Kategorie: Allgemein

  • Journalismus & Recherche » Blog Archive » Beispielhafte Überwachung

    116 fest installierte Überwachungskameras stehen entlang der Route der Anti-Überwachungs-Demonstration „Freiheit statt Angst“. Zumindest habe ich so viele gefunden, als ich am Donnerstag vergangener Woche für die taz die Strecke abgelaufen bin. Auf taz.de haben wir in einen Artikel eine Karte von Google Maps eingebunden, auf der alle 116 Kamerastandorte verzeichnet waren. Außerdem hatte ich auch alle Kameras fotografiert und die Fotos auf einer Karte von Panoramio eingefügt – auch diese Seite war von dem Artikel aus verlinkt.

    Das Ablaufen der Route und das Übertragen der Daten auf die beiden Online-Dienste nahm einen Arbeitstag für eine Person in Anspruch. Hinzu kam noch die zusätzliche Recherche. So stellten wir drei Kameratypen an drei Beispieln vor: Verkehrsüberwachungskamera am Potsdamer Platz, Museumskamera vor dem Deutschen Guggenheim, Behördenkamera vor dem Auswärtigen Amt. Dabei erläuterten wir jeweils: Was ist der Zweck der Kameraüberwachung? Werden die Bilder auch gespeichert? Falls ja: Für wie lange? Allein die Deutsche Bank, die die Kamera an dem Museum betreibt, wollte nicht antworten, ob die Bilder gespeichert werden: „Zu sicherheitstechnischen Fragen können wir generell keine Angaben machen“, meinte ein Banksprecher. Jetzt läuft ein Auskunftsantrag nach § 34 des Bundesdatenschutzgesetzes.


    Ziel der Berichterstattung war, die alltägliche Überwachung beispielhaft deutlich zu machen. Dabei profitierte ich davon, dass es mit Google Maps und Panoramio zwei Dienste gibt, die sich sehr gut für diesen Zweck nutzen ließen. In der gedruckten Ausgabe der taz vom Samstag – dem Tag der Demo – erschien eine Infografik mit den eingezeichneten Kamerastandorten. Auch dabei half Google Maps: Ich hatte die Kamerastandorte erst online eingetragen und dann nutzen die taz-Infografiker diese Vorlage, um daraus die Karte für den Print zu machen. Keine Ahnung, wie man das früher gemacht hätte. Vielleicht hätte ich das dann auf einem Stadtplan einzeichnen müssen, damit die Infografiker das als Vorlage nehmen können?

    Die Resonanz war übrigens enorm: Bereits am Donnerstagabend hatten die vielgelesenen Blogs netzpolitik.org und Spreeblick die Karte verlinkt. Viele andere Blogs zogen in den folgenden Tagen nach. Die Karte bei Google Maps wurde bisher 22.864-mal betrachtet.

    PS: Vielen Dank an Jan Michael Ihl, von dem die Empfehlung kam, das mit Google Maps umzusetzen!

  • Journalismus & Recherche » Blog Archive » Das Recherche-Paradoxon

    Mein Buckapitel über Recherche wächst. Vor dem handwerklichen Teil will ich etwas weiter ausholen und beschäftige mich damit, warum Recherche es so schwer hat und was man dagegen machen kann. Denn ohne dass sich etwas ändert, wird es nicht dazu kommen, dass einzelne Journalisten, Redaktion, eine ganze Branche mehr auf Recherche setzen. Über Anregungen und Kritik freue ich mich.

    Zeitungen haben Farbfotos bekommen und die Andruckzeiten wurden nach hinten geschoben. Das Netz ist voll mit Nachrichten, Videos und vielem Neuem – kostenlos. Das Konsumieren von Video- und Audioinhalten löst sich zunehmend von Sendezeiten. Das Verbreiten von Inhalten ist dank neuer Technologien und sinkender Technikpreise für jedermann möglich geworden. Blogs sind ein gutes Beispiel hierfür: Anders als mit einer privaten Homepage Ende der 90er Jahre, kann das, was ich in einem Blog schreibe binnen einer halben Stunde weltweit von jedermann gefunden werden. „Senden“ ist kein Privileg mehr. Es braucht nicht viel Weitsicht um zu folgern, dass die Inhalte sich von den Verbreitungsmedien lösen. „Content is King.“ heißt es immer, aber wer setzt das denn um?
    Doch hat sich mit diesem technischen Fortschritt, mit der Entwicklung des Netzes auch die Qualität von Journalismus verändert, gar gebessert? Die Frage ist schwer zu beantworten, eines aber ist sicher: Gemessen an dem enormen Fortschritt bleibt der Journalismus weit hinter seinen (neuen) Möglichkeiten zurück. Gerade in der Recherche ist vieles einfacher oder überhaupt erst möglich geworden, vieles geht schneller, bei einigen Recherchen gibt es zumindest alternative Wege. (Der Vollständigkeit halber sei ergänzt, dass sich abseits technischer Entwicklungen die PR professionalisiert hat und über ungleich mehr Mittel verfügt – das macht zum Teil Recherchen schwieriger.) Gerade der Mangel an Recherche im Allgemeinen und an innovativen Ansätzen in der Recherche im Besonderen ist nicht zu verstehen, wenn man sich nicht klar macht, woran das liegt. Denn es ist unstrittig, dass Recherche die Basis jeglicher journalistischer Qualität ist. Ohne sie können wir fundamentale Ansprüche an Journalismus nicht einhalten: das Streben nach Wahrheit, Genauigkeit und Quellentransparenz. Ohne das nutzt alles andere nichts: kein schnelles Produzieren, kein schöner Schreiben und keine noch so originelle Themenfindung.

