Kategorie: Allgemein

  • Journalismus & Recherche » Blog Archive » Verschlossene Auster 2008 an Thomas Bach und das IOC

    Das Netzwerk Recherche verleiht die Verschlossene Auster 2008 an das Internationale Olympischen Komitee und seinen Vizepräsidenten Thomas Bach, ehrenamtlicher Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes.

    Die Laudatio hält gerade Andrew Jennings. Das Transkript reichen wir nach, so bald wir es in die Finger kriegen.

    Tags: 2008, IOC, Jahreskonferenz, Jahreskonferenz 2008, Netzwerk Recherche, Olympia, Thomas Bach, Verschlossene Auster

  • Journalismus & Recherche » Blog Archive » Handbuch zum „aktivem Presserecht“ geplant

    Das netzwerk recherche plant, zusammen mit Prof. Branahl (Uni Dortmund, Institut für Journalistik) ein Handbuch zum „aktivem Presserecht“. Das Ziel ist es, anhand von konkreten Fällen zu zeigen, wie und wo Journalisten ihr Informationsrecht nach dem Presserecht, dem Informationsfreiheitsgesetz, dem Umweltinformationsgesetz, oder anderen Gesetzen bei Behörden zur Not auch vor Gericht durchsetzen können.

    Es sollen Fälle gesammelt, aus denen beispielhaft hervorgeht, mit welchen Formulierungen erfolgversprechende Anträge gestellt werden können. Wo diese Anträge eingereicht werden müssen und wie man mit einer Ablehnung umgeht. Gezeigt werden soll, wie man Widersprüche bei Behörden stellt und wie man schließlich eine Klage durchsetzt und was das alles kostet.

    Dazu werden nicht nur die Auswertung der Fälle vorstellt, sondern die Fälle selbst mit ihren Schriftsätzen dokumentiert. Wie aus einem Werkzeugkasten sollen sich Journalisten dann in dem Handbuch bedienen können, wenn sie ihren Auskunftsanspruch durchsetzen wollen. Frei nach dem Motto: Die Gesetze sind da, lasst uns sie einsetzen.

    Das Handbuch soll gedruckt und im Web publiziert werden. Es soll zudem vor allem im Netz laufend ergänzt werden mit neuen interessanten Fällen. Um schnell mit der Arbeit beginnen, werden mindestens 12 Fälle aus der Praxis gebraucht; jeweils Schriftsätze, Anträge, Entscheidungen und gegebenenfalls die Urteile.

    Wer hat Fälle, oder kennt Journalisten, die ihren Informationsanspruch vor Gericht durchgesetzt haben? Hinweise bitte an David Schraven, der das Projekt koordiniert, unter
    david.schraven@mag.cc.

    [AUde]

  • Journalismus & Recherche » 2006

    Matthias Döpfner hat Springer Aktien von Friede Springer gekauft – für 52,3 Millionen Euro. Das Handelsblatt berichtet online:

    „Zum Kaufpreis von 52,3 Millionen Euro käme die Schenkungssteuer hinzu, die Döpfner entrichten müsse, weil er einen Vorzugspreis bekommen habe. Die Steuer müsse auf die Differenz zwischem dem Börsenkurs der Aktie am Tag des Vertragsabschlusses (104 Euro) und dem Kaufpreis (77 Euro) entrichtet werden. Die Schenkungssteuer belaufe sich auf 18,36 Millionen Euro.“

    Ich schlucke, Mist so’n Geschenk bei der Steuer. Das kann natürlich nicht sein und es ist auch nicht so. Und egal, ob Springer-Sprecherin Edda Fels das so gesagt hat, wie der Konjunktiv hier suggeriert, das Handelsblatt hätte drauf kommen können müssen, dass das nicht stimmt. Alle mal mittmachen, Taschenrechner raus!

    Textaufgabe, fünfte Klasse. Matthias war brav und bekommt von Tante Friede zur Belohnung 680 000 Aktien. Die Aktien sind 104 Euro wert, doch Tante Friede will dafür nur 77 Euro. Wie groß ist das Geschenk von Tante Friede?

    (104 € ? 77 €) × 680 000 = 27 € × 680 000 = 18 360 000 € = 18,36 Mio.

