Kategorie: Allgemein

  • Journalismus & Recherche » Tricks, Tools, Tipps

    Dienstag, 10. Juni 2008

    Die German Privacy Foundation hat heute morgen einen Service für Informanten – vor allem für so genannte Whistleblower – und Journalisten vorgestellt, der seit der Stasikom-Affäre wohl auch jenen Journalisten als notwendig einleuchtet, die von Verschlüsselungssoftware wie PGP bzw. GPG oder Anonymisierungssoftware wie Tor bisher nichts gehört hatten oder es nicht hören wollten. Der Webservice Privacybox ermöglicht die weitgehend sichere Kommunikation zwischen Journalisten und Informanten, und zwar dadurch, dass Sender und Empfänger verschlüsselt und für Dritte anonym miteinander kommunizieren können.

    Im Heise-Ticker erklärt Detlef Borchers die Funktionsweise ausführlich. Am besten, liebe Kollegen, probiert man allerdings die Privacybox gleich mal selbst aus.

    Der Beitrag wurde zuerst im tazblog CTRL veröffentlicht.

    Samstag, 31. Mai 2008

    Googlen können wir alle und Namen auf diese Weise zu „recherchieren“ ist doch kinderleicht.

    Weit gefehlt, vor allem wenn es darum gehen soll, sehr umfangreich oder – soweit möglich – vollständig zu suchen.

    Die drei häufigsten Fehler:

    1. Namen werden falsch geschrieben, auch in ansonsten seriösen Quellen.
    2. Nicht nur in Ergebnislisten von Sportvereinen oder Abiturprüfungen wird der Vorname nach dem Nachnamen aufgeführt, daher schließt die String-Suche (in Anführungszeichen) mit “Vorname Nachname” solche Ergebnisse aus.
    3. Menschen mit einem zweiten Vornamen sind unberechenbar, ich verweise nur auf Henryk Mittelinitial Broder. Mal schreiben sie sich mit mal ohne Mittelinitial oder sie schreiben gar ihren Namen aus und schwups, wieder schließt die Stringsuche relevante Ergebnisse aus.

    Immerhin kann man mit “Vorname * Nachname” die Mittelinitial-Menschen finden, egal ob der Name ausgeschrieben, abgekürzt oder falsch geschrieben ist … Achtung: Treffer die den Namen ohne Mittelinitiale enthalten, werden dann nicht gefunden.

    Besser also folgendes in den Suchmaschinen-Schlitz schicken:

    "Vorname Nachname" OR "Nachname Vorname" OR "Vorname * Nachname"

    (”Nachname Vorname *” entfällt, da es die gleichen Ergebnisse liefert wie “Nachname Vorname”).

    Was lehrt uns das? Bei seltenen Namen kann getrost auf die Anführungszeichen verzichtet werden, bei häufigeren Namen muss man sorgfältig mögliche Variationen abarbeiten – wenn es denn darum geht, möglichst viel zu erschliessen.

    Dazu müsste dann die Suchzeile von oben in möglicherweise mehreren Durchgängen um denkbare Schreibfehler variiert werden. Etwa so:

    "Vorname Nachnahme" OR "Nachnahme Vorname" OR "Vorname * Nachnahme"

    Das ausführliche Handout zur Personensuche anhand eines Beispiels finden Sie hier.

    Samstag, 10. Mai 2008

    Schöne Infoseite, die Nora Kraft in der FAZ am Sonntag (4. Mai, S. 53) präsentiert: Telefonnummern anzurufen, die mit 0180 beginnen, kostet Geld. Von 3,9 Cent bis 14 Cent pro Minute. Die Gröschlein kann man sich sparen, denn die meisten Firmen, die diese Nummern angeben, haben auch „normale“ Festnetznummern. Welche das sind, zeigt das 0180-Telefonbuch von teltarif.de.

    Suchen kann man man nach dem Firmennamen, der 0180er-Nummer und der „Ersatznummer“. Außerdem gibt’s einen alphabetischen Index nach Firmennamen. Letzter verzeichnet allein unter „A“ über 1500 Einträge.

    Donnerstag, 10. April 2008

    Recherchen in Echtzeit: Unter swisstrains.ch, einer intelligent gemachten Google-API, kann man auf Basis des Kartendienstes Google-Maps alle Züge und Bahnhöfe der Schweiz live verfolgen – und zwar bis zu den S-Bahnen. Mouseover auf einem Bahnhof zeigt den Namen der Station an, Mouseover auf Züge zeigt die Zugnummer, Start und Ziel der Reise, den nächsten Halt und die Geschwindigkeit. Die Positionen sind keine „echten“ GPS-Daten, sondern nach Fahrplandaten und Verspätungsdaten gemäß prosurf.sbb.ch berechnet. Nach Stationen und Zügen kann man suchen.

    Das ist mehr als ein schönes Spielzeug. Leider für Deutschland nicht reproduzierbar, da die Fahrplantreue im Mehdorn-Reich weniger wichtig genommen wird.

    Mittwoch, 13. Februar 2008

    (Kurze Notizen vom 15. DFN-Workshop “Sicherheit in vernetzen Systemen” – einer Konferenz, die entgegen des ersten Eindruckes ziemlich viel für recherchierende Journalisten zu bieten hat.

    Den Konferenzband gibts bei BoD: 15. DFN Workshop “Sicherheit in vernetzen Systemen” / hrsg. v. Christian Paulsen © Hamburg : DFN-CERT GmbH, 2008

    ISBN 978-3-8334-7381-4 )

    [AUde]

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    Montag, 15. Oktober 2007

    Manchmal hat man es nicht leicht, wenn man Denglisch vermeiden möchte, aber News-Alerts wollte ich einfach nicht in die Überschrift schreiben…

    Nun denn: Moreover kannte ich noch nicht, nun ist mir das Angebot aufgefallen, weil es von AP verklagt wird. Macht aber nix, denn selbst wenn AP gewinnt, wird da noch viel Interessantes drin stehen. Der Dienst sammelt Nachrichten und bietet sie über RSS-Feeds zu einer großen Zahl Kategorien an. Für private Nutzer ist das kostenlos, aber leider nicht frei definierbar. Wer aber zu einem bestimmten Thema auf dem Laufenden bleiben will, etwa “Internet > Online legal issues news” ist damit vielleicht ganz gut bedient. Ob das besser ist als die Alerts von Google News? Ich weiß es nicht, ich hab’s noch nicht getestet. Kommentare erbeten.

    Mittwoch, 08. August 2007

    Bei der Konkurrenz ist man verärgert, dass dpa seinen Basisdienst bei Yahoo News einspeist und ihn damit kostenlos verfügbar macht. (Gibt es auch als RSS-Feed zu verschiedenen Themen/Ressorts.)

    Leider habe ich keinen Zugang zum Basisdienst über Ticker, um einmal abzugleichen, ob das wirklich der komplette Basisdienst ist – daher das Fragezeichen in der Überschrift. Da ich die Info jedoch aus guter Quelle habe und online dazu nichts zu finden war, musste das mal schnell gebloggt werden.

    Wenn jemand Ticker und Yahoo miteinander vergleichen kann, freue ich mich über eine Rückmeldung.

    Das dpa-Archiv ist übrigens mit 72h Verzögerung hier online, Anmeldung erforderlich, Suche und Trefferlisten kostenlos, Meldungen kostenpflichtig,

    Freitag, 06. Juli 2007

    Kollege Ude hat sie in seinem lesenswerten Artikel im “Journalist” zu Plagiaten bereits erwähnt, aber noch nicht hier im Blog. Daher der Hinweis auf Pearl Crescent Page Saver, eine Firefox-Erweiterung, die es erlaubt, nicht nur vom  sichtbaren Teil einer Webseite einen Screenshot zu erstellen, sondern von der kompletten. Sehr hilfreich bei der Dokumentation von Web-Fundstellen,was ja bekanntlich auch ab und an zur Recherche gehört.