    Bevor in diesem Kapitel die Grundsätze der Recherche vorgestellt werden, will ich thesenartig auf die Gründe eingehen, warum wir eben keinen Fortschritt in der Recherche erleben, denn diese Gründe, muss jeder Journalist überwinden, der es anders machen will.

    1. Geschwindigkeit ist King.
    Es gibt ein absurdes Rennen, wer eine Meldung zuerst hat. Onlinejournalismus hat beschleunigt, was schon lange eine journalistische Tugend war: Etwas als erster vermelden zu können. Doch das ist zum Selbstzweck geworden – denn bei den Minutenabständen, um die es heute geht, interessiert das nur noch die News-Junkies in und außerhalb der Redaktionen. Eingeschränkt gelten lasse ich das Geschiwindigkeitsdogma noch für Breaking News und Radio-Nachrichten. Aber selbst bei letzteren bleibt eine halbe Stunde, um die schlimmsten Fehler zu vermeiden.

    2. Fehler werden nicht wahrgenommen.
    Fehler werden gemacht, aber selten wahrgenommen. Fact-Checking vorher findet nicht statt – das ließe sich verschmerzen, wenn mehr Fehler im Nachhinein bekannt würden – über redaktionsinterne Kritik, Leserbriefe, Watchblogs etc. Aber ohne Rückmeldung zur Qualität der Fakten gibt es keinerlei Anreize, besser zu recherchieren. Ein Redaktionsmanagement, das eine Fehlerkultur etabliert, kann auf ein aufwändiges (institutionalisiertes) fact-checking verzichten. (Institutionalisiertes fact-checking reduziert die faktentreue der Autoren, wenn diese auf die institutionelle Fehlersuche und Kontrolle vertrauen.)

    3. Die Verleger haben keine Idee für ihre Zukunft, die sich von ihrer Vergangenheit unterscheidet. Die Verleger beschäftigen sich mit allem, aber nicht mit einem neuen Businessmodell für Ihre Zukunft: Bezahlmodelle, Streit um Nutzerdaten, Leistungsschutzrechte und die Beschimpfung von Google. Die (zum Teil) neue Ökonomie des Netzes kommt darin nicht vor. Welcher Verleger hat sich schon ernsthaft mit dem „long tail“ oder den Ideen von Jeff Jarvis auseinandergesetzt? Verleger sehen die Nischen nicht, in denen sie Geld verdienen können und vermutlich wundert sich kaum jemand, warum es sich für den Spiegel rechnet, sein ganzes Archiv kostenfrei online zu stellen und er schon seit Jahren nicht mehr versucht, Artikel einzeln zu verkaufen.

    Lokales oder auch Hyperlokales ist eine Nische, Qualitätsjournalismus eine andere – zumindest wenn man, wie die Verleger behaupten, Geld mit Inhalten verdienen möchte.

    4. Marketing wird mit Qualität verwechselt. So wie einst die schiere Geschwindigkeit ein Qualitätsmerkmal sein konnte, war es auch die Möglichkeit, einen eigenen Reporter vor Ort zu haben oder schicken zu können. Doch auch das ist zum Symbol verkommen. „Reporter vor Ort“ sorgen heute dafür, dass uns vertraute Gesichter vor stets neuen Kulissen mit dem richtigfarbenen Popschutz auf dem Mikrofon erzählen, was die Heimatredaktion an Agenturmeldungen durchgegeben hat. Eine Zuspitzung, aber keine unzutreffende. Der Korrespondent ist ein Teil des Marketings: vertraute Köpfe und Namen, das Senderlogo am Ort des Geschehens.

    Englische Zeitungen haben einst Reporter losgeschickt, um zu überprüfen, ob das was die Regierung vom Fortgang eines Krieges berichtet, stimmt. Davon sind wir weit entfernt – mit etwas Glück kann der Korrespondent etwas besser einschätzen und einordnen oder er hat wenigstens mit dem Zimmermädchen oder dem Taxifahrer gesprochen. Wie wichtig tatsächliche Nähe ist, zeigen Robert Gutjahrs Erfahrungen in Kairo – er kann auf dem Platz das Geschrei der Massen als Wut und Protest verstehen, auch ohne Arabisch zu können, denn er sieht die in die Höhe gereckten Schuhe. Dietmar Ossenberg vom ZDF hört auf dem Hoteldach dagegen nur das Geschrei und deutet es – falsch – als Freudenjubel. Akustisch vermutlich gar nicht zu unterscheiden.

