Kategorie: Allgemein

  • Telefonie – Journalismus & Recherche

    Eigentlich wollte ich nur kurz auf die Studie von drei Forschern des MIT hinweisen: Inferring Social Network Structure using Mobile Phone Data.
    Gefunden bei der Humanistischen Union via netzpolitik.org. Weitere Meldung beim VirDSB.
    Vor dem Hintergrund der Vorratsdatenspeicherung elektronischen Totalüberwachung ist die Studie eine gute Argumentationshilfe:

  • Metadatenmanifest des BVPA – Journalismus & Recherche

    Der Bundesverband der Pressebild-Agenturen und Bildarchive e.V. (BVPA) fordert seit Kurzem * den Erhalt der Metadaten in Fotos. Dem Verband geht es dabei um die Interessen der Urheber und Rechteinhaber, denn es würden „Bilder ohne Quellenangabe zum Spielball für jedermann, zum vermeindtlich rechtefreien Illustrationsobjekt, zum anonymen Content, dessen sich jeder bedienen zu können meint.“
    Der BVPA nennt nach einer Stichprobenanalyse „den Anteil der Fotos von Bildagenturen, die ohne die original Metadaten veröffentlicht werden, allein auf deutschen Zeitungsseiten auf ca. 75%.“

    Entsprechend fordert der BVPA in einem „Metadatenmanifest„, die Metadaten bei digitaler Veröffentlichung zu erhalten.

    Schön und gut. Rechercheure, die sich auch auf die Analyse von Metadaten verstehen, werden das begrüßen. Allerdings scheint es mir wenig wahrscheinlich, dass auf 75% der deutschen Zeitungsseiten die Online-Redakteure damit befasst sind, Metadaten aus Bildern zu löschen. Deren Fehlen hat andere Ursachen, vermute ich mal.

    *): Wie wäre es mit schlichter Gedankenlosigkeit? Immerhin publiziert der BVPA sein Metadatenmanifest ohne Datumsangabe, und die die angebotenen „Protect Metadata-Logos zur Verwendung für Unterstützer“ sind von Metadaten frei.

  • Die Chicago Tribune und ihr CAR-Superscoop – Journalismus & Recherche

    Wie Spiegel Online berichtet, hat die Chicago Tribune mehr als 2600 CIA-Agenten und Tarnfirmen aufgedeckt, indem sie frei zugängliche (im Sinne von „für jeden zugänglich“, nicht im Sinne von kostenlos) Informationen miteinander verknüpft hat. Die Artikel sind (nach kostenloser Registrierung) bei der Chicago Tribune abrufbar. Das sollte jetzt jeder schnell machen, der sich für das Thema interessiert, denn bald werden sie ins kostenpflichtige Archiv wandern. Wie die Tribune-Reporter genau vorgegangen sind, verraten sie nicht. Falls einer von uns Zeit findet, legen wir eine Analyse nach. Falls einer unserer Leser eine beisteuern möchte: Wir sind offen für Gastbeiträge.

  • Graphische Visualisierung von Websitespages – Journalismus & Recherche

    Das Weblog „Aharef – Das Link-Salz in der Web-Suppe“ offeriert einen attraktiven, alternativen Blick auf Webpages: Ein Java-Applet untersucht den Quellcode und zeigt die Link-Struktur einer Webseite als hübsches Farbbild an, wobei die unterschiedlichen Tags als farbige Punkte gezeigt werden. Beispiel hier: Recherche-info.de

    Weitere Beispiele dafür findet man unter dem Flickr-Tag websitesasgraphs, bei Digg gibt es zwei Diskussionsgruppen: Visualizing_the_DOM_Structure_of_Websites und Artist_sells_numbers_as_paintings_on_the_web. Ich halte das ganze für ein nettes Gimmick, das die Komplexität einer Seite sichtbar macht. Wo aber (vom Spaßfaktor abgesehen) ein echter Nutzen steckt, darüber muss ich noch meditieren. Vorschläge?

