Kategorie: Allgemein

  • Recherche-Literatur – Journalismus & Recherche

    Ludwig, Johannes, Investigativer Journalismus, 2., überarbeitete Auflage, 2007 (Website zum Buch www.recherchieren.org)
    Haller, Michael, Recherchieren, Uvk; Auflage: 6. A. (Februar 2004)
    Brendel, Matthias, Brendel, Frank, Richtig recherchieren, Wie Profis Informationen suchen und besorgen. Ein Handbuch für Journalisten, Rechercheure und Öffentlichkeitsarbeiter, Frankfurter Allgemeine Buch; Auflage: 2. Aufl. (1999)
    Netzwerk Recherche (Hrsg.), Leidenschaft Recherche, VS Verlag für Sozialwissenschaften (1998) vergriffen, aber kostenlos online http://www.netzwerkrecherche.de/dokumente/leidenschaft_recherche_2aufl.pdf

    Netzwerk Recherche (Hrsg.), Mehr Leidenschaft Recherche, VS Verlag für Sozialwissenschaften; Auflage: 1 (August 2003)

  • Tag der Archive beim Rundfunk Berlin-Brandenburg – Journalismus & Recherche

    Am Sa., 01.03.2008 findet zum vierten Mal der „Tag der Archive“ statt, eine Inititative des VdA, Verband deutscher Archivarinnen und Archivare. Das diesjährige Motto lautet „Heimat und Fremde“.

    Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) beteiligt sich zum zweiten Mal am Tag der Archive. Die Abteilung Archive und Dokumentation des rbb bietet jeweils um 11:00 h und um 14:00 h Führungen durch die Medienarchive am Standort Berlin an. Treffpunkt ist Haus des Rundfunks (Foyer), Masurenallee 8-14.

    Gezeigt wird,

    • wie Autoren und Redakteurinnen in ihren Berichten für den rbb zu wichtigen Fakten und Hintergrundinformationen gelangen,
    • welche wichtigen Aufgaben Hörfunk-, Fernseh- Pressearchiv und Bibliothek bei der täglichen Herstellung der rbb Programme haben,
    • welche audio-visuellen Bestände zur Programm- und Gesellschaftsgeschichte im rbb archiviert und dokumentiert sind.

    Neben der Tour durch Hörfunk-, Presse-, und Fernseharchiv sowie Bibliothek präsentiert der rbb eine kleine Auswahl
    audio-visueller Dokumente der Programmgeschichte.

    Tag der Archive
    www.tagderarchive.de

    Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V. (VdA)
    www.vda.archiv.net

    Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) Archive und Dokumentation Masurenallee 8-14 14057 Berlin Tel: +49 (0)30 / 979 93-54001 Fax: +49 (0)30 / 979 93-54009

