Wenn ich Zeit hätte, würde ich das gerne selbst machen und für mich behalten … Aber so: Vielleicht ist jemand unserer zahllosen jüngeren Leser interessiert? An einem mehrmonatigen Aufenthalt in Amsterdam in der Rechercheabteilung von Greenpeace International, bezahlt (ich weiß nicht, wie gut, aber immerhin – man bedenke: Greenpeace ist eine Non-Profit-NGO). Laut einem der zukünftigen Interns geht es vor allem um Recherche vom Computerschreibtisch aus in diversen Wirtschafts-Datenbanken – um den Weg der Soja vom Acker in den Hamburger zu verfolgen, für die in Brasilien tropischer Urwald gerodet wird, zum Beispiel. Hier die Kurzbeschreibung:
Kategorie: Allgemein
-
Recherche im Feuilleton – oder: Warum muss man das überhaupt erwähnen? – Journalismus & Recherche
Das Feuilleton gilt ja nicht gerade als Recherche-Eldorado. Schön, wenn es doch so ist, und ärgerlich, wenn man sich fragen muss, warum das nicht längst Standard ist.
Das sind die Fragen, die sich nach der Lektüre des FAZ-Artikels „Die Legende vom RAF-Spender Wolf Biermann“ stellen. In seiner Lobrede auf den Ehrenbürger-wieder-Wowereits-Willen, Wolf Biermann, sagt Klaus Wowereit, Biermann habe 1969 das Preisgeld des von West-Berlin gestifteten Fontane-Preises an die RAF gespendet. Das sagt er, um die CDU zu ärgern, die ihn zur Verleihung der Ehrenbürgerschaft genötigt hat. Vielleicht hat es ja auch gewirkt. Gestimmt hat es nicht.
Leider ist das nicht allen aufgefallen. Der Welt nicht und auch Zeit nicht. Ich war ja damals noch kein Zeitungsleser, aber bevor ich so was schreibe, würde ich mich hoffentlich zweierlei fragen: „Hoppsa, 1969 und die RAF?“, schnell mal bei Google"wiki:RAF"eingeben. Und: Kuriose Geschichte, von der ich in der ganzen Biermann-Debatte noch nie gehört habe … Das ist doch ’nen eigenen Text wert.
Den hat dann die FAZ gemacht. Lob dafür. Und der Vollständigkeit halber: Der Spiegel hat’s auch ge- und vermerkt. -
Vodcast zu Open Data – Journalismus & Recherche
Die Elektrischen Reporter basteln an einem neuen Video-Format namens ePolitik. Der erste veröffentlichte Testbeitrag kümmert sich um das Thema Open Data: Was ist das, warum gibt es diese Idee, was bewirkt sie bereits, was kann sie noch bewirken, wie ist die Situation in Deutschland – all diese Fragen werden angesprochen. Und natürlich die Frage, wie die rechtliche Situation derzeit aussieht (spoiler alarm: sehr kompliziert! ;-))
Die Macher über die Idee hinter ePolitik:
-
Beitrag zu Datenjournalismus bei ZAPP – Journalismus & Recherche
Das NDR-Medienmagazin ZAPP berichtet über Datenjournalismus. Dazu gibt’s die Interviews, die im Beitrag als Kurz-Statements erscheinen, in voller Länge (Links unten).
Das Interview mit Lorenz Matzat, Freier Datenjournalist (24:17 min).
Das Interview mit Christina Elmer, Datenjournalistin “stern” (39:34 min).
Das Interview mit Stefan Wehrmeyer, Aktivist “Open Knowledge Foundation” (08:38 min).
