Was ist größer, ein Teil oder das Ganze, liebe Süddeutsche Zeitung?

Journalisten machen Fehler, jeden Tag, bei jeder Zeitung. Um Skepsis, den Umgang mit Fehlern und das Belegen von Fehler zu üben, sollen Studenten meiner Recherche-Vorlesung Fehler suchen und in einem kurzen Blog-Eintrag dokumentieren (Blog vorerst nicht öffentlich.).
Vermutlich lässt sich jeden Tag auf jeder Zeitungsseite ein mehr oder minder gravierender Fehler oder Mangel finden. Ja, in jeder Zeitung, auch in der Süddeutschen.
Das habe ich am 6. Oktober gesagt und schon in der Süddeutschen Zeitung vom selben Tag stolperte ich über folgende Sätze:

„In Deutschland beispielsweise umfasst der Gesamtwerbemarkt ein Volumen von etwa 27 Milliarden Euro.
Davon werden laut einer Prognose des Bundesverbandes für Digitale Wirtschaft in diesem Jahr knapp 19 Prozent auf Werbung im Internet entfallen, aber knapp 39 Milliarden Euro auf TV-Werbung.“ (http://www.sueddeutsche.de/digital/internetfaehige-fernseher-google-herrschaft-im-wohnzimmer-1.1009095-2).

Mindestens eine der beiden Zahlen in diesem Absatz muss falsch sein. Die Zahlen des als Quelle genannten Bundesverbandes für Digitale Wirtschaft sind leider nicht online - vermutlich muss es aber heißen, dass 39 Prozent und nicht 39 Milliarden (von insgesamt 27 Milliarden) auf Fernsehwerbung entfallen.

(Tippfehler korrigiert am 18.10., 11.25 Uhr)

5 Responses to “Was ist größer, ein Teil oder das Ganze, liebe Süddeutsche Zeitung?”

  1. Sören Boldewin Says:

    Womöglich findet sich nicht nur auf jeder Zeitungsseite ein Fehler, sondern auch in jedem Blogeintrag. Bei dem hier steckt er im Wort „Porzent“.

  2. Marcus Lindemann Says:

    Danke, ist korrigiert.

  3. Tippfehler Says:

    Hmm… seltsam, dass der Original-Beitrag bis heute nicht verbessert wurde, obwohl im Komentar auf den Fehler hingewiesen wird. Aber anscheinend schaut sich die Kommentare wohl bei der Süddeutschen niemand an. Eigentlich schade…

  4. Marcus Lindemann Says:

    Tja, die Süddeutsche fremdelt mit Online - anders kann man das nicht erklären. Ich kommentiere häufiger auf der Seite, aber da wird nichts korrigiert. Ich fürchte, die lesen das noch nicht einmal.

    Ich habe mal die Links an der Redakteur gemailt - das hat bei anderen SZ-Redakteuren zwar auch nicht geholfen, aber es ist den Versuch wert.

  5. H. Martin-Jung Says:

    Vielen Dank fürs genaue Lesen! Wie vermutet, handelt es sich um 39 Prozent und nicht Milliarden. Ich werde die Online-Kollegen bitten, das bei Gelegenheit zu korrigieren.

    Mit freundlichen Grüßen

    H. Martin-Jung