    Sonntag, 24. Juni 2007

    Und hier gleich noch ein Nachtrag zu den ganzen Workshops während der Netzwerk-Recherche-Jahrestagung:

    Im Workshop von Jörg Hilbert und mir ging es darum, den Teilnehmern zu vermitteln, wann wir den Einsatz versteckter Kameras für sinnvoll und ethisch-journalistisch für gerechtfertigt halten.

    Als Einleitung hierzu habe ich die rechtlichen Rahmenbedingungen erläutert, da es auch hier eine furchtbare Unsicherheit und Unwissenheit unter Journalisten gibt. Die Präsentation finden Sie jetzt hier (50 KB, PDF).

    Sonntag, 24. Juni 2007

    Google findet vieles nicht, mehr als man denkt. Für einen Vortrag und meine Seminare, habe ich das zusammengestellt. 8 verschiedene Kategorien, von Webinhalten, die Google (oder Suchmaschinen überhaupt) nicht finden, habe ich unterschieden. Ich freue mich über Ergänzungen und Anmerkungen.

    Die Präsentation stelle ich jetzt hier online zur Verfügung (532 KB, PDF).

    Ebenfalls online ist jetzt mein etwas ausführlicherer Vortrag über “Risiken und Potentiale der Internetrecherche” (2 MB, pdf).

  • Journalismus & Recherche » Mac & PC

    Die so genannte Desktop-Suche ist ja inzwischen ein veritables Feld innerhalb der Recherche geworden – bei dem ganzen Zeug’s, das man auf dem Rechner hat. Vor ewigen Zeiten (heißt: vor ca. sechs Jahren) hatte Altavista mal ein Programm zur Verfügung gestellt, das den eigenen Computer durchsucht. Irgendwann, als ich es nötig brauchte, weil meine Festplatte anschwoll, war es verschwunden und nicht mehr zu bekommen. Eine Desktop-Suchmaschine musste also erst wieder von Google auf den Markt gebracht werden, um den Nutzern zu zeigen, dass man sowas braucht (zwischendurch gab es schon das immer noch herausragende Copernic Desktop Search – beides selbstverständlich nur für den PC). So sieht die viel gerühmte Innovationsmaschine Google eben auch manchmal aus.

    Und Apple passt da auch ins Bild: Jahre nach Copernic wird Spotlight in Apples OS X (10.4, “Tiger”) als das Ei des Kolumbus gefeiert. Man muss schon Steve Jobs heißen, um das bringen zu können. Nun bin ich ja seit einigen Monaten auf ein Powerbook umgestiegen und brauche diese Funktion auch. Und was passiert? So gut wie nichts. Spotlight will nämlich nicht. Findet fast nur Dateien, in denen der Suchbegriff im Namen vorkommt. Also erstmal die Apple-schlauen Kollegen interviewt. Keiner weiß was – bei ihnen funktioniert’s natürlich. So war das in der PC-Welt auch schon immer: mein Computer-Karma muss ich irgendwann mal versehentlich in der Toilette runtergespült haben.

    Das Ärgerliche: Auch nach ewigem Suchen findet man in der Hilfe aber auch überhaupt keinen Hinweis darauf, wie man manuell das Indexieren anstoßen oder neu starten kann. Ebensowenig auf der Website. Lausig. Die gute Frau am Apple-Telefon hatte auch keinen Schimmer, gab aber wenigstens den Tipp, mal in den Foren zu suchen. Das hatte ich zwar schon erfolglos gemacht, aber wie’s eben immer so ist mit der Suche: Wenn man nicht weiß, wonach man suchen soll, findet man auch nix. Hier war der Knackpunkt, dass man nicht nach “index” suchen sollte, sondern eher nach “Keyword/s”. Am Ende hat dann “Spotlight” gereicht (ja, ist mir ja auch peinlich, aber die Apple-Experten waren auch nicht drauf gekommen). Gleich einer der ersten Threads beantwortet die Frage einfach und zufrieden stellend:

    Spotlight > Einstellungen > Privatsphäre > eigenes Volume eintragen (damit wird verhindert, dass es indexiert wird)

    abmelden > neu anmelden – nun ist die Indexierung abgeschaltet

    Spotlight > Einstellungen > Privatsphäre > eigenes Volume wieder entfernen

    abmelden > neu anmelden – nun ist die Indexierung wieder eingeschaltet und wird neu gestartet

    Und siehe da: Es funktioniert.

  • Journalismus & Recherche » Google

    Sonntag, 10. Februar 2008

    Nachrichtensuchen sind inzwischen zahlreich vorhanden. Nun kommt auch noch das Angebot der britischen Firma Silobreaker dazu. Diese Suche will mit den Großen konkurrieren, indem sie ungefähr 10.000 Nachrichtenseiten, Blogs und andere Quellen nicht nur durchsucht, sondern die Nachrichten auch automatisch mit Tags versieht und versucht, sie so zu präsentieren, dass sie in einem Kontext erscheinen. Wie der Screenshot zeigt, haut das derzeit noch nicht besonders überzeugend hin (warum ein Bild von Kate Moss zu einem Großfeuer in London?), aber man kann’s ja mal auf die Beobachtungsliste setzen… (MS)

    Montag, 26. November 2007

    Hallo liebe TeilnehmerInnen der WissensWerte (und von Online II). Hier die Folien als PDF zum Thema Online-Recherche.
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    Montag, 24. September 2007

    Angeregt durch Marcus’ Beitrag und die bei ihm erwähnte Präsentation von Dirk Lewandowski ein Hinweis. Lewandowski verwendet zwei Grafiken, die ich auch schon mal in einem Newsletter (#03-6) erwähnt hatte: Das Beziehungsgeflecht der Suchmaschinen aus der Suchfibel von Stefan Karzauninkat, der diese schöne Übersicht leider nicht mehr pflegt, denn der Informationsstand ist vom 17.12.2004. Anders Bruce Clay, der sein Search Engine Relationship Chart fein aktuell hält. Besonders schön: Klickt man in der Flash-Präsentation auf eine der Suchmaschinen, kommt man auf eine Zusammenstellung von Unternehmensinformationen.

    Clay hat übrigens noch ein weiteres Chart als PDF, aus dem hervorgeht, woher die SEs die “Business Data” und die “Mapping Data” beziehen (PDF, 1 S., 283 KB).

    Donnerstag, 20. September 2007

    Ja, ich bleibe dabei – die meisten Journalisten sollten erstmal eine Suchmaschine verstehen und bedienen lernen bevor sie versuchen, durch die Nutzung mehrerer Suchmaschinen zu (besseren) Ergebnissen zu kommen.

    Bislang habe ich die Nutzung verschiedener Suchmaschinen immer dann empfohlen, wenn man „alles über“-Rechercheren macht, sprich wenige Treffer, ein überschaubares Thema und ein großes Interesse an den Ergebnissen.

    Gerade bei Treffern abseits der wichtigsten Seiten, die wohl jede Suchmaschine indiziert, lohnt sich das, denn die Überschneidungen zwischen den Suchmaschinen, die überhaupt eigene Indizes haben (Yahoo, Google, MSN, Seekport, Ask.com ehemals Teoma), sind minimal. Diese schöne Begründung verdanke ich Dirk Lewandowsky, dem ich in einem Seminar zuhören durfte (Präsentation hier).

    Erfreulich auch seine Erfahrung, dass yahoo manches besser macht, als google. Ich gebe zu, die nachfolgenden Punkte sind selten relevant, aber über die Ergebnisse bei google habe ich mich dann doch zu oft geärgert – jetzt weiß ich, yahoo kann das besser!