    PS: Der Service wird Websites as Graphs genannt, aber es handelt sich stets nur um die Abbildung einer einzelnen Webpage (man kann statische URLs ansteuern). Informationen über Websites liefern die Abbildungen nicht; zwischen internen und externen Verlinkungen wird nicht unterschieden (schade!).

    Erläuterung zu den Farben: Blau: Verlinkungen (Tags: a) Rot: Tabellen (Tags: table, tr, td) Grün: Division (Tags: div) Violett: Bilder (Tags: img) Gelb: Formulare (Tags: form, input, textarea, select, option) Orange: Absätze, Zeilenwechsel und Blockzitate (Tags: p, br, blockquote) Schwarz: Das HTML-Tag, Start der Untersuchung (Tags: html) Grau: alle anderen Tags Direkt neben dem schwarzen Punkt findet sich bei vielen Bildern eine konzentrische Anhäufung grauer Punkte, die an die Dolde einer Pusteblume erinnert. Dabei handelt es sich um die Tags im HTML-Header.

    PPS: Der Quellcode des Applets ist veröffentlicht. Damit der Service funktioniert, muss das Java Runtime Environment nutzerseitig laufen.

  • FAZ: Buße tun für Internet-Pilgerschaft – Journalismus & Recherche

    Standesdünkel oder Printkomplex? Die FAZ bedauert jedenfalls in ihrem heutigen Feuilleton auf Seite 35, im Internet recherchiert zu haben. Internetrecherche, tss, na sowas, bäh, Schweinkram, das …

    Das Eröffnungskonzert des Kunstfestes Weimar steht seit 2004 unter der Überschrift „Gedächtnis Buchenwald“ und nicht, wie es an zwei Stellen unseres gestrigen Artikels „Gute deutsche Sätze“ irrtümlich hieß, „Gedenken Buchenwald“. Das gesamte Festival trägt auch in diesem Jahr wieder das Motto „pèlerinages“, dessen Schreibweise beim Redigat des gestrigen Berichts unserer Musikredakteurin leider in „pélérinages“ geändert wurde. Wir bedauern die Internetrecherche. [Hervorhebung von mir.] F.A.Z.

    Liebe FAZ, vielleicht üben wir das einfach mit der Internetrecherche noch mal, statt gleich das gesamte doofe Internet auf euren Rechnern deinstallieren zu müssen. Das geht nämlich auch anders, bei Fragen zur französischen Rechtschreibung z.B. hier, hier, hier, hier und hier. Dann landet ihr auch nicht mehr auf Schweinkram- so komischen Web-2.0-Seiten bei der Suche nach der korrekten Schreibe von „pèlerinage“.

  • News-Alerts per RSS-Feed – Journalismus & Recherche

    Ach jeh, hat man schon eine schlimmere denglische Überschrift gelesen? Aber es ist ja für einen guten Zweck: Google soll’s verstehen, und die Suchenden auch. Nachrichten-Benachrichtigungen als elektronische Vertriebseinspeisung hätte wohl nicht wirklich seinen Zweck erfüllt. Für diejenigen, die es noch nicht wissen: Was ein RSS-Feed ist, erfährt man hier. Und da mir gerade ein Kollege, der sich gut mit Recherche und den Werkzeugen des so genannten Web2.0 auskennt, erzählte, dass er noch gar nicht wusste, dass man die Google News-Alerts auch per RSS-Feed abonnieren kann, dachte ich mir: weise ich doch auch bei recherche-info.de mal drauf hin. Ist schließlich so lange noch nicht im Angebot.
    Inzwischen bieten es aber fast alle Nachrichtensuchmaschinen an (vielleicht einige sogar schon länger als Google, das weiß ich nicht): Bei Google, Yahoo, MSN, Netzeitung findet man den Hinweis auf RSS, Atom oder XML – alles das gleiche, zumindest was die Funktion angeht (Vorsicht: bei manchen erscheint der Knopf erst auf der Ergebnisseite, also wenn man bereits eine Suche ausgeführt hat). Man kann also die Nachrichten-Alarme (wie Web.de sie nennt, das übrigens als einzige der bekannten Nachrichtensuchmaschinen keine Feeds anbietet) im Feed-Reader seiner Wahl abonnieren und bekommt keine E-Mail-Benachrichtigungen mehr.
    Ist das eine gute Idee? Das muss jeder selbst entscheiden. RSS ist sicher die eleganteste Versuchung, seit es XML gibt, aber wenn man dann erst mal 30 Feeds abonniert hat, kann es gut sein, dass die gute alte E-Mail im Postkasten wesentlich mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht…

