Kategorie: Allgemein

  • Journalismus & Recherche » Kurz mitgeteilt

    Tuesday, June 6th, 2006

    Haiko Lietz hat jetzt die Folien seines Vortrags (PDF, Vorsicht: 4,4 MB) veröffentlicht, den er bei der CAR-Tagung an der Akademie für Publizistik gehalten hat (siehe auch den Eintrag zu seinem Vortrag bei recherche-info.de).

    Saturday, May 27th, 2006

    Ein lesenswertes Interview mit dem Laborleiter der Suchmaschine ask.com, Antonio Gulli, hat die Technology Review online: „Das wichtigste sind die ersten zehn Treffer“.

    Schon im März stand in der TR, welche Rolle ask.com beim Suchen ohne Googlen zukünftig spielen könnte.

  • Journalismus & Recherche » Kurz mitgeteilt

    Tuesday, August 4th, 2009

    Frontal 21 hat eine interaktive Karte der Standorte von Lobbyisten in Berlin Mitte erstellt. Die Karte gibt’s in der ZDF-Mediathek. Die Daten basieren auf den Recherchen von Lobbycontrol, die den Stadtführer LobbyPlanet Berlin publiziert haben und auch entsprechende Stadtführungen anbieten.

    Die Karte ist eine nette Visualiserung (Flash-basiert), einige der Orte sind mit Videos verlinkt, die Frontal 21 während einer Lobby-Stadtführung von Lobbycontrol gemacht hat.

    Tuesday, July 28th, 2009

    Der Klett-Verlag hat sein Pons-Angebot im Netz erweitert. Schon seit März gab es die Wörterbücher für Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Polnisch, Russisch und das Bildwörterbuch frei im Netz (wiewohl als Beta-Versionen gekennzeichnet). Jetzt melden heise.de und die FAZ, dass die Deutsche Rechtschreibung (das Pendant zum Duden) ebenfalls zur kostenfreien Nutzung bereit steht.

    Zusätzlich gibt es Such-Erweiterungen für den Internet Explorer (ab Version 7) und Firefox (ab Version 2.0) und die Möglichkeit, Abfragemasken in die eigene Website einzubinden.

    Pons.eu – Das Sprachenportal
    www.pons.eu/

    Monday, July 27th, 2009

    In England nimmt jetzt ein durch eine Großspende über 2 Millionen Pfund finanziertes Journalistenbüro die Arbeit auf, berichtete die SZ am Freitag auf ihrer Medienseite (leider nicht online). Die Potter Foundation des Londoner Philantrophen-Ehepaars Elaine und David Potter habe das Geld lockergemacht, um die Einrichtung des Bureau of Investigative Journalism zu finanzieren, das Reporter bei Recherchen finanziell und ideell unterstützen soll.

    „Das Ziel dieses Projekts ist es, investigativen Journalismus zu ermöglichen, der den höchsten ethischen Kriterien entspricht“, sagt Elaine Potter, die früher als Journalistin bei der Sunday Times arbeitete. Das gemeinnützige Bureau wird von den Leitern des Centre for Investigative Journalism an der Londoner City University betreut werden und kann auf die Mitarbeit prominenter Schreiber zählen. Unter anderem haben Nick Davies und der amerikanische Veteran Seymour Hersh ihre Hilfe zugesagt. „Das Bureau kann eine Vorbildfunktion für eine neue Art von Journalismus einnehmen“, glaubt Hersh. Der Internetkonzern Google will die Einrichtung mit Software und Trainingskursen unterstützen. In den kommenden Monaten sollen die ersten zwei Journalisten als Vollzeitkräfte eingestellt werden.

    Vorbild dürfte das US-amerikanische Pendant Pro-Publica sein, ebenfalls aus Stiftungsmitteln und Spenden finanziert.

    Mehrdeutig überschreibt die SZ den Bericht übrigens mit „Vorbildfunktion“: Vielleicht finden sich ja auch in Deutschland Nachahmer, die ein paar Millionen übrig haben?