    ODER-Suche

    Die Oder-Suche funktioniert bei Google nicht ordentlich, wobei am ärgerlichsten ist, dass dies nur schwer und selten auf Anhieb zu erkennen ist.

    Synonyme wider Willen

    Google findet bei der Suche nach „Stefan Mayer“ auch Stephan Meier und andere vermeintliche Synonyme. Das heißt, trotz Anführungszeichen ist keine Phrasensuche möglich.

    Das schlimmste an diesen Fehler ist, dass man die Funktionalität der Operatoren bei google bezweifeln muss – eine Verunsicherung, die ganz schön am Lack des Marktführers kratzt.

    Noch ein Tipp: Für Firefox gibt es die Erweiterung Customize Google, damit lassen sich identische Suchanfragen nacheinander bei verschiedenen Suchmaschinen stellen. Die Einstellungen erlauben es leider nicht, dies auf die Maschinen mit eigener Datenbasis (s.o.) zu beschränken.

    Sonntag, 24. Juni 2007

    Google findet vieles nicht, mehr als man denkt. Für einen Vortrag und meine Seminare, habe ich das zusammengestellt. 8 verschiedene Kategorien, von Webinhalten, die Google (oder Suchmaschinen überhaupt) nicht finden, habe ich unterschieden. Ich freue mich über Ergänzungen und Anmerkungen.

    Die Präsentation stelle ich jetzt hier online zur Verfügung (532 KB, PDF).

    Ebenfalls online ist jetzt mein etwas ausführlicherer Vortrag über “Risiken und Potentiale der Internetrecherche” (2 MB, pdf).

    Mittwoch, 13. Juni 2007

    Es ist wieder soweit: Am Freitag und Samstag findet im NDR-Konferenzzentrum in Hamburg das Jahrestreffen des Netzwerks Recherche statt. Wer noch nicht angemeldet ist, hat wahrscheinlich Pech gehabt, denn wie immer wird es völlig überlaufen sein. Aber für die, die kommen, hier der besondere Hinweis auf das Programm, das zu einem großen Teil von den Autoren dieses Weblogs bestritten wird: am Freitag der “Workshop zu Computer Assisted Reporting” (in englischer Sprache), am Samstag “Recherche Online” und die “Wundertüte”.

    Mit dabei:

    • Marcus Lindemann zu “hidden Web – was Google alles nicht findet”,
    • Matthias Spielkamp und Jürgen Sell zu “Digitalem Informantenschutz”,
    • Albrecht Ude zu “Datenspuren – Anonym Surfen”,
    • Jan Michael Ihl zu “Was Google (noch) alles kann”,
    • Manfred Redelfs zu “Auskunftsrechte effektiv nutzen”,
    • Sebastian Moericke-Kreutz zu “Google für Fortgeschrittene”,
    • Jürgen Sell zu “Lug und Trug mit Zahlen”,
    • Marcus Lindemann zu “versteckte Kamera in der Praxis”,
    • Sebastian Moericke-Kreutz zu “Excel for Journalists”.

    Das ist doch ein Angebot, oder? Wir freuen uns darauf, Euch/Sie in Hamburg zu sehen!

    Samstag, 02. Juni 2007

    Wie Google Blogoscoped am 28.05. meldet, gibt es zwei neue Kommandos bei der Google Bildsuche, die bislang noch undokumentiert sind:
    &imgtype=face liefert eine Ergebnismenge, die auf Portraits beschränkt ist.
    &imgtype=news liefert hingegen nur Bilder, die aus den ca. 10.000 Google News sources (USA) stammen.

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    Donnerstag, 31. August 2006

    Gerade hereingeflattert:

    Die zentrale Rolle der Suchmaschinen in der Informationsgesellschaft hat sich auf hohem Niveau etabliert. Gleichzeitig wächst von vielen Seiten die Kritik an den monopolartigen Strukturen des digitalen Wissenszugangs und der Ruf nach Alternativen wird (endlich) unüberhörbar lauter.

    Das 3. SuMa-e.V.-Forum wird Trends, Richtungen, Probleme und Alternativen vorstellen und diskutieren. Dabei werden drei Richtungen genauer betrachtet: Entwicklungen in der Technik, in der Wirtschaft und deren Reflexionen in der Medienkunst. Die Veranstaltung findet statt am Donnerstag, den 28.9.2006, ab 13.00 Uhr in der Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund, In den Ministergärten 10, 10117 Berlin (Anfahrtsplan).

    Das Veranstaltungsprogramm enthält unter anderem Vorträge von Google-Pressesprecher Stefan Keuchel, dem 18-jährigen Metager2-Entwickler Markus Franz sowie diversen Wissenschaftlern. Die Teilnahme kostet 20 Euro (ermäßigt 10 Euro), Anmeldung ist erforderlich und bis zum 19. September per Email und Überweisung (s. Programmseite) möglich.

    Ach, das da oben ist bloß eine „suchmaschinenfreundliche“ Überschrift. Nicht so ernst nehmen – meine vorige Blog-Lektüre hat die Fantasie auf Abwege gebracht …

    Freitag, 04. August 2006

    Ach jeh, hat man schon eine schlimmere denglische Überschrift gelesen? Aber es ist ja für einen guten Zweck: Google soll’s verstehen, und die Suchenden auch. Nachrichten-Benachrichtigungen als elektronische Vertriebseinspeisung hätte wohl nicht wirklich seinen Zweck erfüllt. Für diejenigen, die es noch nicht wissen: Was ein RSS-Feed ist, erfährt man hier. Und da mir gerade ein Kollege, der sich gut mit Recherche und den Werkzeugen des so genannten Web2.0 auskennt, erzählte, dass er noch gar nicht wusste, dass man die Google News-Alerts auch per RSS-Feed abonnieren kann, dachte ich mir: weise ich doch auch bei recherche-info.de mal drauf hin. Ist schließlich so lange noch nicht im Angebot.

    Inzwischen bieten es aber fast alle Nachrichtensuchmaschinen an (vielleicht einige sogar schon länger als Google, das weiß ich nicht): Bei Google, Yahoo, MSN, Netzeitung findet man den Hinweis auf RSS, Atom oder XML – alles das gleiche, zumindest was die Funktion angeht (Vorsicht: bei manchen erscheint der Knopf erst auf der Ergebnisseite, also wenn man bereits eine Suche ausgeführt hat). Man kann also die Nachrichten-Alarme (wie Web.de sie nennt, das übrigens als einzige der bekannten Nachrichtensuchmaschinen keine Feeds anbietet) im Feed-Reader seiner Wahl abonnieren und bekommt keine E-Mail-Benachrichtigungen mehr.

    Ist das eine gute Idee? Das muss jeder selbst entscheiden. RSS ist sicher die eleganteste Versuchung, seit es XML gibt, aber wenn man dann erst mal 30 Feeds abonniert hat, kann es gut sein, dass die gute alte E-Mail im Postkasten wesentlich mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht…

  • Journalismus & Recherche» Blogarchiv » Recherche-info bei der Jahrestagung des netzwerk recherche

    Von Marcus Lindemann

    Obwohl das netzwerk recherche zweifelsohne nicht internetafin, sondern fast schon als technophob zu bezeichnen ist, gibt es dort seit Jahren eine Nischenveranstaltung, die sich computergestützten Recherchemethoden widmet. recherche-info.de ist letztlich nichts anderes als der Blog hinter den Machern der CAR-Workshops.
    Die Präsentationen, die auf der Tagung gehalten wurden, finden Sie hier online, so auch die Präsentationen der Jahrestagung am vergangenen Wochenende in Hamburg.