    Nun soll ja laut Handelsblatt bzw. Edda Fels die Schenkungssteuer 18,36 Millionen betragen. Demnach läge der Steuersatz bei 100 Prozent, so dass Beschenkte Ihre Geschenke vollständig beim Staat abliefern müssten.

    Das ist natürlich Unsinn. Online findet sich die Info recht schnell beim Finanzministerium.

    Allen Spöttern zum Trotz besteht ja kein Verwandtschaftsverhältnis zwischen Springer und Döpfner, weswegen Herr Döpfner in Steuerklasse III fällt und nur einen Freibetrag von 5 200 Euro hat.

    Für Erbschaften und Geschenke zwischen 12,783 Millionen Euro und 25,565 Millionen Euro liegt der Steuersatz in dieser Klasse bei 41 Prozent.

    Demnach muss Döpfner folgenden Betrag zahlen:

    (18 360 000 € ? 5 200 €) × 41% = 7 525 468 € = 7,53 Mio €

    Schön für den Staat und immer noch ein gutes Geschäft für Döpfner, auch wenn er es über Kredite finanziert hat.

    Nachtrag, 20. Juli, 20:10 Uhr

    Die Pressesprecherin des Springer-Verlags hat auf Anfrage von Journalismus & Recherche mitgeteilt, dass der Fehler vom Handelsblatt gemacht worden sei. Sie habe den Betrag richtig als zu versteuernden Vorteil bezeichnet.

    Der Aktienkurs zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses lag nach Springer-Angaben bei 104,10 Euro.
    Damit verändern sich unsere Berechnungen minimal:

    (104,10 € ? 77 €) × 680 000 = 27,10 € × 680 000 = 18 428 000 € = 18,43 Mio.

    Allerdings stimmt dann die Springer-Zahl nicht mehr …

    21.40 Uhr:

    Die Spekulationen über Verwandtschaftsverhältnisse reißen nicht ab. Oder wie soll man die Netzeitung verstehen, die schreibt:

    „Der Satz der Schenkungssteuer beträgt zwischen zwei und 60 Prozent und ist unter anderem vom Grad der Verwandtschaft abhängig.“

    Der Grad der Verwandschaft kann ja keine Rolle spielen. Und der Steuersatz variiert auch für Verwandte nur zwischen 7 und 50 Prozent. Sind Schenkender und Beschenkter nicht verwandt, hängt der Steuersatz von der Höhe der Schenkung ab. Sicherheitshalber würde ich an dieser Stelle noch einen Steuerberater oder das Finanzministerium anrufen. Selbst Blogger können irren…

    Nachtrag, 21. Juli: Das Handelsblatt hat den Satz entfernt – ohne darauf hinzuweisen oder den Zeitstempel zu korrigieren. Wir haben natürlich einen Screenprint.

    Wir weisen darauf hin, dass wir zwei Tippfehler korrigiert haben, nachdem Thorsten darauf hingewiesen hat.

  • Journalismus & Recherche » Blog Archive » Metadatenmanifest des BVPA

    Der Bundesverband der Pressebild-Agenturen und Bildarchive e.V. (BVPA) fordert seit Kurzem * den Erhalt der Metadaten in Fotos. Dem Verband geht es dabei um die Interessen der Urheber und Rechteinhaber, denn es würden „Bilder ohne Quellenangabe zum Spielball für jedermann, zum vermeindtlich rechtefreien Illustrationsobjekt, zum anonymen Content, dessen sich jeder bedienen zu können meint.“
    Der BVPA nennt nach einer Stichprobenanalyse „den Anteil der Fotos von Bildagenturen, die ohne die original Metadaten veröffentlicht werden, allein auf deutschen Zeitungsseiten auf ca. 75%.“

    Entsprechend fordert der BVPA in einem „Metadatenmanifest“, die Metadaten bei digitaler Veröffentlichung zu erhalten.

    Schön und gut.
    Rechercheure, die sich auch auf die Analyse von Metadaten verstehen, werden das begrüßen. Allerdings scheint es mir wenig wahrscheinlich, dass auf 75% der deutschen Zeitungsseiten die Online-Redakteure damit befasst sind, Metadaten aus Bildern zu löschen. Deren Fehlen hat andere Ursachen, vermute ich mal.

    *): Wie wäre es mit schlichter Gedankenlosigkeit? Immerhin publiziert der BVPA sein Metadatenmanifest ohne Datumsangabe, und die die angebotenen „Protect Metadata-Logos zur Verwendung für Unterstützer“ sind von Metadaten frei.