    www.rbb-online.de

  • Europaweite Ausschreibungen als Recherchemittel – Journalismus & Recherche

    Behörden und andere öffentliche Auftraggeber müssen größere Aufträge öffentlich und europaweit ausschreiben – und auch Journalisten können diese Ausschreibungen nutzen, um auf neue Themenideen zu kommen oder etwas von Vorgängen zu erfahren, zu denen die Behörden nicht von sich aus eine Pressemitteilung herausgeben. In diesem Eintrag erläutere ich an ein paar Beispielen, wie wir in der Berlin-Redaktion der taz die Ausschreibungen als Recherchemittel nutzen. Anschließend stelle ich das Portal vor, auf dem die Ausschreibungen veröffentlicht werden, und erläutere die Nutzung.
    Drei Beispiele
    Die Beispiele zeigen, in welchem breitem Spektrum sich die Informationen aus Ausschreibungen journalistisch verwerten lassen: Etwa für eine Kurzmeldung, als Hintergrundinformation oder für einen kleinen Scoop.
    Am 30. August schrieben die Berliner Verkehrsbetriebe „selbstklebende Folien aus Kunststoff“ aus. Die grün getönten Folien sollen auf Fenster der Fahrzeuge geklebt werden, um dort die Folgen von mutwilligen Beschädigungen durch Fahrgäste („Scratching“) zu verringern. Aus der Ausschreibung (PDF) machten wir eine Kurzmeldung.
    Am 13. September veröffentlichte Vattenfall das Ergebnis der Ausschreibung (PDF) für die Organisation der „Vattenfall Klimaaktionstage“ (Vattenfall ist zwar eine Aktiengesellschaft, gehört allerdings dem schwedischen Staat und muss daher ebenfalls öffentlich ausschreiben). Bei den Klimaaktionstagen geht eine von Vattenfall beauftragte PR-Agentur an Schulen und erklärt den Schülern der Klassen 7 bis 10, wie man im Haushalt Strom sparen kann und was Vattenfall unternimmt, um den Strom möglichst klimaschonend zu produzieren. Vattenfall selbst sagt, dass sie das aus gesellschaftlicher Verantwortung machen und um die Schüler über den Klimawandel zu informieren. Aus der Ausschreibung ergibt sich, dass Vattenfall die Klimaaktionstage allerdings nicht flächendeckend in dem Gebiet veranstaltet, in dem Vattenfall Netzbetreiber ist (Ostdeutschland außer Brandenburg plus Hamburg). Stattdessen gibt es die Klimafortbildung für Schüler nur an zwei Orten innerhalb dieser Zone (Hamburg, Berlin) und an einem Ort außerhalb dieser Zone (Lausitz). In Hamburg ist Vattenfall gerade wegen des Neubaus eines Kohlekraftwerkes in der Kritik, in Berlin wegen Plänen zu einem solchen Kraftwerk und in der Lausitz wehren sich Anwohner dagegen, dass ihre Dörfer einem Tagebau weichen sollen. Die Klimaaktionstage finden also genau dort statt, wo Vattenfall gerade besonders in der öffentlichen Kritik steht. Das zeigt, dass es bei den Klimaaktionstagen weniger um den Klimaschutz geht (denn es gibt ja keinen sachlichen Grund dafür, dass nicht auch die Schüler in Rostock, Dresden und München lernen, wie sie das Klima retten können), sondern doch wohl eher die Image-Verbesserung im Vorderund steht. Nun gut, das haben viele vielleicht schon vorher geahnt, aber an diesem Beispiel kann man es einmal anschaulich zeigen. Diese Hintergrundinfo floss jedenfalls in meinen nächsten Artikel über Vattenfall ein.
    Am 1. April veröffentlichte die Berliner Polizei eine Ausschreibung (PDF) über 1.000 Funkgeräte. Es geht dabei darum, die Analogfunktechnik durch einen verschlüsselten Digitalfunk zu ersetzen, der nicht so störanfällig ist und nicht von Ganoven abgehört werden kann. Es geht also darum, die Sicherheit für die Bürger zu verbessern und Berlin wollte mit diesem Pilotprojekt in einer Polizeidirektion bundesweit zu den Vorreitern gehören. Dieser Sicherheitsgewinn wird aber weiter auf sich warten lassen – und Schuld daran sind Fehler der Polizei bei der Ausschreibung der Funkgeräte. Am 3. Dezember hat die Polizei die Ausschreibung daher zurückgezogen und über diese Benachrichtigung über ein nichtabgeschlossenes Verfahren (PDF) kam ich auf das Thema, über das dann ein Kollege schrieb. Die oppositionelle FDP brachte das Thema daraufhin im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses zur Sprache, auch andere Zeitungen berichteten.
    Der Wert von Ausschreibungen für Journalisten Der große Vorteil der Ausschreibungen ist, dass gesetzlich festgelegt ist, wann eine Behörde eine Ausschreibung veröffentlichen muss und welche Form sie haben muss. Ausschreibungen sind daher eine gute Ergänzung zu Pressemitteilungen, weil man darin auch über Vorgänge erfährt, über die eine Behörde nie von selbst eine Pressemitteilung herausgeben würde (obwohl die Panne der Polizei bei der Ausschreibung der Digitalfunkgeräte von öffentlichem Interesse ist, hat die Polizei selbst dazu keine Pressemitteilung herausgegeben). Bei einer Reihe von Ausschreibungen wird auch nach dem Abschluss des Verfahrens veröffentlicht, wer den Auftrag bekommen hat und für wie viel Geld der Auftrag vergeben wurde. Die Ausschreibungen helfen auch dabei, Informationsfreiheitsgesetze als Recherchemittel besser anzuwenden. Die Informationsfreiheitsgesetze des Bundes und einiger Bundesländer ermöglichen ja auf Antrag einen Zugang zu Behördenakten und damit auch zu Studien und Gutachten, die eine Behörde in Auftrag gibt und bei denen es oft um Fragen von hohem öffentlichen Interesse geht. Das Problem ist allerdings, dass die Behörden in der Regel nicht von sich aus veröffentlichen, zu welchen Themen sie Gutachten und Studien in Auftrag geben. Über die Ausschreibungen kann man nun genau das erfahren und anschließend einen Antrag auf Akteneinsicht nach Informationsfreiheitsgesetz stellen.