  • Journalismus & Recherche » Jan Michael Ihl

    Mittwoch, 11. Juni 2008

    Am Freitag und Samstag, 13. und 14. Juni 2008, findet sie statt: Die Jahreskonferenz des Netzwerk Recherche unter dem Titel „Wir könn(t)en auch anders: Wenn Recherche wieder wichtig wird“. Als PDF-Datei gibt es beim Netzwerk Recherche das Programm des Jahrestreffens 2008.

    Letztes Jahr haben viele der Journalismus & Recherche-Autoren von dort live gebloggt, die Beiträge aus einigen Veranstaltungen und unseren eigenen Workshops stehen im Journalismus & Recherche-Archiv. Sicher werden wir auch dieses Jahr von der NR-Jahreskonferenz 2008 berichten.

    Dienstag, 10. Juni 2008

    Die German Privacy Foundation hat heute morgen einen Service für Informanten – vor allem für so genannte Whistleblower – und Journalisten vorgestellt, der seit der Stasikom-Affäre wohl auch jenen Journalisten als notwendig einleuchtet, die von Verschlüsselungssoftware wie PGP bzw. GPG oder Anonymisierungssoftware wie Tor bisher nichts gehört hatten oder es nicht hören wollten. Der Webservice Privacybox ermöglicht die weitgehend sichere Kommunikation zwischen Journalisten und Informanten, und zwar dadurch, dass Sender und Empfänger verschlüsselt und für Dritte anonym miteinander kommunizieren können.

    Im Heise-Ticker erklärt Detlef Borchers die Funktionsweise ausführlich. Am besten, liebe Kollegen, probiert man allerdings die Privacybox gleich mal selbst aus.

    Der Beitrag wurde zuerst im tazblog CTRL veröffentlicht.

    Dienstag, 19. Juni 2007

    Was hat die Amtskette des Bürgermeisters von Dormagen mit Subventionen für eine Müllverbrennungsanlage bei Hannover und den Briefen von George W. Bush an Papa Bush zu tun? Unser Blog-Autor Manfred Redelfs, seines Zeichens Recherche-Chef bei Greenpeace und Experte des Netzwerks Recherche fürs Informationsfreiheitsgesetz, weiß es und hat es beim Netzwerk-Recherche-Jahrestreffen 2007 seinen Workshop-Teilnehmern erklärt.

    Seine Präsentation zu Auskunftsrechten für Journalisten und den Vor- und Nachteilen einzelner Gesetze – von journalistischem Auskunftsanspruch nach den Landespressegesetzen, den Informationsfreiheitsgesetzen (IFG) der La?nder und des Bundes, über Umweltinformationsgesetz (UIG), bis zu den Informationsrechten auf Registerauskunft (Handelsregister, Grundbuch, Melderegister) – steht jetzt online: Manfred Redelfs, Auskunftsrecht (PDF, 1,1 MB).

    Dienstag, 19. Juni 2007

    Nein, nicht was Sie denken – natürlich als Gegenstand des Journalismus und der investigativen Recherche.

    Damit nicht schon bei der Recherche solcher und artverwandter heikler Themen der gegnerische Anwalt mit der einstweiligen Verfügung oder strafbewehrten Unterlassungserklärung die weitere Arbeit blockiert, gilt es, seine Rechte und Pflichten als Journalist zu kennen. Der Hamburger Rechtsanwalt Michael Fricke, Spezialist für Urheberrecht, Medien- und Presserecht, hat auf dem Netzwerk-Recherche-Jahrestreffen 2007 in einem Workshop die Tücken des Presserechts bearbeitet. Seine 7-seitige Zusammenfassung hat er uns dankenswerterweise zur Veröffentlichung bereit gestellt: Michael Fricke, Fallstricke im Presserecht (PDF, 40 KB).

    Samstag, 16. Juni 2007

    Das Netzwerk Recherche verleiht die Verschlossene Auster 2007 an den russischen Präsidenten Vladimir Putin. „Er erhält den Preis wegen der anhaltenden Behinderung der Presse in Russland,“ so der Sprecher des Netzwerk Recherche auf der Netzwerk-Recherche-Jahrestagung 2007 in Hamburg. Seit Putins Antritt 2000 seien 14 Journalisten ermordet worden oder starben auf mysteriöse Weise. Viele dieser Morden sind nie aufgeklärt worden. Dadurch sei ein Klima entstanden, dass Kritik und Debatten nicht zustandekommen lässt. Putin sei dafür mitverantwortlich.

    Gerade hält Heribert Prantl von der Süddeutschen eine großartige Laudatio über Putin, seine „Geheimdienstaristokratie“ und die Suggestion von Demokratie in Russland – und einen „devoten“ Spiegel-Chefredakteur auf Kreml-Besuch. Sollte ich das Redemanuskript in die Finger kriegen, steht es demnächst hier unter recherche-info.de. Update: Hier ist sie, Prantls Laudatio auf Vladimir Putin.

    Inzwischen steht auch die Pressemitteilung des Netzwerks Recherche zur Verleihung der Verschlossenen Auster online.

    Freitag, 15. Juni 2007

    Hinweis: Hier fehlen noch etliche Verlinkungen. Sie werden im Laufe des Tages ergänzt. Ich bitte um Verständnis. Gute Nacht 😉

    Google hat laut „heise online“-Newsticker in Deutschland im September 2006 die 90-Prozent-Hürde beim Marktanteil in Deutschland genommen. Das heißt, mehr als 90 Prozent der Web-Suchanfragen in Deutschland werden bei Google gestellt – und von Google beantwortet. Wie es dazu kam? Google hat sich mit seiner Pagerank-Suchtechnologie und einer einfachen Bedienung die Marktführerschaft erobert und gilt seither als Suchmaschine Nr. 1 im Web. In vielen Browsern ist Google seit Jahren als Standardsuchmaschine voreingestellt.

    Wir können zwar damit unzufrieden sein, dass Google so marktbeherrschend ist. Fakt ist allerdings: Google ist neben oder vielleicht sogar vor Yahoo und MSN nach wie vor die beste Allround-Suchmaschine. Aus Recherche-Sicht ist es sicher klug, viele Suchmaschinen, vor allem auch Spezialsuchmaschinen, zu kennen. Aber wenigstens den Marktführer Google sollte man nicht nur kennen, sondern auch gut beherrschen. Daher hier die Basics zum Platzhirschen aus Mountain View (Kalifornien).
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    Dienstag, 20. Februar 2007

    Wenn ich Zeit hätte, würde ich das gerne selbst machen und für mich behalten … Aber so: Vielleicht ist jemand unserer zahllosen jüngeren Leser interessiert? An einem mehrmonatigen Aufenthalt in Amsterdam in der Rechercheabteilung von Greenpeace International, bezahlt (ich weiß nicht, wie gut, aber immerhin – man bedenke: Greenpeace ist eine Non-Profit-NGO). Laut einem der zukünftigen Interns geht es vor allem um Recherche vom Computerschreibtisch aus in diversen Wirtschafts-Datenbanken – um den Weg der Soja vom Acker in den Hamburger zu verfolgen, für die in Brasilien tropischer Urwald gerodet wird, zum Beispiel. Hier die Kurzbeschreibung:

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    Donnerstag, 08. Februar 2007

    Darauf, dass Journalisten und die Öffentlichkeit immer noch keine Ahnung von Internet-Recherche oder RSS haben, setzt offenbar die Redaktion des ARD-Morgenmagazins und die WDR-Pressestelle.

    Sie veröffentlicht nämlich schon heute eine Presseerklärung mit exklusiven Deutschland-Trend-Umfrageergebnissen im World Wide Web, genauer gesagt auf News-Aktuell, dem Pressemitteilungsportal der DPA, trotz deutlichen Vermerks:

    Sperrfrist: Freitag, 9. Februar 2007, 0.00 Uhr, für elektronische Medien 9.00 Uhr – alle bitte mit Quellenhinweis.

    Gut, dass die Leser jetzt wenigstens wissen, dass sie das vor morgen früh nicht weitererzählen dürfen.