    5. Die Grenze zwischen Unterhaltung und Journalismus verschwindet. Der sogenannte Sportjournalismus hat es vorgemacht: brave Fragen, der Reporter der sich gemein macht mit Spielern, Trainern, Vereinen und Sponsoren. Mitmachen statt Hinterfragen. Als Unterhaltungsmoderation noch akzeptabel (solange keine Faktenfehler gemacht werden), aber als Journalismus eine Katastrophe.

    Unterhaltende Formen dienen der Quote und es ist ja auch nicht unzulässig, journalistische Medien für Unterhaltung zu nutzen, aber man sollte das dann nicht mehr als Journalismus bezeichnen. Gerade im Radio sind die Grenzen aber fließend geworden: selbst bei öffentlich-rechtlichen Sendern weiß der Hörer kaum, was Journalismus, was Unterhaltung, was Sendermarketing ist und sein soll.

    6. Recherche zahlt sich selten aus. In dem so beschriebenen Umfeld darf man kaum erwarten, dass Recherche geschätzt wird. Es funktioniert ja auch so, schon lange. Mehraufwand wird nicht honoriert, selten überhaupt gewürdigt. Berufsethos ist etwas für Berufseinsteiger und Recherche können sich nur Spiegel und Stern wirklich leisten. Ausnahmen bestätigen die Regel: Die Redaktion des Spiegel ist voller guter Rechercheure, die nach ein paar guten, großen Geschichten in einer Regionalzeitung ein Angebot vom Spiegel bekamen.

    Wer sich für Recherche stark macht, wer selbst recherchieren will, muss aus diesen Problemen Forderungen ableiten:

    1. Entschleunigung ist Qualität.

    2. Fehler sind peinlich und müssen ernst genommen werden.

    3. Wenn es die Verleger nicht tun, müssen vielleicht Journalisten ein Businessmodell für Recherche-Journalismus (er)finden.

    4. Echte Augenzeugenschaft des Reporters am Ort des Geschehens ist wichtiger als die Dauerpräsenz der Korrespondenten auf den Bildschirmen.

    5. Journalismus und Unterhaltung dürfen nicht vermischt werden.

    6. Recherche braucht Unterstützung – Zeit, Geld und Zuspruch von Lesern wie von Vorgesetzten.

    Es gibt eine ökonomische Nische für Recherche-/Qualitätsjournalismus und Recherche ist zugleich einfacher geworden, effizienter umzusetzen. Dass zugleich aber weniger recherchiert wird, ist ein Paradoxon.
    Darum, wie das Handwerkszeug derer aussieht, die sich davon nicht irritieren lassen und selbst recherchieren, handelt der Rest des Kapitels: von Regeln, Strategien, dem Umgang mit Quellen und immer auch wieder den vermeintlichen Unterscheiden zwischen on- und offline-Recherche.

  • Journalismus & Recherche » Kontakt & Impressum

    In Journalismus & Recherche schreiben Matthias Spielkamp, Marcus Lindemann, Albrecht Ude und Jan Michael Ihl sowie weitere Autoren.

    Kontakt:

    Journalismus & RechercheJan Michael IhlKottbusser Damm 25-26

    10967 Berlin

    Telefon: +49 30 20237870 Mobiltelefon: +49 179 5 40 24 00

    Email:

  • Journalismus & Recherche » Suchmaschine für deutsche Soziale Netzwerke

    Diese Suchmaschine kann die Informationen finden, die user für die Suche durch Suchmaschinen freigegeben haben. Vorteil gegenüber einer einfachen Google-Suche auf der jeweiligen Site ist, dass hier mehrere sites parallel durchsucht werden.

    Durchsucht die nachfolgenden deutschen Netzwerke: studivz.net meinvz.net schuelervz.net stayfriends.de facebook.com wer-kennt-wen.de linkedin.com lokalisten.de jappy.de myspace.com

    xing.de

  • Journalismus & Recherche » Blog Archive » Du sollst Dich mit keiner falschen Quelle gemein machen, sei sie auch noch so honorig

    Immer wieder wird Hanns Joachim Friedrichs mit dem schönen und richtigen Satz zitiert, ein guter Journalist sei einer, der sich mit keiner Sache gemein machen, auch nicht mit einer guten. Das hat er gesagt, das hat er vertreten und sicherlich steht Friedrichs auch für diese Haltung, ABER er ist nicht der Urheber dieser Einstellung, sondern hat das lediglich in „fast“ fünf Jahren bei der BBC dort aufgesogen, namentlich von seinem „väterlichen Freund“ Charles Wheeler. Friedrichs schreibt über ihn, er sei damals Leiter der Nachrichtenabteilung des englischen Dienstes gewesen. Wörtlich heißt es dann weiter:

    Zu seinen Maximen gehörte die Erkenntnis, daß ein seröser Journalist „Distanz zum Gegenstand seiner Betrachtung“ hält; daß er sich „nicht gemein“ macht mit einer Sache, „auch nicht mit einer guten Sache“, daß er nicht in lauten Jubel einstimmt oder in öffentlicher Betroffenheit versinkt; und daß er auch im Umgang mit Katastrophen „cool“ bleibt, ohne „kalt“ zu wirken. „Immer dabeisein – nie dazugehören“, dieses Journalisten-Motto beschreibt den Reporter Charles Wheeler wohl am treffendsten.

