Archive for the ‘Suchmaschinen’ Category

Suchmaschinen zwischen Informationsfreiheit und Wissensmacht

Tuesday, January 18th, 2011

Drastische Veränderungen im Internet: zunehmend bestimmen die ‘Global Player’ die Regeln. Wie können oder müssen Rechtssysteme darauf reagieren? Wer definiert neue Spielregeln? Wie müssen solche Regeln aussehen, ohne die Kreativität im Netz zu behindern?

Diese Fragen thematisiert eine Fachkonferenz an der Uni Göttingen am 28.01.2011, dem Europäischen Datenschutztag 2011. Nach einer grundlegenden Erörterung von Funktionsweise und Geschäftsmodell von Suchmaschinen werden marken-, datenschutz- und medienrechtliche Aspekte erörtert und von Wissenschaftlern, Datenschutzbeauftragten und Vertretern des Unternehmens Google diskutiert. Die Veranstaltung findet in der Paulinerkirche, Papendiek 14 in Göttingen statt und dauert von 9.00 bis 16.30 Uhr.

Bereits am 27.1. erörtern die Veranstalter in ihren öffentlichen Antrittsvorlesungen ab 16.15 Uhr in der Aula am Wilhelmsplatz in Göttingen die Themen “Internet-Suchmaschinen im Fokus des Kartellrechts” (Prof. Körber) bzw. “Vertrauensschutz und geistiges Eigentum am Beispiel der Suchmaschinen” (Prof. Wiebe).

Veranstaltet wird die Tagung von den Professoren Torsten Körber und Andreas Wiebe an der Georg-August-Universität Göttingen. Sie wird durch den Universitätsbund gefördert.

Anmeldungen bis bis zum 20.01. erbeten:
http://www.uni-goettingen.de/de/198986.html

Online-Recherche: Suchmaschinen-Syntax (1/4)

Thursday, January 6th, 2011

Ab heute stelle ich - hoffentlich täglich - Teile meines Buchkapitels (Grundsätzliches dazu hier) über Recherche hier online. Beginnen will ich mit dem Teil, der unstrittig ins Buch gehört: Die Frage wie man vernünftig online recherchiert.
Dazu will ich zunächst die Suchmaschinen-Syntax und dann eine Reihe von komplexeren Suchstrategien präsentieren: Search-Makros, gezielte Befragung einer Online-Quelle, Suchbegriffe suchen und finden (Wie heißt das was ich suche? Inhalte oder Überschriften suchen?), Personensuche, Datenbanken und andere DeepWeb Quellen erschließen. Grundlage ist mein Vortrag Suchstrategien, den ich auf der #nr10 gehalten habe - ergänzt um das, was ich seither dazu gelernt habe.

Zu meiner Darstellungs-Syntax: Ich schreibe Suchbegriffe in eckige Klammern [christian jakubetz], wenn ich nach dem Herausgeber des Buches ohne Anführungszeichen suche (Warum das eine gute Idee ist, erkläre ich in der Folge über Personensuche!) bzw. [„Christian Jakubetz“], wenn ich ihn in Anführungszeichen suche.

Weil es übersichtlicher ist, habe ich die Syntax hier in einem pdf in einer Tabelle dargestellt.

Morgen folgt Teil zwei mit der Syntax, die nicht dokumentiert ist und der, die nicht mit der Syntax aus diesem Teil kombiniert werden kann. Teil 3 dann mit den übrigen Funktionen der erweiterten Suche(n) und Teil 4 mit allem, was sonst noch Grundlegendes über Google, Bing und Co vergessen wurde.

All das ist work in progress für das Buch: Daher freue ich mich über bessere Beispiele, Korrekturen, Ergänzungen!

