Kategorie: Allgemein

  • Enthüllt: podcasts für alle, ohne ipod und for free – Journalismus & Recherche

    Mit Erstaunen sehen wir, wie sich Halbinformationen in den Medien halten. Daher heute ein kurzer aufklärerischer Eintrag. Genauso wenig wie Blogs einfach nur „Online-Tagebücher“ sind, auch wenn das quasi schon die Standardübersetzung in den Medien ist, stimmt es, dass man zum Hören und Sehen von podcasts und vodcasts einen ipod oder ein anderes Abspielgerät benötigt. Richtig ist natürlich, dass podcasts für diese Geräte produziert werden und mit ihnen gehört werden können. Niemand aber zwingt mich, podcasts erst von meinem Rechner auf das mobile tragbare Endgerät zu kopieren und dann dort zu hören! Richtig ist also vielmehr, dass jeder Nutzer eines Rechners mit Hilfe einer entsprechenden Software, podcasts und vodcasts verfolgen kann – eben am eigenen Rechner. (Mindestanforderung: Audiokarte und je nach Software vermutlich Pentium-Rechner oder höher.) Damit haben diese neuen Formen jetzt schon (!) weit größere Zielgruppen als bislang angenommen. Als ich vor einigen Wochenen einen Podcaster darauf hinwies, dachte er kurz nach und sagte dann, ja das stimmt wohl, das müssen wir unbedingt mal unseren Hörern sagen. Nur, die wissen das vermutlich schon. Bleibt die Frage, wer es denen sagt, die es noch nicht wissen? Der werte Leser möge denn Test machen und ipod-lose Zeitgenossen auf das Thema podcast ansprechen. Das Erstaunen wird groß sein und die Begeisterung derer, die feststellen, dass sie ihre Lieblingssendung jetzt hören können wann immer sie möchten, ohne vorher ein Aufnahmegerät zu programmieren oder dergleichen, umso größer. Und wo ist jetzt der Recherchenutzen dieses Eintrags?

    Zum einen erleichtert es natürlich die Hintergrundrecherche, die tägliche Mediennutzung (ich sag nur „HR2 Der Tag“) usw. Aber es gibt auch durchaus vod- und podcasts mit etwas scoopability. Ein sehr alter mit dem Zeug zum Klassiker: Der CCC zeigt wie man mit Bordmitteln Fingerabdrücke fälscht 🙂 Sehr schön ibid. die Maus erklärt das Internet.

  • Spartaco Pitanti – Journalismus & Recherche

    Felix Zimmermann ist Vorstandsmitglied des neuen Vereins Freischreiber, dem es darum geht, die Arbeitssituation freier Journalisten zu verbessern (Disclosure: ich war beim Gründungskongress dabei und werde dem Verein auch beitreten, sobald das möglich ist). Nun hat Zimmermann im Freischreiber-Forum darüber berichtet, wie auf Petra Reski und Jens Weinreich Druck ausgeübt wird. Es geht ihm darum deutlich zu machen, dass freie Journalisten eine besondere Solidarität brauchen, da sie „ungeschützt“ arbeiten. Das sehe ich genauso, aber die Fälle sind natürlich auch für alle anderen Journalisten / Rechercheure interessant. Daher veröffentlichen wir hier Zimmermanns Text als Gastbeitrag.
    Zwei Fälle, auf die Freischreiber aufmerksam machen will
    Zu den Zielen dieses neuen Verbandes gehört auch, jedem einzelnen freien Journalisten den Rücken zu stärken. Deshalb wollen wir an dieser Stelle auf die Situation zweier Kollegen aufmerksam machen, die durch ihre Arbeit in Schwierigkeiten geraten sind. Zum einen geht es um Petra Reski, freie Journalistin in Venedig und Mitglied im „Autoren-Reporter“-Netzwerk: Anfang September ist ihr Buch Mafia. Von Paten, Pizzerien und falschen Priestern (Verlag Droemer) erschienen. Sie berichtet darin auch über die Verstrickung der Mafia in Deutschland – die ihrer Schilderung nach viel enger geknüpft ist, als sich das die Öffentlichkeit hierzulande vorzustellen vermag.
    Petra Reski und die Mafia
    Dem deutschen Gastwirt Rolf Milser aus Duisburg und seinem aus dem kalabrischen San Luca stammenden Geschäftspartner Antonio Pelle missfällt es, was Reski über die Präsenz der kalabrischen ’Ndrangheta in Deutschland schreibt.  