    Thursday, July 23rd, 2009

    In diesem kleinen, nebenbei betriebenen Weblog haben wir eine kleine Auflistung von Firefox-Erweiterungen für Rechercheure. Die müsste dringen mal wieder durchgesehen und vor allem ergänzt werden; bei dem Anspruch, nur selbst getestete und für gut befundene Addons zu empfehlen, scheitert das aber schlicht an der Zeit.

    Deswegen kurz ein Verweis auf eine kleine Linksammlung der Computerwoche vom 21.07: 20 Tools zum Download – Besser suchen mit Mozilla Firefox. Zum Thema passt auch ein sehr interessanter Beitrag aus der Knowsledge Base des mozillaZine, Problematic extensions. Hier wird erläutert, dass einige Erweiterungen nicht miteinander harmonieren.

    Saturday, July 18th, 2009

    Das Gejammer aus deutschen Medien- und Verlegerkreisen über das Internet halte ich schon lange für bemerkenswert und larmoyant. Weil, meines Erachtens, viele deutsche Medien das Internet schlicht nicht verstehen und sich auch nicht erkennbar um mehr Verständnis bemühen.

    Für das WWW grundlegend ist schlicht und ergreifend der Hyperlink. Ganz einfach. Meist ignoriert. Ein aktuelles Beispiel:

    Der 15jährige Matthew Robson, Praktikant bei Morgan Stanley, hat aufgeschrieben, wie seine Altersgenossen Medien nutzen: „How Teenagers Consume Media“ (PDF-Datei, 8 S., 76 KB). Morgan Stanley Research Europe hat das Paper veröffentlicht, und so berichten selbstverständlich die Medien darüber. Aber kaum eines verlinkt auf die Originalquelle.
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    Thursday, July 9th, 2009 Tuesday, July 7th, 2009

    Rezension von Oliver Hochadel in der NZZ: Nichtwissensgesellschaft : Studien zur gezielten Produktion von Ignoranz. Besprochen wird das von Robert Proctor und Londa Schiebinger herausgegebene Buch Agnotology: The Making and Unmaking of Ignorance. Thema sind ‘wissenschaftliche’ Studien, deren Zweck darin besteht, mittels Fear, Uncertainty and Doubt (FUD) gezielt Verwirrung zu stiften und Entscheidungen zu verhindern oder zu verzögern. Das scheint eine lohnende Lektüre für Journalisten zu sein, die mit wissenschaftlichen Studien zu tun haben.

    Agnotology: The Making and Unmaking of Ignorance (Hardcover) by Robert Proctor (Editor), Londa Schiebinger (Editor) Stanford University Press; illustrated edition edition (May 13, 2008) 312 pages ISBN-10: 080475652X

    ISBN-13: 978-0804756525

    (gefunden bei Hal Faber im WWWW)

    Thursday, July 2nd, 2009

    Weil die Frage auch in Seminaren immer mal wieder gestellt wird („Wo finde ich Bilder, die ich auf der eigenen Website verwenden kann?“), hier der Hinweis auf Picasa, Googles Konkurrenz-Angebot zu Flickr. Nun kann man auch dort nach CC-lizenzierten Bildern suchen (in der linken Menüspalte, die man nur sieht, wenn man Javascript eingeschaltet hat).

    Tuesday, June 30th, 2009

    LobbyControl appelliert an den Bundestag, ein verpflichtendes Lobbyisten-Register einzurichten und bittet dafür um Unterstützung: Appell: Lobbyisten zu Transparenz verpflichten!

    Unterzeichnen kann man per Web-Formular, danach kommt per E-Mail ein Bestaetigungs-Link.

    Den Aufruf Lobbyisten zu Transparenz verpflichten! Ein Lobbyistenregister für Berlin gibt’s als PDF (5 S., 175 KB)

    Thursday, March 19th, 2009

    SCNR: Wenn man auf einer Website den Button findet
    Diese Web-Seite gehört zu den 6.000 wichtigsten deutschen

    Internet-Adressen 2008

    dann ist das selbstverständlich nicht nur eine Aussage über die betreffene Site, sondern auch über das Web-Adressbuch.

