Hinweis: Hier fehlen noch etliche Verlinkungen. Sie werden im Laufe des Tages ergänzt. Ich bitte um Verständnis. Gute Nacht 😉
Google hat laut „heise online“-Newsticker in Deutschland im September 2006 die 90-Prozent-Hürde beim Marktanteil in Deutschland genommen. Das heißt, mehr als 90 Prozent der Web-Suchanfragen in Deutschland werden bei Google gestellt – und von Google beantwortet. Wie es dazu kam? Google hat sich mit seiner Pagerank-Suchtechnologie und einer einfachen Bedienung die Marktführerschaft erobert und gilt seither als Suchmaschine Nr. 1 im Web. In vielen Browsern ist Google seit Jahren als Standardsuchmaschine voreingestellt. Wir können zwar damit unzufrieden sein, dass Google so marktbeherrschend ist. Fakt ist allerdings: Google ist neben oder vielleicht sogar vor Yahoo und MSN nach wie vor die beste Allround-Suchmaschine. Aus Recherche-Sicht ist es sicher klug, viele Suchmaschinen, vor allem auch Spezialsuchmaschinen, zu kennen. Aber wenigstens den Marktführer Google sollte man nicht nur kennen, sondern auch gut beherrschen. Daher hier die Basics zum Platzhirschen aus Mountain View (Kalifornien).
Kategorie: Allgemein
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Pagerank – Journalismus & Recherche
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Gefährlicher Softwaretipp – Journalismus & Recherche
Auf handelsblatt.com gibt es die Kolumne Schiebs Softwaretipp. Der jüngste der derzeit fünf Beiträge behandelt das Vermeiden Spuren beim Surfen, also die Anonymsierung: Im Netz surfen – und anonym bleiben heißt der Text vom 08.01.2009. Diesen Text halte ich für unverantwortlich, weil grob irreführend.
Vorweg: Was Jörg Schieb schreibt, ist nicht falsch. Es ist aber so verkürzt, dass meines Erachtens beim Leser ein falscher Eindruck von Sicherheit entsteht. Das ist gefährlich, weil trügerisch. Der Text beginnt mit dem Vorspann
Wer bei seinen Onlinetouren keine Spuren hinterlassen möchte, dem bieten die neuesten Browser eine virtuelle Tarnkappe. Gerüstet mit entsprechenden Pugins, kann niemand mehr nachvollziehen, welche Seiten der User besucht hat.
Danach werden die Browser Chrome, Internet Explorer und Firefox vorgestellt, außerdem für letzteren das Addon Stealther.
Tatsächlich behandelt der Text nur die so genannte „Anfangs-Anonymisierung“, d.h. das Vermeiden von Spuren auf dem Rechner, von dem aus gesurft wird – was ja nicht unbedingt der eigene Rechner sein muss. Andere Nutzer sollen nicht mitkriegen, wohin man gesurft hat. Bezeichnenderweise heisst diese Form der Anonymisierung im Szenejargon auch Pornomodus. Schieb umschreibt das etwas dezenter: Dieser Privatmodus war zum Beispiel ideal für die Vor-Weihnachtszeit, denn so konnte niemand herausfinden, auf welchen Webseiten ich möglicherweise etwas eingekauft hatte.
Falsch an diesem Satz ist bereits, dass der Administrator eines Rechners (etwa in einem Firmennetz) durchaus noch nachvollziehen kann, wohin gesurft wurde – dazu reicht ein voreingestellter Proxy. Auch die Gefahren von Malware, z.B. eines Keystroke-Loggers, bleiben unerwähnt. Stillschweigend geht Schieb davon aus, dass seine Leser ihre Computer selbst administrieren und dabei auf maximale Sicherheit achten. Oder aber, dass seine Leser und diejenigen, die ihnen vielleicht über die Schulter gucken wollen, auf ähnlich geringem Kenntnisstand sind. Umfassend abgehandelt wird die Anfangs-Anonymisierung nicht: So lange man sich in Internet-Cafes nicht registrieren muss, kann man dort gut unbeobachtet surfen. Eben, so lange entstehende Spuren nicht personalisiert werden können.Und auch das Privacy-Dongle des FoeBuD kann man dafür empfehlen. Dieser USB-Stick bietet zudem die Möglichkeit, heruntergeladene Dateien gar nicht erst auf der Festplatte des genutzten lokalen Rechners zu speichern, sondern gleich auf dem Stick.