    Tenders Electronic Daily: So können Journalisten Ausschreibungen finden

    Großes Lob an die EU: Die Ausschreibungen werden in einer Form veröffentlicht, die das systematische Durchsuchen besonders leicht macht und keine Wünsche offen lässt. Das Portal für die europaweiten Ausschreibungen ist http://ted.europa.eu/. Dort kann man sich mit einem Benutzernamen und einer Mailadresse kostenlos registrieren. Nachdem das Benutzerkonto mit einer Mail freigeschaltet wurde, kann man sich einloggen. Zur Suche nehme ich immer die „Erweiterte Suche“. Und so sieht das Suchfeld aus (auf das Bild klicken, um es zu vergrößern):

    Wichtig ist die Einstellung des Suchbereichs. Eine Suche unter „Letzte Ausgabe“ umfasst lediglich die Ausschreibungen eines Tages, es empfiehlt sich daher die Suche im Archiv. Die Rubriken, die ich für die Suche meistens nutze, sind Ort (z.B. Berlin), Name des Auftraggebers (z.B. Vattenfall) oder Volltext (z.B. Gutachten). Auf der folgenden Seite werden die Ergebnisse angezeigt und man kann auch eine Suche speichern:
    Um die Suche zu speichern, kann man im nächsten Schritt ein Namen für das Suchprofil eingeben. In der Liste der Suchprofile kann man dann einstellen, wie man über neue Ergebnisse informiert werden möchte:

    „News Alert“ bedeutet dabei, dass man per E-Mail benachrichtigt wird, sobald ein neuer Treffer vorliegt. Zudem kann man einstellen, wie schnell man dann benachrichtigt wird – täglich, wöchentlich, zweiwöchentlich oder monatlich. Man kann seine individuellen Suchergebnisse auch per RSS abonnieren. Ich selbst habe mir ein Suchprofil eingestellt, das relativ breit definiert ist: Ich bekomme alle Aufträge, die Berlin betreffen. Das umfasst die Aufträge von Bezirken, Landes- und Bundesbehörden und es sind meist so zehn bis zwanzig Ausschreibungen pro Tag. Ich scanne jeweils nur ganz kurz über Auftraggeber und Kurzbeschreibung und entscheide dann, ob ich weiterlese. Meistens lese ich nicht weiter und ich bin dann nach nicht einmal einer Minute mit allen Ausschreibungen durch. Die meisten Ausschreibungen sind für den journalistischen Gebrauch irrelevant, es geht da etwa um die Renovierung von Turnhallen, um den Einkauf von Druckern für ein Bezirksamt oder den Kauf von irgendwelchen technischen Geräten für wissenschaftliche Forschungseinrichtungen. Manche Bauprojekte werden auch in zig Teilaufträge aufgesplittet, die dann über Wochen einzeln veröffentlicht werden – so etwa beim Bau des NS-Dokumentationszentrums „Topographie des Terrors“ oder beim Wiederaufbau des Ostflügels des Museums für Naturkunde. Andere Ausschreibungen betreffen Sachverhalte, die bereits öffentlich bekannt sind – zum Beispiel bei der neuen Ausschreibung für den Umbau der Staatsoper Unter den Linden gab es erst die Pressekonferenz zu dem Thema und dann ein paar Tage später wurde die Ausschreibung über die Webseite veröffentlicht.

    Man darf als Journalist, der dieses Instrument nutzen will, also keine Scheu davor haben, sich durch eine große Menge von ziemlich trocken geschriebenen Ausschreibungstexten zu arbeiten und dabei auch ziemlich viel umsonst zu lesen. Dafür winken dann auch einige Perlen – also Vorgänge von öffentlichem Interesse, auf die man anders nicht aufmerksam geworden wäre und auf die einen die Behörde auch selbst nicht hingewiesen hätte. Und davon gibt es mehr als genug: Vielen Sachen konnte ich nicht nachgehen, weil einfach in der tagesaktuellen Produktion die Zeit dafür fehlt. Dann konzentriere ich mich auf das, was mich interessiert – und andere Themen, die vieleicht genauso relevant wären, fallen hinten runter. Andere Journalisten würden wohl anderen Themen nachgehen oder an die gleichen Themen anders herangehen. Zum Beispiel die Fensterschutzfolie bei den Verkehrsbetrieben. Das Thema, das in der taz als Kurzmeldung lief, hat die Berliner Zeitung erweitert und da einen Lokalaufmacher draus gemacht. Ich bin davon überzeugt: Die Ausschreibungen bieten so viel Stoff – es kann gar nicht genug Journalisten geben, die da ein Auge drauf haben.