    Ach ja, die „Mehrheit der Bürger will einen Kompromiss zum Schutz der Privatsphäre und Ermittlungsmöglichkeiten der Polizei“, „Deutsche würden beim Kauf eines Neuwagen auf einen umweltfreundlichen Motor achten“ und die „Union verliert Stimmen“. Quellenhinweis: ARD-Morgenmagazin. Nicht weitersagen.

    Freitag, 01. September 2006

    Da Informationen sammeln und Daten Schützen zwei Seiten einer Medaille sind, sei mir hier ein kleiner Hinweis auf das gestern erschienene Buch „Schwarzbuch Datenschutz“, herausgegeben von den FoeBuD-Recken Rena Tangens und padeluun.

    Das Buch versammelt auf rund 180 Seiten 38 Laudatio-Texte (also Laudationes) aus sechs Jahren Big-Brother-Award, den der FoeBuD mit einer Reihe von Organisationen alljährlich so genannten Datenkraken verleiht, Unternehmen und Personen, die sich durch außerordentlich Datenschutz-unsensiblen Umgang mit Informationen auszeichen. Damit daraus Erfolgsgeschichten werden, wie die Herausgeber in ihrem Vorwort schreiben, sind die Laudatio-Texte um – meistens sehr knappe – frisch recherchierte Nachträge ergänzt. Mit einer Argumentations- und Orientierungshilfe, warum Privacy überhaupt wichtig für die Demokratie ist und wohin die Reise zwischen den Polen „Privatsphäre gibt es sowieso nicht mehr“ und „meine Daten gehören mir“ in der RFID- und Social-Software-getaggten „Wir-Wollen-Alles-Über-Sie-Wissensgesellschaft“ gehen kann, schließt das Schwarzbuch Datenschutz (13,90 Euro im Buchhandel, FoeBuD-Shop, Amazon).

    Donnerstag, 31. August 2006

    Gerade hereingeflattert:

    Die zentrale Rolle der Suchmaschinen in der Informationsgesellschaft hat sich auf hohem Niveau etabliert. Gleichzeitig wächst von vielen Seiten die Kritik an den monopolartigen Strukturen des digitalen Wissenszugangs und der Ruf nach Alternativen wird (endlich) unüberhörbar lauter.

    Das 3. SuMa-e.V.-Forum wird Trends, Richtungen, Probleme und Alternativen vorstellen und diskutieren. Dabei werden drei Richtungen genauer betrachtet: Entwicklungen in der Technik, in der Wirtschaft und deren Reflexionen in der Medienkunst. Die Veranstaltung findet statt am Donnerstag, den 28.9.2006, ab 13.00 Uhr in der Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund, In den Ministergärten 10, 10117 Berlin (Anfahrtsplan).

    Das Veranstaltungsprogramm enthält unter anderem Vorträge von Google-Pressesprecher Stefan Keuchel, dem 18-jährigen Metager2-Entwickler Markus Franz sowie diversen Wissenschaftlern. Die Teilnahme kostet 20 Euro (ermäßigt 10 Euro), Anmeldung ist erforderlich und bis zum 19. September per Email und Überweisung (s. Programmseite) möglich.

    Ach, das da oben ist bloß eine „suchmaschinenfreundliche“ Überschrift. Nicht so ernst nehmen – meine vorige Blog-Lektüre hat die Fantasie auf Abwege gebracht …

  • Journalismus & Recherche » Blog Archive » Namen googlen – nichts leicher als das? 😉

    Googlen können wir alle und Namen auf diese Weise zu “recherchieren” ist doch kinderleicht.

    Weit gefehlt, vor allem wenn es darum gehen soll, sehr umfangreich oder -soweit möglich- vollständig zu suchen.

    Die drei häufigsten Fehler: 1.) Namen werden falsch geschrieben, auch in ansonsten seriösen Quellen. 2.) Nicht nur in Ergebnislisten von Sportvereinen oder Abiturprüfungen wird der Vorname nach dem Nachnamen aufgeführt, daher schließt die String-Suche (in Anführungszeichen) mit “Vorname Nachname” solche Ergebnisse aus. 3.) Menschen mit einem zweiten Vornamen sind unberechenbar, ich verweise nur auf Henryk Mittelinitial Broder. Mal schreiben sie sich mit mal ohne Mittelinitial oder sie schreiben gar ihren Namen aus und schwups, wieder schließt die Stringsuche relevante Ergebnisse aus. Immerhin kann man mit “Vorname * Nachname” die Mittelinitial-Menschen finden, egal ob der Name ausgeschrieben, abgekürzt oder falsch geschrieben ist 😉 ACHTUNG: Treffer die den Namen ohne Mittelinitiale enthalten, wernden dann NICHT gefunden. Besser also folgendes in den Suchmaschinen-Schlitz schicken: “Vorname Nachname” OR “Nachname Vorname” OR “Vorname * Nachname”

    (”Nachname Vorname *” entfällt, da es die gleichen Ergebnisse liefert wie “Nachname Vorname”)

    Was lernt uns das? Bei seltenen Namen kann getrost auf die Anführungszeichen verzichtet werden, bei häufigeren Namen muss man sorgfältig mögliche Variationen abarbeiten – wenn es denn darum geht, möglichst viel zu erschliessen. dazu müsste dann die Suchzeile von oben in möglicherweise mehreren Durchgängen um denkbare Schreibfehler variiert werden. Etwa so:

    “Vorname Nachnahme” OR “Nachnahme Vorname” OR “Vorname * Nachnahme”

    Das ausführliche Handout zur Personensuche anhand eines Beispiels finden Sie hier.
    [mal]

    Tags: Google Namenssuche Mittelinitial

  • Journalismus & Recherche » Google

    Dienstag, Juni 13th, 2006

    Ein Film von Julia Salden (Redaktion ZAPP), ausgestrahlt vom NDR am 07.06.2006: “Google – die Macht einer Suchmaschine : Der erste deutsche Film über den amerikanischen Internet-Giganten”.

    Das Sendemanuskript (PDF) und auch das Video können vom Server des NDR geladen werden.

    [AUde]

    Samstag, Mai 27th, 2006

    Ein lesenswertes Interview mit dem Laborleiter der Suchmaschine ask.com, Antonio Gulli, hat die Technology Review online: „Das wichtigste sind die ersten zehn Treffer“.

    Schon im März stand in der TR, welche Rolle ask.com beim Suchen ohne Googlen zukünftig spielen könnte.

    Sonntag, Mai 21st, 2006

    Henks Präsentation (PDF, 1,7 Mb, Englisch). Die deutsche Fassung wird nachgereicht, sobald Henk dazu kommt sie zu schicken.

    Freitag, Mai 19th, 2006

    Henk van Ess vom Search Bistro, bekannt für seine Geschichte zu Googles “geheimem Suchlabor”, zeigt Beispiele dafür, wie man mit Google in der Tiefe recherchiert.
    Henk erklärt zuerst, wie man mit Google Notebook vollständige Webseiten speichern kann. Frage aus dem Publikum: wird das auf dem eigenen Rechner gespeichert oder bei Google? Henk: bei Google – was Nach- und Vorteile hat: Nachteil: (fehlender) Datenschutz. Vorteil: von überall her abrufbar. Man kann das eigene Google-Notizbuch für andere öffnen, so dass eine Community daraus entstehen kann. (more…)

    Dienstag, April 25th, 2006

    Wow, mal eben „recherchieren“, wo man die schönsten Baulücken Berlins findet oder wie das Parkplatzangebot (leider nicht in Echtzeit) in der Straße des Autoren ist? Google Maps hat nicht nur offenbar seit gestern Abend erneut seine Kartenqualität gefühlt erhöht, sondern für Kontinentaleuropa auch endlich detaillierte Straßendaten hinzugefügt.