Merkwürdig auch, dass ausgerechnet die Firefox-Erweiterung Stealther empfohlen wird. Die ersten drei der derzeit 102 Reviews beginnen eindeutig: Doesn’t work at all. ; Well the idea is perfect, but the solution is not … ; Very disappointed about this release of Stealther because …
Gefährlich verkürzend ist ebenfalls, dass das Problem der End-Anonymisierung unerwähnt bleibt. Die Spuren also, die beim Betreiber angesurfter Seiten (und bei Servern eingeblendeter Werbung) oder gar beim Hersteller des Browsers gesammelt werden. Wie viele Daten das sind, kann man sich etwa bei leader.ru anschauen (die Seite taugt auch, um Anonymisierungen zu testen).
Datenspuren vermeiden ist nicht trivial. Für eine Kolumne von weniger als 3.000 Zeichen ist das Thema schlicht ungeeignet. -
Eine Quelle ist eine zu wenig – auch für die Süddeutsche Zeitung – Journalismus & Recherche
Artikel mit nur einer Quelle sind irgendwie einseitig und es ist kaum zu vermeiden, dass die Quelle dem Artikel die Richtung vorgibt. Das ist ein Mangel an sich. Die journalistische Darstellungsform für Informationen aus nur einer Quelle heißt Interview – da weiß der Leser nämlich, woher die Informationen kommen. Von Berichten dagegen erwarte ich mehr – erst recht, wenn sie in der Süddeutschen stehen. Gestern, am 14. Oktober berichtete die SZ (nicht online, oder noch nicht online -das weiß man ja in der SZ nie) über „Daimlers Kreativ-Werkstatt“ – ein Vierspalter mit einem kleinen Kommentar („Zwischen den Zahlen“), beides (!) von Dagmar Deckstein (die ich sonst durchaus schätze). Der Text ist typisch für das Elend der Ein-Quellen-Texte: selten kann man große Fehler nachweisen, aber es ist der Typ von Artikeln, bei denen die PR-Menschen auf der anderen Seite sich die Hände reiben und das wohl als gelungene Arbeit loben. Nun zu dem konkreten Text, der sich mit der Abteilung „Business Innovation“ bei Daimler beschäftigt: Da wird der mit schwarzen und pink(!)farbenen Swarovski (!)-Steinchen besetzte Autoschlüssel als „kleines, renditestarkes Zusatzgeschäft“ gepriesen. Gegen Ende des Artikels geht der Autorin auch noch der Konjunktiv aus und es heißt u.a. im Indikativ, das Daimler CarSharing-Projekt „Car2go“ stünde wie eine Luxus-Fahrschule kurz vor der Serienreife – das Wort „Serienreife“ immerhin in Anführungszeichen – vielleicht aber auch nur, weil es der Autorin für eine Dienstleistung nicht ganz treffend erschien. Der Text endet mit der merkwürdigen Behauptung, die Abteilung, in die Daimler „jährlich einen zweistelligen Millionenbetrag“ investiere (Konjunktiv von mir), „trage sich inzwischen selbst.“ Das ist zumindest erläuterungsbedürftig.
Hmm, jetzt habe ich doch noch schnell ein bisschen gegooglet und finde den Text doch etwas bedenklicher, da er möglicherweise durch die PR angeregt wurde. Bei Daimler findet sich nämlich zum dreijährigen Bestehen der Abteilung am 13. Oktober dieser Text hier. Der Artikel ist in der Süddeutschen am 14. Oktober erschienen.
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Berlin – Journalismus & Recherche
Auf der diesjährigen Konferenz „Informare“ (Claim: Mehr WISSEN. Besser Entscheiden.) wird es neben der ‚klassischen‘ Konferenz auch Workshops und eine „Lange Nacht der Suchmaschinen“ geben, ferner Ausstellungen und ein Barcamp. Themen der Konferenz sind Informationsbereitstellung, Informationsbeschaffung und Wissensvermittlung im digitalen Umfeld, und zwar aus technischer, organisatorischer, politischer und gesellschaftlicher Sicht.
