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Der Schavan-Plan zur Atomkraft

Wednesday, September 16th, 2009

Wie geht man eigentlich mit so etwas um, wenn man mehr Zeit hat? Ich habe gerade keine, aber ein Bekannter hat mir eben die ominöse Studie aus Schavans Forschungsministerium zugeschickt, die Schavan angeblich zurückhält.

Ich sage mir: Wenn ich die schon per Email bekomme, steht sie bestimmt sowieso schon im Netz, wird hoch und runtergetwittert und über Plattformen wie Slideshare verbreitet. Und ein PDF-Dokument, das mit „Zum vertraulichen Gebrauch“ gestempelt ist, das muss man doch einfach weiterverbreiten, Urheberrecht hin oder her.

Also, hier ist es, das „Konzept für ein integriertes Energieforschungsprogramm für Deutschland“. Mit den brisanten Stellen, die die Atompolitik-Pläne Schavans und einer CDU-geführten Regierung ohne bremsenden Koalitionspartner offenbaren.

Recherche im Feuilleton – oder: Warum muss man das überhaupt erwähnen?

Friday, April 6th, 2007

Das Feuilleton gilt ja nicht gerade als Recherche-Eldorado. Schön, wenn es doch so ist, und ärgerlich, wenn man sich fragen muss, warum das nicht längst Standard ist.

Das sind die Fragen, die sich nach der Lektüre des FAZ-Artikels „Die Legende vom RAF-Spender Wolf Biermann“ stellen. In seiner Lobrede auf den Ehrenbürger-wieder-Wowereits-Willen, Wolf Biermann, sagt Klaus Wowereit, Biermann habe 1969 das Preisgeld des von West-Berlin gestifteten Fontane-Preises an die RAF gespendet. Das sagt er, um die CDU zu ärgern, die ihn zur Verleihung der Ehrenbürgerschaft genötigt hat. Vielleicht hat es ja auch gewirkt. Gestimmt hat es nicht.

Leider ist das nicht allen aufgefallen. Der Welt nicht und auch Zeit nicht. Ich war ja damals noch kein Zeitungsleser, aber bevor ich so was schreibe, würde ich mich hoffentlich zweierlei fragen: „Hoppsa, 1969 und die RAF?“, schnell mal bei Google "wiki:RAF" eingeben. Und: Kuriose Geschichte, von der ich in der ganzen Biermann-Debatte noch nie gehört habe … Das ist doch ’nen eigenen Text wert.

Den hat dann die FAZ gemacht. Lob dafür. Und der Vollständigkeit halber: Der Spiegel hat’s auch ge- und vermerkt.