  • Journalismus & Recherche » Blog Archive » Online-Recherche: Suchmaschinen-Syntax (2/4)

    Heute nun Teil zwei der Suchmaschinen-Syntax: die Funktionen, die über die erweiterte Suche nicht zur Verfügung stehen bzw. zum Teil auch gar nicht dokumentiert sind sowie die beiden Funktionen von Google (related und link), die nicht mit anderen Operatoren kombinierbar sind.

    Beim Ausprobieren ist mir klar geworden, dass (bis auf einen) all diese Operatoren bei Google, nicht aber bei Bing funktionieren. Die Ausnahme ist der schöne Operator [ip:] mit dem sich alle Seiten auf einem Server mit der angegebenen IP-Adresse finden lassen – das funktioniert aber nur bei Bing und nicht bei Yahoo.

    Die Übersicht habe ich im gleichen Layout wie den ersten Teil gestern erstellt und sie findet sich jetzt hier (pdf).

    Am Wochenende gibt es dann den Rest zu den erweiterten Suchen und eine Sammlung der bis dahin vergessenen Hinweise zur Suchmaschinen-Handhabung. Ab Montag startet dann eine Reihe über Suchstrategien – erstmal für eine Woche.

    Ergänzungen, Fehlerhinweise etc gerne!

  • Journalismus & Recherche » Blog Archive » Neues rund um das IFG (Presseschau)

    Über die Neuigkeiten rund um das Informationsfreiheitsgesetz schreiben jetzt so viele, dass wir das im Moment nicht machen müssen. Gerne stellen wir hier aber eine Übersicht zusammen und tragen neue Linklisten nach.

    Hier die bisherigen Meldungen des jahres 2007:

    Statistische Bilanz zum Informationsfreiheitsgesetz veröffentlicht Heise Newsticker – Germany

    Die meisten Anträge nach dem Informationsfreiheitsgesetz wurden von Privatpersonen gestellt, nur 92 von recherchierenden Journalisten und vier von …

    Ein Jahr Informationsfreiheitsgesetz des Bundes Businessportal24 (Pressemitteilung) – Bad Lausick,Germany

    Das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) ist seit 1. Januar 2006 in Kraft. Es gibt Jedem einen Anspruch auf Zugang zu amtlichen Informationen bei …

    Bund verdient gut an Gebühren taz – Germany

    Als „Treibsatz“ habe sich das Informationsfreiheitsgesetz erwiesen, bei dem Bürger gegen eine Gebühr von bis zu 500 Euro Amtsakten einsehen können. …

    Bundesministerien verzeichnen explodierendes Gebührenaufkommen Spiegel Online – national,Germany

    Zudem sorge das Informationsfreiheitsgesetz für eine große Nachfrage nach Akteneinsicht, wofür die Bürger jeweils 500 Euro Gebühren bezahlen müssen.

    BREMEN: Ziel: Einbindung der Bürger Verlagsgruppe Kreiszeitung – Germany

    Gestern ging es ua um das Informationsfreiheitsgesetz, das in Schweden bereits seit vielen Jahren die Veröffentlichung aller öffentlichen Dokumente …

    Informationsfreiheitsgesetz: Der BfDI konnte in rund zwei Dritteln Compliance-Magazin.de – München,Germany

    Januar 2006, ist das Informationsfreiheitsgesetz des Bundes (IFG – BGBl. 2005 I S. 2722) in Kraft getreten, das jedem ein Akteneinsichts- bzw. …

    Ämter blockieren Informationsfreiheit Handelsblatt – Düsseldorf,Germany

    Weil eine Bundesbehörde in einem Gerichtsprozess eine Niederlage fürchtete, hat sie einem Bürger Akteneinsicht nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) …

    Beauftragter für Informationsfreiheit fordert mehr Transparenz Heise Newsticker – Germany

    Die bisherigen Erfahrungen haben seiner Ansicht nach gezeigt, „wie wichtig das Informationsfreiheitsgesetz für eine offene und demokratische Gesellschaft ist …

  • Journalismus & Recherche » Unsere Workshops auf der #nr10- Jahrestagung des Netzwerk-Recherche 2010