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Web-Suche – Journalismus & Recherche
Hinweis: Hier fehlen noch etliche Verlinkungen. Sie werden im Laufe des Tages ergänzt. Ich bitte um Verständnis. Gute Nacht 😉
Google hat laut „heise online“-Newsticker in Deutschland im September 2006 die 90-Prozent-Hürde beim Marktanteil in Deutschland genommen. Das heißt, mehr als 90 Prozent der Web-Suchanfragen in Deutschland werden bei Google gestellt – und von Google beantwortet. Wie es dazu kam? Google hat sich mit seiner Pagerank-Suchtechnologie und einer einfachen Bedienung die Marktführerschaft erobert und gilt seither als Suchmaschine Nr. 1 im Web. In vielen Browsern ist Google seit Jahren als Standardsuchmaschine voreingestellt. Wir können zwar damit unzufrieden sein, dass Google so marktbeherrschend ist. Fakt ist allerdings: Google ist neben oder vielleicht sogar vor Yahoo und MSN nach wie vor die beste Allround-Suchmaschine. Aus Recherche-Sicht ist es sicher klug, viele Suchmaschinen, vor allem auch Spezialsuchmaschinen, zu kennen. Aber wenigstens den Marktführer Google sollte man nicht nur kennen, sondern auch gut beherrschen. Daher hier die Basics zum Platzhirschen aus Mountain View (Kalifornien). -
Google Groups – Journalismus & Recherche
Hinweis: Hier fehlen noch etliche Verlinkungen. Sie werden im Laufe des Tages ergänzt. Ich bitte um Verständnis. Gute Nacht 😉
Google hat laut „heise online“-Newsticker in Deutschland im September 2006 die 90-Prozent-Hürde beim Marktanteil in Deutschland genommen. Das heißt, mehr als 90 Prozent der Web-Suchanfragen in Deutschland werden bei Google gestellt – und von Google beantwortet. Wie es dazu kam? Google hat sich mit seiner Pagerank-Suchtechnologie und einer einfachen Bedienung die Marktführerschaft erobert und gilt seither als Suchmaschine Nr. 1 im Web. In vielen Browsern ist Google seit Jahren als Standardsuchmaschine voreingestellt. Wir können zwar damit unzufrieden sein, dass Google so marktbeherrschend ist. Fakt ist allerdings: Google ist neben oder vielleicht sogar vor Yahoo und MSN nach wie vor die beste Allround-Suchmaschine. Aus Recherche-Sicht ist es sicher klug, viele Suchmaschinen, vor allem auch Spezialsuchmaschinen, zu kennen. Aber wenigstens den Marktführer Google sollte man nicht nur kennen, sondern auch gut beherrschen. Daher hier die Basics zum Platzhirschen aus Mountain View (Kalifornien). -
FAZ gibt Anleitung zum Spurenverwischen – Journalismus & Recherche
In einem FAZ-typischen Artikel „Diskrete Anleitung zur Fluchthilfe„, der zwischen Augenzwinkern und Augenzudrücken oszilliert, geben die Verfasser Tipps, wie man sich auf heikler Mission, z.B. nach Liechtenstein, unbeobachtet bewegt:
„Ganz handfeste Tipps zur Steuerflucht gab ein Anlageberater in Köln 2004 vor 500 Zuhörern im Saal eines Nobelhotels. ‚Bloß nicht mit dem eigenen Auto ins Ausland fahren.‘ Was wäre, wenn ein unterbezahlter Wächter im Parkhaus das Nummernschild notiert? Schon könnte das deutsche Finanzamt Bescheid wissen. Wichtig sei auch, ans Handy zu denken: Bloß das eigene nicht aktivieren, denn auf der Rechnung stehen am Monatsende auch die Auslandsverbindungen. ‚Und schwupps klingelt das Finanzamt.‘ Lieber solle man eine anonyme Prepaid-Karte für solche Einsätze kaufen.“
Ob die FAS dergeleichen Tipps auch im Medienteil publizieren würde? Jedenfalls kann man diese Hinweise, die dem deutschen Steuerhinterziehern recht sind, auch Journalisten in Zeiten der
Pest und CholeraOnline-Durchsuchung und Vorratsdatenspeicherung uneingeschränkt empfehlen. -
Metadaten in Bilddateien – Journalismus & Recherche
Professionelle Fotografen und Bildjournalisten machen nicht nur Bilder, sondern sie verbinden diese Bilder mit Texten. Das geschieht, um die Bilder recherchierbar zu machen; zum Beispiel werden Angaben über das Motiv, den Fotografen, Ort und Zeit der Aufnahme, Rechteinhaber, Schlagworte usw. gemacht.