  • September 2009 – Seite 3 – Journalismus & Recherche

    116 fest installierte Überwachungskameras stehen entlang der Route der Anti-Überwachungs-Demonstration „Freiheit statt Angst“. Zumindest habe ich so viele gefunden, als ich am Donnerstag vergangener Woche für die taz die Strecke abgelaufen bin. Auf taz.de haben wir in einen Artikel eine Karte von Google Maps eingebunden, auf der alle 116 Kamerastandorte verzeichnet waren. Außerdem hatte ich auch alle Kameras fotografiert und die Fotos auf einer Karte von Panoramio eingefügt – auch diese Seite war von dem Artikel aus verlinkt.

    Das Ablaufen der Route und das Übertragen der Daten auf die beiden Online-Dienste nahm einen Arbeitstag für eine Person in Anspruch. Hinzu kam noch die zusätzliche Recherche. So stellten wir drei Kameratypen an drei Beispieln vor: Verkehrsüberwachungskamera am Potsdamer Platz, Museumskamera vor dem Deutschen Guggenheim, Behördenkamera vor dem Auswärtigen Amt. Dabei erläuterten wir jeweils: Was ist der Zweck der Kameraüberwachung? Werden die Bilder auch gespeichert? Falls ja: Für wie lange? Allein die Deutsche Bank, die die Kamera an dem Museum betreibt, wollte nicht antworten, ob die Bilder gespeichert werden: „Zu sicherheitstechnischen Fragen können wir generell keine Angaben machen“, meinte ein Banksprecher. Jetzt läuft ein Auskunftsantrag nach § 34 des Bundesdatenschutzgesetzes.

  • Erich Möchel über Kommunikationsnetze im Iran – Journalismus & Recherche

    Der preisgekrönte Journalist Erich Möchel beschreibt in einem hervorragenden Artikel bei futurezone.at, wie die iranische Regierung es – offenbar erfolgreich – geschafft hat, die Kommunikationsherrschaft im Land zurück zu erobern.

  • Abgesagt: Seminar für investigative Recherche in Paris – Journalismus & Recherche

    Seminar ist abgesagt – zu wenige Teilnehmer, zu hohe Gebühr. Ils sont fous les….

    Die Nieman Foundation, eines der renommiertesten Journalismus-Institute der USA, und die Organisation Investigative Reporters and Editors veranstalten ein zweitägiges Seminar für investigative Recherche in Paris. Unten die PM dazu. Das Programm ist hier abzurufen (PDF, 232 kb).
    Hört sich sehr interessant an. Der (leider übliche) Wermutstropfen: 1100 Euro Teilnahmegebühr für Festangestellte, 950 Euro für Freiberufler.

    Following the success of “Narrative Journalism” last year, Sciences Po, the Nieman Foundation for Journalism at Harvard University and Investigative Reporters and Editors are organizing their first professional seminar in Europe dedicated to “Investigative Journalism.” You are invited to join an intensive two-day workshop on investigative journalism with top reporters and editors from around Europe and the United States. This two-day seminar, which will be held at Sciences Po in Paris on 30th and 31st October 2006, is targeted specifically at experienced journalists, in magazine, newspapers and broadcasting, who have the benefit of depth of reporting from years of work. For further information you can look at the programme: http://www.sciences-po.fr/spf/programmes/communication/06JOU99.pdf You can also contact us at +33 (0) 1 44 39 40 86. We will be happy to answer your questions. Sincerely, Isabelle de BATZ Programme Manager Sciences Po – Eecutive Education Department. tel : +33 (0) 1.44.39.40.86 / Fax : +33 (0) 1.44.39.07.61

    E-mail : isabelle.debatz@sciences-po.fr

  • BusinessJournalism.org – Fundgrube für Wirtschaftsberichterstattung – Journalismus & Recherche

    BusinessJournalism.org ist eine Website, die bereits im Jahr 2004 vom Donald W. Reynolds National Center for Business Journalism an der Arizona State University gegründet wurde – und inzwischen eine Menge an Material bietet, inklusive Anleitungen dazu, wie man Finanzmärkte versteht und über sie berichtet. Dazu in der Kategorie „Covering Business“ hilfreiche Artikel über den Aktienmarkt, Technologie und Geschäftsethik. Außerdem gibt es ein Glossar zu Begriffen aus der Finanzwelt und „Dick’s Picks“, Links zu Artikeln, die Wirtschaftsreporter Dick Weiss empfehlenswert findet.