    Und welche Site schmückt sich mit dem Button?
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  • Journalismus & Recherche » Kurz mitgeteilt

    Friday, November 28th, 2008

    complete privacy does not exist“, so ein Google-Anwalt laut einer Meldung auf The Smoking Gun. Wie wahr das ist, darauf weist Kai Biermann in „Fotografieren verboten“ auf ZEIT online hin. Mitarbeiter des US-amerikanischen National Legal and Policy Centers (NLPC) haben, nur durch Nutzung von Google-Diensten, einen ungenannten „top Google executive“ in weniger als 30 Minuten eingekreist. Abzurufen ist das PDF-Dokument unter
    www.nlpc.org/pdfs/googleexecutive.pdf (PDF-Datei, 7 S., 498 KB)

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    Sunday, November 9th, 2008

    The World Fact Book der CIA ist zu bekannt, um es breit zu thematisieren. Jeder Rechercheur sollte diesen Länderalmanach kennen, es gibt schon einen Wikipedia-Eintrag dazu.

    Weniger bekannt ist eine andere offene Quelle der CIA, die World Leaders. Das Verzeichnis listet für alle Staaten den Staatschef, den Regierungschef, die Kabinettsmitglieder, den Chef der Zentralbank sowie die Botschafter in den USA und bei der UNO auf. In der Selbstbeschreibung heißt es „The CIA publishes and updates the online directory of Chiefs of State and Cabinet Members of Foreign Governments regularly“.

    Horst Seehofers Abgang nach Bayern bot gerade mal Gelegenheit nachzuschauen, wie schnell man jenseits des Teichs aktualisiert: Ilse Aigner wurde am 31. Oktober in ihr Ministeramt eingeführt. Auf der Deutschlandseite der World Leaders tauchte das am 3. November auf.

    Sunday, November 2nd, 2008

    Kleine Alltagsfreuden: Da suchte ich gerade mal einen Artikel, der ursprünglich in der FAS erschienen ist. Eine Rezension über Nick Davies „Flat Earth News“, betitelt „Was haben wir bloß falsch gemacht?“ von Henning Hoff (10. Februar 2008). Wenn online, dann finde ich das Stück unter faz.net.

    Nun halte ich faz.net als Webauftritt für so schlecht, wie ich die FAZ für reaktionär halte. Aber das Folgende hat mich dann doch überrascht:

    Gesucht nach Henning Hoff und Flat in der Suche faz.net, ist der Artikel sofort gefunden – seine Lektüre soll aber 2 Euro kosten. Daraufhin habe ich mal nach „Was haben wir bloß falsch gemacht“ gegoogelt. Und siehe da, da ist das Stück umsonst – bei faz.net!

    Ich bin schon länger überzeugt, dass die Probleme des Online-Journalismus in weiten Teilen zu Lasten des Verlagsmanagements und der technischen Umsetzung gehen – die sind nämlich bestenfalls mangelhaft.

    Meine zwei Cents Euro.

    Sunday, July 13th, 2008

    Kein schwerwiegender Fehler, er ärgert mich aber doch zu sehr, um ihn zu beschweigen. Reiner Hank und Winand von Petersdorff schreiben am 29. Juni im Wirtschaftsteil der FAS: „Der neue Preis der langen Wege“ über den Anstieg der Transportkosten und deren Auswirkungen auf die Globalisierung. (Bei faz.net nicht online, aber im dankenswerterweise beim HWWI).

    Da heißt es:
    Die Containerschiffe drosseln das Tempo, reduziert doch schon eine Verlangsamung um fünf Knoten je Stunde den Treibstoffbedarf um die Hälfe.

    Fünf Knoten je Stunde – was soll das sein, wie soll das gehen? Der „Knoten“ ist die Maßeinheit für die Geschwindigkeit von Schiffen, ein Knoten bedeutet eine Seemeile pro Stunde, was 1,852 Kilometern pro Stunde entspricht. Das „pro Stunde“ ist im Terminus „Knoten“ also schon enthalten.

