Kategorie: Allgemein

  • Journalismus & Recherche » Europäische Union

    Friday, May 19th, 2006

    Dick arbeitet bei NRC Handelsblad, einer niederländischen Abendzeitung, und bei NRC Next, einem neuen Ableger davon, der sich an jüngere Leser richtet.

    Schon seit 1993 betreibt Dick CAR und für das Handelsblad viele kleiner und größere Projekte betreut. CAR ist für ihn ein Werkzeug, um journalistische Fragestellungen zu klären.
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  • Journalismus & Recherche » Access

    Friday, May 19th, 2006

    Dick arbeitet bei NRC Handelsblad, einer niederländischen Abendzeitung, und bei NRC Next, einem neuen Ableger davon, der sich an jüngere Leser richtet.

    Schon seit 1993 betreibt Dick CAR und für das Handelsblad viele kleiner und größere Projekte betreut. CAR ist für ihn ein Werkzeug, um journalistische Fragestellungen zu klären.
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  • Journalismus & Recherche » Blog Archive » Recherchieren ohne Zeit und Geld?

    Ich war am 26. Oktober auf Einladung der Adenauer-Stiftung in Belgrad, um als Keynote-Speaker und Teilnehmer eines Panels über Recherche-Journalismus zu sprechen. Das Manuskript meiner Keynote dokumentiere ich hier – es ist ungeschliffen, da ich anhand von Schlagwörtern frei gesprochen habe.

    Alle Medien, egal ob Zeitung oder Fernsehen, egal ob auf dem Balkan, in Westeuropa oder in Amerika können ohne einen Mehraufwand an Zeit und Geld mehr Recherche anstoßen, durchführen und veröffentlichen.
    Wir verschwenden zuviel Zeit auf Unnützes und haben deshalb das Gefühl, es bliebe keine Zeit – für Recherche, Analyse, das Finden originärer Themen. Zeit wird natürlich immer benötigt für Besprechungen, Organisatorisches etc. aber selbst wenn wir uns nur anschauen, was Journalisten an Journalistischem während ihrer Arbeitszeit tun, lässt sich schnell eine Fehlallokation, eine Verschwendung von Ressourcen feststellen. Meine Erfahrungen beziehen sich auf Deutschland – es würde mich aber wundern, wenn es hierzulande oder überhaupt irgendwo weltweit ganz anders wäre.

    a) Vielen Veranstaltungen, Pressekonferenzen etc. werden von Dutzenden von Journalisten besucht, ohne dass sich beobachten ließe, dass sich die Berichte später grundlegend unterscheiden. Wie auch – jede gestellte Frage – wandert auch in den Block des Kollegen. Es ist das inverse Prinzip von Exklusivität, dennoch geben wir viel Geld dafür aus. Dabei stehen sich die Kollegen vor Ort eher im Weg. (Das Gegenargument, jeweils für das eigene Publikum noch einen Mehrwert zu destillieren, die besondere Herangehensweise zu finden, trägt m.E. nicht weit.)

    b) Land auf, Land ab sind in Deutschland Hunderte von Journalisten damit beschäftigt, das Material von Nachrichtenagenturen zu sichten, zu bearbeiten zusammenzufügen. Auch hier ist nicht zu erkennen, dass der starke Wettbewerb, der hier herrschen müsste, besonders gute Ergebnisse hervorbringt. Auch hier ist der Mehrwert nicht zu erkennen. Durch das Internet wird das sichtbar und die Leser werden sich künftig aussuchen können, was sie wo lesen.

    Zwischen dem, was die Journalisten einer Redaktion tun sollten, und dem was sie besser lassen und von Agenturen übernehmen sollen, lässt sich leicht unterscheiden: Was können sie denn wirklich besser als die Agenturen? Wo können wir unserem Publikum mehr bieten als die Agenturen? Getreu der Parole des Internet-Gurus Jeff Jarvis: Do what you can do best and link the rest! Eine Redaktion soll das tun, was sie am besten kann, was sie für ihr Publikum wichtig macht und all das sein lassen, wo nur “me-too-Produkte” erstellt werden.