via netzpolitik -
Researcher Internship bei Greenpeace International – Journalismus & Recherche
Wenn ich Zeit hätte, würde ich das gerne selbst machen und für mich behalten … Aber so: Vielleicht ist jemand unserer zahllosen jüngeren Leser interessiert? An einem mehrmonatigen Aufenthalt in Amsterdam in der Rechercheabteilung von Greenpeace International, bezahlt (ich weiß nicht, wie gut, aber immerhin – man bedenke: Greenpeace ist eine Non-Profit-NGO). Laut einem der zukünftigen Interns geht es vor allem um Recherche vom Computerschreibtisch aus in diversen Wirtschafts-Datenbanken – um den Weg der Soja vom Acker in den Hamburger zu verfolgen, für die in Brasilien tropischer Urwald gerodet wird, zum Beispiel. Hier die Kurzbeschreibung:
Researcher Internship in Research Unit, Greenpeace International:
Research internships are full-time positions (40 hours per week) for a maximum of one year and include early morning, late night and weekend shifts. Remuneration is via a modest monthly honorarium. Monitor, capture, filter and organize media information and market intelligence into databases for briefs and reports to ensure strategic information is available for Greenpeace’s campaigns and projects. This role is very detail orientated, involves multiple concurrent daily deadlines and administrative tasks within the research unit.
Details bei Greenpeace(.org).
Warum das eventuell für werdende Journalisten interessant sein kann? Greenpeace ist fürs Beherrschen des Recherche-Handwerkzeugs bekannt und hat in Deutschland mit Manfred Redelfs dazu, mit Verlaub, einen der besten Rechercheure in seinen Reihen – der auch hier auf Recherche-Info.de bloggt (Kollege, bitte mehr davon).
-
Global Investigative Journalism Conference 2008, Lillehammer – Journalismus & Recherche
Über 500 Journalisten aus über 80 Staaten sitzen für ein paar Tage just in dem Hotel im norwegischen Lillehammer, in dem zu den olympischen Spielen 1994 das Olympische Komitee stets tagte. Kein gutes Omen oder eine gezielte Provokation?
So es dass WLAN eben dieses Hotels zulässt, will ich hier ein bisschen von der Konferenzberichtenverlinken.
Ein Stream ausgewählter Veranstaltungen ist hier verfügbar.
Die Handouts der über 110 Veranstaltungen sollen ebenfalls auf der Website zu finden sein. Im Moment gilt das nur für das Eröffnungspanel über den Journalismus nach 9/11 – 2001 ist gemeint, denn der 11. September 2008 wird, das kann ich nach dem ersten Tag der Konferenz sagen, den Journalismus (noch) nicht revolutionieren. Vielleicht bringt den Kollegen auch noch jemand bei, dass man Links noch besser beschriften kann – die Dateinamen, die sich jetzt online finden, kann man nicht verstehen.Downloads der handouts also hier: http://www.gijc2008.no/handouts
Links zu ausgewählten Handouts der Referenten folgen! Paul Meyers von der BBC ist furchtbar unterhaltsam und hat uns allen noch Dinge rund um die Internet-Recherche gezeigt, die wir entweder gar nicht kannten oder aber die wir noch nicht so clever genutzt oder miteinander kombiniert haben.
Seine Präsentationen sind hier online: http://www.researchclinic.co.uk/skup/
-
Informationsfreiheit in der Schweiz – Journalismus & Recherche
Wie das Nodus-Weblog meldet, ist seit dem 01.07. in der Schweiz auf Bundesebene das Bundesgesetz über das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung (BGÖ) und dessen Verordnung VBGÖ in Kraft. (Ich dachte immer, Deutschland wäre das Schlußlicht…)
Ähnlich wie in Deutschland flankieren Bürgerrechtsorganisationen die Umsetzung des Gesetzes: das Projekt befreite-dokumente.ch ist initiiert vom Chaostreff Zürich und von Trash.net. Es wird amtliche Dokumente kostenlos anbieten und Kräfte bündeln, solche anzufordern.
(gefunden bei netzpolitik.org.)
[AUde]
-
Datenspuren vermeiden – Anonym surfen – Journalismus & Recherche
Wozu anonym surfen? Weil andere, insbesondere die Betreiber angesurfter Websites, sehr viele Informationen über die Surfer bekommen können. Das kann man testen: Pages bei Privacy.net und bei Leader.ru zeigen, wie viele Infos vom eigenen Rechner an den Webserver übermittelt werden – das ist die quasi die Kehrseite des Surfens: Man recherchiert nicht anderen hinterher, sondern wird recherchiert.