    Welche möglichen ernsteren Recherche-Anwendungen von Google Maps es gibt? Für die Rechercheure bei Greenpeace fielen mir direkt einige ein, aber auch für die klassische Web-2.0-like journalistische Recherche? Was meint ihr?

    Dienstag, März 7th, 2006

    Seit Google den Hinweis auf der Startseite gestrichen hat, weiß man das nicht mehr so recht. Aber manchmal bekommt man eine Ahnung. Mein aktueller Tipp: Google durchsucht im Moment rund 12 Millionen Sites.

    Wie ich darauf komme? Mit aktiviertem “Safesearch” suche ich den erstbesten Begriff, den google mir dann nicht mehr anzeigen sollte, “porno” (”fuck” geht auch, aber es gibt auch Sites, die trotz Safesearch dann noch angezeigt werden). Nun zeigt mir google doch tatsächlich 11,13 Milliarden Treffeer an (vor dem Abschalten des Hinweises war google bei knapp unter 5 Milliarden) und weist zugleich darauf hin, dass man den Begriff “porno” aus meiner Suche entfernt habe. Was aber hat google nun gefunden? Vermutlich einen Großteil aller Sites, die überhaupt durchsucht wurden. (Nach Angaben der deutschen Hilfe von Google wären es nur 8 Milliarden. – Recherch-o-log enthüllt: Google durchsucht 50% mehr Sites als sie zugeben.)

    Die Gegensuche “porno” ohne Safesearch bringt 9,36 Millionen Treffer – die kommen noch oben drauf. Und sonst noch? Naja, alles was google durchsucht, aber sowieso nicht anzeigt, auch nicht ohne Safesearch. Also, 11,13 Mrd plus 0,00936 Mrd plus x.

    PS: Wenn mir jemand erklären kann, warum die Anfrage “porn OR porno” weniger Ergebnisse bringt …

    PPS: Warum kann ich google.cn nicht aufrufen? Bei anderen Endungen geht das. google.cn bekomme ich nur als cache …

  • Journalismus & Recherche » Tricks, Tools, Tipps

    Dienstag, Oktober 24th, 2006

    Der Open-Source Webbrowser Firefox der Mozilla Foundation sucht nach Ideen für die Weiterentwicklung des Programmes. Im Mozilla-Wiki können Vorschläge für neue Funktionen gemacht werden.

    Firefox hat eine große Entwicklergemeinschaft; zudem kann das “Kern”-Programm durch “Extensions” (zu deutsch Erweiterungen) schon jetzt nach den Bedürfnissen des Nutzers ergänzt werden. Viele dieser Erweiterungen sind gerade für die Online-Recherche von hohem Nutzen.

    (more…)

    Donnerstag, August 31st, 2006

    Standesdünkel oder Printkomplex? Die FAZ bedauert jedenfalls in ihrem heutigen Feuilleton auf Seite 35, im Internet recherchiert zu haben. Internetrecherche, tss, na sowas, bäh, Schweinkram, das …

    Das Eröffnungskonzert des Kunstfestes Weimar steht seit 2004 unter der Überschrift „Gedächtnis Buchenwald“ und nicht, wie es an zwei Stellen unseres gestrigen Artikels „Gute deutsche Sätze“ irrtümlich hieß, „Gedenken Buchenwald“. Das gesamte Festival trägt auch in diesem Jahr wieder das Motto „pèlerinages“, dessen Schreibweise beim Redigat des gestrigen Berichts unserer Musikredakteurin leider in „pélérinages“ geändert wurde. Wir bedauern die Internetrecherche. [Hervorhebung von mir.] F.A.Z.

    Liebe FAZ, vielleicht üben wir das einfach mit der Internetrecherche noch mal, statt gleich das gesamte doofe Internet auf euren Rechnern deinstallieren zu müssen. Das geht nämlich auch anders, bei Fragen zur französischen Rechtschreibung z.B. hier, hier, hier, hier und hier. Dann landet ihr auch nicht mehr auf Schweinkram- so komischen Web-2.0-Seiten bei der Suche nach der korrekten Schreibe von „pèlerinage“.

    Donnerstag, August 10th, 2006

    Den Computer arbeiten lassen, um aus Datenbanken und Zahlenbergen die exklusive Story zu destillieren: Computer Assisted Reporting (CAR) gehört für die Kollegen in vielen Ländern längst zum Recherche-Alltag. Auch in Deutschland eröffnen uns Informationsfreiheitsgesetze in mittlerweile acht Bundesländern und seit 1.1.06 auf Bundesebene den Zugang zu Datensätzen aus Ämtern und Behörden. Daneben zeigen wir, wie bereits öffentliche Daten gefunden werden und wie man sie verarbeiten kann.
    Für CAR muss man kein Computer-Spezialist sein: In diesem dreitägigen Workshop geben wir einen Überblick über die Methoden und ihre Anwendungen. Das Recherchieren mit Hilfe von Excel wird ausführlich trainiert; an Beispielen aus dem In- und Ausland – und an den mitgebrachten Rechercheprojekten der Teilnehmer. Geeignete Projekte und Datensätze werden vorab mit den Teilnehmer besprochen. Zusätzlich gibt es vorab ein paar Excel-Übungen, um die Grundlagen zu vermitteln.

    Mit Michael Holm, Dänemark, ehemals Danish International Center for Analytical Reporting (DICAR) und Marcus Lindemann (nr).

    an der Akademie für Publizistik, Hamburg

    Termin: 30. Oktober bis 1. November

    Gebühr: 585 Euro

    maximal 10 Teilnehmer

    Anmeldung über http://www.akademie-fuer-publizistik.de/

    Inhaltliche Rückfragen etc. gerne an
    Marcus Lindemann

    Freitag, August 4th, 2006

    Ach jeh, hat man schon eine schlimmere denglische Überschrift gelesen? Aber es ist ja für einen guten Zweck: Google soll’s verstehen, und die Suchenden auch. Nachrichten-Benachrichtigungen als elektronische Vertriebseinspeisung hätte wohl nicht wirklich seinen Zweck erfüllt. Für diejenigen, die es noch nicht wissen: Was ein RSS-Feed ist, erfährt man hier. Und da mir gerade ein Kollege, der sich gut mit Recherche und den Werkzeugen des so genannten Web2.0 auskennt, erzählte, dass er noch gar nicht wusste, dass man die Google News-Alerts auch per RSS-Feed abonnieren kann, dachte ich mir: weise ich doch auch bei recherche-info.de mal drauf hin. Ist schließlich so lange noch nicht im Angebot.

    Inzwischen bieten es aber fast alle Nachrichtensuchmaschinen an (vielleicht einige sogar schon länger als Google, das weiß ich nicht): Bei Google, Yahoo, MSN, Netzeitung findet man den Hinweis auf RSS, Atom oder XML – alles das gleiche, zumindest was die Funktion angeht (Vorsicht: bei manchen erscheint der Knopf erst auf der Ergebnisseite, also wenn man bereits eine Suche ausgeführt hat). Man kann also die Nachrichten-Alarme (wie Web.de sie nennt, das übrigens als einzige der bekannten Nachrichtensuchmaschinen keine Feeds anbietet) im Feed-Reader seiner Wahl abonnieren und bekommt keine E-Mail-Benachrichtigungen mehr.

    Ist das eine gute Idee? Das muss jeder selbst entscheiden. RSS ist sicher die eleganteste Versuchung, seit es XML gibt, aber wenn man dann erst mal 30 Feeds abonniert hat, kann es gut sein, dass die gute alte E-Mail im Postkasten wesentlich mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht…

    Samstag, Juli 1st, 2006

    Mit Erstaunen sehen wir, wie sich Halbinformationen in den Medien halten. Daher heute ein kurzer aufklärerischer Eintrag.