    (Quelle: Hanns Joachim Friedrichs, Journalistenleben, Taschenbuchausgabe Mai 1996, München, S. 66-67)

    Zum Vergleich dazu aus dem letzten Interview von Friedrichs am Tag vor seinem Tod:

    Das hab’ ich in meinen fünf Jahren bei der BBC in London gelernt: Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, nicht in öffentliche Betroffenheit versinken, im Umgang mit Katastrophen cool bleiben, ohne kalt zu sein. Nur so schaffst du es, daß die Zuschauer dir vertrauen, dich zu einem Familienmitglied machen, dich jeden Abend einschalten und dir zuhören.

    (Quelle: Website des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises)

  • Journalismus & Recherche » Blog Archive » Glossar englischer Wirtschafts- und Finanzausdrücke

    Was ein „bull market“ ist, gehört fast schon zum Allgemeinwissen. Was aber ist eine „J-curve“, was ist „kiretsu“ was eine „Pac-Man strategy“? Dererlei Ausdrücke aus der Wirtschaft und dem Finanzwesen erklärt das „Glossary of Financial and Business Terms“. Es enthält mehr als 2.500 Einträge.

    Zusammengestellt wurde das Glossar von Campbell R. Harvey (J. Paul Sticht Professor of International Business, Fuqua School of Business, Duke University) für The New York Times.

    Glossary of Financial and Business Terms:
    www.nytimes.com/library/financial/glossary/bfglosa.htm

    [AUde]

  • Journalismus & Recherche » Blog Archive » Albrecht Ude: Entenjagd – Quellenprüfung online

    Weil ich mit Marcus zusammen das ganze Panel organisiert habe, musste ich auch schierem Zeitmangel den Vortrag nochmal halten, den ich schon beim letzten Jahrestreffen zum Besten gab. Immerhin hatte ich Zeit, ihn nochmal zu überarbeiten.

    Hier sind die Folien (PDF-Datei, 24 S., 50 KB)
    und die Linkliste (PDF-Datei, 4 S., 20 KB) dazu.

    Nach dem Vortrag im letzten Jahr hatte ich zu dem Thema einen Fünfseiter in der c’t, der (mit Genehmigung der Redaktion) in der nr-Werkstatt 9 nachgedruckt ist:
    Quellenmanagement – Quellen finden und öffnen / Hrsg.v. netzwerk recherche e.V. Konzeption: Dr. Thomas Leif (verantw.) Redaktion: Thomas Schnedler. Redakt. Mitarbeit: Daniel Bouhs Wiesbaden : netzwerk recherche, 6/2008. – 140 S., brosch.

    (nr-Werkstatt ; Bd. 9)

    (PDF-Datei, 140 S., 888 KB)

    Update [21.02.2011]: Eine Ergänzung zum Thema gibt es hier:

    PR in der Wikipedia.

    Viel Spaß!

    Tags: analytische Recherchen, Quellenpüfung, Validierung

  • Journalismus & Recherche » 2006

    Tuesday, October 17th, 2006

    … aber morgen reden sie wenigstens mal drüber.

    Aktuelle Stunde auf Antrag von SPD und Grünen “ zur Regelung bzw. des freien Zugangs zu amtlichen Informationen (Bayerisches Informationsfreiheitsgesetz). Die Opposition will, daß der mündige Bürger gegenüber der Verwaltung ein erweitertes Recht auf Auskunft erhält und damit mehr Mitspracherecht, Transparenz und Kontrolle ermöglicht wird. Auf europäischer Ebene und in anderen Bundesländern sei solches längst verwirklicht. Die CSU-Mehrheit hat dies in den Ausschüssen abgelehnt“ (Quelle: Max Online.)

    Thursday, September 28th, 2006

    Seminar ist abgesagt – zu wenige Teilnehmer, zu hohe Gebühr. Ils sont fous les….

    Die Nieman Foundation, eines der renommiertesten Journalismus-Institute der USA, und die Organisation Investigative Reporters and Editors veranstalten ein zweitägiges Seminar für investigative Recherche in Paris. Unten die PM dazu. Das Programm ist hier abzurufen (PDF, 232 kb).

    Hört sich sehr interessant an. Der (leider übliche) Wermutstropfen: 1100 Euro Teilnahmegebühr für Festangestellte, 950 Euro für Freiberufler.

    Following the success of “Narrative Journalism” last year, Sciences Po, the Nieman Foundation for Journalism at Harvard University and Investigative Reporters and Editors are organizing their first professional seminar in Europe dedicated to “Investigative Journalism.”

    You are invited to join an intensive two-day workshop on investigative journalism with top reporters and editors from around Europe and the United States.