    Die Macher dieses Blogs präsentieren auf der Jahrestagung des Netzwerk Recherche am 9./10. Juli 2010 in Hamburg (Programm hier) die Workshops zu „Computer & Recherche“ – die ausführliche Beschreibung der Workshops finden Sie hier:

    Computer & Recherche: Fact-Checking im Internet

      Marcus Lindemann (autoren(werk)

      Wieviel Geld hat Friede Springer Matthias Döpfner geschenkt? Wieviel Schenkungssteuer muss Döpfner dafür zahlen? Wie lang ist der Rhein? Wo liegt Hassloch? – Täglich werden -auch in den sogenannten Qualitätsmedien- falsche Fakten berichtet, obwohl sich vieles davon schnell und zuverlässig online recherchieren lässt. Der Workshop zeigt beispielhafte Fehler von Handelsblatt, Süddeutscher Zeigung und Co – und wie sie mit etwas Online-Recherche zu vermeiden gewesen wären.
      Der Schwerpunkt liegt auf Fehlern in Leitmedien, da sie sich von hieraus durch abschreibende Kollegen, die auf die großen angesehenen Blätter vertrauen, vervielfachen.

      Schneller, besser, tiefer: Methodisch online recherchieren

    Marcus Lindemann, autoren(werk)

    Der Workshop stellt Strategien für wiederkehrende Recherche-Muster vor: Wie kann ist etwas finden, wenn ich nicht weiß, wie es heißt? Wie kann ich zu einer Frage eine Online-Quelle gezielt befragen? Warum ist die Eingabe „Vorname Nachname“ in de google Suchschlitz keine gute Lösung für die Suche nach einer Person? Wie kann ich deep-web-Quellen erschließen? Wie finde ich Datenbanken zu jedem Thema?

    Achtung: Der Workshop setzt Kenntnisse der Google-Syntax voraus und erklärt nicht, warum Suchmaschinen das deep web nicht erschließen!

    Marcus Lindemann ist geschäftsführender Autor von autoren(werk) und produziert u.a. die non-fiktive Detektivreihe „WISO ermittelt“ für das ZDF. Er unterrichtet Recherche an Hochschulen und in der journalistischen Aus- und Weiterbidlung. Dort und in inhouse-Schulungen für Verlage und Sender haben schon Hunderte von Journalisten gelernt, wie sie Google in ihrem Alltag besser und effizienter nutzen können. Er bloggt zu Recherche-Themen zusammen mit anderen Recherche-Trainern auf recherche-info.de.

  • Journalismus & Recherche » Präsentationen der nr-Jahrestagung (Archiv)

    Wie versprochen hier die Präsentationen der Vorträge/Workshosps/Lessons auf der Jahrestagung des netzwerk recherche in Hamburg.

    Fact-Checking im Internet (Marcus Lindemann)
    Datei folgt leider erst kommende Woche, derzeitige Fassund ist, selbst in 2 Teilen zu groß für das CMS.

    Christina Elmer, RSS-Feeds – Informationsfluten kanalisieren

    Marcus Lindemann, Google für Fortgeschrittene
    Marcus Lindemann, Einmaleins des investigativen Verbraucherjournalismus

    Sebastian Moericke, CAR & Statistik – Wie finde ich statistische Daten für mein Thema?

    Jürgen Sell und Matthias Spielkamp, Digitaler Informantenschutz – Was Journalisten über den Umgang mit sensiblen Daten wissen sollten (PDF, 1,1 MB)

    außerdem (schon länger online) hier:
    Systematische Bewertung von Online Quellen
    Handout zur Personensuche

  • Journalismus & Recherche » Literatur-Empfehlungen

    Ludwig, Johannes, Investigativer Journalismus, 2., überarbeitete Auflage, 2007 (Website zum Buch www.recherchieren.org)

    Haller, Michael, Recherchieren, Uvk; Auflage: 6. A. (Februar 2004)

    Brendel, Matthias, Brendel, Frank, Richtig recherchieren, Wie Profis Informationen suchen und besorgen. Ein Handbuch für Journalisten, Rechercheure und Öffentlichkeitsarbeiter, Frankfurter Allgemeine Buch; Auflage: 2. Aufl. (1999)

    Netzwerk Recherche (Hrsg.), Leidenschaft Recherche, VS Verlag für Sozialwissenschaften (1998)
    vergriffen, aber kostenlos online http://www.netzwerkrecherche.de/dokumente/leidenschaft_recherche_2aufl.pdf