    Naja, Seefahrtsterminologie, halt nicht so gebräuchlich an Frankfurter Schreibtischen. Alternativ hätte man ja auch schreiben können, dass die Verlangsamung um 9,26 Stundenkilometer pro Stunde …

    Thursday, July 10th, 2008

    Wie wir bereits vor 9 (!) Tagen berichteten und mit Foto belegt haben, fotografiert Google derzeit Berlins Straßenzüge. ddp berichtet heute Details – so gibt es natürlich einen Streit um den Datenschutz und die Frage der Anonymisierung.

    Wie das Endprodukt einmal aussehen soll, kann man sich hier an den Beispielen Time Square, Golden Gate Bridge und South Beach (Miami) ansehen.

    Friday, June 13th, 2008

    Eben gefunden im frisch erschienen Newsletter des Netzwerks Recherche: Das Magazin Neon, Ableger des Stern (für Leser unter 40 …), vergibt ein Recherchestipendium über 10.000 Euro.

    Bis zum 15. August 2008 können sich Journalisten unter 40 Jahren bei Neon um ein Recherche-Stipendium bewerben. Die fünf besten Exposés sollen mit je 10.000 Euro gefördert werden, die fertigen Geschichten erscheinen – soweit thematisch passend – exklusiv in Neon . Über die Vergabe entscheiden die, die auch sonst über den Inhalt des Blattes entscheiden: die Neon-Chefredakteure Timm Klotzek und Michael Ebert sowie die Neon-Herausgeber und Stern-Chefredakteure Thomas Osterkorn und Andreas Petzold.

    Mehr Infos zum Recherchestipendium bei Neon.

    Thursday, April 17th, 2008

    (Ja, ich weiß, dass das grotesk übersetzt ist.) Ein wunderbarer Artikel, erschienen in The Washington City Paper, über Julie Tate, Staff Researcher bei der Washington Post. Sie war an vier der sechs Geschichten beteiligt, die der Post in diesem Jahr Pulitzer-Preise bescherten.

    Tuesday, August 7th, 2007

    Die Initiative Lobbycontrol hat die bisher verfügbaren Informationen über Lobbyisten in Ministerien in einer Datenbank publiziert. Bisher sind das über 100 Fälle von Lobbyisten, die von ihren Auftraggebern bezahlt in Bundes- und Landesministerien mitarbeiten. LobbyControl wendet sich damit als Teil der Kampagne „Lobbyisten raus aus Ministerien!“ gegen die Weiterführung dieser Praxis.

    Über die Kampagne habe ich in Ausgabe 45 des Newsletter Netzwerk Recherche geschrieben.

    Wednesday, April 25th, 2007

    Nein, dieses Blog wird nicht zum Berliner-Zeitungs-Watchblog. Die Berliner Zeitung berichtet heute über einen Fall von Kindesmisshandlung in Berlin. Wer der Täter war, ist unklar – das schreibt auch die Berliner Zeitung: „Die Polizei weiß noch nicht, ob die Frau, ihr jüngerer Freund, der nicht Vater des Jungen ist, oder möglicherweise ein Dritter der Täter war“. Dennoch nennt die Berliner Zeitung den Namen der verdächtigten Mutter und zeigt sie im Foto. Für mich ein klarer Verstoß gegen den Pressekodex und journalistische Ethik.

    Die Bildzeitung (Berliner Ausgabe, nicht online) dagegen verkneift sich fast jegliche Hinweise auf die prominente Mutter und schreibt lediglich von einer teuren Wohnung – Name und Foto der Mutter sind aber unkenntlich gemacht. Genauso handhaben es fast alle anderen Zeitungen, die heute darüber berichten. Lediglich die Berliner Morgenpost nennt noch die Prominenz und den Beruf der Mutter.