Vor allem: Der Betreiber einer Website kann auf diese Informationen reagieren und seinerseits eine Webseite nur für diesen einen Surfer ins Netz stellen. Ein Beispiel dafür ist Google. Surft man aus Deutschland erstmals zu Google.com, landet man bei Google.de – Die Suchmaschine hat anhand der IP-Adresse gemerkt, dass der Surfer aus Deutschland kommt, und leitet ihn gleich zur deutschen Version weiter. Das ist als Service zu verstehen, zeigt aber das Problem, um das es geht. Anonymisierung hilft dagegen.
Um etwas tiefer einzusteigen: Man kann nicht verhindern, dass Datenspuren des eigenen Surfverhaltens entstehen. Man kann aber steuern, wo diese entstehen und wer Zugriff darauf hat. Dementsprechend muss man sich überlegen, vor wem man Anonymität wahren möchte: Vor dem eigenen Provider oder Arbeitgeber, oder vor dem Betreiber der gesurften Websites, oder noch anderes.
In vielen Fällen ist ein Besuch eines Internet-Cafés eine ausreichende und vor allem unkomplizierte Maßnahme.
Anonymisierungs-Software
Es gibt Netzwerke und Programme zur Anonymisierung. Die sind leistungsfähig, setzen aber eigene Installationsarbeiten voraus, da die Anonymisierung mit Verschlüsselung der Kommuikation einher geht. Und die muss eben bereits im eigenen Rechner beginnen.
Bemerkenswert ist die Geschichte des Projekt: AN.ON – Anonymität.Online, auch bekannt als Java Anon Proxy (JAP). Entwickelt an der TU Dresden, gefördert vom Bundesforschungsministerium… und durchsucht durch das Bundeskriminalamt (allerdings erfolglos, da die Festplatten, das Ziel der Durchsuchung, verschlüsselt waren).
Gegenüber JAP / AN.ON hat TOR („The Onion Router“) den Vorteil, nicht nur an einem Ort zu arbeiten, sondern ein internationales Netz von TOR-Servern zu knüpfen. Das schränkt den Zugriff von
ErmittlernÜberwachern wirksam ein. In den letzten Jahren haben Polizeibehörden bereits auf die Beschlagnahme von Festplatten verzichtet, wenn sie erfuhren, dass es sich um -verschlüsselte- TOR-Platten handelt.Den Client für die Nutzung von TOR gibt es als USB-Stick, das so genannte Privacy Dongle. Ein sehr zu empfehlendes Produkt!
Erwähnen muss ich noch das Programm Anonymiser, mit dem ich allerdings noch keine Erfahrungen habe.
Ad-hoc Anonymisierung
Manchmal muss man nicht die gesamte Kommunikationslinie anonymisieren. Es reicht, wenn der Besiter der Website nicht erfährt, wer da gerade bei ihm surft. Dafür muss man dann keine Programme installieren; die Nutzung bestehender Web-Angebote reicht
Schaut man sich eine Website in der WayBackMachine an, erfährt deren Betreiber davon nichts. Denn die WayBackMachine ist ein digitales Internet Archive. Nachteil ist, dass man dort keine aktuellen Seiten sieht. Vorteil aber, dass man die historische Entwicklung der Website sieht.
Eine weitere Möglichkeit ist der Google cache. Wer in der Ergebnismenge einer Google-Abfrage auf „im Cache“ klickt, surft faktisch anonym.
[AUde]
-
Handout Quellenprüfung online – Journalismus & Recherche
Das Handout zu meinem Referat auf dem Jahrestreffen 2010 des netzwerk rechercher (Hamburg, Fr., 09.07.2010)
„Die Ente bleibt draußen – Quellenprüfung im Internet“ mit Linkliste am Ende der Datei steht auf meinem Server www.ude.de zum Download (PDF-Datei, 28 S., 49 KB)
Ein Artikel von mir zu dem Thema ist in der nr-Werkstatt 9: Quellenmanagement – Quellen finden und öffnen nachgedruckt („Wahrheitsfindung“, S. 87 ff.) -
Futter für die Data-Mining-Nerds – Journalismus & Recherche
Two new APIs and a couple of chunky zip files… « Power of Information Task Force zeigt, was Briten und US-Amerikaner so alles mit öffentlichen Daten anfangen (oder anzufangen versuchen). Far out für jemanden wie mich, aber insofern interessant, als es aufzeigt, wohin die Reise gehen kann.