Kategorie: Allgemein

  • 39e8c8f7eeec9f73f7627154fb50f128 – Schäuble defaced – Journalismus & Recherche

    Dass man mit sensiblen Daten anders umgehen muss, als mit einem beliebigen Christstollen, das sollte so langsam in dieser Republik bekannt sein – auch Telekom und Bahn sei dank. Gerade bei jenen, die „Sicherheit“ propagieren oder was sie dafür halten.
    Vor diesem Hintergrund ist das Defacement der Website von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble mehr als nur eine Marginale. Die derzeit zwischenzeitlich unerreichbare Site („Page is being generated. If this message does not disappear within 30 seconds, please reload.„) verlinkte zwischenzeitlich auf den AK Vorratsdatenspeicherung.

    Der Hintergrund: Jemand hatte unter Ausnutzung einer bekannten Lücke des auf der Site eingesetzen CMS Typo3 das als MD5-Hash abgelegte Password gefunden. Um den Hash-Wert dann aufzulösen, reicht eine simple Google-Abfrage. Das Passwort für www.wolfgang-schaeuble.de lautete „gewinner“ – man soll es nicht für möglich halten. Bedenkt man, welche Gesetze Herr Schäuble auf den Wehg bringt, ist dies Defacement blamabel – und beängstigend.

    Anm.:

    Wegen der Berichterstattung liefert die Google Suche nach dem Hash-Wert zunehmend irreführdende Ergebnisse. Interessant sind vor allem die Md5-Cracker www.md5decrypter.co.uk, milw0rm.org/cracker/insert.php und die Liste unter md5.paniert.org/md5/page1.php (nach kurzem Directoy Stemming: 3.512 pages) NB sollte man diese Liste als Ausschlußkriterium für Passwörter nehmen.
    Anm. 2:
    Für einen Journalisten auf Recherche ist es selbstverständlich nicht angängig, einen Md5-Hash zu cracken und das so gewonnene Passwort zu verwenden. Aber man sollte wissen, dass dergleichen geht.

  • Nachtrag zum Interview „Haben Sie irrationale Ängste vor der Vorratsdatenspeicherung?“ – Journalismus & Recherche

    Vor zwei Wochen (vor dem Urteil des BVerfG zur Online-Durchsuchung) habe ich ein Interview gegeben, dass auf freien infos – infos rund um den freien journalismus, einem vom DJV betriebenen Weblog, erschien. Dazu ein Nachtrag.

    „Haben Sie irrationale Ängste vor der Vorratsdatenspeicherung, Herr Ude?“ – Ein Interview

    Das Interview wurde per E-Mail geführt. Dabei ist mir in der letzten Frage ein Detail entgangen, das ich eben erläutern möchte. Die Frage lautete:

    Eine Zeitlang hat der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung Prepaid-Karten getauscht. Das Angebot wurde soeben eingestellt. Was sind Ihre Tipps für Journalisten, die weiter recherchieren und ihre Informanten schützen wollen?

    In der Tat hat der AK Vorratsdatenspeicherung Tauschring für Prepaid-Karten eingestellt – warum, weiss ich nicht. Aber das Angebot wird von Patrick Breyer weitergeführt. Einzelheiten dazu in seinem ohnehin empfehlenswerten Weblog Daten-Speicherung.de. Dort gibts auch viele Infos rund um dem Kartentausch.

  • „Ich hätte da mal gerne eine Auskunft“ – Journalismus & Recherche

    Was hat die Amtskette des Bürgermeisters von Dormagen mit Subventionen für eine Müllverbrennungsanlage bei Hannover und den Briefen von George W. Bush an Papa Bush zu tun? Unser Blog-Autor Manfred Redelfs, seines Zeichens Recherche-Chef bei Greenpeace und Experte des Netzwerks Recherche fürs Informationsfreiheitsgesetz, weiß es und hat es beim Netzwerk-Recherche-Jahrestreffen 2007 seinen Workshop-Teilnehmern erklärt.
    Seine Präsentation zu Auskunftsrechten für Journalisten und den Vor- und Nachteilen einzelner Gesetze – von journalistischem Auskunftsanspruch nach den Landespressegesetzen, den Informationsfreiheitsgesetzen (IFG) der La?nder und des Bundes, über Umweltinformationsgesetz (UIG), bis zu den Informationsrechten auf Registerauskunft (Handelsregister, Grundbuch, Melderegister) – steht jetzt online: Manfred Redelfs, Auskunftsrecht (PDF, 1,1 MB).