    Genauso wenig wie Blogs einfach nur “Online-Tagebücher” sind, auch wenn das quasi schon die Standardübersetzung in den Medien ist, stimmt es, dass man zum Hören und Sehen von podcasts und vodcasts einen ipod oder ein anderes Abspielgerät benötigt. Richtig ist natürlich, dass podcasts für diese Geräte produziert werden und mit ihnen gehört werden können.
    Niemand aber zwingt mich, podcasts erst von meinem Rechner auf das mobile tragbare Endgerät zu kopieren und dann dort zu hören!

    Richtig ist also vielmehr, dass jeder Nutzer eines Rechners mit Hilfe einer entsprechenden Software, podcasts und vodcasts verfolgen kann – eben am eigenen Rechner. (Mindestanforderung: Audiokarte und je nach Software vermutlich Pentium-Rechner oder höher.)
    Damit haben diese neuen Formen jetzt schon (!) weit größere Zielgruppen als bislang angenommen. Als ich vor einigen Wochenen einen Podcaster darauf hinwies, dachte er kurz nach und sagte dann, ja das stimmt wohl, das müssen wir unbedingt mal unseren Hörern sagen. Nur, die wissen das vermutlich schon. Bleibt die Frage, wer es denen sagt, die es noch nicht wissen?

    Der werte Leser möge denn Test machen und ipod-lose Zeitgenossen auf das Thema podcast ansprechen. Das Erstaunen wird groß sein und die Begeisterung derer, die feststellen, dass sie ihre Lieblingssendung jetzt hören können wann immer sie möchten, ohne vorher ein Aufnahmegerät zu programmieren oder dergleichen, umso größer.

    Und wo ist jetzt der Recherchenutzen dieses Eintrags?

    Zum einen erleichtert es natürlich die Hintergrundrecherche, die tägliche Mediennutzung (ich sag nur “HR2 Der Tag”) usw. Aber es gibt auch durchaus vod- und podcasts mit etwas scoopability. Ein sehr alter mit dem Zeug zum Klassiker: Der CCC zeigt wie man mit Bordmitteln Fingerabdrücke fälscht 🙂 Sehr schön ibid. die Maus erklärt das Internet.

    Donnerstag, Juni 22nd, 2006

    Nein, keine Tricks, um an der Kasse vorbeizugehen. Aber es gibt sehr viele Fälle in denen eine Trefferliste schon die wichtigsten Informaitonen enthält und im Rahmen einer Recherche genutzt werden kann. Am Beispiel der größten kommerziellen deutschen Datenbank will ich ein paar Beispiele nennen (die die vergangenes Jahr mit der zweitgrößten fusionierte; hier aber nicht namentlich genannt wird, damit sie nicht auf die Idee kommt, Geld für die Trefferlisten zu kassieren ;-)):

    a) Wo stand das nochmal? Also neulich, stand doch im Spiegel diese kleine Notiz über XX, Spiegel online hat’s nicht und eigentlich muss man nun ans Zeitungsregal und blättern. Das ist müssig und die Gefahr, die Seite zu überblättern nicht gering. Daher ein Zwischenschritt: Die Volltextsuche im eigenen Zeitschriftenregal. Der Trefferliste entnehmen wir dann Ausgabe (Nr. und Datum) sowie die Seitenzahl und greifen uns gezielt den gewünschten Artikel aus dem Regal.

    b) Für Anfragen beim Handelsregister empfiehlt es sich, beim richtigen Gericht zu fragen und wenn man schon die Handelsregisternummer hat, geht’s schneller. Auch hier helfen einschlägige Datenbanken und liefern diese Informationen schon in der Trefferliste.

    c) Richtig spannend wird es, wenn man sich die Spezialdatenbanken und deren Suchoptionen anschaut. Anders als bei der Volltextsuche kann man hier im Rahmen der vorgegebenen Suchoptionen tatsächlich Informationen zusammenstellen, die per Volltextsuche per se nicht zu finden sind – die Zusammenstellung erfolgt ja erst auf die Sucheingabe hin.

    Ein Beispiel, die Firmendatenbank bedirect erlaubt es, Firmen nach Umsatz, Mitarbeiterzahl, Branche, Gründungsjahr, Postleitzahl etc. zu suchen. Ein paar Anwendungsideen machen deutlich, welche Goldgrube das für Journalisten ist:

    • Welche Unternehmen in unserer Stadt wurden zwischen 1933 und 1945 gegründet?

    • Welche Unternehmen in meiner Region haben weniger als 5 oder 10 Mitarbeiter und sollten sich demnachnicht nur freuen sondern auch Jobs schaffen, wenn der Kündigungsschutz gelockert wird?

    • Welche Unternehmen haben im nächsten Jahr ein Firmenjubiläum?

    • Wo gibt es Zulieferer der Automobilindustrie in unserer Region?

    Alles Fragen, bei denen schon die Trefferliste hilft – denn die Firmen selbst stehen im Telefonbuch oder sind im Netz zu finden.

    d) Für ausführliche Personenrecherchen lohnt es auch, auf gut Glück einmal zu schauen, wo die Person noch auftaucht. Natürlich funktioniert es nicht, wenn man “Peter Müller” sucht, denn ob der saarländische Ministerpräsident tatsächlich hinter einem der 2355 Treffer im Handelsregister steckt, lässt sich so nicht klären. Bei selteneren Namen wird es allerdings spannender (Beispiel folgt ggf. nach Abschluß der Recherche).

    Die Liste dieser Ideen läßt sich fortsetzen, posted Eure Anregungen!

    Mittwoch, Juni 7th, 2006

    Das Weblog “Aharef – Das Link-Salz in der Web-Suppe” offeriert einen attraktiven, alternativen Blick auf Webpages: Ein Java-Applet untersucht den Quellcode und zeigt die Link-Struktur einer Webseite als hübsches Farbbild an, wobei die unterschiedlichen Tags als farbige Punkte gezeigt werden. Beispiel hier: Recherche-info.de

    Weitere Beispiele dafür findet man unter dem Flickr-Tag websitesasgraphs, bei Digg gibt es zwei Diskussionsgruppen: Visualizing_the_DOM_Structure_of_Websites und Artist_sells_numbers_as_paintings_on_the_web.

    Ich halte das ganze für ein nettes Gimmick, das die Komplexität einer Seite sichtbar macht. Wo aber (vom Spaßfaktor abgesehen) ein echter Nutzen steckt, darüber muss ich noch meditieren. Vorschläge?

    PS: Der Service wird Websites as Graphs genannt, aber es handelt sich stets nur um die Abbildung einer einzelnen Webpage (man kann statische URLs ansteuern). Informationen über Websites liefern die Abbildungen nicht; zwischen internen und externen Verlinkungen wird nicht unterschieden (schade!).

    Erläuterung zu den Farben: Blau: Verlinkungen (Tags: a) Rot: Tabellen (Tags: table, tr, td) Grün: Division (Tags: div) Violett: Bilder (Tags: img) Gelb: Formulare (Tags: form, input, textarea, select, option) Orange: Absätze, Zeilenwechsel und Blockzitate (Tags: p, br, blockquote) Schwarz: Das HTML-Tag, Start der Untersuchung (Tags: html)

    Grau: alle anderen Tags

    Direkt neben dem schwarzen Punkt findet sich bei vielen Bildern eine konzentrische Anhäufung grauer Punkte, die an die Dolde einer Pusteblume erinnert. Dabei handelt es sich um die Tags im HTML-Header.

    PPS: Der Quellcode des Applets ist veröffentlicht. Damit der Service funktioniert, muss das Java Runtime Environment nutzerseitig laufen.