    Netzwerk Recherche (Hrsg.), Mehr Leidenschaft Recherche, VS Verlag für Sozialwissenschaften; Auflage: 1 (August 2003)

  • Journalismus & Recherche » Blog Archive » Recherche heute: Thesen für einen handwerklichen Buchbeitrag

    Nach vielen anderen Kollegen, die sich mit der Frage beschäftigen, wie sich der Journalismus nach 1995 (mit dem Wachstum des Internets) verändert hat und was man in Zukunft wissen muss, bin ich kurz vor Weihnachten gefragt worden, zu dem Buchprojekt unter Leitung von Christian Jakubetz ein Kapitel über Recherche beizusteuern. Meine ersten Gedanken hierzu will ich gerne hier diskutieren. Wichtig ist der Auftrag: Die Aufgabe des Buchs soll die Vermittlung von Handwerkszeug sein, nicht das Verbreiten von Thesen über die Bedeutung der Recherche etc. Dass ich nachfolgend dennoch mit Thesen arbeite, soll der Diskussion helfen; im Buchkapitel dann steht das Handwerk dann im Vordergrund.

    Abgesehen von exemplarischen Suchmaschinen-Anfragen (mit den universellen Operatoren von Google/Bing/Yahoo) möchte ich allerdings darauf verzichten, einzelne Tools, etwas Programme oder Websites vorzustellen.

    Wie verändert sich das Recherche-Handwerk durch die Digitalisierung?

    1.) Recherche folgt den althergebrachten methodischen Prinzipien und muss ethischen, journalistischen und
    juristischen Ansprüchen genügen – egal ob sie online oder offline stattfindet.

    a) Prinzipien: Zwei-Quellen-Regel/Quellenlage transparent machen, von außen nach innen (mit
    Einschränkung), Vollständigkeit, Plausibilität, Gegenseite hören.

    b) Ansprüche: juristisch zulässig, journalistisch sorgfältig und angemessen, ethisch begründbar, d.h.
    nach erfolgter Abwägung öffentliches Interesse vs. Einzelinteressen.

    2.) Die Unterscheidung zwischen online und offline Recherche ist daher sinnlos und führt zu mehr Problemen als Lösungen. Eine reine online-Recherche ist methodisch ebenso ungenügend oder zumindest ineffizient wie eine reine offline-Recherche. (Bei einigen Themen sind Ausnahmen denkbar.)

    Journalisten heute müssen permanent abwägen, welche Tools on- wie offline, am effizientesten sind.

    3.) Zum Minimalkanon der Internetrecherche gehört ein Grundverständnis der Funktionsweise von Suchmaschine, der zugehörigen Suchoperatoren und der Quellenprüfung. (ausführlicher Minimalkanon im Kapitel) Soll man hier auch einen Minimalkanon der offline-Recherche formulieren oder auch den Minimalkanon

    „Presserecht für Rechercheure“?

    4.) Das unter 3. beschriebene Handwerkszeug muss dann kreativ, strategisch, sinnvoll eingesetzt werden. Beispiele für Online-Strategien: Finden von Suchbegriffen, gezieltes Befragen einer Quelle, kostenlose Nutzung kostenpflichtiger Datenbanken. Beispiel für Offline-Strategien: Factchecking, Pendeln, Informanten finden, sich selbst zum Protagonist

    machen…

    5.) Die Welt verändert sich, online wie offline. (Offline sei nur an die Informationsfreiheitsgesetze erinnert.) Journalistische Bildung braucht kontinuierliche Updates. Redaktionsmanager müssen dies ebenso wie das

    redaktionsinterne Wissensmanagement organisieren.

    Das Buchkapitel könnte dann folgende Gliederung haben: I. Was schon immer galt: Prinzipien und Anforderungen an Recherche II. Minimalkanon der Offline-Recherche III. Minimalkanon der Online-Recherche IV. Minimalkanon Presserecht und Recherche V. Recherche ist immer unter Zeit- und Rechtfertigungsdruck: Wie gehe ich damit um? (Was macht Recherche effizienter, wie gehe ich mit unklaren Quellen um etc.) VI. Exemplarische Strategien für (on- und offline) Recherche

    VII. Ausblick mit Beispielen: Computer Assisted Reporting

    Ich freue mich über Widerspruch, Ergänzungen, Anmerkungen!