  • Und seitdem ist es die Wahrheit… – Journalismus & Recherche

    Andreas Kopietz bezichtigt sich selbst und bekennt in der Berliner Zeitung, in der Wikipedia Schmu gemacht zu haben: Seine Behauptung, die Karl-Marx-Allee in Berlin-Friedrichshain habe in DDR-Zeiten den Kosenamen „Stalins Badezimmer“ gehabt, überstand gar einen Löschversuch durch ihn selbst, nachdem sie vorher munter verbreitet wurde.
    Hal Faber bringt die Geschichte auf den Punkt: „Hoffentlich ermuntert sie Journalisten, beim „Fact-Checking“ niemals Wikipedia allein zu vertrauen.“

  • Fly – Journalismus & Recherche

    E-Mails kann man tracken, also nachvollziehen, ob, wann und wo die E-Mail geöffnet (und also vermutlich auch gelesen) wurde. Das geht durch das Einfügen eines „Webbugs“ (auch „Fly“, Fliege genannt) in die Mail, einer transparenten Graphik, die beim Öffnen der Mail von einem Server nachgeladen wird. Dadurch entsteht ein Eintrag im Server-Logfile, der Timestamp (Datum, Uhrzeit, Zeitzone) sowie die IP-Adresse des Empfängers enthält.

  • WikiLeaks & Co.: Chancen und Risiken – Guido Strack über Whistleblower – Journalismus & Recherche

    Einen ausgezeichneten Vortrag hat Guido Strack vom Whistleblower-Netzwerk e.V. auf der re:publica gehalten und uns erlaubt, seine Folien (PDF, 1,5 MB) zu veröffentlichen. Besonders interessant sind meiner Einschätzung nach die Beschreibung der aktuellen Rechtslage, die Forderungen, was zu ändern ist und die Kritik am Gesetzesentwurf (S. 20-27). Aber auch die Definition des Whistleblowings: ich hatte den Begriff bisher immer so verstanden, dass Whistleblowing erst dann stattfindet, wenn der Hinweisgeber an die Öffentlichkeit geht. So sieht es auch die Wikipedia, aber Strack hat mich recht schnell überzeugt, dass das zu kurz greift (S. 3,11).

    WikiLeaks & Co.: Chancen und Risiken – Guido Strack über Whistleblower View more presentations from spieli. Hier außerdem ein Interview von Peter Welchering und Tim Pritlove mit Guido Strack fürs Deutschlandradio auf dem 27c3, dem Jahreskongress des Chaos Computer Clubs.

    CrossTalks 1.3 – Whistleblower from Gerd Pasch on Vimeo.

    Außerdem ein Mitschnitt des Vortrags „Whistleblowing ist mehr als Wikileaks – Licht ins Dunkel bringen!“ von Strack und Johannes Ludwig vom Dok-Zentrum AnsTageslicht.de, ebenfalls vom 27c3.

  • Internationales CAR-Seminar in Frankfurt/Oder – Journalismus & Recherche

    Mo./Do., 20./21.12.1006, Frankfurt / Oder, Viadrina.
    Bewerbungsschluss: So., 12.11.2006.

    Das World Press Institute veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Tagesspiegel und anderen Organisationen ein kostenfreies Seminar über computergestützte Recherchetechniken und Grundzüge des aufklärenden Journalismus. Die Seminarsprache ist Englisch.

    Themenfelder: 1. Computergestützte Recherche und Datenverarbeitung , 2. Internet-Recherche für Fortgeschrittene ,

    3. Aufklärerischer/aufdeckender Journalismus – „Transparency Reporting“ .