    Tuesday, February 20th, 2007

    Wenn ich Zeit hätte, würde ich das gerne selbst machen und für mich behalten … Aber so: Vielleicht ist jemand unserer zahllosen jüngeren Leser interessiert? An einem mehrmonatigen Aufenthalt in Amsterdam in der Rechercheabteilung von Greenpeace International, bezahlt (ich weiß nicht, wie gut, aber immerhin – man bedenke: Greenpeace ist eine Non-Profit-NGO). Laut einem der zukünftigen Interns geht es vor allem um Recherche vom Computerschreibtisch aus in diversen Wirtschafts-Datenbanken – um den Weg der Soja vom Acker in den Hamburger zu verfolgen, für die in Brasilien tropischer Urwald gerodet wird, zum Beispiel. Hier die Kurzbeschreibung:

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  • Journalismus & Recherche » Blog Archive » Fragen nach WhatsApp

    Wem seine Privatsphäre wichtig ist, dem helfen fünf Fragen, um Angebote im Web zu beurteilen – einerlei, ob soziale Netze, Suchmaschinen oder was immer:

    1. Wo ist der Sitz der Firma, also: welches Recht gilt dort? Um das herauszubekommen, reicht ein Blick ins Impressum.
    2. Wo stehen die Server der Firma: wohin werden die Daten übermittelt und verarbeitet? Das sollte die Firma eigentlich selbst publizieren. Mit dem Addon WorldIP für den Webbrowser Firefox kann man die Frage selbst beantworten.
      Diese ersten beiden Fragen sind wichtig, weil Geheimdienste üblicherweise an Daten herankommen, die sich in ihrem Hoheitsgebiet befinden. Im Falle der USA gibt es die so genannten „Security Letters“, mit den Firmen zur Öffnung ihrer Daten und Verschlüsselungen gezwungen werden. Und darüber dürfen die nicht mal mit ihren Anwälten frei sprechen. Am 8. August 2013 löschte der E-Mail-Dienstleister Lavabit lieber alle Daten seiner Kunden, als der US-Regierung Zugriff zu gewähren. Lavabit-Gründer Ladar Levison dazu „Solange es keine klaren Aktionen des Kongresses oder der Justiz gibt, kann ich nur jedem dringend davon abraten, private Daten einem Unternehmen anzuvertrauen, das direkte physische Verbindungen zu den Vereinigten Staaten hat.“
    3. Wem gehört die Firma, welche Rechtsform hat sie und wer ist daran beteiligt? Diese Frage kann man oft mithilfe der englischen Wikipedia beantworten.
    4. Wie werden die Daten übermittelt: kann man die Dienste der Firma mit dem verschlüsselten Protokoll HTTPS via Secure Socket Layer (SSL) abrufen? Wenn das geht, ist nämlich das Ablauschen der Daten während der Übermittlung schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Das Addon HTTPS Everywhere von der Electronic Frontier Foundation leistet hier gute Dienste. Es versucht, jede Verbindung im WWW via HTTPS aufzubauen.
    5. Welche Daten sammelt die Firma? Hier ist man – leider – wohl oder übel auf die Selbstaussagen in der „Privacy Policy“ angewiesen. Es sei denn, die Firma lässt das extern prüfen („zertifizieren“), was allerdings mit Kosten verbunden ist, die gerade kleinere Anbieter scheuen.

    Nach dem Kauf von WhatsApp durch Facebook kommt noch eine weitere Frage dazu:
    Was passiert mit meinen Daten bei einem Kauf der Firma? (Oder einer Insolvenz?) Und darauf gibt es gar keine Antwort.

    Tags: Datenschutz, Privacy, Security, Sicherheit

  • Journalismus & Recherche » Blog Archive » Randnotiz zur Quellenprüfung

    Der Postillion hat mit der vermeintlichen Exklusivmeldung, „Ex-Kanzleramtsminister Ronald Pofalla wechselt in den Vorstand der Deutschen Bahn“ einen netten Hoax in die Welt gesetzt, der diesmal nicht die Medien, sondern deren Nutzer foppte. Mehr beim Postillion selbst und im Abendblatt.

