Kategorie: Allgemein

  • Journalismus & Recherche » Blog Archive » Europas digitale Bibliothek “Europeana” ist wieder online

    Robert Gehring über Europas digitale Bibliothek “Europeana”, die wieder online ist.

    This entry was posted on Sunday, January 4th, 2009 at 23:20 and is filed under Datenbank, Suchmaschinen. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

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  • Journalismus & Recherche » Live Search

    Wolfgang Sander-Beuermann weist im Newsletter des SuMa e.V. und in dessen Blog auf den aktuellen Stand bei der Nutzung der Suchmaschinen hin:
    die grossen Drei (Google, Yahoo, MSN) haben mit ihren Suchmaschinen zusammen 98% Marktanteil. Dazu kommt als 4-te amerikanische Firma „Ask“ mit 0,5%. In den Nischen der restlichen 1,5% tummeln sich alle anderen noch nicht insolvent gewordenen oder die wenigen Newcomer.

    Als Ursache dafür nennt er:
    Es ist das Ergebnis beispielloser Ignoranz in der Wissenschafts- und Förderpolitik. Anstatt in realitätsnahe Zukunftstechnologien der IT zu investieren, die von den Nutzern gebraucht werden, wurden Unsummen an Fördergeldern für abgehobene Wolkenkuckucksvisionen sinnlos verbrannt. Denn das Ganze ist eine Frage des Geldes: es ist völlig naiv, zu glauben, dass technisch gute neue Ideen ausreichen würden, um neue Maßstäbe zu setzen. Nur dann, wenn solch gute neue Ideen mit ausreichend Startkapital versorgt werden, kann etwas Konkurrenzfähiges daraus werden. Solange jedoch die Wissenschafts- und Medienpolitik weiter im Tiefschlaf vor sich hin googelt, wird sich hieran nichts ändern.

    Mehmet Toprak greift das Thema auf zwei Seiten in eWeekEurope auf: Google: Der stille Skandal (S. 2).

    Sander-Beuermanns Stimme hat Gewicht: Er ist Mitentwickler der ersten deutschen Metasuchmaschine metager und Vorsitzender des SuMa e.V., „Gemeinnützigen Vereins zur Förderung der Suchmaschinen-Technologie und des freien Wissenszugangs“.

    Es wird Zeit, dass – wie derzeit im Finanzsektor – die „Kräfte des freien Marktes“ Thema einer politischen Diskussion werden!

  • Journalismus & Recherche » Blog Archive » Kleine Rollen-Recherche für zwischendurch

    Seit Anfang des Jahres müssen die Vermieter aller Wohnungen den Mietinteressenten auf Wunsch den Energieausweis zeigen (war vorher nur für die Wohnungen bestimmter Baujahre Pflicht). Mit dem Energieausweis soll der potenzielle Mieter vergleichen können, wie gut die Wohnungen gedämmt sind, für die er sich interessiert – ob also später mit eher hohen oder niedrigen Heizkosten zu rechnen ist. Aber halten die Vermieter sich an die Pflicht?

    In der Berlin-Redaktion der taz stellten wir ein paar Presse-Anfragen an Wohnungsbaugesellschaften. Die stereotype Antwort: Ja, wir haben einen Energieausweis für alle Wohnungen und natürlich kommen wir auch unserer gesetzlichen Pflicht nach, den jedem Mietinteressenten zu zeigen. Gleichzeitig hörten wir aber von Bekannten, dass das in der Realität keinesfalls so gut klappt. Ein klassischer Fall für eine Rollen-Recherche – die auch mit recht geringem Aufwand umzusetzen war. Eine Kollegin und ich suchten uns über Wohnungsinserate sechs Wohnungen aus, also eine bei jeder der sechs städtischen Wohnungsbaugesellschaften. Und dann waren wir ein Wochenende lang unterwegs.

    Alles lief völlig unkompliziert. Für den Fall, dass die Vermieter uns nach unseren Berufen, Lebensverhältnissen oder Einkommensbescheinigungen fragen würden, hatten wir uns ein paar gute Antworten ausgedacht. Aber niemand fragte. Das lag wahrscheinlich auch daran, dass wir es nicht mit privaten Vermietern zu tun hatten, die persönlich vor Ort waren, sondern mit größeren Gesellschaften, die einen Makler oder Hausmeister schickten.

    Vor Ort gaben wir uns als durchschnittlich informierte Verbraucher aus, die irgendwo mal etwas von einer Energiebescheinigung gelesen haben, nichts genaueres wissen, aber neugierig danach fragen. Das Ergebnis: Nur in einem von sechs Fällen lief alles so, wie es sollte. In fünf Fällen dagegen bekamen wir entweder den Energieausweis überhaupt nicht zu Gesicht oder die Vermieter gaben uns falsche Informationen über den Ausweis.