    Wenn wir heute die Zukunft des Journalismus diskutieren, geht es vor allem um die Zukunft der Zeitung, des ältesten Mediums für Journalismus. Zeitungen sterben, die Auflagen sinken. Wenn sich in der Zukunft alle Redaktionen auf das konzentrieren, was sie am besten können, sehe ich vor allem folgende 5 mögliche Entwicklungen:

    1.) Die Spezialisierung wird zunehmen, der Redakteur, der alles –vor allem aber redigieren und zusammenschreiben – kann, wird von der Regel zur Ausnahme.

    2.) Das größte Hindernis für einen weltweiten Journalismus, der sich auf je das konzentriert, was jede Redaktion am besten kann, ist die Sprache. Im Moment sind es vor allem die englischsprachigen Medien, die von der Globalisierung des Journalismus durch das Internet profitieren. Der Guardian hat online monatlich 35 Millionen unique visitors. Für alle anderen Nationen heißt das vor allem eins: Wir brauchen mehr Journalisten, die als Übersetzer arbeiten, aber unter journalistischen Bedingungen also schnell, mit Sachkenntnis in ihrem Ressort und der jeweiligen Sprache übersetzen können.

    Das könnte auch eine große Chance für Nachrichtenagenturen werden: Wenn Sie das Beste zu allen weltweiten und nationalen Ereignissen liefern – Klammer auf im Original oder in der Übersetzung – wäre das ein Grund, sich stärker auf sie zu verlassen.

    3.) Das Lokale oder auch „hyper-lokale“ – wir interessieren uns schon immer am meisten für die Ereignisse in unserer nächsten Umgebung. Viele Medien haben das vergessen und bekommen heute Konkurrenz aus der Blogosphäre. Es ist unverständlich, dass gerade die Regionalzeitungen ihre einstige Stärke, die letztlich sogar ihre Existenzberechtigung darstellt, vergessen haben. (Ich selbst in Berlin kann überhaupt gar keine Zeitung abonnieren, die auch nur annähernd so viel Lokales liefert wie es einer Kleinstadt heute noch üblich ist.)

    4.) Wer von einem Ereignis detaillierter, brillanter, sprachlich interessanter berichtet, als alle anderen – also der gute Reporter, dessen Arbeit an Schriftstellerei heranreicht, wird immer sein Publikum finden. Wer künftig über die Rettung der Chilenischen Minenarbeiter berichtet, muss das besonders gut machen.

    5.) Und – bis auf weiteres – ist und bleibt Recherche eine Marktlücke. Es wird zu wenig recherchiert – damit meine ich nicht nur investigative Recherchen. Es fängt an bei fehlender Präzision und Faktenfehlern – allein hier lässt sich noch viel an Qualität hinzugewinnen. Zeit für Recherche lässt sich ohne weiteres gewinnen, wenn wir Journalisten uns auf das konzentrieren, was wir besser können als andere.

    Den Einwand, dass nicht jeder, der heute Nachrichten redigiere, morgen zum investigativen Reporter werden kann, möchte ich nicht gelten lassen. Wenn Sie „große“ Rechercheure hören und fragen, was man für die investigative Recherche braucht, so werden sie Ihnen sagen: Erfahrungen und Kontakte.

    Ich arbeite sehr viel mit jungen Journalisten – da macht es keinen Sinn auf Erfahrungen und Kontakte zu verweisen – denn dann warten die jungen Kollegen und warten und werden vielleicht nie eine vernünftige Recherche auf den Weg bringen. Aber nicht nur aus diesem didaktischen Grund glaube ich nicht an das Mantra der Rechercheure, dass Erfahrungen und Kontakte alles seien. Ich setze dagegen auf gute Ideen, Methodik und vor allem auf viel Fleiß.
    Erst, wenn die eigene Erfahrung reflektiert und analysiert wird, wird daraus Methodik, Handwerkszeug, etwas das man anderen vermitteln kann. Wer immer nur auf die eigene Erfahrung verweist, weiß vermutlich gar nicht, was er wirklich erfahren hat – weil er es nicht analysiert hat.

    Um loszulegen, ist es hilfreich, sich auf machbare und relevante Recherchen zu konzentrieren. Die schwer machbaren Recherchen neigen dazu, Zeitfresser zu werden und keine Ergebnisse zu bringen. Um dennoch große Geschichten zu machen, muss man die großen Thesen in Teile zerlegen und sich immer wieder fragen, was können wir jetzt schon berichten und was können wir mit einem Tag oder einer Woche mehr noch dazu gewinnen. (Oft bringen Teilveröffentlichungen auch strategische Vorteile.) Ich kenne mehrere Redaktionen, die so arbeiten – in keiner darf jemand ein halbes Jahr an einem Thema arbeiten ohne Rechenschaft abzulegen.

