen Bundesländern bisher noch nie veröffentlich wurden, folgt nun die Chronologie der Recherche für Kollegen, die das in anderen Bundesländern wiederholen möchten.
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Geschützter Verkehr für Journalisten

Tuesday, June 10th, 2008

Die German Privacy Foundation hat heute morgen einen Service für Informanten – vor allem für so genannte Whistleblower – und Journalisten vorgestellt, der seit der Stasikom-Affäre wohl auch jenen Journalisten als notwendig einleuchtet, die von Verschlüsselungssoftware wie PGP bzw. GPG oder Anonymisierungssoftware wie Tor bisher nichts gehört hatten oder es nicht hören wollten. Der Webservice Privacybox ermöglicht die weitgehend sichere Kommunikation zwischen Journalisten und Informanten, und zwar dadurch, dass Sender und Empfänger verschlüsselt und für Dritte anonym miteinander kommunizieren können.

Im Heise-Ticker erklärt Detlef Borchers die Funktionsweise ausführlich. Am besten, liebe Kollegen, probiert man allerdings die Privacybox gleich mal selbst aus.

Der Beitrag wurde zuerst im tazblog CTRL veröffentlicht.

Namen Googlen – nichts leichter als das?!?

Saturday, May 31st, 2008

Googlen können wir alle und Namen auf diese Weise zu „recherchieren“ ist doch kinderleicht.

Weit gefehlt, vor allem wenn es darum gehen soll, sehr umfangreich oder – soweit möglich – vollständig zu suchen.

Die drei häufigsten Fehler:

  1. Namen werden falsch geschrieben, auch in ansonsten seriösen Quellen.
  2. Nicht nur in Ergebnislisten von Sportvereinen oder Abiturprüfungen wird der Vorname nach dem Nachnamen aufgeführt, daher schließt die String-Suche (in Anführungszeichen) mit „Vorname Nachname“ solche Ergebnisse aus.
  3. Menschen mit einem zweiten Vornamen sind unberechenbar, ich verweise nur auf Henryk Mittelinitial Broder. Mal schreiben sie sich mit mal ohne Mittelinitial oder sie schreiben gar ihren Namen aus und schwups, wieder schließt die Stringsuche relevante Ergebnisse aus.

Immerhin kann man mit „Vorname * Nachname“ die Mittelinitial-Menschen finden, egal ob der Name ausgeschrieben, abgekürzt oder falsch geschrieben ist … Achtung: Treffer die den Namen ohne Mittelinitiale enthalten, werden dann nicht gefunden.

Besser also folgendes in den Suchmaschinen-Schlitz schicken:

"Vorname Nachname" OR "Nachname Vorname" OR "Vorname * Nachname"

(„Nachname Vorname *“ entfällt, da es die gleichen Ergebnisse liefert wie „Nachname Vorname“).

Was lehrt uns das? Bei seltenen Namen kann getrost auf die Anführungszeichen verzichtet werden, bei häufigeren Namen muss man sorgfältig mögliche Variationen abarbeiten – wenn es denn darum geht, möglichst viel zu erschliessen.

Dazu müsste dann die Suchzeile von oben in möglicherweise mehreren Durchgängen um denkbare Schreibfehler variiert werden. Etwa so:

"Vorname Nachnahme" OR "Nachnahme Vorname" OR "Vorname * Nachnahme"

Hier bei Journalismus & Recherche das ausführliche Handout zur Personensuche anhand eines Beispiels .

Wissen spart Telefongroschen

Saturday, May 10th, 2008

Schöne Infoseite, die Nora Kraft in der FAZ am Sonntag (4. Mai, S. 53) präsentiert: Telefonnummern anzurufen, die mit 0180 beginnen, kostet Geld. Von 3,9 Cent bis 14 Cent pro Minute. Die Gröschlein kann man sich sparen, denn die meisten Firmen, die diese Nummern angeben, haben auch „normale“ Festnetznummern. Welche das sind, zeigt das 0180-Telefonbuch von teltarif.de.

Suchen kann man man nach dem Firmennamen, der 0180er-Nummer und der „Ersatznummer“. Außerdem gibt’s einen alphabetischen Index nach Firmennamen. Letzter verzeichnet allein unter „A“ über 1500 Einträge.

Trainspotting

Thursday, April 10th, 2008

Recherchen in Echtzeit: Unter swisstrains.ch, einer intelligent gemachten Google-API, kann man auf Basis des Kartendienstes Google-Maps alle Züge und Bahnhöfe der Schweiz live verfolgen – und zwar bis zu den S-Bahnen. Mouseover auf einem Bahnhof zeigt den Namen der Station an, Mouseover auf Züge zeigt die Zugnummer, Start und Ziel der Reise, den nächsten Halt und die Geschwindigkeit. Die Positionen sind keine „echten“ GPS-Daten, sondern nach Fahrplandaten und Verspätungsdaten gemäß prosurf.sbb.ch berechnet. Nach Stationen und Zügen kann man suchen.

Screenshot Swisstrains-Website

Das ist mehr als ein schönes Spielzeug. Leider für Deutschland nicht reproduzierbar, da die Fahrplantreue im Mehdorn-Reich weniger wichtig genommen wird.

15. DFN-Workshop in Hamburg

Wednesday, February 13th, 2008

(Kurze Notizen vom 15. DFN-Workshop „Sicherheit in vernetzen Systemen“ - einer Konferenz, die entgegen des ersten Eindruckes ziemlich viel für recherchierende Journalisten zu bieten hat.

Den Konferenzband gibts bei BoD:
15. DFN Workshop „Sicherheit in vernetzen Systemen“ / hrsg. v. Christian Paulsen
© Hamburg : DFN-CERT GmbH, 2008
ISBN 978-3-8334-7381-4 )

[AUde]

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Nachrichten-Benachrichtigungen von Moreover

Monday, October 15th, 2007

Manchmal hat man es nicht leicht, wenn man Denglisch vermeiden möchte, aber News-Alerts wollte ich einfach nicht in die Überschrift schreiben…

Nun denn: Moreover kannte ich noch nicht, nun ist mir das Angebot aufgefallen, weil es von AP verklagt wird. Macht aber nix, denn selbst wenn AP gewinnt, wird da noch viel Interessantes drin stehen. Der Dienst sammelt Nachrichten und bietet sie über RSS-Feeds zu einer großen Zahl Kategorien an. Für private Nutzer ist das kostenlos, aber leider nicht frei definierbar. Wer aber zu einem bestimmten Thema auf dem Laufenden bleiben will, etwa „Internet > Online legal issues news“ ist damit vielleicht ganz gut bedient. Ob das besser ist als die Alerts von Google News? Ich weiß es nicht, ich hab’s noch nicht getestet. Kommentare erbeten.