    This two-day seminar, which will be held at Sciences Po in Paris on 30th and 31st October 2006, is targeted specifically at experienced journalists, in magazine, newspapers and broadcasting, who have the benefit of depth of reporting from years of work.

    For further information you can look at the programme:

    http://www.sciences-po.fr/spf/programmes/communication/06JOU99.pdf

    You can also contact us at +33 (0) 1 44 39 40 86. We will be happy to answer your questions. Sincerely, Isabelle de BATZ Programme Manager Sciences Po – Eecutive Education Department. tel : +33 (0) 1.44.39.40.86 / Fax : +33 (0) 1.44.39.07.61

    E-mail : isabelle.debatz@sciences-po.fr

    Friday, September 1st, 2006

    Da Informationen sammeln und Daten Schützen zwei Seiten einer Medaille sind, sei mir hier ein kleiner Hinweis auf das gestern erschienene Buch „Schwarzbuch Datenschutz“, herausgegeben von den FoeBuD-Recken Rena Tangens und padeluun.

    Das Buch versammelt auf rund 180 Seiten 38 Laudatio-Texte (also Laudationes) aus sechs Jahren Big-Brother-Award, den der FoeBuD mit einer Reihe von Organisationen alljährlich so genannten Datenkraken verleiht, Unternehmen und Personen, die sich durch außerordentlich Datenschutz-unsensiblen Umgang mit Informationen auszeichen. Damit daraus Erfolgsgeschichten werden, wie die Herausgeber in ihrem Vorwort schreiben, sind die Laudatio-Texte um – meistens sehr knappe – frisch recherchierte Nachträge ergänzt. Mit einer Argumentations- und Orientierungshilfe, warum Privacy überhaupt wichtig für die Demokratie ist und wohin die Reise zwischen den Polen „Privatsphäre gibt es sowieso nicht mehr“ und „meine Daten gehören mir“ in der RFID- und Social-Software-getaggten „Wir-Wollen-Alles-Über-Sie-Wissensgesellschaft“ gehen kann, schließt das Schwarzbuch Datenschutz (13,90 Euro im Buchhandel, FoeBuD-Shop, Amazon).

    Thursday, August 31st, 2006

    Gerade hereingeflattert:

    Die zentrale Rolle der Suchmaschinen in der Informationsgesellschaft hat sich auf hohem Niveau etabliert. Gleichzeitig wächst von vielen Seiten die Kritik an den monopolartigen Strukturen des digitalen Wissenszugangs und der Ruf nach Alternativen wird (endlich) unüberhörbar lauter.

    Das 3. SuMa-e.V.-Forum wird Trends, Richtungen, Probleme und Alternativen vorstellen und diskutieren. Dabei werden drei Richtungen genauer betrachtet: Entwicklungen in der Technik, in der Wirtschaft und deren Reflexionen in der Medienkunst. Die Veranstaltung findet statt am Donnerstag, den 28.9.2006, ab 13.00 Uhr in der Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund, In den Ministergärten 10, 10117 Berlin (Anfahrtsplan).

    Das Veranstaltungsprogramm enthält unter anderem Vorträge von Google-Pressesprecher Stefan Keuchel, dem 18-jährigen Metager2-Entwickler Markus Franz sowie diversen Wissenschaftlern. Die Teilnahme kostet 20 Euro (ermäßigt 10 Euro), Anmeldung ist erforderlich und bis zum 19. September per Email und Überweisung (s. Programmseite) möglich.

    Ach, das da oben ist bloß eine „suchmaschinenfreundliche“ Überschrift. Nicht so ernst nehmen – meine vorige Blog-Lektüre hat die Fantasie auf Abwege gebracht …

    Thursday, August 31st, 2006

    Standesdünkel oder Printkomplex? Die FAZ bedauert jedenfalls in ihrem heutigen Feuilleton auf Seite 35, im Internet recherchiert zu haben. Internetrecherche, tss, na sowas, bäh, Schweinkram, das …

    Das Eröffnungskonzert des Kunstfestes Weimar steht seit 2004 unter der Überschrift „Gedächtnis Buchenwald“ und nicht, wie es an zwei Stellen unseres gestrigen Artikels „Gute deutsche Sätze“ irrtümlich hieß, „Gedenken Buchenwald“. Das gesamte Festival trägt auch in diesem Jahr wieder das Motto „pèlerinages“, dessen Schreibweise beim Redigat des gestrigen Berichts unserer Musikredakteurin leider in „pélérinages“ geändert wurde. Wir bedauern die Internetrecherche. [Hervorhebung von mir.] F.A.Z.

    Liebe FAZ, vielleicht üben wir das einfach mit der Internetrecherche noch mal, statt gleich das gesamte doofe Internet auf euren Rechnern deinstallieren zu müssen. Das geht nämlich auch anders, bei Fragen zur französischen Rechtschreibung z.B. hier, hier, hier, hier und hier. Dann landet ihr auch nicht mehr auf Schweinkram- so komischen Web-2.0-Seiten bei der Suche nach der korrekten Schreibe von „pèlerinage“.