  • Online mehr: Lügen im Netz – Journalismus & Recherche

    Im ZEIT-Ressort Wissen (Ausg. 2008/06, 31.01.08) habe ich gerade eine Seite zum Thema Lügen im Netz: Kann man Informationen aus dem Internet trauen? Wie man vermeidet, falschen Online-Informationen aufzusitzen. Dazu gibt es noch einen Kasten über den Umgang mit der Wikipedia.

    Auf ZEIT online gibts noch etwas mehr dazu, nämlich die kommentierte Linkliste. Letztere gibt es in Absprache mit dem Redakteur nur online, da die Seite in Zeit-Wissen sonst gesprengt worden wäre. Ich vermute, dass diese Liste für Online-Rechercheure am Nützlichsten ist.

    Der Artikel geht zurück auf einen Vortrag, den ich 2006 auf dem Jahrestreffen des netzwerk recherche in Hamburg gehalten habe, Evaluation of Online Sources. Darauf folgte im Oktober eine fünfseitige Veröffentlichung in der c’t 21/2007, die aber nicht online zu haben ist (wohl aber die Softlinks).

    Bleibt noch anzumerken, dass ich an dem Thema Quellenprüfung online selbstverständlich dranbleibe. Auf dem Jahrestreffen des netzwerk recherche (13./14.06.2008) werde ich voraussichtlich wieder dazu referieren. Sobald das Programm raus ist, werde ich es hier bloggen. (AUde)

  • Dirk Lewandowski bloggt – Journalismus & Recherche

    Oder wie man das Verb auch immer schreibt… Jedenfalls hat der Düsseldorfer Forscher, der das ausgezeichnete Buch „Web Information Retrieval“ geschrieben hat (das übrigens kostenlos zu lesen ist), nun ein eigenes Weblog. Da steht viel Technisches drin, aber für die Freunde der Online-Recherche wird sich das Blog bestimmt zu einem Muss entwickeln: Suchmaschinenforschung – Kommentare und Einschätzungen von Dirk Lewandowski. Von nun auch hier in der Blogroll.

  • Yahooglebing – Journalismus & Recherche

    Bing, Microsofts neue Suchmaschine, die Live ersetzt hat, genießt derzeit viel Aufmerksamkeit. Ob Bing Google ernsthaft Konkurrenz machen kann, wird die Zukunft zeigen. Wer mag, kann die Ergebnisse beider Suchmaschinen miteinander vergleichen:
    Compare Search Engines Google and Bing
    www.blackdog.ie/google-bing
    Schon länger gibt es ein ähnliches Angebot, mit dem sich die Ergebnismengen von Yahoo und Google vergleichen lassen:
    Yahoogle
    www.yahooglesearch.com
    Bei beiden Sites werden die Ergebnisse in zwei Frames nebeneinander angezeigt.

  • Kombinierbare Statistiken bei statista.org – Journalismus & Recherche

    Christoph Drösser weist auf Zeit Online auf eine interessante Site hin:
    Zahlen für die Massen: Ob zu Sex, Politik, Wirtschaft oder Demografie: Auf statista.org lassen sich beliebige eigene Statistiken basteln – aus haufenweise seriösen Daten.
    Statista.org bietet derzeit etwa 1 Million freie Statistiken an – mit Quellenangabe, so dass deren Verläßlichkeit prüfbar ist. Man darf die Statistiken in Websites einbinden. Sehr schön ist, dass man die einzelnen Statistiken (mittels Flash-Animation) filtern, kombinieren und vergleichen kann. Nach erstem Test halte ich die Suchfunktion für gut.
    Statista wird von der Statista GmbH mit Sitz in Hamburg betrieben. (2007 gegründet, 8 Mitarbeiter, Gründer und Geschäftsführer Friedrich Schwandt, Tim Kröger. Die Nutzung kostenfrei, anzeigenfinanziert).

  • Nicht nur Bild hat Probleme mit Zahlen – Journalismus & Recherche

    Ein Eintrag, der nichts wenig mit Recherche im Sinne von nachschlagen oder rausfinden zu tun hat. Manchmal muss man eine Meldung gar nicht recherchieren, um zu entscheiden, sie nicht zu drucken … Die Leipziger Volkszeitung berichtetet am 27. Juni auf Seite 1 in einem Leitartikel folgendes:

    Weniger Wettbewerb. Gesundheitsfonds beschlossen

    Berlin/Leipzig (DW/H.E.). Die Koalition hat sich auf erste Eckpunkte der Gesundheitsreform verständigt. Ein zentraler Einigungspunkt ist, so bestätigten Regierungskreise gegenüber der LVZ, die Konzentration der gesetzlichen Kassen auf eine wettbewerbsfähige „Mindestbetriebsgröße“. Sollte es zu einer Mindestmitgliederzahl von einer Million Versicherter kommen, wie auch diskutiert wird, würde sich die Zahl der Kassen um 110 bis 120 verringern. Durch Fusionen würde sich die Kassenstruktur verschlanken und weniger Verwaltungskosten verursachen.