  • Freitagabendeintrag: Warum wir diese Woche den Stern empfehlen … – Journalismus & Recherche

    Ausgerechnet die Seminarteilnehmerin, die einen Tag zu spät zum Seminar kam, weil sie tags zuvor noch einen Penis operieren mußte, schreibt diese Woche über „Wartung & Pflege“ eben jenes Organs im Stern, aber das gehört hier nicht hin. Als V.i.S.d.P. die spannende Frage stellte, wer denn eigentlich den Stern lese, war die Antwort wohl nicht so auf den Punkt, dass ich sie hier in einem Nebensatz unterbringen kann.
    Warum es sich diese Woche aber auf jeden Fall lohnt, den Stern zu lesen: Auf den Seiten 46 und 47 schreibt Hans-Martin Tillack (ja, der mit dem Olaf-Ärger in Brüssel), wie käuflich deutsche Ministerien sind (Online Fassung). Das unterscheidet deutsche Beamte noch von untreuen Wirtschaftskriminellen wie Peter H. aus dem Saarland: Sie machen es auch für Peanuts. Ist ja ungeheuerlich, was der Tillack da schreibt, so präzise, detaillreich. Wie hat er das bloß rausgekriegt?! Den Artikel werde ich fortan allen Seminarteilnehmern (auch denen, die zu spät kommen) in die Hand drücken, damit ja keiner mehr fragt, wofür das Informationsfreiheitsgesetz denn eigentlich gut sein 😉 Die tollen Infos hat Tillack alle über das IFG eingefordert, wenn auch wie so oft bei der Recherche nicht so einfach wie man sich das vorstellt. Aber wir hier ahnten ja schon immer das Fleiß die oberste Tugend des Rechercheurs ist.

    Wie er es genau gemacht hat, verrät der Kollege uns in seinem Blog.

    Achso: und ich habe den Stern eigentlich nur gelesen, weil ich wissen wollte, was ich dieses Wochenende im Weinglas haben werde, wenn ich meine wöchentliche Lektion in der Weinschule von Stern und Rindchen absolviere 😉

  • Namen Googlen – nichts leichter als das?!? – Journalismus & Recherche

    Googlen können wir alle und Namen auf diese Weise zu „recherchieren“ ist doch kinderleicht. Weit gefehlt, vor allem wenn es darum gehen soll, sehr umfangreich oder – soweit möglich – vollständig zu suchen.

    Die drei häufigsten Fehler:

  • Online-Recherche FAQs – Journalismus & Recherche

    12 Jahre unterrichte ich jetzt schon Online-Recherche und es gibt ein paar Fragen, die immer noch und immer wieder auftauchen. Meist sind das Fragen, um die herum ich ein ganzes Seminar stricken soll – allerdings lassen sich die meisten leicht beantworten, weswegen ich die dafür passende Form wähle und heute mal meine frequently asked questions hier aufliste und beantworte.
    #1: Muss es immer Google sein?
    Nein, Sie können genau so gut auch eine der anderen beiden großen Suchmaschinen, also bing oder yahoo verwenden. Wichtig ist, dass die Suchmaschine einen eigenen Index verwendet und dass dieser möglichst groß ist. An vierter Stelle kommt auch noch ask in Frage.
    Wenn Sie mal ohne vorgefasste Meinung ausprobieren wollen, welche der großen drei Suchmaschinen Ihnen am besten gefällt, probieren Sie blindsearch aus. Dort werden Ihnen die Ergebnisse der drei großen Suchmaschinen nebeneinander dargestellt.
    #2:Darf ich als Journalist Wikipedia nutzen? Ja, dürfen Sie, es wäre sogar törricht, es nicht zu tun – denn die Wikipedia liefert bei den meisten Themen einen guten Einstieg und führt sehr schnell – über die angegebenen Quellen und Links – in die Tiefe. Nur eines dürfen Sie in der Wikipedia tatsächlich nicht: abschreiben, oder überhaupt etwas ungeprüft von dort übernehmen. Viele Angaben aus der Wikipedia lassen sich aber leicht gegenchecken – selbst wenn die Quellen nicht angegeben sind. (Falls Ihr Verlag das anders sieht und die Wikipedia gesperrt hat, fragen Sie Ihre Kollegen nach dem Trick mit dem Google cache. Gruß nach Bremen!)