    Monday, August 21st, 2006

    Recherchen, die die Persönlichkeitsrechte eines Betroffenen berühren, sind auch bei einem nur „schwachen Verdacht“ gerechtfertigt, so das Oberlandesgericht.
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    Wednesday, August 16th, 2006

    Der vordere Teil unserer Überschrift belobigt die Jungle World für die schöne Überschrift.

    Gestern frug ich mich, warum denn noch niemand über Grass’ Vergangenheit gestolpert ist. Einer der Biografen, jemand der über ihn schreibt. Recherche, die noch nicht einmal die Absicht hätte haben müsen, Grass etwas anzuhängen, hätte helfen können. Die Suche nach Zeitzeugen, Menschen, die Grass als Soldat erlebt haben, die Suche nach Dokumenten und sei es nur zu illustrativen Zwecken – all das hätte Chancen geöffnet, dahinter zu kommen.

    Heute berichtet die Berliner Zeitung, dass Grass „vorläufige Erklärung“ als Kriegsgefangener zugänglich im Archiv lag – vermutlich seit 1964.

    Im Moment interessiert aber die Frage, hätte man die Geschichte nicht nur finden können, sondern geradezu finden müssen, wenn man recherchiert hätte?

    Wir bleiben dran.

    Nachtrag 23 Uhr: Die Spekulation, das Grass einer möglichen Veröffentlichung zuvor kommen wollte, wurde entfernt, da es anders als Berliner Zeitung und Kölner Stadtanzeiger berichteten, keine entsprechenden Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit im Bundesarchiv gibt.

    Tuesday, August 15th, 2006

    Nur kurz. Die internen Weisungen der Bundesagentur für Arbeit (BA) sind jetzt online.
    Die BA teilt hierzu in einer Pressemitteilung mit: „Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat im Internet bisher interne Weisungen und Informationen veröffentlicht.“ Genau und kein einziges Dokument darüber hinaus. Und das obwohl auch einzelnen andere Dokumente bereits nach dem IFG herausgegeben wurden und diese dann eigentlich online gestellt werden sollten.
    Weiter heißt es „Die BA setzt damit das seit dem 1. Januar 2006 geltende Informationsfreiheitsgesetz um. (…) Die BA hat sich für die Veröffentlichung zahlreicher Informationen im Internet entschieden, um Bürgern ohne Antragstellung Einsicht in wichtige interne Weisungen zu geben.“ Richtiger wäre wohl, dass die BA damit einem geschlossenen Vergleich nachkommt. Sie selbst hat das nicht entschieden, sondern ausdrücklich verweigert, sonst hätte man ja nicht vor Gericht ziehen müssen.

    „Für die BA bedeutet das neben dem Serviceangebot auch eine Arbeitserleichterung.“ We will quote you on that!
    „Das Angebot wird ständig aktualisiert und erweitert.“ Wir sind gespannt und halten den geneigten Leser hier auf dem Laufenden.

    Thursday, August 10th, 2006

    Den Computer arbeiten lassen, um aus Datenbanken und Zahlenbergen die exklusive Story zu destillieren: Computer Assisted Reporting (CAR) gehört für die Kollegen in vielen Ländern längst zum Recherche-Alltag. Auch in Deutschland eröffnen uns Informationsfreiheitsgesetze in mittlerweile acht Bundesländern und seit 1. Januar 2006 auf Bundesebene den Zugang zu Datensätzen aus Ämtern und Behörden. Daneben zeigen wir, wie bereits öffentliche Daten gefunden werden und wie man sie verarbeiten kann.
    Für CAR muss man kein Computer-Spezialist sein: In diesem dreitägigen Workshop geben wir einen Überblick über die Methoden und ihre Anwendungen. Das Recherchieren mit Hilfe von Excel wird ausführlich trainiert; an Beispielen aus dem In- und Ausland – und an den mitgebrachten Rechercheprojekten der Teilnehmer. Geeignete Projekte und Datensätze werden vorab mit den Teilnehmer besprochen. Zusätzlich gibt es vorab ein paar Excel-Übungen, um die Grundlagen zu vermitteln.

    Mit Michael Holm, Dänemark, ehemals Danish International Center for Analytical Reporting (DICAR) und Marcus Lindemann (nr).

    an der Akademie für Publizistik, Hamburg

    Termin: 30. Oktober bis 1. November

    Gebühr: 585 Euro

    maximal 10 Teilnehmer

    Anmeldung über http://www.akademie-fuer-publizistik.de/.

    Inhaltliche Rückfragen etc. gerne an Marcus Lindemann.

    Wednesday, August 9th, 2006

    Klar. Als AOL 500 MB an Suchdaten ins Netz stellte – absichtlich, als Fundus für Suchforscher –, war die Aufregung erstmal groß. AOL hatte die Suchdaten „anonymisiert“ – wozu es nach Ansicht des Unternehmens ausreichte, Nutzerkennungen durch Nummern zu ersetzen. Die Kritik war heftig. Aber schnell war (mindestens) ein bekannter Suchexperte zur Stelle, um AOL in Schutz zu nehmen und die Vermutung, anhand der Suchanfragen selbst werde es ein leichtes sein, Nutzer zu identifizieren, als übertrieben abzutun:

    Nevermind that no one actually has come up with an example where someone could be identified. Just the theoretical possibility is enough to create a privacy firestorm in some people’s minds.