  • Jan K. Köcher: Vorratsdatenspeicherung, Online-Durchsuchung & Co. – Recht und Gesetz sind nicht immer das Selbe – Journalismus & Recherche

    Rechtsanwalt Dr. iur. Jan K. Köcher hat an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster Rechtswissenschaft studiert. Nach Abschluss seines juristischen Vorbereitungsdienstes in Baden-Württemberg arbeitete er von 2003 bis Mitte 2007 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Kompetenzzentrum Recht im DFN am Institut für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht an der Universität Münster bei Professor Dr. Thomas Hoeren. Seine Promotion zum Thema „Quotenregelungen im Rundfunk“ konnte er Ende 2007 erfolgreich abschließen.
    Der seit Juli 2007 in Hamburg zugelassene Rechtsanwalt arbeitet seit dem 1. August 2007 bei der DFN-CERT Services GmbH in Hamburg als Syndikus. Seine Interessenschwerpunkte liegen im Medien-, Informationstechnologie- und Datenschutzrecht und werden durch zahlreiche Fachveröffentlichungen belegt. Auf dem Jahrestreffen referierte er über „Vorratsdatenspeicherung, Online-Durchsuchung & Co. – Recht und Gesetz sind nicht immer dasselbe“. Vor gut gefülltem Auditorium erklärte er die diversen Überwachungsgesetze, die entweder jünst erlassen wurden oder gerade in der Mache sind. Hier seine Präsentation:

    Jan Köcher: Vorratsdatenspeicherung, Online-Durchsuchung & Co. – Recht und Gesetz sind nicht immer dasselbe (PDF-Datei, 17 S., 388 KB).

  • Datenspuren – Seite 2 – Journalismus & Recherche

    Profile sind nützlich, um uns gezielt zum Kauf (…) zu verleiten, uns effizienter zu verwalten und dazu, zukünftiges Verhalten zu prognostizieren“ – deswegen ist es zu einer Industrie geworden, Daten zu sammeln, Profile zu erstellen und zu verkaufen. Die Namen der entsprechenden Firmen kennt jeder – und viele nutzen sie in der Verwechslung, dies geschehe umsonst (statt unentgeldlich).

  • Mehrwertsteuer stieg um drei Prozent? In Deutschland jedenfalls nicht – Journalismus & Recherche

    … merkwürdig nur, dass das dennoch soviele Journalisten schrieben – von der taz bis hin zur FAZ. Wir meinen: ein klarer Fall für Taschenrechner assisted reporting … Hätten die Kollegen recht, so müsste jetzt auf den Kassenbons und Rechnungen überall eine Mehrwertsteuer von 16,48 Prozent ausgewiesen werden. Habe ich aber noch nicht gesehen. Vielleicht in der Taz-Kantine? Quizfrage: Um wievel Prozent ist denn die Mehrwertsteuer tatsächlich gestiegen?

    Wenn einer der Kollegen, die es zum Jahreswechsel falsch schrieben, die Lösung weiß, spendiere ich dem ersten ein Exemplar von „Zwei Nullen sind keine Acht. Falsche Zahlen in der Tagespresse“ (gibt es nicht mehr neu, was wohl nicht auf den großen Erfolg sondern auf das Desinteresse an Zahlen hindeutet.)

    Ein paar Beispiele, unzählige weitere sind leicht zu finden. Wobei nicht jedes Ergebnis einer Suche mit Mehrwertsteuer "um 3 Prozent" site:zudurchsuchendesmedium.de auch ein Treffer ist. Da gibt es auch Löhne, die um drei Prozent steigen dürfen im gleichen Artikel mit der Mehrwertsteuer …

  • Google Blogsearch – Journalismus & Recherche

    Hinweis: Hier fehlen noch etliche Verlinkungen. Sie werden im Laufe des Tages ergänzt. Ich bitte um Verständnis. Gute Nacht 😉
    Google hat laut „heise online“-Newsticker in Deutschland im September 2006 die 90-Prozent-Hürde beim Marktanteil in Deutschland genommen. Das heißt, mehr als 90 Prozent der Web-Suchanfragen in Deutschland werden bei Google gestellt – und von Google beantwortet. Wie es dazu kam? Google hat sich mit seiner Pagerank-Suchtechnologie und einer einfachen Bedienung die Marktführerschaft erobert und gilt seither als Suchmaschine Nr. 1 im Web. In vielen Browsern ist Google seit Jahren als Standardsuchmaschine voreingestellt. Wir können zwar damit unzufrieden sein, dass Google so marktbeherrschend ist. Fakt ist allerdings: Google ist neben oder vielleicht sogar vor Yahoo und MSN nach wie vor die beste Allround-Suchmaschine. Aus Recherche-Sicht ist es sicher klug, viele Suchmaschinen, vor allem auch Spezialsuchmaschinen, zu kennen. Aber wenigstens den Marktführer Google sollte man nicht nur kennen, sondern auch gut beherrschen. Daher hier die Basics zum Platzhirschen aus Mountain View (Kalifornien).