    Eine Randnotiz in Sachen Quellenprüfung dazu: So sieht die Meldung des Postillion im Web aus (mit vordatiertem Timestamp):

    Und so sieht der RSS-Feed via Feedburner aus:

    An den Timestamp „Publiziert:Thu, 02 Jan 2014 10:27:42 PST“ kam der Postillion halt nicht ran.

    Tags: Datum, Quellenprüfung, Timestamp

  • Journalismus & Recherche » Blog Archive » 2. Band des „Handbuch Internet-Suchmaschinen“

    Das von Dirk Lewandowski herausgegebene „Handbuch Internet-Suchmaschinen“ bekommt einen zweiten Band: Neue Entwicklungen in der Web-Suche.

    Der Band soll laut Verlagsanzeige: In 12 Kapiteln geben namhafte Wissenschaftler und Praktiker aus dem deutschsprachigen Raum den Überblick über den State of the Art, zeigen Trends auf und geben Handlungsempfehlungen für alle, die sich als Forscher, Entwickler oder Nutzer von Suchmaschinen mit dem Thema Suche beschäftigen.

    Der Band wird ca. 350 Seiten umfassen. Bei Bestellungen bis zum 15. Mai 2011 gilt der Subskriptionspreis 48,00 Euro, danach kostet das Buch 60,00 Euro.

    Den 2009 erschienenen ersten Band gibt es übrigens kapitelweise frei im Netz. Dazu hatte ich in diesem Blog ja schon ein verlinktes Inhaltsverzeichnis gepostet.

    Ferner gibt es das Buch „Web-2.0-Dienste als Ergänzung zu algorithmischen Suchmaschinen“, herausgegeben von Dirk Lewandowski und Christian Maaß, erschienen im August 2008 im Logos-Verlag Berlin. Man kann es ebenfalls kapitelweise als PDF aus dem Netz ziehen.

    Tags: Buch, Handbuch, Handbuch Internet Suchmaschinen, Suchmaschinen

  • Journalismus & Recherche » Blog Archive » Uwe Krüger: Top-Journalisten und ihre Nähe zu Politik und Wirtschaft: Ergebnisse einer Netzwerkanalyse

    Uwe Krüger vom Institut für praktische Journalismusforschung an der Uni Leipzig präsentierte in seinem Vortrag „Top-Journalisten und ihre Nähe zu Politik und Wirtschaft“ die Ergebnisse seiner Netzwerkanalyse deutscher Journalisten. Dabei geht es darum herauszufinden, in welchen Gremien, Organisationen und / oder Unternehmen einflussreiche Journalisten vertreten sind. Leider sind die sehr spannenden Folien nicht online.

    Besonders interessant waren die Netzwerkstrukturen, in die Klaus-Dieter Frankenberger (FAZ), Stefan Kornelius (SZ) und Josef Joffe (ZEIT) eingebunden sind, darunter Organisationen wie die Deutsche Atlantische Gesellschaft, Atlantik-Brücke, Münchner Sicherheitskonferenz oder M100 Sanssouci Colloquium.

    Krügers Thesen: durch eine derartige Eingebundenheit können ein transatlantischer und neoliberaler Bias entstehen, eine Eliten-Sicht dominiert, andere Perspektiven werden vernachlässigt, es kommt zu Mainstream-Effekten aufgrund
    ähnlicher Netzwerke.

    Ein Beispiel zur Illustration war die Berichterstattung in der Bild, in der der Artikel „‘Atlantik-Brücke’ verabschiedet Erklärung von Mumbai“ bebildert wurde mit einem Gruppenfoto prominenter Unterzeichner (Roland Berger, der damalige EADS-Chef Thomas Enders), auf dem im Original auch Atlantik-Brücken-Mitglied und Bild-Chef Kai Diekmann zu sehen war – auf dem Foto, das in der Bild erschien, war er herausgeschnitten.