    Und nun das: Michael Barbaro und Tom Zeller Jr. von der New York Times haben fleißig recherchiert und der Nummer ein Gesicht gegeben: „A Face Is Exposed for AOL Searcher No. 4417749“.

    Was jetzt, Herr Linden? Immer noch alle nur paranoid da draußen?

    Also denkt dran: Immer schön Cookies löschen!

  • Journalismus & Recherche » 2006

    Saturday, December 30th, 2006

    Mary-Jo Websters Teil des Seminars „Transparency Reporting and Computer-Assisted Reporting“, organisiert von Tagesspiegel und World Press Institute in Frankfurt/Oder, war sicher der Glanzpunkt der Veranstaltung.

    Anhand schöner Beispiele aus der Praxis demonstrierte sie, wie CAR im journalistischen Alltag funktionieren kann. Ihre Präsentation und eine Linkliste der zitierten Artikel hat sie nun online gestellt. Viel Spaß beim Stöbern.

    Friday, December 29th, 2006

    Die EU-Kommission wird vor dem Europäischen Gerichtshof Klage gegen fünf Länder erheben, die sich nicht an die von der EU festgelegten Regeln halten, nach denen öffentliche Informationen weiterverwendet werden dürfen. Das kündigte Viviane Reding, EU-Kommissarin für die Informationsgesellschaft, in einer Pressemitteilung an.

    Belgien, Luxemburg, Österreich, Portugal und Spanien haben es bislang versäumt, der Kommission mitzuteilen, wie sie die Vorgaben der Richtlinie zur Verwendung von „Public Sector Information“ (PSI) in die Praxis umsetzen wollen.

    Die Begründung ist eine rein wirtschaftliche: Informationen der öffentlichen Hand sind zwischen 10 und 48 Milliarden Euro wert, würden sie ökonomisch genutzt. Diese Zahlen kommen laut Kommission aus einer kürzlich durchgeführten Vergleichsstudie; wie zuverlässig sie sind, wird wohl Geheimnis der Forscher bleiben (was man von einer Spanne von „10 bis 48 Milliarden Euro“ zu halten hat, soll jeder selbst entscheiden).

    Aber je mehr Informationen der öffentlichen Hand zur Verfügung stehen, desto besser in den meisten Fällen auch für Rechercheure und/oder Journalisten. Da ich mich im analogen Loch befinde, bin ich gerade etwas recherche-behindert und kann mir die Richtlinie nicht anschauen. Interesant wäre zu wissen, zu welchen Konditionen die Informationen zur Verfügung gestellt werden müssen.

    Die vollständige Pressemitteilung:

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    Thursday, November 23rd, 2006

    Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) ermöglicht auf ihrer Website die Suche in einigen Speziallexika.
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    Wednesday, November 15th, 2006

    Abschlussveranstaltung des BMWi-Projektes „Starke Anonymität und Unbeobachtbarkeit im Internet“.
    Fr., 24.11.06, 10.00-16.30 h, BMWi, Scharnhorststr. 34-37, 10115 Berlin.

    Das Projekt „AN.ON – Anonymität Online“ entwickelt und betreibt den vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) geförderten Internet-Anonymisierungsdienst AN.ON/JAP. Die Software JAP wurde inzwischen einige Millionen Mal aus dem Internet heruntergeladen und von zahlreichen Nutzern regelmäßig für den anonymen Zugriff auf Internetseiten eingesetzt. Die finanzielle Projektförderung durch das BMWi läuft zum Ende des Jahres aus.

    Unter dem Motto „Technik-Szenarien-Geschäftsmodelle“ sollen insbesondere Erfahrungen ausgetauscht und wirtschaftliche Perspektiven diskutiert werden.

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    Wednesday, November 15th, 2006

    Professionelle Fotografen und Bildjournalisten machen nicht nur Bilder, sondern sie verbinden diese Bilder mit Texten. Das geschieht, um die Bilder recherchierbar zu machen; zum Beispiel werden Angaben über das Motiv, den Fotografen, Ort und Zeit der Aufnahme, Rechteinhaber, Schlagworte usw. gemacht.

    Normiert sind diese Datenformate in den Standards des International Press and Telecommunications Council (IPTC) und der Newspaper Association of America (NAA). Der neueste Standard, der die beiden Vorgänger ersetzen soll, ist NewsML, News Markup Language.