Normiert sind diese Datenformate in den Standards des International Press and Telecommunications Council (IPTC) und der Newspaper Association of America (NAA). Der neueste Standard, der die beiden Vorgänger ersetzen soll, ist NewsML, News Markup Language.
Solche Daten werden z.B. in JPEG-Dateien im Bild selbst gespeichert und können durch Bildverarbeitungsprogramme angezeigt werden. Die Bilder enthalten also aussagekräftige Metadaten. Moderne Kameras vergeben diese Daten teilweise selbstständig, etwa Angaben zu Zeit und Ort eines Bildes. Diese Daten können zur Entlarvung von Personen führen, wie Presseberichte zeigen.
Dokumente
International Press and Telecommunications Council
www.iptc.orgNewspaper Association of America
www.naa.orgNewsML 1
www.newsml.orgBerichte
NewsML – Das neue Content Syndication Format / von Wolfgang Sender
contentmanager.de, 08/2001Hintergrund: Bild-Metadaten
Infoseite der Software panadoroBotnet-Betreiber durch Metadaten entlarvt? / von Steffen Weber. –
ComputerBase, 20. Feb 2006The Perils of Metadata
Fishbowl, 19.02.2006Invasion of the Computer Snatchers (Teil 1), (Teil 2), (Teil 3), (Teil 4), (Teil 5). Hackers are hijacking thousands of PCs to spy on users, shake down online businesses, steal identities and send millions of pieces of spam. If you think your computer is safe, think again / By Brian Krebs
Washingtonpost.com, Sunday, February 19, 2006; Page W10
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Datenschatten – Journalismus & Recherche
Henning Tillmann hat im Rahmen seines Diploms untersucht, wie einfach Nutzer des WWW durch den „Browser Fingerprint“ zu identifizieren sind. Dank einer Online-Umfrage konnte er 23.709 Datensätze erheben.
Die eher unbekannte Methode des „Browser Fingerprint“ hinterlässt (im Gegensatz etwa zu Cookies) keine Spuren auf dem Rechner des Nutzers, da sie lediglich Daten auswertet, die dessen Browser an angesurfte Websites übermittelt. Wie Tillmann ermittelte, hinterlassen 93% der Nutzer eindeutige und damit nachverfolgbare Spuren auf Websites. -
Medienente an Wilhelm in Wikisauce – Journalismus & Recherche
Ein anonymer Scherzbold, der nach eigener Auskunft im Interview auf ZEIT online „gerade eine Journalistenschule abgeschlossen“ hat und noch studiert, hat dem neuen Wirtschaftsminister Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg einen weiteren Vornamen verpasst: Wilhelm, platziert zwischen Philipp und Franz und überdies in der Wikipedia.
Er wollte sehen, ob Medien dies übernähmen. Und er zeigte damit nicht nur mangelnde Recherchequalitäten, sondern auch Selbstrefenrenzialität im kleinen: Denn die Bearbeiter der Wikipedia waren zwar skeptisch und verlangten für den neuen Vornamen einen Einzelnachweis, akzeptierten aber einen Bericht auf Spiegel online – dessen (ungenannte!) Quelle eben die Wikipedia war. Graphisch schön dargestellt hat das Titanic (die selbst betroffen ist), anzuschauen bei netzpolitik.org „So funktioniert die Informationsgesellschaft„. Spiegel online hat mittlerweile ein wünschenswert klares Postskriptum angefügt und eine Meldung in eigener Sache publiziert, die etwas weniger klar ist.
Schön zubereitet ist die Ente im Bildblog, wo der Anonymus als Gastautor selber schreibt, und dort findet man auch einen Überblick über die anderen Medien und ihre Reaktionen – die bezeichnenderweise mit „usw. usf.“ endet.