    Abgesehen davon, dass sehr vieler Recherchen heute ohne großen Kostenaufwand durchgeführt werden können, (ich meine damit nicht nur das Internet, sonder vor allem auch das Telefon) gilt auch hier, dass Recherche vor allem von einer Umverteilung von Ressourcen profitieren kann. Geld lässt sich aber auch genauso wie Zeit rationieren – jeder will wissen, was für sein Geld bekommt – auch Ihr Chef oder meine Auftraggeber. Auch hier hat es sich ebenso bewährt, schrittweise vorzugehen und Ziele zu definieren – was ist sicher machbar, was wäre maximal machbar – für ein bestimmtes Budget.

    Wenn jemand zu mir kommt und Geld für eine Auslandsreise will, weil man vor Ort ja mehr raus bekäme, ist das aussichtslos. Erst müssen die Hausaufgaben gemacht werden. Im August habe ich drei Kollegen für mehrere Tagen nach Spanien geschickt, nachdem sie mit ihrer Recherche zuhause sehr weit gekommen waren. Sie hatten so ziemlich alles, was man von Deutschland aus recherchieren konnte, zusammengetragen und die Chancen standen gut, dass wir zumindest einen in Deutschland gesuchten Betrüger finden könnten, da wir Informationen zu dreien hatten. Am Ende wurden es dann 2 von 3 gefunden – Menschen, die in Deutschland von den Behörden (Staatsanwaltschaften) nach wie vor gesucht werden.

    Abgesehen von meinen Überlegungen hier, bleibt es natürlich immer richtig – wenn wir Journalisten nicht wie hier unter uns sind – mehr Geld und mehr Zeit für Recherche- Journalismus zu fordern. 😉

  • Journalismus & Recherche » TLD

    Sunday, May 21st, 2006

    Henk demonstriert einige Methoden, mit deren Hilfe man einschätzen kann, wie zuverlässig die Informationen auf einer Website sind. Schönes Beispiel: Welchen biografischen Informationen über Martin Luther King kann man trauen? Er zeigt erstmal nur die Web-Adressen (URLs) der Seiten:

    • martinlutherking.org
    • martinlutherking.tk
    • 213.198.79.178/members9/~melski/martinlutherking.htm
    • www.psd267.wednet.edu/~kfranz/SocialStudies/MLKJr/martinlutherking.htm

    Die 213.198.79.178/etc.-Adresse ist unvollständig; wird nachgereicht, sobald Henk seine Präsentation schickt.

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  • Journalismus & Recherche » Förderung

    Eben gefunden im frisch erschienen Newsletter des Netzwerks Recherche: Das Magazin Neon, Ableger des Stern (für Leser unter 40 …), vergibt ein Recherchestipendium über 10.000 Euro.

    Bis zum 15. August 2008 können sich Journalisten unter 40 Jahren bei Neon um ein Recherche-Stipendium bewerben. Die fünf besten Exposés sollen mit je 10.000 Euro gefördert werden, die fertigen Geschichten erscheinen – soweit thematisch passend – exklusiv in Neon . Über die Vergabe entscheiden die, die auch sonst über den Inhalt des Blattes entscheiden: die Neon-Chefredakteure Timm Klotzek und Michael Ebert sowie die Neon-Herausgeber und Stern-Chefredakteure Thomas Osterkorn und Andreas Petzold.

    Mehr Infos zum Recherchestipendium bei Neon.

  • Journalismus & Recherche » Blog Archive » Vertrau’ keinem IP-Locator außer diesen …

    Von welchem Server wurde mir diese Mail geschickt? Was können die Betreiber von Websites sehen, wenn ich ihre Site besuche?

    Das sind typische Fragen bei journalistischen Recherchen im Netz – zur Überprüfung gibt es zahllose Service im Netz. Leider sind nicht alle Dienste zuverlässig- denn sie liefern für ein und dieselbe Ip-Adresse unterschiedliche Ergebnisse.

    Das ist mir schon im vergangenen Jahr aufgefallen, heute nutze ich die Gelegenheit, das zu dokumentieren.