Yahoo ab. Ask weg. Suchmaschinenmarkt wird enger

Saturday, November 20th, 2010

Es wird enger auf dem Markt der großen Suchmaschinen. Yahoo tritt in Folge der „Search Alliance“ mit Microsoft faktisch ab. Die Suchmaschine wird Bing-Ergebnisse liefern. Sogar die Verzeichnisse werden, scheint’s, nicht überleben; gerade wurde das britisch-irische eingestellt. Wolfgang Bleh bringt es fein auf den Punkt: „Wenn man heute möglichst knapp beschreiben will, was Yahoo ist, dann heißt die Antwort: ‘Der größte ausländische Anteilseigner des chinesischen B2B-Handelsplatzes Alibaba’.
Jetzt meldet die Süddeutsche, dass auch Ask die Segel streicht.
Bedenklich ist das schon. An großen Universalsuchmaschinen bleiben Google, Bing und Exalead. Bing kann - nicht nur wegen des miserablen Interface für die Limitatoren der erweiterten Suche - nicht wirklich überzeugen, Google ist mit über 90% Marktanteil bei der Websuche faktisch Monopolist.
Dass das nicht so bleiben muss, darauf wies kürzlich Dr. Sander-Beuermann (SuMa e.V.) im DeutschlandRadio hin.
Hoffentlich begreifen findige Entwickler, dass in der Suchmaschinentechnik noch Luft nach oben ist.

“Deep Search” - Politik des Suchens jenseits von Google

Tuesday, April 6th, 2010
Das Buch liegt bereits seit Monaten auf dem Tisch, aber wie es eben leider oft so ist - mir ist etwas dazwischen gekommen auf dem Weg zur Rezension. Die hat aber inzwischen zum Glück Philipp Albers für die Sendung Breitband in Deutschlandradio Berlin geliefert (auch schon wieder mehr als eine Woche her…):
Die digitale Explosion konfrontiert uns seit Jahren mit einem regelrechten Daten-Tsunami. Die Suchmaschinen sind es, die uns helfen, diesen Tsunami zu beherrschen. Das Verheerende: Was wir über die Welt wissen, erfahren wir fast immer durch Google. Anders gesagt: Was Google nicht findet, existiert für viele Menschen nicht. Mit dieser Situation und ihren Implikationen beschöftigen sich Medientheoretiker, Kulturwissenschaftler, Soziologen und Politologen im Sammelband “Deep Search – Politik des Suchens jenseits von Google”.
  • Konrad Becker / Felix Stalder (Hrsg.): “Deep Search: The Politics of Search beyond Google”, StudienVerlag & Transaction Publishers, Wien 2009. 216 Seiten, 24,90 €
deutsche Ausgabe:
  • Konrad Becker/ Felix Stalder (Hrsg.): “Deep Search: Die Politik des Suchens jenseits von Google”, Studienverlag & Transaction Publishers, Wien 2009. ca. 220 Seiten, 24,90 €
Hier der Beitrag zum Anhören:

Die MP3 zum Runterladen (3,4 MB)

Digitale Zeitungsarchive

Sunday, November 1st, 2009

Die FAZ hat eine Linkliste zu digitalen Zeitungsarchiven veröffentlicht, denn:

Alte Zeitungen sind das beste Archiv des Alltags, das wir haben. In vielen Blättern, die zum Teil mehr als 200 Jahre alt sind, kann man online stöbern. Unsere Linksammlung zeigt die besten Adressen im Netz.

Eine dankenswerte Aufgabe. Ergänzen möchte ich zwei Informationen, weil ich oft genug in Seminaren erfahre, dass sie nicht bekannt sind: Das Archiv des Spiegels ist inzwischen im Volltext bis zurück zur ersten Ausgabe durchsuchbar - kostenlos. Und wenn man mal auf einen Artikel in der FAZ stößt, der angeblich nur im kostenpflichtigen Archiv vorhanden ist (man suche z.B. nach „Reto Hilty“), sollte man erstmal mit Googles Site-Funktion suchen, bevor man’s glaubt (geht auch bei Yahoo über die erweiterte Suche oder bei Bing mit der Site-Funktion).

Yahooglebing

Saturday, June 13th, 2009

Bing, Microsofts neue Suchmaschine, die Live ersetzt hat, genießt derzeit viel Aufmerksamkeit. Ob Bing Google ernsthaft Konkurrenz machen kann, wird die Zukunft zeigen. Wer mag, kann die Ergebnisse beider Suchmaschinen miteinander vergleichen:

Compare Search Engines Google and Bing
www.blackdog.ie/google-bing

Schon länger gibt es ein ähnliches Angebot, mit dem sich die Ergebnismengen von Yahoo und Google vergleichen lassen:

Yahoogle
www.yahooglesearch.com

Bei beiden Sites werden die Ergebnisse in zwei Frames nebeneinander angezeigt.