    Solche Daten werden z.B. in JPEG-Dateien im Bild selbst gespeichert und können durch Bildverarbeitungsprogramme angezeigt werden. Die Bilder enthalten also aussagekräftige Metadaten. Moderne Kameras vergeben diese Daten teilweise selbstständig, etwa Angaben zu Zeit und Ort eines Bildes. Diese Daten können zur Entlarvung von Personen führen, wie Presseberichte zeigen.
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    Monday, November 13th, 2006

    Derek Willis hat ein Wiki namens „The Reporters Cookbook“ aufgesetzt. Es ist als Materialsammlung für Journalisten gedacht, die computergestützt recherchieren. Interessierte finden dort Programme, Informationen zur Untersuchung von Dateien (z.B. Excel), Datenbanken und Statistiken und weiteres mehr. Da es sich um ein Wiki handelt, kann man selbst dazu beitragen.

    The Reporters Cookbook:
    www.forjournalists.com/cookbook/index.php?title=Main_Page

    [AUde]

    Sunday, November 5th, 2006

    Von Martin Huckerby (The Thomson Foundation) stammt The Net for Journalists, eine Anleitung zur Online-Recherche. Sie richtet sich an „journalists in developing countries“, deutsche Leser sind also auch angesprochen. Veroeffentlicht wurde das Werk von der UNESCO, auf deren Server es auch als PDF geladen werden kann. Eine (auf viele Pages verteilte) Online-Version und die Inhaltsübersicht gibt es auf der Homepage von Huckerby bei der Thomson Foundation.

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    Thursday, November 2nd, 2006

    Volker König schreibt über den zweifelhaften Wert von „Kundenrezensionen“ bei Amazon auf telepolis: Der Troll als Leser : Rache-„Rezensionen“ im Online-Bücherladen. So lesenswert (und vor allem facettenreich) dieser Text ist, neu sind die Zweifel an Amazon-Rezensionen nicht.
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    Sunday, October 29th, 2006

    Mo./Do., 20./21.12.1006, Frankfurt / Oder, Viadrina.
    Bewerbungsschluss: So., 12.11.2006.

    Das World Press Institute veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Tagesspiegel und anderen Organisationen ein kostenfreies Seminar über computergestützte Recherchetechniken und Grundzüge des aufklärenden Journalismus. Die Seminarsprache ist Englisch.

    Themenfelder: 1. Computergestützte Recherche und Datenverarbeitung , 2. Internet-Recherche für Fortgeschrittene ,

    3. Aufklärerischer/aufdeckender Journalismus – „Transparency Reporting“ .

    Schriftliche Bewerbung (auch per E-Mail) inklusive kurzer Zusammenfassung der bisherigen Berufslaufbahn und kurzer Ausführung über Interesse an dem Seminar an: Der Tagesspiegel, c/o Lars von Toerne, 10876 Berlin

    toerne@tagesspiegel.de .

    Weitere Informationen auf dem Server des netzwerk recherche, aus dessen Newsletter dieser Hinweis stammt.

    [AUde]

    Tuesday, October 24th, 2006

    Der Open-Source Webbrowser Firefox der Mozilla Foundation sucht nach Ideen für die Weiterentwicklung des Programmes. Im Mozilla-Wiki können Vorschläge für neue Funktionen gemacht werden.

    Firefox hat eine große Entwicklergemeinschaft; zudem kann das „Kern“-Programm durch „Extensions“ (zu deutsch Erweiterungen) schon jetzt nach den Bedürfnissen des Nutzers ergänzt werden. Viele dieser Erweiterungen sind gerade für die Online-Recherche von hohem Nutzen.
    (more…)

  • Journalismus & Recherche » Blog Archive » Was ist größer, ein Teil oder das Ganze, liebe Süddeutsche Zeitung?

    Journalisten machen Fehler, jeden Tag, bei jeder Zeitung. Um Skepsis, den Umgang mit Fehlern und das Belegen von Fehler zu üben, sollen Studenten meiner Recherche-Vorlesung Fehler suchen und in einem kurzen Blog-Eintrag dokumentieren (Blog vorerst nicht öffentlich.). Vermutlich lässt sich jeden Tag auf jeder Zeitungsseite ein mehr oder minder gravierender Fehler oder Mangel finden. Ja, in jeder Zeitung, auch in der Süddeutschen.

    Das habe ich am 6. Oktober gesagt und schon in der Süddeutschen Zeitung vom selben Tag stolperte ich über folgende Sätze:

    „In Deutschland beispielsweise umfasst der Gesamtwerbemarkt ein Volumen von etwa 27 Milliarden Euro.
    Davon werden laut einer Prognose des Bundesverbandes für Digitale Wirtschaft in diesem Jahr knapp 19 Prozent auf Werbung im Internet entfallen, aber knapp 39 Milliarden Euro auf TV-Werbung.“ (http://www.sueddeutsche.de/digital/internetfaehige-fernseher-google-herrschaft-im-wohnzimmer-1.1009095-2).

    Mindestens eine der beiden Zahlen in diesem Absatz muss falsch sein. Die Zahlen des als Quelle genannten Bundesverbandes für Digitale Wirtschaft sind leider nicht online – vermutlich muss es aber heißen, dass 39 Prozent und nicht 39 Milliarden (von insgesamt 27 Milliarden) auf Fernsehwerbung entfallen.

    (Tippfehler korrigiert am 18.10., 11.25 Uhr)