    In der sehr erregten Diskussion ging es anschließend darum, wie weit die Mitgliedschaften in derartigen Netzwerken die „Lebensader des Journalismus“ sind, wie ein Teilnehmer sagte, oder bedeuten, dass Journalisten ihre Distanz aufgeben. Krüger verwies auf die The New York Times Company Policy on Ethics in Journalism, in dem es in der Sektion Serving the Community heißt:

    Journalists should stand apart from institutions that make news. Staff members may not serve on government boards or commissions, paid or unpaid. They may not join boards of trustees, advisory committees or similar groups except those serving journalistic organizations or otherwise promoting journalism education. Depending on circumstances, newsroom heads may permit staff members to serve on a board of trustees or visitors for a school, college or university, especially one with a family connection. Upon request, newsroom heads may also authorize a staff member to appear before a local school board to advocate decisions that may directly affect the journalist’s children, but only if the issue falls outside the staff member’s coverage responsibilities.

    Zum Thema ein Beitrag von Oliver Trenkamp: Sagen Sie jetzt nichts! – Die Freiheit der Presse in den Hinterzimmern der Macht: Wie Politiker, Pressesprecher und Journalisten aushandeln, was in der Zeitung steht:

    Politik und Journalismus in Berlin, das ist großes Theater mit festen Rollen und exakter Choreographie. Das Thema jeder Vorstellung: Streit und Konflikt. Auf der Bühne stehen sich gegenüber: Minister, Parlamentarier, Pressesprecher auf der einen, Redakteure, Korrespondenten, Berichterstatter auf der anderen Seite – die Mächtigen und ihre Kontrolleure. Ihre Waffen: verdrehte Endlos-Sätze und provozierende Fragen. Jenseits des Scheinwerferlichts, auf der Probebühne, rücken Politiker, Pressesprecher und Journalisten jedoch zusammen. In den Hinterzimmern der Macht handeln sie aus, was in der Zeitung steht – und was besser nicht; geschützt durch Vertraulichkeit und Informalität. Sie verwenden eigene Codes, und es gilt eine strikte Hausordnung. Wer sich nicht daran hält, muss draußen bleiben. Die Wissenschaft wagt nur selten einen Blick hinter die Kulissen. Aber wie steht es um die Freiheit der Presse im Verborgenen?

    Sagen Sie jetzt nichts!

    Die Freiheit der Presse in den Hinterzimmern der Macht: Wie Politiker, Pressesprecher und Journalisten aushandeln, was in der Zeitung steht

    Von Oliver Trenkam

  • Journalismus & Recherche » Blog Archive » Kostenlos aber nicht umsonst: Was Profidatenbanken auch ohne Bezahlung hergeben

    Nein, keine Tricks, um an der Kasse vorbeizugehen. Aber es gibt sehr viele Fälle in denen eine Trefferliste schon die wichtigsten Informaitonen enthält und im Rahmen einer Recherche genutzt werden kann. Am Beispiel der größten kommerziellen deutschen Datenbank will ich ein paar Beispiele nennen (die die vergangenes Jahr mit der zweitgrößten fusionierte; hier aber nicht namentlich genannt wird, damit sie nicht auf die Idee kommt, Geld für die Trefferlisten zu kassieren ;-)):

    a) Wo stand das nochmal? Also neulich, stand doch im Spiegel diese kleine Notiz über XX, Spiegel online hat’s nicht und eigentlich muss man nun ans Zeitungsregal und blättern. Das ist müssig und die Gefahr, die Seite zu überblättern nicht gering. Daher ein Zwischenschritt: Die Volltextsuche im eigenen Zeitschriftenregal. Der Trefferliste entnehmen wir dann Ausgabe (Nr. und Datum) sowie die Seitenzahl und greifen uns gezielt den gewünschten Artikel aus dem Regal.

    b) Für Anfragen beim Handelsregister empfiehlt es sich, beim richtigen Gericht zu fragen und wenn man schon die Handelsregisternummer hat, geht’s schneller. Auch hier helfen einschlägige Datenbanken und liefern diese Informationen schon in der Trefferliste.

    c) Richtig spannend wird es, wenn man sich die Spezialdatenbanken und deren Suchoptionen anschaut. Anders als bei der Volltextsuche kann man hier im Rahmen der vorgegebenen Suchoptionen tatsächlich Informationen zusammenstellen, die per Volltextsuche per se nicht zu finden sind – die Zusammenstellung erfolgt ja erst auf die Sucheingabe hin.

