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Friday, December 2nd, 2011SCNR: Da es hier gerade Mode ist, Bilder zu bloggen, will ich auch eins beitragen.
SCNR: Da es hier gerade Mode ist, Bilder zu bloggen, will ich auch eins beitragen.
Die German Privacy Foundation (GPF) lädt zum fünften Mal zu ihrer lehrreichen Seminarreihe „Digitales Aikido“. Am Do., 16.07.2009 ab 19:30 Uhr geht es bei dotplex (Gotenstr. 21, 10829 Berlin) um Zugangserschwernis Zensur und wie man sie umgeht. Um Anmeldung wird gebeten.
Die Journalistin, Medienkünstlerin und Aktivistin Bettina Winsemann (a.k.a. Twister) hat bei telepolis einen lesenswerten Beitrag über Hausdurchsuchungen veröffentlicht:
Hausdurchsuchungen sind zur Zeit erneut omnipräsent. Der Richtervorbehalt soll Sicherheit vor Willkür garantieren, ist aber lediglich Makulatur.
Passend zu Was tun, wenn der Staatsanwalt klingelt?
Dass man mit sensiblen Daten anders umgehen muss, als mit einem beliebigen Christstollen, das sollte so langsam in dieser Republik bekannt sein - auch Telekom und Bahn sei dank. Gerade bei jenen, die „Sicherheit“ propagieren oder was sie dafür halten.
Vor diesem Hintergrund ist das Defacement der Website von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble mehr als nur eine Marginale. Die derzeit zwischenzeitlich unerreichbare Site („Page is being generated. If this message does not disappear within 30 seconds, please reload.“) verlinkte zwischenzeitlich auf den AK Vorratsdatenspeicherung.
Bereits im November 2008 wurde bekannt, daß Google in einem ‘Flu Trends’ Projekt seine erhaltenen Suchanfragen in den USA zur Vorhersage von lokalen Ausbrüchen von Grippe einsetzt (Googleblog). Dazu wurde der Zusammenhang zwischen räumlicher Häufung von Suchanfragen zum Thema Grippe in verschiedenen Zeitintervallen untersucht und auf Korrelation mit bekannten lokalen Grippeausbrüchen getestet und als Vorhersageinstrument erfolgreich verprobt. Dies erfolgte für die Google-Benutzer natürlich anonym, weil es bei Epidemien eben gerade nicht um Individuen sondern um Mengeneffekte geht (kann mensch sich etwa so vorstellen: wieviele Nutzer haben in der Region New York Anfang Juni mittels Google nach Grippethemen gesucht; in welchem Verhältnis steht das zu anderen Monaten; gab es dort zu der Zeit eine bekannte Grippehäufung).
Überraschend daran ist vielleicht, daß es über diese Art von Data-Mining keinen Aufschrei der Empörung gab, zu gut ist wohl das Motiv der Grippevorhersage. Dagegen kann niemand etwas haben? Irgendwie erinnert das an die Argumentation mittels Kinderporn. Niemand hat bei ‘Flu Trends’ laut Vorratsdatenspeicherung oder Rasterfahndung gerufen. Wäre ich Werbetreibender oder Politiker, könnte mir die eine oder andere interessante Frage einfallen, die mit demselben Verfahren zu beantworten wäre. Hurra, CAR ist salonfähig geworden und niemand hats bemerkt und keiner kann etwas dagegen haben, also auch nicht gegen das Aufheben der Daten bei Google. Mission accomplished.
Auf handelsblatt.com gibt es die Kolumne Schiebs Softwaretipp. Der jüngste der derzeit fünf Beiträge behandelt das Vermeiden Spuren beim Surfen, also die Anonymsierung: Im Netz surfen – und anonym bleiben heißt der Text vom 08.01.2009. Diesen Text halte ich für unverantwortlich, weil grob irreführend.
Die DJV-Verlags- und Service GmbH lädt zum Workshop „Tarnkappen für Journalisten - Anonymität für Rechercheure“ am Sa., den 15. November nach Dortmund. Themen sind Anonymisierung und Verschlüsselung - was sonst bei diesem Thema?
Referenten:
Anmeldung bis zum 31.10. über den DJV-Bundesverband.
Die neue Message - Internationale Zeitschrift für Journalismus ist frisch am Kiosk. In jeder Message gibt es eine Beilage namens „Werkstatt“, die auf besonders praxisnahe Weise journalistisches Handwerk vermitteln soll. Die aktuelle Ausgabe steht unter der Überschrift
KEINE SPUREN HINTERLASSEN!
Wie Sie als Journalist Ihre Recherche und Ihre Informanten online wie offline vor dem Zugriff des Staates oder privater Detektive schützen können, zeigt Ihnen unsere aktuelle Message-Werkstatt.
Die Texte sind gekürzte Fassungen der Beiträge des Buches “Unerkannt im Netz - Sicher kommunizieren und recherchieren im Internet“ von Peter Berger, in dem auch ein Beitrag von mir erschienen ist - zum Thema „Was tun, wenn der Staatsanwalt klingelt?“ Der Verlag, UVK, hat mir erlaubt, den Text im Blog zu veröffentlichen. Was ich hiermit mache. Das soll natürlich niemanden daran hindern, die neue Message und/oder das Buch zu kaufen. Denn da steht ja noch viel mehr Interessantes drin.
Na dann: Was tun, wenn der Staatsanwalt klingelt? (more…)
Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, haben Strafverfolger am vergangenen Freitag die Wohnung des Pressesprechers der Piratenpartei durchsucht. Offenbar waren sie auf der Suche nach einem internen Dokument des bayerischen Justizministeriums, aus dem hervor ging, dass Bayern zur Überwachung von Internet-Telefonaten bereits eine Abhör-Software benutzt hat, die dem geplanten Bundes-Trojaner sehr ähnlich war - „obwohl die gesetzlichen Grundlagen für Online-Durchsuchungen auf Bundesebene bis heute politisch hoch umstritten und nicht endgültig beschlossen sind.“ (FR)
Der Strafrechtler Udo Vetter dazu:
Die bayerischen Behörden haben ohne jede gesetzliche Grundlage an einem Trojaner gearbeitet und versuchen jetzt, die Kritiker mundtot zu machen“
Die Durchsuchung sei ein höchst fragwürdiges Mittel, um die undichte Stelle in der Behörde zu finden. Noch dazu sei der Pressesprecher lediglich als Zeuge, als unbeteiligter Dritter eingestuft gewesen.
„Die Strafjustiz wird instrumentalisiert, um unbequeme Behördenmitarbeiter einzuschüchtern, die auf Missstände hinweisen.“
Ex-Innenminister Gerhart Baum (FDP) sagte der FR, es sei die Frage, „ob hier nicht ein Übermaß an staatlicher Aktivität stattfindet“. Und: „Diese Sache hat einen unguten Geschmack.“
Sehr schön: Die FR verlinkt auf das Dokument, das die Piratenpartei veröffentlicht hat. Ein Schelm, wen das alles an den Fall CIcero erinnert.
Eine gute Gelegenheit, mal wieder auf unsere Materialsammlung zum Thema „Digitaler Informantenschutz“ hinzuweisen.
Hier die weiterführenden Links zum Seminar “Sicherheit in der elektronischen Kommunikation – eine Lebensversicherung für Journalisten” von Jürgen Sell und Matthias Spielkamp:
Etwas älter aber noch immer hilfreich sind auch die Links vom Workshop des letzten Jahres, hier.
[JS]