    (Kostenlos online ist nur die ots-Vorabmeldung.)
    Klar, ein Thema und noch nichts, was einen auf den ersten Blick wundern müßte. Die Google-Recherche „Anzahl Krankenkassen Deutschland“ bringt dann auf Rang eins den Wikipedia-Eintrag „Krankenkasse“, der die Information enthält, es gebe 253 gesetzliche Krankenkassen. Eine Zahl, die die google-Suche „253 gesetzliche Krankenkassen“ bei der KKH, Spiegel Online und dem Marburger Bund bestätigt und die auch wohl aktuell ist. Wir wissen nicht, wie Tagesschau.de dann auf zunächst 252 kommt, vielleicht eine Info aus dem angefragten Ministerium? Egal ist auch wurscht.
    Aber mit der Recherche dieser Zahl wird der Unsinn klar, der der LVZ zumindest noch nicht zwingend auffallen musste. Nun lautet die Meldung, die Tagesschau.de unter Berufung auf die LVZ bringt, 110 bis 120 von 252/253 gesetzlichen Krankenkassen müssten ggf. schließen, damit nur noch solche übrig bleiben, die mindestens eine Million Mitglieder haben. Also wenn maximal 133 Krankenkassen (253 ? 120 = 133) verbleiben, benötigen diese mindestens 133 Millionen Mitglieder (133 × 1 Million = 133 Millionen) – eine Zahl, die auch ohne die Berücksichtigung von Privatversicherten, Beamten, Unversicherten und Mitversicherten, von der Berücksichtigung großer Kassen mit mehreren Millionen Mitgliedern mal ganz abgesehen, in Deutschland einfach nicht erreicht werden kann.

    Disclaimer: Mir ist die Meldung nur einzig und allein deshalb aufgefallen, weil ich mich beim Lesen der Schlagzeile im RSS-Feed, sofort an die Geschichte des hochverehrten Bildblogs erinnerte. Wofür die mir jetzt vermutlich noch ’ne Rechnung für in Anspruch genommene Fortbildung stellen. Recht haben sie ja: Lesen hilft. Hauptsache Habermas hat seinen Spaß.

    Tagesschau.de hat die Meldung im Laufe des Tages mehrfach geändert – allerdings ohne den Zeitstempel zu ändern. Was man dort auch als Fehler ansieht. Wer Spaß dran hat – hier ist gleich noch einer zu finden, solange der Text und Zeitstempel (Stand: 01.07.2006 09:25 Uhr) unverändert bleiben.

  • Oktober 2013 – Journalismus & Recherche

    Henning Tillmann hat im Rahmen seines Diploms untersucht, wie einfach Nutzer des WWW durch den „Browser Fingerprint“ zu identifizieren sind. Dank einer Online-Umfrage konnte er 23.709 Datensätze erheben.
    Die eher unbekannte Methode des „Browser Fingerprint“ hinterlässt (im Gegensatz etwa zu Cookies) keine Spuren auf dem Rechner des Nutzers, da sie lediglich Daten auswertet, die dessen Browser an angesurfte Websites übermittelt. Wie Tillmann ermittelte, hinterlassen 93% der Nutzer eindeutige und damit nachverfolgbare Spuren auf Websites.

  • Kein IFG in Bayern … – Journalismus & Recherche

    … aber morgen reden sie wenigstens mal drüber.
    Aktuelle Stunde auf Antrag von SPD und Grünen “ zur Regelung bzw. des freien Zugangs zu amtlichen Informationen (Bayerisches Informationsfreiheitsgesetz). Die Opposition will, daß der mündige Bürger gegenüber der Verwaltung ein erweitertes Recht auf Auskunft erhält und damit mehr Mitspracherecht, Transparenz und Kontrolle ermöglicht wird. Auf europäischer Ebene und in anderen Bundesländern sei solches längst verwirklicht. Die CSU-Mehrheit hat dies in den Ausschüssen abgelehnt“ (Quelle: Max Online.)