    Ein Beispiel, die Firmendatenbank bedirect erlaubt es, Firmen nach Umsatz, Mitarbeiterzahl, Branche, Gründungsjahr, Postleitzahl etc. zu suchen. Ein paar Anwendungsideen machen deutlich, welche Goldgrube das für Journalisten ist:

    • Welche Unternehmen in unserer Stadt wurden zwischen 1933 und 1945 gegründet?

    • Welche Unternehmen in meiner Region haben weniger als 5 oder 10 Mitarbeiter und sollten sich demnachnicht nur freuen sondern auch Jobs schaffen, wenn der Kündigungsschutz gelockert wird?

    • Welche Unternehmen haben im nächsten Jahr ein Firmenjubiläum?

    • Wo gibt es Zulieferer der Automobilindustrie in unserer Region?

    Alles Fragen, bei denen schon die Trefferliste hilft – denn die Firmen selbst stehen im Telefonbuch oder sind im Netz zu finden.

    d) Für ausführliche Personenrecherchen lohnt es auch, auf gut Glück einmal zu schauen, wo die Person noch auftaucht. Natürlich funktioniert es nicht, wenn man „Peter Müller“ sucht, denn ob der saarländische Ministerpräsident tatsächlich hinter einem der 2355 Treffer im Handelsregister steckt, lässt sich so nicht klären. Bei selteneren Namen wird es allerdings spannender (Beispiel folgt ggf. nach Abschluß der Recherche).

    Die Liste dieser Ideen läßt sich fortsetzen, posted Eure Anregungen!

  • Journalismus & Recherche » Blog Archive » Neue Desktop-Suche für Windows: Viel besser als Google Desktop?

    Ich benutze Google Desktop nicht. Zum einen, weil ich mit Googles Umgang mit Nutzerdaten nicht einverstanden bin. Zum anderen, weil es seit Ewigkeiten Copernic gibt, das (so lange ich Windows genutzt habe und das beurteilen konnte) ohnehin viel besser war als Google Desktop. Aber das glaubt leider niemand in der Googlewelt, in der wir leben. Vielleicht schafft es jetzt ein kleines Programm, die Vormachtstellung zu brechen: Everything. Wenn man einem Bericht im Downlaod-Blog von CNet glauben darf, hat es das Zeug dazu. Wäre schön, wenn Sie / Ihr uns sagt, ob’s funktioniert.

    Tags: desktop search, Desktopsuche, Everything

  • Journalismus & Recherche » Blog Archive » Digitale Zeitungsarchive

    Die FAZ hat eine Linkliste zu digitalen Zeitungsarchiven veröffentlicht, denn:

    Alte Zeitungen sind das beste Archiv des Alltags, das wir haben. In vielen Blättern, die zum Teil mehr als 200 Jahre alt sind, kann man online stöbern. Unsere Linksammlung zeigt die besten Adressen im Netz.

    Eine dankenswerte Aufgabe. Ergänzen möchte ich zwei Informationen, weil ich oft genug in Seminaren erfahre, dass sie nicht bekannt sind: Das Archiv des Spiegels ist inzwischen im Volltext bis zurück zur ersten Ausgabe durchsuchbar – kostenlos. Und wenn man mal auf einen Artikel in der FAZ stößt, der angeblich nur im kostenpflichtigen Archiv vorhanden ist (man suche z.B. nach „Reto Hilty“), sollte man erstmal mit Googles Site-Funktion suchen, bevor man’s glaubt (geht auch bei Yahoo über die erweiterte Suche oder bei Bing mit der Site-Funktion).