    Die IP-Adresse der Akademie für Publizistik in Hamburg ist 217.91.209.83

    Je nachdem, wo ich das eingebe, erhalte ich unterschiedliche Ergebnisse:

    Auf einen Telekom-Rechner in Berlin verweisen z.B. http://www.whatismyip.com/tools/ip-address-lookup.asp und z.B. http://www.geobytes.com/IpLocator.htm?GetLocation. Das ist aber falsch.

    Wer nur auf die Schnelle nachschlägt, könnte auch zu dem Schluss kommen, dass es sich um einen Telekom-Rechner in Celle handelt.

    Erst die Suche über die Seiten ip-adress.com/ip_lokalisieren/, whatismyipaddress.com oder ip-lookup.net verweist auf die Akademie für Publizistik (technisch den Host der IP: mail.akademie-fuer-publizistik.de).

    Ich kenne mich technisch nicht gut genug aus, um die Ursachen genauer zu verstehen… (lasse mich gerne aufklären). Wichtig aber ist: Wenn ich als Journalist mit IP-Adressen arbeite, ist es nicht egal, welchen Service ich dafür nutze!

  • Journalismus & Recherche » URL

    Sunday, May 21st, 2006

    Henk demonstriert einige Methoden, mit deren Hilfe man einschätzen kann, wie zuverlässig die Informationen auf einer Website sind. Schönes Beispiel: Welchen biografischen Informationen über Martin Luther King kann man trauen? Er zeigt erstmal nur die Web-Adressen (URLs) der Seiten:

    • martinlutherking.org
    • martinlutherking.tk
    • 213.198.79.178/members9/~melski/martinlutherking.htm
    • www.psd267.wednet.edu/~kfranz/SocialStudies/MLKJr/martinlutherking.htm

    Die 213.198.79.178/etc.-Adresse ist unvollständig; wird nachgereicht, sobald Henk seine Präsentation schickt.

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  • Journalismus & Recherche » EU-Parlament

    Friday, May 19th, 2006

    Dick arbeitet bei NRC Handelsblad, einer niederländischen Abendzeitung, und bei NRC Next, einem neuen Ableger davon, der sich an jüngere Leser richtet.

    Schon seit 1993 betreibt Dick CAR und für das Handelsblad viele kleiner und größere Projekte betreut. CAR ist für ihn ein Werkzeug, um journalistische Fragestellungen zu klären.
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  • Journalismus & Recherche » Blog Archive » Das Beste von MARS

    Die besten frei zugänglichen Reference Websites der vergangenen sieben Jahre hat MARS in einer umfangreichen Liste zusammengestellt. MARS ist die Machine-Assisted Reference Section der Reference and User Services Association (RUSA), die wiederum zur American Library Association (ALA) gehört. Solche Listen publiziert MARS jährlich, jetzt eben erstmals als Combined Index, 1999–2006. Zweck: „to recognize outstanding reference sites on the World Wide Web“ – die Auswahlkriterien sind zugänglich. Jeder Eintrag ist mit dem Namen des Projektes, sichtbarem URL, Betreiber und Link auf auf die MARS-Review beschrieben – vorbildlich für solch eine Übersicht.

    Best Free Reference Web Sites – Combined Index, 1999-2006.

    MARS Machine-Assisted Reference Section.

    RUSA Reference and User Services Association.

    ALA American Library Association.

    Tags: ALA, MARS, Referenz

  • Journalismus & Recherche » Blog Archive » Hey, hey Wiki – Wissensmanagement für Journalisten

    Vortrag auf dem Jahrestreffen 2008 des netzwerk recherche, Freitag, 13. Juni 2008, 14:00 Uhr von Anton Simons (Redakteur der Rhein-Zeitung, Koblenz).

    Anton hat bei der Rhein-Zeitung ein Redaktionswiki eingeführt (und etabliert, was zweierlei Ding war). Hier seine Folien (PDF-Datei, 37 S., 4.306 KB).

    Weitere Infos gibt es in Antons Weblog Redaktionelles-Wissensmanagement.de und in seinem Buch „Redaktionelles Wissensmanagement“ (Konstanz: UVK-Verlag 2007. – 318 S., m. Abb).

    Tags: Anton Simons, Redaktion, Wiki, Wissensmanagement