    #3: Bringt es etwas, nacheinander mit google, bing und yahoo zu suchen?

    In der Regel so wenig wie es Ihre Ernährung verbessert, wenn Sie im nacheinander zu McDonalds, Burger King und Kentucky Fried Chicken gehen. Die drei Konzerne, egal ob Suchmaschinen oder Fast Food, befriedigen mit weitgehend ähnlichen Methoden, das gleiche Bedürfnis.
    #4: Was kann ich tun, wenn ich meine Suchbegriffe nicht auf der angezeigten Seite finde? Schritt 1: Suchen Sie mit Strg-F nach dem Begriff innerhalb der Seite. Wenn das nicht hilft, Schritt 2: Gehen Sie zurück in die Ergebnisliste und klicken dort auf „im Cache“ (oder „zwischengespeicherte Seiten“ bei bing) Dort sollten Sie den Suchbegriff nun finden – mit Strg-F oder weil er schon farbig markiert ist.

    Schritt 3: Lesen Sie den Text ganz oben auf der Cache-Seite. Wenn Sie Ihren Suchbegriff bislang noch nicht gefunden haben, dann ist er wahrscheinlich in der Beschreibung eines Links, der auf die angezeigte Seite verweist, verwendet worden.

  • Bestätigt: Google arbeitet an Street View Berlin – Journalismus & Recherche

    Wie wir bereits vor 9 (!) Tagen berichteten und mit Foto belegt haben, fotografiert Google derzeit Berlins Straßenzüge. ddp berichtet heute Details – so gibt es natürlich einen Streit um den Datenschutz und die Frage der Anonymisierung.
    Wie das Endprodukt einmal aussehen soll, kann man sich hier an den Beispielen Time Square, Golden Gate Bridge und South Beach (Miami) ansehen.

  • Vorträge und Handouts – Journalismus & Recherche

    Hier finden Sie Lehrmaterial zum Thema Recherche, insbesondere Internetrecherche. Bitte beachten Sie die Rechte der Autoren – eine Verwendung für Schulungen, Lehre, Veröffentlichungen etc. ist nur mit deren Zustimmung zulässig.

    Über Verbesserungsvorschläge freuen wir uns.

    Bitte beachten Sie, dass das Material teilweise veraltet ist, die jeweils aktuellsten Fassungen gibt  es im Passwort-geschützten Bereich für Seminarteilnehmer.

    Regeln Konfrontation 06 2018
    Online Recherche Überblick November 2015
    Anleitung Facebooks Social Graph Suche
    Mein Handout zum digitalen Selbst- und Informantenschutz: Tools Digitaler Informantenschutz
    Handout zu den Suchoperatoren: Suchmaschinen Operatoren komplett 06 2017
    Aktualisiertes Handout zu „Deep Web: Was Google alles nicht findet“ (inkl. „Recht auf Vergessen“): Überblick Deep Web 03 2015 One of my presentations from the 2015 SKUP conference