    (taz-Mitarbeiterin mit dem Vertreter einer Wohnungsbaugesellschaft – der hat zwar einen Haufen Papiere dabei, aber keinen Energieausweis)

    In der taz schrieben wir zusätzlich zu diesem Testergebnis auch noch ein paar Hintergründe auf. Etwa, dass das Land Berlin im Bundesrat zusammen mit anderen Bundesländern durchgesetzt hat, dass die Mietinteressenten kein Recht darauf haben, eine Kopie des Ausweises zu bekommen. Stattdessen reicht es aus, wenn die Vermieter den Wohnungssuchenden zu einem Extra-Termin in die Verwaltung bestellen und den Ausweis vorzeigen – die darauf stehenden Daten muss sich dann jeder selbst abschreiben.

    Download: Die in der taz erschienene Seite als PDF.

  • Journalismus & Recherche » Blog Archive » Wissen in Bildern – ZEIT-Serie mit Infografiken

    Die ZEIT beginnt mit einer Serie von Datenvisualisierungen: Wissen in Bildern. Dafür ist jede Woche eine komplette Seite im Ressort Wissen reserviert. Selbstbeschreibung: „In der ZEIT wird von nun an jede Woche auf einer ganzen Seite ein Thema grafisch dargestellt. Das kann eine technische Zeichnung sein, ein biologischer Stammbaum, aber auch ein Comic.

    Online gibt es bei den einzelnen Artikeln die ZEIT-Seiten als PDF (282,2 x 440,3 mm).

  • Journalismus & Recherche » statistiken

    Das US-Technikmagazin Ars Technica, hierzulande fast nur Nerds bekannt, hat eine fantastische Recherchere zu den Behauptungen von US-Regierung und Unterhaltungsindustrie, durch „Piraterie“ (also in dem Fall nicht die echte, die vor der Küste Somalias stattfindet, sondern die von Musik etc.) gingen der US-Wirtschaft 250 Milliarden US-Dollar und 750.000 Arbeitsplätze verloren.

    Ein Lehrstück – über die Unterhaltungsindustrie und Lobbying, vor allem aber über Zahlen, die dadurch, dass sie beständig wiederholt werden (vor allem auch in den Medien), nicht richtiger und zuverlässiger werden. Und ziemlich sicher austauschbar, was das Thema angeht. Irgendwann werde ich so etwas auch für Deutschland machen. Wenn ich mal Zeit habe 😉

    750,000 lost jobs? The dodgy digits behind the war on piracy

  • Journalismus & Recherche » Blog Archive » Enthüllt: podcasts für alle, ohne ipod und for free

    Mit Erstaunen sehen wir, wie sich Halbinformationen in den Medien halten. Daher heute ein kurzer aufklärerischer Eintrag.

    Genauso wenig wie Blogs einfach nur „Online-Tagebücher“ sind, auch wenn das quasi schon die Standardübersetzung in den Medien ist, stimmt es, dass man zum Hören und Sehen von podcasts und vodcasts einen ipod oder ein anderes Abspielgerät benötigt. Richtig ist natürlich, dass podcasts für diese Geräte produziert werden und mit ihnen gehört werden können.
    Niemand aber zwingt mich, podcasts erst von meinem Rechner auf das mobile tragbare Endgerät zu kopieren und dann dort zu hören!

    Richtig ist also vielmehr, dass jeder Nutzer eines Rechners mit Hilfe einer entsprechenden Software, podcasts und vodcasts verfolgen kann – eben am eigenen Rechner. (Mindestanforderung: Audiokarte und je nach Software vermutlich Pentium-Rechner oder höher.)
    Damit haben diese neuen Formen jetzt schon (!) weit größere Zielgruppen als bislang angenommen. Als ich vor einigen Wochenen einen Podcaster darauf hinwies, dachte er kurz nach und sagte dann, ja das stimmt wohl, das müssen wir unbedingt mal unseren Hörern sagen. Nur, die wissen das vermutlich schon. Bleibt die Frage, wer es denen sagt, die es noch nicht wissen?

    Der werte Leser möge denn Test machen und ipod-lose Zeitgenossen auf das Thema podcast ansprechen. Das Erstaunen wird groß sein und die Begeisterung derer, die feststellen, dass sie ihre Lieblingssendung jetzt hören können wann immer sie möchten, ohne vorher ein Aufnahmegerät zu programmieren oder dergleichen, umso größer.

    Und wo ist jetzt der Recherchenutzen dieses Eintrags?