Paul Myers’ Tipps & Tricks

Sunday, June 7th, 2009

Um ehrlich zu sein: die beiden Workshops von Paul Myers haben erfahrenen Internet-Rechercheuren nicht viel Neues gebracht. Dennoch konnte man hören, wie begeistert viele Teilnehmer waren, die sich nicht so intensiv mit dem Thema beschäftigt hatten. Insofern waren seine Präsentationen ein großer Erfolg.

Auf drei Beispiele möchte ich aufmerksam machen, die auch für mich sehr interessant waren:

  • Domaintools bietet eine WHOIS-Historie an. Das wusste ich nicht, kann es auch nicht oft nutzen, weil es sehr teuer ist - aber wenn man es wirklich mal braucht, ist es sehr gut, das zu kennen.
  • Man kann das Verzeichnis des Open Directory Projects mit der Way Back Machine durchsuchen. Das ist eigentlich selbstverstädnlich, nur muss man auch darauf kommen. Myers hat es am Beispiel der Website Saddam Husseins gezeigt, indem er erst die Seite zum Irak im aktuellen Verzeichnis herausgesucht, dann die Adresse in die Way Back Machine eingegeben hat (die ja noch immer keine Volltextsuche besitzt), um zum alten Verzeichnis zu kommen - und sich dann Saddams Website aufzurufen (die im Unterverzeichnis Government liegt). Clever.
  • Was für Nerds ist die Seite zu „Google dorks“. Dazu gibt’s keine Erklärung, weil es erstens zu lange dauern würde und ich zweitens den größten Teil selber nicht verstehe. :-( Aber ich arbeite dran.

Danny Sullivan testet Wolfram Alpha

Monday, May 4th, 2009

Danny „Suchmaschine“ Sullivan, Oberauskenner bei Suchmaschinen seit 15 Jahren, hat Wolfram Alpha getestet (soll im Mai online gehen):

Will it be as important as Google has become? Perhaps! A new search paradigm? Yes! Or at least a new way of gathering information. A Google-killer? Nope! But when the service launches, it should become an essential in anyone’s search tool kit.

Google immer kaputter

Monday, March 9th, 2009

Kürzlich hatte ich darauf hingewiesen, dass Googles OR-Operator im Eimer ist. Nun passieren weitere seltsame Dinge. Suche ich nach [spielkamp estland], bekomme ich 98 Treffer, suche ich nach [„matthias spielkamp“ estland], sind es 195.

Der Unterschied liegt darin, wie Google die Suchanfrage behandelt: gibt man einfach nur [„matthias spielkamp“ estland] ins Suchfeld ein, macht Google daraus

http://www.google.de/search?hl=de&q=%22matthias+spielkamp%22+estland&btnG=Suche&meta=

Streiche ich weg, was ich nicht verstehe, mache also

http://www.google.de/search?hl=de&q=%22matthias+spielkamp%22+estland

daraus, kommt das „richtige“ Ergebnis: 47 Treffer. Die Frage ist also zum einen, was &btnG=Suche&meta= zu bedeuten hat, zum anderen, warum Google verwirrende Suchergebnisse liefert, ohne das zu erklären (wie etwa mit

„Keine Ergebnisse für „Der Unterschied liegt darin, wie Google die Suchanfrage behandelt:“ gefunden.

Ergebnisse für Der Unterschied liegt darin, wie Google die Suchanfrage behandelt: (ohne Anführungszeichen):“

Ich kann keine Erklärung finden (auch nicht auf dieser genialen Seite) und bitte um Mithilfe bei der Aufklärung.

39e8c8f7eeec9f73f7627154fb50f128 - Schäuble defaced

Thursday, February 12th, 2009

Dass man mit sensiblen Daten anders umgehen muss, als mit einem beliebigen Christstollen, das sollte so langsam in dieser Republik bekannt sein - auch Telekom und Bahn sei dank. Gerade bei jenen, die „Sicherheit“ propagieren oder was sie dafür halten.

Vor diesem Hintergrund ist das Defacement der Website von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble mehr als nur eine Marginale. Die derzeit zwischenzeitlich unerreichbare Site („Page is being generated. If this message does not disappear within 30 seconds, please reload.“) verlinkte zwischenzeitlich auf den AK Vorratsdatenspeicherung.

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