    Samstag, Mai 27th, 2006

    Ein lesenswertes Interview mit dem Laborleiter der Suchmaschine ask.com, Antonio Gulli, hat die Technology Review online: „Das wichtigste sind die ersten zehn Treffer“.

    Schon im März stand in der TR, welche Rolle ask.com beim Suchen ohne Googlen zukünftig spielen könnte.

    Sonntag, Mai 21st, 2006

    Albrecht stellt eine ausgearbeitet Version seines Vortrags ein, sobald er dazu kommt.

    Sonntag, Mai 21st, 2006

    Henk demonstriert einige Methoden, mit deren Hilfe man einschätzen kann, wie zuverlässig die Informationen auf einer Website sind. Schönes Beispiel: Welchen biografischen Informationen über Martin Luther King kann man trauen? Er zeigt erstmal nur die Web-Adressen (URLs) der Seiten:

    martinlutherking.org martinlutherking.tk 213.198.79.178/members9/~melski/martinlutherking.htm

    www.psd267.wednet.edu/~kfranz/SocialStudies/MLKJr/martinlutherking.htm – die 213.198.79.178/etc.-Adrese ist unvollständig; wird nachgereicht, sobald Henk seine Präsentation schickt. (more…)

  • Journalismus & Recherche » Desktopsuche

    Die so genannte Desktop-Suche ist ja inzwischen ein veritables Feld innerhalb der Recherche geworden – bei dem ganzen Zeug’s, das man auf dem Rechner hat. Vor ewigen Zeiten (heißt: vor ca. sechs Jahren) hatte Altavista mal ein Programm zur Verfügung gestellt, das den eigenen Computer durchsucht. Irgendwann, als ich es nötig brauchte, weil meine Festplatte anschwoll, war es verschwunden und nicht mehr zu bekommen. Eine Desktop-Suchmaschine musste also erst wieder von Google auf den Markt gebracht werden, um den Nutzern zu zeigen, dass man sowas braucht (zwischendurch gab es schon das immer noch herausragende Copernic Desktop Search – beides selbstverständlich nur für den PC). So sieht die viel gerühmte Innovationsmaschine Google eben auch manchmal aus.

    Und Apple passt da auch ins Bild: Jahre nach Copernic wird Spotlight in Apples OS X (10.4, “Tiger”) als das Ei des Kolumbus gefeiert. Man muss schon Steve Jobs heißen, um das bringen zu können. Nun bin ich ja seit einigen Monaten auf ein Powerbook umgestiegen und brauche diese Funktion auch. Und was passiert? So gut wie nichts. Spotlight will nämlich nicht. Findet fast nur Dateien, in denen der Suchbegriff im Namen vorkommt. Also erstmal die Apple-schlauen Kollegen interviewt. Keiner weiß was – bei ihnen funktioniert’s natürlich. So war das in der PC-Welt auch schon immer: mein Computer-Karma muss ich irgendwann mal versehentlich in der Toilette runtergespült haben.

    Das Ärgerliche: Auch nach ewigem Suchen findet man in der Hilfe aber auch überhaupt keinen Hinweis darauf, wie man manuell das Indexieren anstoßen oder neu starten kann. Ebensowenig auf der Website. Lausig. Die gute Frau am Apple-Telefon hatte auch keinen Schimmer, gab aber wenigstens den Tipp, mal in den Foren zu suchen. Das hatte ich zwar schon erfolglos gemacht, aber wie’s eben immer so ist mit der Suche: Wenn man nicht weiß, wonach man suchen soll, findet man auch nix. Hier war der Knackpunkt, dass man nicht nach “index” suchen sollte, sondern eher nach “Keyword/s”. Am Ende hat dann “Spotlight” gereicht (ja, ist mir ja auch peinlich, aber die Apple-Experten waren auch nicht drauf gekommen). Gleich einer der ersten Threads beantwortet die Frage einfach und zufrieden stellend:

    Spotlight > Einstellungen > Privatsphäre > eigenes Volume eintragen (damit wird verhindert, dass es indexiert wird)

    abmelden > neu anmelden – nun ist die Indexierung abgeschaltet

    Spotlight > Einstellungen > Privatsphäre > eigenes Volume wieder entfernen

    abmelden > neu anmelden – nun ist die Indexierung wieder eingeschaltet und wird neu gestartet

    Und siehe da: Es funktioniert.

  • Journalismus & Recherche » Enten & Stilblüten

    Ein Eintrag, der nichts wenig mit Recherche im Sinne von nachschlagen oder rausfinden zu tun hat. Manchmal muss man eine Meldung gar nicht recherchieren, um zu entscheiden, sie nicht zu drucken ;-)Die Leipziger Volkszeitung berichtetet am 27.6. auf Seite 1 in einem Leitartikel folgendes:

    Weniger Wettbewerb. Gesundheitsfonds beschlossen.

    Berlin/Leipzig (DW/H.E.). Die Koalition hat sich auf erste Eckpunkte der Gesundheitsreform verständigt. Ein zentraler Einigungspunkt ist, so bestätigten Regierungskreise gegenüber der LVZ, die Konzentration der gesetzlichen Kassen auf eine wettbewerbsfähige “Mindestbetriebsgröße”. Sollte es zu einer Mindestmitgliederzahl von einer Million Versicherter kommen, wie auch diskutiert wird, würde sich die Zahl der Kassen um 110 bis 120 verringern. Durch Fusionen würde sich die Kassenstruktur verschlanken und weniger Verwaltungskosten verursachen.

    (Kostenlos online ist nur die ots-Vorabmeldung.)

    Klar, ein Thema und noch nichts, was einen auf den ersten Blick wundern müßte. Die google Recherche “Anzahl Krankenkassen Deutschland” bringt dann auf Rang 1 den Wikipedia-Eintrag “Krankenkasse”, der die Information enthält, es gebe 253 gesetzliche Krankenkassen. Eine Zahl, die die google-Suche “253 gesetzliche Krankenkassen” bei der KKH, spiegel.de und dem Marburger Bund bestätigt und die auch wohl aktuell ist. Wir wissen nicht, wie tagesschau.de dann auf zunächst 252 kommt, vielleicht eine Info aus dem angefragten Ministerium? Egal ist auch wurscht.

    Aber mit der Recherche dieser Zahl wird der Unsinn klar, der der LVZ zumindest noch nicht zwingend auffallen mußte. Nun lautet die Meldung, die tagesschau.de unter Berufung auf die LVZ bringt, 110 bis 120 von 252/253 gesetzlichen Krankenkassen müssten ggf. schließen, damit nur noch solche übrig bleiben, die mindestens eine Million Mitglieder haben.

    Also wenn maximal 133 Krankenkassen (253-120=133) verbleiben, benötigen diese mindestens 133 Millionen Mitglieder (133*1 Million= 133 Millionen) – eine Zahl, die auch ohne die Berücksichtigung von Privatversicherten, Beamten, Unversicherten und Mitversicherten, von der Berücksichtigung großer Kassen mit mehreren Millionen Mitgliedern mal ganz abgesehen, in Deutschland einfach nicht erreicht werden kann.

    Disclaimer: Mir ist die Meldung nur einzig und allein deshalb aufgefallen, weil ich mich beim Lesen der Schlagzeile im RSS-Feed, sofort an die Geschichte des hochverehrten Bildblog erinnerte. Wofür die mir jetzt vermutlich noch ’ne Rechnung für in Anspruch genommene Fortbildung stellen. Recht haben sie ja: Lesen hilft. Hauptsache Habermas hat seinen Spaß.

    tageschau.de hat die Meldung im Laufe des Tages mehrfach geändert – allerdings ohne den Zeitstempel zu ändern. Was man dort auch als Fehler ansieht. Wer Spaß dran hat, hier ist gleich noch einer zu finden, solange der Text und Zeitstempel (Stand: 01.07.2006 09:25 Uhr) unverändert bleiben.