    Zum einen erleichtert es natürlich die Hintergrundrecherche, die tägliche Mediennutzung (ich sag nur „HR2 Der Tag“) usw. Aber es gibt auch durchaus vod- und podcasts mit etwas scoopability. Ein sehr alter mit dem Zeug zum Klassiker: Der CCC zeigt wie man mit Bordmitteln Fingerabdrücke fälscht 🙂 Sehr schön ibid. die Maus erklärt das Internet.

  • Journalismus & Recherche » Bundesforschungsministerin

    Wie geht man eigentlich mit so etwas um, wenn man mehr Zeit hat? Ich habe gerade keine, aber ein Bekannter hat mir eben die ominöse Studie aus Schavans Forschungsministerium zugeschickt, die Schavan angeblich zurückhält.

    Ich sage mir: Wenn ich die schon per Email bekomme, steht sie bestimmt sowieso schon im Netz, wird hoch und runtergetwittert und über Plattformen wie Slideshare verbreitet. Und ein PDF-Dokument, das mit „Zum vertraulichen Gebrauch“ gestempelt ist, das muss man doch einfach weiterverbreiten, Urheberrecht hin oder her.

    Also, hier ist es, das „Konzept für ein integriertes Energieforschungsprogramm für Deutschland“. Mit den brisanten Stellen, die die Atompolitik-Pläne Schavans und einer CDU-geführten Regierung ohne bremsenden Koalitionspartner offenbaren.

  • Journalismus & Recherche » Blog Archive » Humoriges Defacement

    Die Website des neu erschienenen Buches Die Google-Falle (Link auf die Presseseite) ist gerade Opfer eines humorigen Defacements, also eines Hacks, bei dem die Startseite verändert wird. In diesem Fall kann man Schmunzeln nur schwer vermeiden; laut Quelltext haben sich die „screenagers.at“ daran zu schaffen gemacht. Die Unterseiten sind weiterhin erreichbar, sofern man sie direkt ansteuert oder den Link Intro überspringen klickt.

    Ich erwarte gerade das Rezensionsexemplar; ein Interview mit Verfasser Gerhard Reischl ist gerade auf telepolis erscheinen, eine Notiz zum Buch im GoogleWatchBlog.

  • Journalismus & Recherche » Spiegel Online

    Ein Eintrag, der nichts wenig mit Recherche im Sinne von nachschlagen oder rausfinden zu tun hat. Manchmal muss man eine Meldung gar nicht recherchieren, um zu entscheiden, sie nicht zu drucken … Die Leipziger Volkszeitung berichtetet am 27. Juni auf Seite 1 in einem Leitartikel folgendes:

    Weniger Wettbewerb. Gesundheitsfonds beschlossen

    Berlin/Leipzig (DW/H.E.). Die Koalition hat sich auf erste Eckpunkte der Gesundheitsreform verständigt. Ein zentraler Einigungspunkt ist, so bestätigten Regierungskreise gegenüber der LVZ, die Konzentration der gesetzlichen Kassen auf eine wettbewerbsfähige „Mindestbetriebsgröße“. Sollte es zu einer Mindestmitgliederzahl von einer Million Versicherter kommen, wie auch diskutiert wird, würde sich die Zahl der Kassen um 110 bis 120 verringern. Durch Fusionen würde sich die Kassenstruktur verschlanken und weniger Verwaltungskosten verursachen.

    (Kostenlos online ist nur die ots-Vorabmeldung.)

    Klar, ein Thema und noch nichts, was einen auf den ersten Blick wundern müßte. Die Google-Recherche „Anzahl Krankenkassen Deutschland“ bringt dann auf Rang eins den Wikipedia-Eintrag „Krankenkasse“, der die Information enthält, es gebe 253 gesetzliche Krankenkassen. Eine Zahl, die die google-Suche „253 gesetzliche Krankenkassen“ bei der KKH, Spiegel Online und dem Marburger Bund bestätigt und die auch wohl aktuell ist. Wir wissen nicht, wie Tagesschau.de dann auf zunächst 252 kommt, vielleicht eine Info aus dem angefragten Ministerium? Egal ist auch wurscht.

    Aber mit der Recherche dieser Zahl wird der Unsinn klar, der der LVZ zumindest noch nicht zwingend auffallen musste. Nun lautet die Meldung, die Tagesschau.de unter Berufung auf die LVZ bringt, 110 bis 120 von 252/253 gesetzlichen Krankenkassen müssten ggf. schließen, damit nur noch solche übrig bleiben, die mindestens eine Million Mitglieder haben.

    Also wenn maximal 133 Krankenkassen (253 ? 120 = 133) verbleiben, benötigen diese mindestens 133 Millionen Mitglieder (133 × 1 Million = 133 Millionen) – eine Zahl, die auch ohne die Berücksichtigung von Privatversicherten, Beamten, Unversicherten und Mitversicherten, von der Berücksichtigung großer Kassen mit mehreren Millionen Mitgliedern mal ganz abgesehen, in Deutschland einfach nicht erreicht werden kann.