    Rules of Online Research Oslo 2015 condensed part1

    Rules of Online Research Oslo 2015 condensed part2
    Marcus Lindemann Besser suchen – als die NSA 2014, Jahrestagung des netzwerk recherche, 4. Juli 2014, Hamburg
    Marcus Lindemanns Präsentation beim Blog-Camp (4.. Juni, Hannover) Unblogged: So funktioniert saubre Recherche
    Marcus Lindemanns Präsentation zu „Global suchen, lokal finden“ auf der netzwerk recherche-Fachkonferenz: lokal suchen nr 09 11 2012
    Marcus Lindemann Präsentation Advanced online research – the do’s and dont’s of online-reearch online strategies 2012 VVOJ part 1  online strategies 2012 VVOJ part 2
    Marcus Lindemanns Überblicksvorlesung zur Online-Recherche, inkl. der aktualisierten Übersicht über die Dinge, die Google nicht findet: Online Recherche (inkl. was Google nicht findet)
    Marcus Lindemanns Überblick über Suchstrategien für Fortgeschrittene, erstmals vorgestellt auf der netzwerk recherche Jahrestagung 2011: u.a. GoogleAds in der Recherche, Paul Myers Search Makros 1. Suchstrategien 2011 Teil1 2. Suchstrategien 2011 Teil2
    Eine Übersicht von Marcus Lindemann wie man Onlinequellen systematisch bewerten kann. Systematische Bewertung von Onlinequellen
    Marcus Lindemanns zehn Gebote für die Onlinerecherche in der neuesten Fassung (Juni 2009) Handout 10 Gebote für erfolgreiche Online-Recherchenv2009
    Wo fang ich mit der Recherche an? Auf welche Zugänge kann ich ausweichen, wenn ich auf anderem Wege noch nichts (Gutes) gefunden habe? Ich habe mal eine Liste gemacht – vorläufig und unvollständig. Zugänge zu Online Quellen
    Personensuche kann doch jeder? An einem Beispiel zeige ich, dass es mit dem Namen in Anführungszeichen bei weitem nicht getan ist.Personensuche mit Beispiel
    Keine Angst vor dem Drehen mit versteckter Kamera – solange man sich an die Spielregeln hält. Marcus Lindemann hat diese für ein Publikation des Netzwerk Recherche mal zusammengefasst und ein sachkundiger Jurist seines Vertrauens hat auch drüber geschaut. Spielregeln: Drehen mit versteckter Kamera
    Richtig konfrontieren (erschienen im Journalist)
    Eine ausführliche Erläuterung zu den journalistischen und juristischen Überlegungen rund um das verdeckte Drehen erscheint ebenfalls in der Undercover-Werkstatt des Netzwerk Recherche. Hier schon mal vorab:Verdeckt Drehen – so geht das! (pdf, 82kb)
    Was kann man mit Internetrecherche in einer Nachrichtenredaktion anfangen? Fehler vermeiden, Berichte anreichern – bis hin zur investigativen Geschichte! Präsentation als PDF – wegen der Größe nur ab Acrobat 7 und in 2 Teilen Korrespondenten ins Netz teil1 korrespondenten-ins-netz-teil-2
    Auf den Podien von Journalistenkonferenzen und auch teilweise in sogenannten Studien wird erstaunlich viel Unsinn über die Internet-Recherche verbreitet. Ein Aufklärungsversuch. Im Netz liegt die Wahrheit (aus message 3/2008) Weitere Lehrmaterialien auf dieser Site:

    Fallstricke im Presserecht von Michael Fricke

    Übersicht Auskunftsrechte von Manfred Redelfs

  • The End of Snippet View – Google Settles Lawsuit with Book Publishers – NYTimes.com – Journalismus & Recherche

    Es ist soweit: Wie die New York Times berichtet, hat Google mit dem US-Verlegerverband Association of American Publishers (AAP) und dem Autorenverband The Authors Guild eine Einigung erzielt, die es Google erlaubt, 20 Prozent des Textes der Bücher in der Buchsuche anzuzeigen, nicht mehr nur Schnipsel. Das gilt selbstverständlich erst einmal nur für US-Bücher. Mal sehen, was in Deutschland passieren wird.

  • Archivierung – Seite 2 – Journalismus & Recherche

    Im Juli wurde die aktualisierte Version (2.3) des nestor Handbuches „Eine kleine Enzyklopädie der digitalen Langzeitarchivierung“ veröffentlicht. Es wurde um einzelne Artikel ergänzt, weitere Artikel wurden z.T. erheblich überarbeitet und die Verweise im gesamten Handbuch wurden überprüft und ggf. aktualisiert.