    Disclaimer: Mir ist die Meldung nur einzig und allein deshalb aufgefallen, weil ich mich beim Lesen der Schlagzeile im RSS-Feed, sofort an die Geschichte des hochverehrten Bildblogs erinnerte. Wofür die mir jetzt vermutlich noch ’ne Rechnung für in Anspruch genommene Fortbildung stellen. Recht haben sie ja: Lesen hilft. Hauptsache Habermas hat seinen Spaß.

    Tagesschau.de hat die Meldung im Laufe des Tages mehrfach geändert – allerdings ohne den Zeitstempel zu ändern. Was man dort auch als Fehler ansieht. Wer Spaß dran hat – hier ist gleich noch einer zu finden, solange der Text und Zeitstempel (Stand: 01.07.2006 09:25 Uhr) unverändert bleiben.

  • Journalismus & Recherche » Krankenkasse

    Ein Eintrag, der nichts wenig mit Recherche im Sinne von nachschlagen oder rausfinden zu tun hat. Manchmal muss man eine Meldung gar nicht recherchieren, um zu entscheiden, sie nicht zu drucken … Die Leipziger Volkszeitung berichtetet am 27. Juni auf Seite 1 in einem Leitartikel folgendes:

    Weniger Wettbewerb. Gesundheitsfonds beschlossen

    Berlin/Leipzig (DW/H.E.). Die Koalition hat sich auf erste Eckpunkte der Gesundheitsreform verständigt. Ein zentraler Einigungspunkt ist, so bestätigten Regierungskreise gegenüber der LVZ, die Konzentration der gesetzlichen Kassen auf eine wettbewerbsfähige „Mindestbetriebsgröße“. Sollte es zu einer Mindestmitgliederzahl von einer Million Versicherter kommen, wie auch diskutiert wird, würde sich die Zahl der Kassen um 110 bis 120 verringern. Durch Fusionen würde sich die Kassenstruktur verschlanken und weniger Verwaltungskosten verursachen.

    (Kostenlos online ist nur die ots-Vorabmeldung.)

    Klar, ein Thema und noch nichts, was einen auf den ersten Blick wundern müßte. Die Google-Recherche „Anzahl Krankenkassen Deutschland“ bringt dann auf Rang eins den Wikipedia-Eintrag „Krankenkasse“, der die Information enthält, es gebe 253 gesetzliche Krankenkassen. Eine Zahl, die die google-Suche „253 gesetzliche Krankenkassen“ bei der KKH, Spiegel Online und dem Marburger Bund bestätigt und die auch wohl aktuell ist. Wir wissen nicht, wie Tagesschau.de dann auf zunächst 252 kommt, vielleicht eine Info aus dem angefragten Ministerium? Egal ist auch wurscht.

    Aber mit der Recherche dieser Zahl wird der Unsinn klar, der der LVZ zumindest noch nicht zwingend auffallen musste. Nun lautet die Meldung, die Tagesschau.de unter Berufung auf die LVZ bringt, 110 bis 120 von 252/253 gesetzlichen Krankenkassen müssten ggf. schließen, damit nur noch solche übrig bleiben, die mindestens eine Million Mitglieder haben.

    Also wenn maximal 133 Krankenkassen (253 ? 120 = 133) verbleiben, benötigen diese mindestens 133 Millionen Mitglieder (133 × 1 Million = 133 Millionen) – eine Zahl, die auch ohne die Berücksichtigung von Privatversicherten, Beamten, Unversicherten und Mitversicherten, von der Berücksichtigung großer Kassen mit mehreren Millionen Mitgliedern mal ganz abgesehen, in Deutschland einfach nicht erreicht werden kann.

    Disclaimer: Mir ist die Meldung nur einzig und allein deshalb aufgefallen, weil ich mich beim Lesen der Schlagzeile im RSS-Feed, sofort an die Geschichte des hochverehrten Bildblogs erinnerte. Wofür die mir jetzt vermutlich noch ’ne Rechnung für in Anspruch genommene Fortbildung stellen. Recht haben sie ja: Lesen hilft. Hauptsache Habermas hat seinen Spaß.

    Tagesschau.de hat die Meldung im Laufe des Tages mehrfach geändert – allerdings ohne den Zeitstempel zu ändern. Was man dort auch als Fehler ansieht. Wer Spaß dran hat – hier ist gleich noch einer zu finden, solange der Text und Zeitstempel (Stand: 01.07.2006 09:25 Uhr) unverändert bleiben.